• „Der Ballhausmörder“ | Susanne Goga

    Autor:  Susanne Goga
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Kriminalroman
    7. Fall von Leo Wechsler
    Seitenzahl:  312
    ISBN:  978-3-423-21808-5

    Berlin, Sommer 1928. Der Winterball in Clärchens Ballhaus nimmt ein abruptes Ende, als die Garderobiere ermordet aufgefunden wird. Kommissar Leo Wechsler und seine Kollegen ermitteln in einer Welt aus Charleston, Sekt für eine Mark und hemmungslosem Amüsement.

    Meine Meinung

    Während die Gäste in „Clärchens Ballhaus“ in Berlin an einem Samstagabend ausgelassen tanzen, wird im Hinterhof die Garderobiere Adele Schmidt ermordet aufgefunden. Doch welches Motiv hatte der Mörder? Da die junge Frau sehr umgänglich war, stellt sich dieser Fall für Leo Wechsler und seinen Kollegen von der Mordkommission zunächst als unerklärlich dar. Zumal sie auch keine Feinde hatte. Leo vermuten eine Eifersuchtstat ihres ehemaligen Freundes, jedoch liegt die Trennung schon einige Zeit zurück. Auch Clara Bühler, die Inhaberin des Ballhauses, weist den Verdacht zurück, es könne sich um eine Tat von Konkurrenten handeln, die dem Ruf ihres Etablissements schaden wollen. Die Ermittlungen treten auf der Stelle, bis Leo erfährt, dass Adele am Tatabend ein Kleid trug, das ihr eine Freundin geschenkt hat – eine Freundin, die nicht auffindbar ist!

    Wie wir bereits von der Berliner Mordkommission gewohnt sind, werden die Ermittlungen akribisch durchgeführt, mit viel Laufarbeit und kriminalistischem Gespür. Das Mordopfer wurde mit Chloroform betäubt, ein Modus Operandi, der auch bei einer Reihe von ungeklärten Sexualstraftaten in Frankfurt und Berlin vorliegt. Adele Schmidt wurde aber nicht missbraucht, deshalb scheint es sich zunächst um verschiedene Täter zu handeln. Da die Gerichtsmedizin zur damaligen Zeit noch in den Kinderschuhen steckt, sind die Ermittler auf möglichst viele Zeugenaussagen angewiesen. Dies gestalten sich dementsprechend schwierig und für den Leser manchmal etwas unspektakulär, dennoch erwies sich dieser Erzählstil wie immer sehr logisch aufgebaut und äußerst realistisch beschrieben. Ich mag diesen Faktor an Susanne Gogas Erzählungen immer unheimlich gern!

    Leider hakt es auch in Leos Team diesmal gewaltig, denn sein engster Freund Robert verhält sich mehr als unzuverlässlich und unkollegial. Er stellt nicht nur seinen Job in Frage, sondern auch ihre langjährige Freundschaft. Dennoch lösen sich durch den Neuzugang im Team nach und nach die Verwicklungen auf und führen zu einem glaubhaften Ende.

    Susanne Gogas Bücher sind einfach eine Garantie für gute historische Krimikost. Sie lässt das Berlin der 20er Jahre vor den Augen des Lesers auferstehen und nimmt uns mit in das damalige Alltagsleben. Viele Berliner leben unter ärmlichen Bedingungen, doch Diejenigen, denen es besser geht, amüsieren sich bei Sekt und Tanzveranstaltungen.
    Nicht nur die politischen Querelen der Zeit werden spürbar, auch wenn wir uns erst im Jahr 1928 befinden, spürt man, wie sich die Fronten zu den Nationalsozialisten immer weiter verhärten.

    Auch die Auflösung des Mordfalls ist für den Leser nicht zu früh absehbar, dann jedoch gut nachzuvollziehen.

