• „Artemis“ | Andy Weir

    Titel im Original:  „Artemis“
    Autor:  Andy Weir
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Jürgen Langowski
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Science Fiction
    Seitenzahl:  418
    ISBN:  978-3-453-27167-8

    Jazz Bashara ist in Artemis aufgewachsen, der ersten und einzigen Stadt auf dem Mond. Und Jazz ist kriminell. Zumindest ein bisschen. Schließlich ist das Leben auf dem Mond verdammt ungemütlich, wenn man nicht gerade im Geld schwimmt. Als ihr der norwegische Milliardär Trond Landvik jedoch eines Tages einen Handel vorschlägt, scheint sie das große Los gezogen zu haben: Er zahlt ihr einen Haufen Geld, wenn sei eine Aluminiumfirma sabotiert. Landvik könnte so in den lukrativen Aluminiumhandel einsteigen, und Jazz hätte endlich keine Geldsorgen mehr. Doch der Coup erfordert einen wasserdichten Plan …

    Meine Meinung

    Jasmin Bashara – genannt „Jazz“ – ist arabischer Herkunft und lebt seit ihrer Kindheit auf dem Mond, genauer gesagt im Siedlungskomplex ARTEMIS. Dieser besteht aus fünf Wohnkuppeln und liegt ungefähr 40 km südlich des Landeplatzes der Apollo 11 Mission, welche inzwischen zum Besucherzentrum ausgebaut wurde. Neben den hauptsächlich auf Tourismus aufgebauten Gewerbebereichen gibt es noch eine Aluminiumschmelzhütte und den dazugehörigen Reaktorbereich. Jazz lebt dort in einer Kapselunterkunft mit Toilette auf dem Gang und einer Dusche, die sich ein paar Blocks entfernt befindet. Mehr kann sie sich als „Trägerin“ nicht leisten, auch wenn sie schon lange vom großen Geldsegen träumt.
    Als „Trägerin“ übernimmt sie Transportaufträge und versorgt die Bewohner von Artemis mit allerlei Dingen, die auf dem Mond nur schwer erhältlich und in so manchen Fällen auch nicht immer ganz legal sind. Durch Ihre guten Verbindungen und ihrer Liefertreue hat sie sich einen hervorragen Ruf erarbeitet und auch der Milliardär Trond Landvik, wird auf sie aufmerksam. Er unterbreitet Ihr ein Angebot in Höhe von einer Million, wenn sie für ihn einen unsauberen Auftrag übernimmt. Dem kann Jazz nun doch nicht widerstehen und gerät auch prompt bei der Umsetzung in Teufels Küche …

    Anders als bei den meisten Lesern, war „Artemis“ für mich mein erstes Buch von Andy Weir. Natürlich habe ich auch darüber nachgedacht, seine Kultgeschichte „Der Marsianer“ als erstes zur Hand zu nehmen, da aber viele Leser dann von „Artemis“ schwer enttäuscht waren, wollte ich diesem erstmal den Vortritt geben.

    Andy Weirs Schreibstil hat mir unheimlich gut gefallen. Bei Science Fiction bin ich ja doch eher der altbackene Typ und kann den neumodischen Geschichten meistens nur wenig abgewinnen. Der Autor hat hier aber eine schöne und klar strukturierte Geschichte geschrieben, die ebenso geradlinig und ohne große Schnörkel erzählt wird. Dennoch schreibt er bildhaft und die Handlung wird großartig in die Köpfe seiner Leser transportiert. Stellenweise waren die technischen Details für mich etwas schwer verständlich, das kann aber auch meiner Unwissenheit geschuldet sein. Zu diesem Thema gehört das aber nun mal einfach dazu!

    Andy Weir erzählt in seinem Roman eine überaus spannende Geschichte mit gut charakterisierten Protagonisten. Er führt den Leser so gekonnt in eine vorstellbare Zukunft auf dem Mond ein, dass das Leben auf Artemis selbst für Genreneulinge verständlich wird. Ich denke, seine Vorstellung von einem Leben auf dem Mond wäre wirklich möglich!

  • „Das Nest“ | Cynthia D`Aprix Sweeney

    Titel im Original:  „The Nest“
    Autor:  Cynthia D`Aprix Sweeney
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von N. von Schweder-Schreiner
    Verlag:  Klett Cotta Verlag
    Genre:  Roman
    Seitenzahl:  408
    ISBN:  978-3-608-98000-4

    Melody, Jack, Bea und Leo sind Geschwister. Sie sind in ihren Vierzigern, stehen mitten im Leben und sie haben immer gewusst, sie würden eines Tages erben. Aber was, wenn die Erbschaft ausbleibt?
    Ein warmherziger, humorvoller und scharfsinniger Roman darüber, wie der Kampf ums Geld Lebensentwürfe und Familien durcheinanderbringen kann.

    Meine Meinung

    „Das Nest“ erzählt die tiefgründige und sehr unterhaltsame Geschichte der Familie Plumb. Hier ist nicht nur das Cover wunderschön, auch die Geschichte, ist lesenswert und regt zum Schmunzeln und Kopfschütteln an!

    Die meisten Familien sind verkorkst, so auch die Plums! Bea, Melody und Jack warten sehnsüchtig auf Mels 40. Geburtstag: der Stichtag zur Auszahlung ihres Trustfundfonds, der in Familienkreisen nur „Das Nest“ genannt und vom Vater vor Jahrzehnten für sie ins Leben gerufen wurde. Sie alle brauchen das Geld dringend, haben sie doch ihr bisheriges Leben rein auf der Gewissheit aufgebaut, eines Tages in Besitz dieser Moneten zu kommen. Folglich soll diese Erbschaft für jeden die individuelle Rettung sein, denn nicht nur untereinander haben die Geschwister ihre Geheimnisse, auch vor ihren Partnern waren sie nicht immer ehrlich.
    Kurz vor dem heiß erwarteten Tag X kommt eine ungeheuerliche Wahrheit ans Licht: das Geld ist weg. Nach einer schrecklichen Unfallfahrt des vierten Geschwisterteils Leo und der daraus resultierenden Scheidung und Neufindung, hat die Mutter den größten Teil des Fonds an Leo ausgezahlt. Und dieser sieht es mit der raschen Begleichung seiner Schulden nicht ganz so eng!
    Plötzlich platzen Träume und Illusionen. