„Alles oder Nichts“ | Simona Ahrnstedt

Titel im Original:  „En enda risk“
Autor: Simona Ahrnstedt
Aus dem Schwedischen übersetzt von Antje Rieck-Blankenburg
Verlag: LYX Verlag
Genre: Liebesgeschichte
Only One Night, Band 3
Seitenzahl: 697
ISBN: 978-3-8025-9947-7

Ambra ist eine erfolgreiche Journalistin auf der Suche nach einer heißen Story. Tom ein ehemaliger Elitesoldat, dem Schreckliches zugestoßen ist. Ambra muss beruflich an den Ort zurückkehren, an dem sie niemals wieder sein wollte. Tom versucht in der gleichen Stadt, sich ins Leben zurück zu kämpfen.

In Kiruna, im Norden Schwedens, wo klirrende Kälte und ewige Dunkelheit herrschen, begegnen sich zwei Menschen, die auf der Flucht vor ihrer eigenen Vergangenheit sind. Zwei Menschen, die tiefe Wunden tragen. Und Niemanden vertrauen!

Meine Meinung

Mit „Alles oder Nichts“ verabschiedet sich Simona Ahrnstedt vom bisher gut funktionierenden Geschichtenaufbau. Die Liebe und Erotik wird auf ein Minimum zurückgeschraubt, dafür thematisiert sie einige gesellschaftlichen Zustände auf sehr offene und kritische Art: Von Behörden ignorierte Kindesmisshandlungen, patriarchale Strukturen unter einer scheinbar intakten demokratischen Oberfläche, Sektenverhalten im religiösen Schutzmantel, Frauenverachtung, …
Aber auch die Kehrseite des Social Media werden hier angesprochen und die Auswirkungen von Hass-Kommentaren!

In „Alles oder Nichts“ kehren wir zu Tom Lexington zurück, der bereits in den beiden vorherigen Bänden immer wieder als Fachmann für die Security der Familie de la Grip auftritt und so auch ein guter Freund von David Hammar ist. Nach den schlimmen Ereignissen zum Ende des zweiten Bandes finden wir Tom nun in Kiruna wieder, der nördlichsten Stadt Schwedens. Aus dem starken, muskulösen und imposanten Elitesoldaten ist ein gebrochener Mann geworden, der mit Angstzuständen und Panikattacken zu kämpfen hat und sich nichts sehnlicher wünscht, als die Uhr nochmal zurück zu drehen und einen großen Teil seiner Vergangenheit ändern zu können.
Zur selben Zeit hält sich auch die Journalistin Ambra Vinter in Kiruna auf. Sie soll hier ein Interview für ihre Zeitung führen, muss sich aber sehr schnell ihrer persönlichen Geschichte stellen, die unweigerlich mit diesem Ort verbinden ist!

Die Liebesgeschichte an sich beginnt gemächlich, entwickelt sich bedeutend langsamer als gewohnt und ist in meinen Augen nachvollziehbar und glaubhaft. Es ist ein langsames Vorantasten, nichts wird überstürzt!

Natürlich muss ich auch in diesem Buch wieder den Schreibstil von Simona Ahrnstedt loben. Sie versteht es die Emotionen ihrer Protagonisten zum Leser zu transportieren, dennoch liest sich dieses Buch schwermütiger als die Vorgänger. Dennoch konnte mich die Geschichte und auch die Weiterentwicklung der Autorin von der ersten Seite an überzeugen.

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