    Neben der Kriminalhandlung wird in dieser Geschichte auch deutlich die sich wandelnde Rolle der Frau thematisiert. Schülerinnen sind an einer guten Schulbildung und einer anschließenden soliden Ausbildung oder einem Studium interessiert. Verheiratete Frauen finden es nicht länger selbstverständlich, ab der Eheschließung nur noch Hausfrau zu sein. Sie nehmen sich auch das Recht heraus, sich von ihren Partner zu trennen, wenn dieser ihren beruflichen Ambitionen im Weg steht. Hier setzt sich die Entwicklung aus den Nachkriegsjahren fort.

    Ein sehr atmosphärischer Roman. Ich hoffe, dass die Autorin die Geschichten um die Berliner Mordkommission weiterführen wird und wir auch Leo und seine Familie weiter begleiten dürfen …

  • „Nachts am Askanischen Platz“ | Susanne Goga

    Autor:  Susanne Goga
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Kriminalroman
    6. Fall von Leo Wechsler
    Seitenzahl:  312
    ISBN:  978-3-423-21713-2

    Berlin 1928. Im „Cabaret des Bösen“ werden allabendlich blutrünstige Schauerstücke aufgeführt. Dann wird im Hinterhof des Sensationstheater eine Leiche gefunden. Hat sich hier jetzt ein realer Mord ereignet? Die Identität des Toten ist unbekannt. Und auch sonst steht Kommissar Leo Wechsler vor viele Fragen. Ist die mysteriöse junge Russin, die am Theater gesehen wurde, in den Fall verwickelt? Und welche Rolle spielt der undurchschaubare Theaterbesitzer?

    Meine Meinung

    Auch dieses Mal hat Kommissar Leo Wechsler einen spannenden Fall zu lösen …

    1928 wird im Schuppen des Askanischen Gymnasiums in Berlin ein toter Mann aufgefunden. Dort befindet sich auch „Das Cabaret des Bösen“, ein Ort, der den Berlinern ein besonderes, wenn auch sehr schauriges Vergnügen bereitet. Dieses Theater wird von Louis Lamasque betrieben, der im Krieg eine großflächige Gesichtsverletzung erlitten hat, die er aber offen und mit eher ungesundem Stolz zur Schau stellt. Kurz bevor die Leiche entdeckt wird, betritt eine junge Russin das Cabaret und suchte einen Mann namens Fjodor …
    Es sind keine leichten Ermittlungen für Leo Wechsler und seine Kollegen, denn erst einmal müssen sie die Identität des Toten feststellen … und das entpuppt sich schwieriger als gedacht!

    Kommissar Wechsler ist ein sympathischer Mann mit einem guten Gespür für Menschen und Situationen. Auch wenn es schwierig wird, gibt er nicht auf und verlässt sich gerne auch mal auf sein Bauchgefühl. Die vielen Dienstjahre haben in sensibel gemacht. Eine Fähigkeit, die ihm immer wieder zu Gute kommt. Auch bei den Ermittlungen am Askanischen Platz gibt es eine Reihe von Indizien, aber kaum Beweise, dennoch hat Wechsler eine Ahnung. Zum Glück weiß Polizeichef Ernst Gennat seinen Kommissar zu schätzen und ermöglich ihm, auch in anderen Teilen Deutschlands nach neuen Spuren zu suchen.
    Aber auch Leos Kollegen möchte ich nicht unerwähnt lassen, die mit einfachsten Mitteln, die wir uns heute nicht mehr vorstellen können, beachtliche Ermittlungsergebnisse erzielen. Mein ganz besonderer Liebling ist immer noch Jakob Sonnenschein, der durch seinen jüdischen Glauben und Lebenssinn in zwei so unterschiedlichen Welten lebt und daher Dinge herausfindet, die anderen verborgen geblieben wären.

    Da Leo durch den aktuellen Fall sehr eingespannt ist, bemerkt er auch nicht, was in seinem Sohn Georg vorgeht. Immer wieder verschiebt er das Gespräch mit ihm und er fühlt sich auch nicht so recht wohl in seiner Haut. Doch nachdem Leos Frau Clara den jungen Burschen in einer braunen Uniform beobachtet, gibt es für den Familienvater keinen Aufschub mehr. Eine großartige Szene, in der Leo auf seinen Sohn zugeht und in meinen Augen wahre Größe und ein großartiges Gespür für die eigentlich sehr gefährliche Situation zeigt.

