„Blutrausch – Er muss töten!“ | Chris Carter

Titel im Original:  „Gallery of the Death“
Autor:  Chris Carter
Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
Verlag:  Ullstein Verlag
Genre:  Thriller
9. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
Seitenzahl:  445
ISBN:  978-3-548-28953-3

Das Schlafzimmer der jungen Frau ist auf drei Grad runtergekühlt. Doch der Geruch nach Blut ist überwältigend. Die Tote wurde brutal verstümmelt, in ihre Haut ist eine Botschaft geritzt:  „Schönheit umgibt sie“. Profiler Robert Hunter jagt einen Killer mit Künstlerseele, der seine Opfer wie Ausstellungsstücke darbietet. Und der jeden Schritt von Hunter zu kennen scheint.

Meine Meinung

Ein verzwickter Fall, ein interessantes Ermittlerteam und ein gerissener Psychopath, der den Ermittlern immer einen Schritt voraus ist …
Während eines Vortrages wird Robert Hunter zu einem neuen Fall gerufen. Am Tatort wurde eine gehäutete weibliche Leiche mit abgetrennten Händen und Füßen aufgefunden, deren Rücken außerdem eine Botschaft in Latein ziert: „Schönheit umgibt sie“! Der ganze Raum ist in Blut getränkt. Robert Hunter und Carlos Garcia sind schockiert, bietet sich ihnen am Tatort doch ein Bild, das man nur schwer wieder aus dem Kopf bekommt. Allerdings bestätigt die Obduktion, dass die junge Frau erstickt wurde und die Verstümmelungen erst nach ihrem Tod erfolgten. Das macht die Tat zwar nicht besser, aber wenigstens musste das junge Model nicht leiden.
Nur wenige Stunden später wird die Leiche eins afroamerikanischen Mannes gefunden, jedoch können Hunter und Garcia bis auf den lateinischen Text im Rücken der beiden Opfer keine weiteren Gemeinsamkeiten finden …
Als wären die Ermittlungen nicht schon knifflig genug, taucht auch noch das FBI auf und erzählt von weiteren Morden. Seltsamerweise reißen die Agenten die Ermittlungen nicht komplett an sich, sondern bitten Hunter und seinen Partner um Hilfe. Für beide Seiten keine einfaches Unterfangen. Und die Uhr tickt!

„Blutrausch“ wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, so beschreibt der Autor Szenen aus verschiedenen Sichten und lässt uns auch in die Gedankenwelt des Killers eindringen. Der Schreibstil ist leicht und lebendig, mit starken Wendungen und Aha-Momenten und hat mir auch in diesem Band wieder sehr gut gefallen.
Toll fand ich auch, dass er häufig Roberts Gedankengänge offen lässt und erst einige Kapitel später erläutert. Das regt den Leser zum Nachdenken an und man rätselt unwillkürlich mit …

Zu der schon bekannten Wortgewandtheit, wirft Chris Carter hier sehr viel Ironie in die Geschichte: Das Carlos Garcia mit seiner flapsigen und sarkastischen Art bei mir immer punkten kann, war ja irgendwie klar, aber in diesem Buch nimmt sein Verhalten neue Formen an. Hier wird das FBI mit seinen Handlungsweisen von der ersten Seite der Zusammenarbeit ins lächerliche gezogen. Agenten, die in der Ermittlungsarbeit durchgehend weit hinter dem LAPD stehen und oft noch nicht mal die klarsten Schlüsse ziehen können. Sie fallen sogar auf die einfachsten Verhörtricks rein. Dennoch strotzen die beiden Agenten vor Arroganz und Überheblichkeit. Wen wundert es da, dass Carlos immer einen passenden Spruch auf den Lippen hat?

In manchen Situationen habe ich mich aber doch gefragt, wie Robert immer wieder zu seinen plötzlichen Geistesblitzen kommt. Auch wenn er immer eine gute und glaubwürdige Begründung für seine Ausführungen hat!

Anders als in seinen bisherigen Büchern haben wir am Ende des Bandes eines ziemlich fiesen Cliffhanger auf sein neues Buch! Wann wird es endlich wieder Juli?? … ich kann`s kaum erwarten!

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