„Butcher`s Crossing“ | John Williams

Titel im Original:  „Butcher`s Crossing“
Autor:  John E. Williams
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Bernhard Robben
Verlag:  dtv Verlag
Genre:  Roman
Seitenzahl:  365
ISBN:  978-3-423-28049-5

Es war um 1870, als Will Andrews der Aussicht auf eine glänzenden Karriere und Harvard den Rücken kehrt. Beflügelt von der Naturauffassung Ralf W. Emersons, sucht er im Westen nach einer „ursprünglichen Beziehung zur Natur“. In Butcher`s Crossing, einem kleinen entlegenen Städtchen in Kansas, wimmelt es von rastlosen Männern die das Abenteuer suchen und schnell verdientes Geld ebenso schnell wieder vergeuden. Einer von ihnen lockt Andrews mit Geschichten von riesigen Büffelherden, die, versteckt in einem entlegenen Tal tief in den Colorado Rockies, nur eingefangen werden müssten. Er schließt sich einer Expedition an, mit dem Ziel, die Tiere aufzuspüren …

Meine Meinung

„Metzgers Kreuzung“ heißt das kleine Städtchen im Wilden Westen, in das uns John Williams in diesem Roman entführt. Und es macht seinem Namen alle Ehre …

Will Andrews verlässt seine Universität in Boston, um im Wilden Westen das Abenteuer zu suchen. In dem kleinen trostlosen Örtchen „Butcher`s Crossing“ am Rande der Prärie, organisiert er einen Treck, angeführt von dem erfahrenen Büffeljäger Miller, der ihn und zwei weitere Männer in ein abgelegenes Tal in die Rocky Mountains führt. Einzig mit dem Ziel, Büffel zu jagen!
Sie stoßen auf eine große Herde und Miller erlegt in einer Art Blutrausch ein Tier nach dem Anderen. Fred Schneider und Andrews selbst häuten die Tiere und bündeln ihre Felle, während der vom Whisky dauerhaft benebelte Charly Hoge das Lager in Ordnung hält.
Doch dann wird das Quartett vom frühen Wintereinbruch überrascht und die Männer müssen monatelang in der klirrenden Kälte ausharren. Durch die alltägliche Eintönigkeit steigt die Spannung. Jeder ist allein für sich und die Nerven liegen blank …

„Butcher`s Crossing“ von John Williams besticht durch präzise Charakterstudien und Naturbeschreibungen, die die atemberaubenden Weiten des Wilden Westens bildlich und wunderbar atmosphärisch an seine Leser weitergibt. Ein eher ruhiger Roman mit viel Melancholie!

Für mich war es spannend und erschreckend zugleich mit den vier Männern auf die Reise zu gehen, deren Ziel es letztendlich ist, eine ganze Tierart auszurotten. John Williams gelingt es hervorragend, die Stimmungen einzufangen und die richtige Atmosphäre für dieses Buch zu schaffen.
Wir betrachten die Szenen durch die Augen unseres Protagonisten und müssen mehr als einmal über die Wildheit der Natur staunen!

Wer „Stoner“ gelesen hat, der weiß, das hier kein klassischer „Western“ zu erwarten ist. Durch den ruhigen und sehr klaren Erzählstil erzeugt der Autor eine regelrecht hypnotische Wirkung auf seinen Leser. Er zeigt uns das sinnlose Abschlachten der Büffel, selbst dann noch als die Felle keinen Cent mehr Wert sind. Er zeigt uns aber auch den kranken, von Gier zerfressenen Menschen, der sich immer mehr selbstentfremdet, die Gesetze der Natur missachtet und schließlich für sein sinnfreies Tun bestraft wird!

Ein Roman über das Verschwinden des Wilden Westens und der aufkommenden Moderne!

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