„A Head Full of Ghosts“ | Paul Tremblay

Titel im Original: „A Head Full of Ghosts“
Autor: Paul Tremblay
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Manfred Sanders
Verlag: Festa Verlag
Genre: Horror
Seitenzahl:  397
ISBN: 978-3-86552-659-5

Head Full of Ghosts schildert auf mehreren Zeit- und Personenebenen die Erlebnisse der 14-jährigen Marjorie. Als sie Anzeichen einer Geisteskrankheit zeigt, gipfelt die Hilflosigkeit ihrer Familie und der Ärzte in einem Exorzismus, der als Show live im TV ausgeschlachtet wird.

Jahre später gibt Merry, die jüngere Schwester von Marjorie, ein Interview und spricht über die tragischen und unheimlichen Geschehnisse, die seither zur urbanen Legende wurde.

Meine Meinung

Mit „A Head Full of Gosts“ ist mein erstes Buch aus dem Festa Verlag bei mir eingezogen. Der Autor war mir noch zur Gänze unbekannt, aber der Klappentext hat sehr schnell mein Interesse geweckt. Dieser Verlag ist nicht nur für seine besonderen Geschichten bekannt, auch die Qualität der Bücher wird immer wieder hervorgehoben. Und beides kann ich nur bestätigen!

Marjorie ist 14 Jahre alt, als sich ihr Verhalten schlagartig ins Negative verändert. Anfänglich noch als pubertären Zug abgestempelt, wissen schon bald weder ihre Eltern noch ihre Lehrer, wie sie mit ihr umgehen sollen. Ihre Familie gerät mehr und mehr an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und selbst Marjories Therapeut ist mit seinem Latein am Ende. Hat sie tatsächlich eine Geisteserkrankung?
Für den streng religiösen Vater ist der Fall klar: Seine Tochter ist von einem Dämon besessen!
Zudem wird die Familie von Geldsorgen geplagt, die mit der Ausstrahlung einer Reality Show mit einem Satz beseitigt werden könnten.

„A Head Full of Ghosts“ wird uns rückblickend von der jüngeren Tochter der Familie erzählt. Diese gibt Jahre später ein Interview und spricht von den tragischen und unheimlichen Ereignissen in ihrer Vergangenheit. Dabei darf man nicht vergessen das Merry damals gerade mal 8 Jahre alt war:  Einige ihrer Erinnerungen sind verschwommen, teilweise sogar lückenhaft. Dieser Aspekt machte die Geschichte unheimlich spannend für mich. Ist das Ganze wirklich so geschehen? … oder spielt ihr die Fantasie nur einen Streich?
Paul Tremblay hat das Rad nicht neu erfunden, aber die Idee wurde sehr gut umgesetzt und überzeugt mit einigen Überraschungen. Die Geschichte ist erschreckend detailgetreu geschildert und als Leser fragt man sich sehr schnell, ob man nicht doch eine wahre Lebensgeschichte erzählt bekommt. Der Verlauf der Handlung ist an manchen Stellen verwirrend und man weiß selbst nicht mehr so genau, was nun wirklich Realität ist.

Der Schreibstil ist eher nüchtern und sachlich, das sollte einem als Leser schon zusagen. Die Charaktere bleiben eher oberflächlich, dennoch konnte ich mich gut in sie hineinversetzten und besonders die Hilflosigkeit der Eltern nachvollziehen. Doch auch Merry konnte ich verstehen, die in ihrem Alter von den ganzen Ereignissen einfach nur überfordert war.

„A Head Full of Ghosts“ spielt mit unserer Psyche! Wer hier jetzt den blanken Horror erwartet den muss ich enttäuschen, denn hier geht es rein auf der psychologischen Ebene zu!

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