„Blutmond“ | Katrine Engberg

Titel im Original:  „Blodmane“
Autor:  Katrine Engberg
Aus dem Dänischen übersetzt von Ulrich Sonnenberg
Verlag:  Diogenes Verlag
Genre:  Kriminalroman
2. Fall für Jeppe Kørner
Seitenzahl:  469
ISBN:  978-3-257-07058-3

Es ist ein klirrend kalter Januar. In den prunkvollen Sälen des Geologischen Museums trinken sich die Größen der Modewelt warm für die „Copenhagen Fashion Week“, als draußen im Schnee der Designer Bartholdy unter Qualen zusammenbricht. Jeppe Kørner und Anette Werner ermitteln in dem Fall.

Meine Meinung

„Blutmond“ ist ein sauber konstruierter Kriminalfall und das zweite Buch aus der Kopenhagen-Reihe von Katrine Engberg. Ein Fall mit vielen verworrenen Intrigen und ungewöhnlichen Tathergängen, die den Kommissaren Jeppe Kørner und Anette Werner die Ermittlungsarbeit schwer machen. Subtile unterschwellige Spannung, tolle Charaktere und authentische Polizeiarbeit, die der Handlung Leben einhauchen.

Kopenhagen zur Zeit der Fashion Week: Bei einer Veranstaltung im Geologischen Museum trinkt der Designer Alpha Bartholdy einen Cocktail, dessen giftige Inhaltstoffe nicht nur seinen Körper verätzen, sondern auch zu seinem raschen Tod führen. Nur zwei Tage später geschieht ein weiterer Mord auf dieselbe Weise. Dem Hauptermittler Jeppe Kørner beschleicht schnell ein komisches Gefühl: Sein Jugendfreund Johannes hatte als Letzter Kontakt zu den Toten. Schnell stellt sich herraus, dass er eine Affäre mit Bartholdy hatte und es zwischen den Beiden am fraglichen Abend in der Öffentlichkeit zum Streit kam. Nun ist Johannes unauffindbar! Hat er etwas mit den Morden zu tun?

Das Geologische Museum in Kopenhagen wird zum Schauplatz eines hinterhältigen Mordes. Auch diesmal beweist die Autorin wieder ihr feines Gespür für besondere Orte, die sie für die Handlung wunderbar in Szene setzt.

Stärker als noch im ersten Band steht dieses Mal das Ermittlerteam im Fokus der Geschichte, was mir auch in der Umsetzung sehr gut gefallen hat. Man erkennt deutlich die unterschiedlichen Charaktere und deren Ecken und Kanten. Auf Grund der Geschichte steht besonders Jeppe Kørner  im Zentrum. Seine Nerven sind bis zum Reißen gespannt, da sein ältester Freund unter Mordverdacht gerät. Diese nicht lösbare Zwickmühle wird für ihn zur Zerreißprobe und drängt ihn immer mehr dazu, andere Spuren zu verfolgen, so abstrus diese auch zu sein scheinen. Er verrennt sich immer mehr, da er die unverkennbaren Schlüsse nicht sehen will …

Jeppes Kollegin Anette Werner hat indessen wenig Sinn für die Sorgen ihres Kollegen, ihr Gesundheitszustand macht ihr zunehmend zu schaffen und sie freundet sich insgeheim schon mit dem Gedanken an, direkt auf einen Herzinfarkt zuzurasen.

Natürlich wird das dänische Ermittlerteam auch wieder von den sympathischen Rentnern Esther de Laurenti und ihrem Wohnungsgenossen Greger unterstützt, die wir schon im Fall des „Krokodilwächters“ näher kennenlernen durften.

Am Ende basiert die Lösung auf einer in sich stimmigen, aber doch sehr wenig naheliegenden Verbindung, die mir leider ein wenig zu konstruiert erschien und auch nur sehr holprig und mit einigen Logikfehlern für den Leser aufgearbeitet wurde. Zwar ist die Ausarbeitung der Autorin schon deutlich besser gelungen, als noch im Vorgängerband, dennoch gibt immer noch deutlich Luft nach oben.

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