„Angst“ | Robert Harris

Titel im Original:  „The Fear Index“
Autor:  Robert Harris
Aus dem Englischen übersetzt von Wolfgang Müller
Verlag:  Heyne Verlag
Genre:  Thriller
Seitenzahl:  382
ISBN:  978-3-453-26704-6

Wenn die Angst regiert, droht das Globale Chaos!
In den Insiderkreisen der Superreichen ist Alex Hoffmann eine lebende Legende – ein Visionär, der an den Börsen der Welt Milliardengewinne erzielt. Nun hat es jemand auf ihn abgesehen, und ein Albtraum aus Angst und Schrecken beginnt. Wird er die Geister, die er rief, wieder los?

Meine Meinung

„Angst“ ist die Geschichte eines genialen, aber auch etwas verschrobenen Wissenschaftlers, der von der Forschung in die Industrie gewechselt hat. Das Leben von Dr. Alexander Hoffmann, der auch Mitbegründer eines erfolgreichen Hedgefond-Unternehmens ist, gerät aus den Fugen, als er eines Tages in seiner Villa am Ufer des Genfer Sees überfallen wird. Schnell passieren immer seltsamere Dinge: Hoffmann soll den Überfall selbst arrangiert haben, er kauft wertvolle Bücher und Kunstgegenstände ohne diese wirklich bestellt zu haben. Und nicht nur sein Privatleben ist betroffen, Stück für Stück breitet sich das Chaos auch in seiner Firma aus. Alles mündet in einem fast aussichtslosen Kampf zwischen Mensch und Maschine.
Im Verlauf des nächsten Tages muss er miterleben, wie alle Grundpfeiler seines so erfolgreichen Lebens zu zerbröseln drohen:  Seine Ehe, seine Arbeit und vor allem, sein von ihm entwickeltes Computersystem VIXAL-4.

Auch in „Angst“ versteht es Robert Harris wieder, die Augen des Lesers für eine neue, für die meisten Menschen doch sehr fremde Welt zu öffnen. Er macht uns die Funktionsweise moderner computerbasierter Wertpapierprogramme verständlich und spinnt vor diesem Hintergrund eine spannende Geschichte über künstliche Intelligenz.

Obwohl für mich schon relativ früh zu erahnen war, wohin die Reise geht, war die Geschichte doch sehr spannend und interessant. Zwischendurch erschienen einige Punkte etwas weit hergeholt, runden die Geschichte aber insgesamt dann doch ab und machen sie rasant, mitreißend und stimmig. Wer sich etwas für das Internet, die Börse und „KI“ interessiert, kommt in diesem Buch auf jeden Fall auf seine Kosten!

Aber warum „Angst“?
Professor Alex Hoffmann hat sich während seiner Arbeit am Cern verbissen in die Entwicklung selbstlernender Algorithmen gestürzt. Seine Software sucht umfassend das Internet nach Angstparametern ab, die daraufhin den Börsenhandel überprüfen und aufgrund der Berechnungen eigenständig Trades vollziehen.
Zugleich beginnt im Handelsraum seiner Firma die eigenständige Tätigkeit des Algorithmus, mehr und mehr zu einer Gefahr nicht nur für die Gelder des Fonds zu werden, sondern die gesamte Börsenwelt in Mitleidenschaft zu ziehen.
Als Hoffmann dann noch feststellt, dass alle Räume der Firma, wie auch seine private Villa umfassend überwacht werden, versteht er ganz langsam, was wirklich hinter der Bedrohungen stehen könnte …

Robert Harris versteht es sprachlich hervorragend, von Beginn an eine bedrängende Atmosphäre zu schaffen, ohne das bereits allzuviel passiert wäre. Dies wird durch seinen klaren, sachlichen und für dieses Thema doch leicht verständlichen Schreibstil hervorgehoben und macht dieses Buch zu einem Genuss.

Einmal mehr zieht Robert Harris alle Register für einen spannenden Roman!

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