„Breakdown“ | B. A. Paris

Titel im Original:  „The Breakdown“
Autor:  B. A. Paris
Aus dem Englischen übersetzt von Wulf Bergner
Verlag:  Blanvalet
Genre:  Psychothriller
Seitenzahl:  412
ISBN:  978-3-7341-0264-6

Es ist dunkel, ein Unwetter tobt, und die junge Lehrerin Cass will so schnell wie möglich nach Hause. Als sie auf der verlassenen Landstraße ein parkendes Auto sieht, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung:  Sie steiget nicht aus, um der Fahrerin Hilfe anzubieten. Sie fährt weiter. Am nächsten Tag erfährt sie, dass die Frau in ihrem Autor ermordet wurde. Und nicht nur das:  Cass kannte das Opfer! Von Schuldgefühlen geplagt, fragt sie sich, ob sie die schreckliche Tat hätte verhindern können. Dann erhält sie plötzlich anonyme Anrufe – am anderen Ende nur bedrohliches Schweigen! Ist der Mörder jetzt auch hinter ihr her?

Meine Meinung

Nachdem B. A. Paris mit ihrem Debütroman „Saving Grace“ bei mir vollends ins Schwarze getroffen hat und ich diesen einzigartigen Psychothriller kaum aus der Hand legen konnte, war ich nun doch sehr auf ihr zweites Buch gespannt …

In „Breakdown“ lernen wir Cassandra kennen. Die junge Lehrerin, fährt nach einem Treffen mit ihren Kollegen in ein heftiges Unwetter. Um ihren Heimweg doch deutlich zu verkürzen, nimmt sie – entgegen aller Vernunft – die abgeschiedene Straße durch ein nahegelegenes Waldstück. An einer Ausweichstelle sieht sie eine Frau in ihrem Auto sitzen. Da diese jedoch keine Anzeichen macht, Hilfe zu benötigen, fährt Cass kurzentschlossen einfach weiter …
Am nächsten Tag erfährt sie aus dem Radio, dass die Fahrerin ermordet wurde … und Cass die Frau sogar kannte!

Die Geschichte wird einzig aus Cass Perspektive erzählt. Wir erfahren sämtliche Szenen aus ihren eigenen Sinneseindrücke und ihren oftmals doch sehr konfusen inneren Monologen und Gedankengängen. Dadurch konnte ich mich sehr gut mit der bedrohlichen Situation identifizieren. Auch ihr Ehemann und ihre beste Freundin nehmen in der Geschichte einen sehr großen Platz ein.

Im Prinzip hätte jeder der Täter sein können! Cassandra ist eine sehr sympathische Protagonistin, deren Geschichte mir doch nahe gegangen ist. Besonders die medizinischen Aspekte der Handlung haben mich zum Nachdenken gebracht. Mit der Zeit wurde sie mir aber auch zu einem immer größeren Rätsel. Sehr schnell beginnt die Realität mit ihren Einbildungen zu verschwimmen.

B. A. Paris hat einen sehr flüssigen und actionreichen Schreibstil und erschafft eine dichte, aber durchaus greifbare Atmosphäre. Das Buch ist völlig unblutig und lebt durch seine Psychospielchen. Der subtile Spannungsbogen wird über das ganze Buch hinweg gut gehalten, allerdings ergeben sich wegen der Wiederholungen nach der ersten Hälfte doch deutliche Längen. Dennoch verzichtet die Autorin sowohl auf leere Effekthascherei als auch auf Cliffhanger.
Die Aufklärung ist nicht die allergrößte Überraschung, allerdings hat es B. A. Paris hier für mich zum zweiten Mal geschafft, das Blatt im entscheidenden Moment zu wenden  …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code