    Auch in diesem Band gibt es wieder eine ganze Reihe interessanter Charaktere, die zum Teil historische belegt sind. Besonders interessant fand ich den Chirurgen Jacques Joseph, der als „Nasenjoseph“ bekannt wurde, da er sehr vielen Kriegsversehrten zu einem neuen Gesicht verhalf.
    Die Atmosphäre in Berlin ist sehr gut dargestellt. Noch geht es einigermaßen friedlich zu, doch man spürt schon, was da auf die Menschen in Deutschland zukommt …

  • „Es geschah in Schöneberg“ | Susanne Goga

    Autor:  Susanne Goga
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Kriminalroman
    5. Fall von Leo Wechsler
    Seitenzahl:  327
    ISBN:  978-3-423-21622-7

    Berlin 1927. Bei einer Modenschau im Romanischen Café werden zwei Vorführdamen verletzt: Ihre Kleider wurden mit einem Kontaktgift präpariert. Offenbar ein gezielter Anschlag gegen den Modesalon „Morgenstern & Fink“. Steckt ein neidischer Konkurrent hinter dem Anschlag? Leo Wechsler ermittelt.

    Meine Meinung

    Leo Wechsler und seine Kollegen der Berliner Mordkommission ermitteln wieder. „Es geschah in Schöneberg” ist der mittlerweile fünfte Band von Susanne Goga und ihrem sympathischen und cleveren Kommissar.

    Berlin 1927. Bei einer Modenschau im Romanischen Café reißen sich zwei Vorführdamen der jungen aufstrebenden Haute Couture Designer „Morgenstern & Fink“ die Kleider vom Leib, weil sie glauben zu verbrennen. Wie sich bei den Untersuchungen herausstellt, ist hochdosiertes Capsaicin im Futter der Kleider dafür verantwortlich. Leo Wechsler wird stutzig, als ihm seine Kollegen berichtet, dass Lotte Morgenstern vor einigen Monaten wegen eines Einbruchs in ihr Büro die Polizei verständigte, jedoch konnten keine Einbruchspuren festgestellt werden! Wurde das aufstrebende Unternehmen zur unangenehmen Konkurrenz? Wer hat ein Motiv Lotte Morgenstern und Carl Fink zu ruinieren? Als einige Tage später Rainer Vogt tot aufgefunden wird, findet Leo Wechsler erste Hinweise auf das Modehaus. Vogt setzte sich für die Rechte Homosexueller ein und kämpfte für die Abschaffung des §175. Aber wie hängen die beiden Fälle zusammen?

    Auch in diesem Band, wird die Atmosphäre wieder sehr gut dargestellt. Die damalige Zeit wird rückblickend zwar als die „goldenen Zwanziger“ bezeichnet, die Berliner Bevölkerung empfand dies aber natürlich ganz anders. Der erste Weltkrieg und die große Inflation steckten den Menschen noch in den Knochen. Dennoch erfährt die Modewelt gerade in Berlin einen großen Aufschwung und auch einschlägige Etablissements der homosexuellen Szene fallen wissenden immer öfter ins Auge.
    In diesem Roman geht es allerdings auch um allgemeinere Themen wie die Gleichberechtigung, da sich das Ehepaar Wechsler nach langer Diskussion endlich dazu entscheidet, ihre Tochter, trotz des hohen Schulgeldes, auf eine weiterführende Schule zu schicken.

    In Leo Wechslers Umfeld erfahren wir von den ersten bedrückenden Anzeichen auf nationalsozialistisches Gedankengut, die zwar noch nicht ernst genommen, aber doch mit kritischem Blick beobachtet werden. Einschlägige Gruppen schlagen jüdische Nachbarn halb tot und auch Wechslers Sohn Georg pflegt zweifelhaften Umgang.

    Susanne Goga lässt ihren Kommissar den spannenden Fall nicht nur in dichter und authentischer Atmosphäre lösen, sie bietet auch interessante Infos über die “goldenen Zwanziger” und zeigt, dass ein einmal erreichtes Level an gegenseitiger Toleranz nicht einfach da ist, sondern auch  schnell wieder verloren gehen kann, wenn es nicht verteidigt wird …

  • „Mord in Babelsberg“ | Susanne Goga

    Autor:  Susanne Goga
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Kriminalroman
    4. Fall von Leo Wechsler
    Seitenzahl:  316
    ISBN:  978-3-423-21486-5

    Berlin 1926. In einer eleganten Wohnanlage in Kreuzberg wird die Leiche einer Frau gefunden, die mit einer Scherbe aus rotem Glas erstochen wurde. Die Spuren führen hinter der Kulisse der aufblühenden Filmindustrie Berlins …

    Meine Meinung

    Seit dem letzten Fall sind 3 Jahre vergangen. Leo Wechsler und seine Clara sind mittlerweile glücklich verheiratet und auch dienstlich steht für ihn eine Beförderung an. Da platzt ein neuer Mordfall in die alltägliche Ruhe: In einem Wohnkomplex wird die Leiche einer wunderschönen rothaarigen Frau aufgefunden, der auf grausame Weise die Kehle aufgeschnitten wurde.
    Für Leo beginnen die Ermittlungen erstmal mit einem Schock, hatte er doch vor Jahren eine sexuelle Beziehung zu der Toten. Aus Angst, den Fall entzogen zu bekommen, verschweigt er die Bekanntschaft und verliert dadurch nicht nur fast das Vertrauen seiner engsten Kollegen, sondern auch das von Clara, die natürlich hinter seinem plötzlich sehr seltsamen Verhalten noch ganz andere Dinge vermutet …
    Obwohl kurz darauf ein weiterer Toter aus der Filmbranche auf dieselbe Art und Weise ermordet wird, können die Ermittler zunächst keine Verbindung zwischen den Toten finden. Alles wirkt recht undurchsichtig, bis Leo Wechsler und seine Kollegen eine vermeintliche Zeugin ausfindig machen!

    Auch in diesem Kriminalroman ist es Susanne Goga wieder gelungen das Berlin der 20er Jahre lebendig werden zu lassen. Es ist immer wieder auffällig, wie genau sie die zeitgeschichtlichen Hintergründe recherchiert, denn da stimmt vieles bis ins kleinste Detail: Ob es nun Ernst Gennats richtiger Dienstgrad ist oder man sich die ersten Pläne des Mordbereitschaftswagens anschaut. Aber auch die die geplante Fürstenenteignung und die angestrebte Aufnahme in den Völkerbund finden hier ihre Erwähnung. All das ist beleg- und nachvollziehbar, überlagert aber nicht die Handlung des Kriminalromans.

    „Mord in Babelsberg“ ist das bisher positivste Buch in der Reihe, was natürlich auch an der Grundstimmung im Berlin der damaligen Zeit liegt. War diese in den letzten Bänden noch eher düster und angespannt auf Grund der Inflation und der ungewissen Zukunft, spürt man hier schon deutlich die Aufbruchsstimmung, die durch den wirtschaftlichen Aufschwung und der Möglichkeit, wieder zu leben, statt nur zu überleben.

    Wie schon in den Vorgängerbänden erfahren die Leser auch in dieser Geschichte, wie es privat mit Leo Wechsler und seinen Kollegen Jakob Sonnenschein und Robert Walther weitergeht. Dies verleiht dem Roman neben dem Kriminalfall und geschichtlichem Hintergrund eine dritte sehr persönliche Ebene. Auch in Robert Walthers Privatleben geht es bergauf und Jakob Sonnenschein ist nun glücklich verlobt. Ich fand es schön hier ein wenig mehr Einblicke, als nur die dienstliche Situation der drei Männer zu bekommen.

    Mit „Mord in Babelsberg“ ist Susanne Goga wieder ein spannender und zugleich sehr unterhaltsamer Kriminalroman gelungen. Kaum ausgelesen, freue ich mich schon auf den fünften Fall!

  • „Die Tote von Charlottenburg“ | Susanne Goga

    Autor:  Susanne Goga
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Kriminalroman
    3. Fall von Leo Wechsler
    Seitenzahl:  294
    ISBN:  978-3-423-21381-3

    Berlin 1923. Eine engagierte Ärztin und Frauenrechtlerin wird tot in ihrer Charlottenburger Wohnung gefunden. Ihr Neffe will nicht an einen natürlichen Tod glauben.  Und in der Tat hatte sich die Ärztin zu Lebzeiten viele Feinde gemacht. Kommissar Leo Wechsler ermittelt – es ist ein Fall, der ihn vor ganz neue Herausforderungen stellen wird …

    Meine Meinung

    Leo Wechsler ist doch immer wieder eine Reise ins Berlin der 20er Jahre wert …
    Auch in diesem Fall beweist er wieder seine wunderbare Kombinationsgabe, gepaart mit viel Menschlichkeit und Familiensinn!

    Berlin 1923! Die renommierte Ärztin Henriette Strauss stirbt nach kurzer, aber schwerer Lungenkrankheit. Doch ihr Neffe Adrian Lehnhardt, ein aufstrebender Violinist, der tief mit seiner Tante verbunden war, glaubt nicht an einen natürlichen Tod. Henriette war eine aktive und lebensfrohe Frau, die immer sehr bewusst gelebt hat. Sie machte sich außerdem einen Namen, indem sie Frauen bei nicht gewollten Schwangerschaften beriet und vehement gegen den Paragraphen 218 eingetreten ist. Leo Wechsler und sein Team werden mit den Ermittlungen betraut …

    Auch in „Die Tote von Charlottenburg“ gelingt es Susanne Goga wieder perfekt die Ermittlungen in einen sehr gut recherchierten historischen Hintergrund einzubetten. Der zunehmende Verfall der Währung, die dadurch bedingte Knappheit von Gütern des täglichen Bedarfs und das Pogrom im Scheunenviertel spiegeln die damaligen Umstände wieder.
    Unser sympathischer Kommissar ist bei all diesen Ereignissen persönlich beteiligt und hilft auch schon mal auf unkonventionelle Weise wo er kann!

    Leo Wechsler muss den Mord an einer Frau aufklären, die ihre Freiheit liebte, die selbstbewusst und mutig war, sich aber auch immer wieder gegen Widerstände durchsetzen musste. Seine Lebensgefährtin Clara hatte Doktor Strauss im gemeinsamen Urlaub flüchtig kennengelernt und kann ihre persönlichen Eindrücke über die Tote wiedergeben. Die selbstbewusste und weitgereiste Ärztin hat die junge Frau auch damit beeindruckt, dass sie sich für Yoga begeisterte und sich für das, zur damaligen Zeit, „minderwertige“ Geschlecht engagierte.
    Mit Clara hat die Autorin, neben der Verstorbenen, eine weitere starke Frauenfigur geschaffen, die wir in diesem Band ein bisschen näher und persönlicher kennen lernen durften!

    Ebenso lernen wir einen neuer Mitarbeiter der Berliner Mordkommission kennen. Der junge Jakob Sonnenschein ist freundlich, fleißig und intelligent – und Jude! Was ihn und besonders seinen Vater im Berlin der 20er Jahre zur Zielscheibe von Anfeindungen macht. Die prekäre Situation der Bevölkerung ist zwar nicht direkt Thema dieses Krimis, aber doch ständig präsent.

    Die Lösung des Kriminalfalls wird dem Leser schon bei knapp der Hälfte des Romans klar. Für mich hat es aber immer wieder einen voyeuristischen Reiz, Leo Wechsler dabei zu beobachten, wie er sich Stück für Stück näher an die Wahrheit herantasten.
    Auch die Balance zwischen der Krimihandlung und seinem Privatleben war erneut geglückt und gut dosiert. Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit ihm und Clara Bleibtreu weitergeht!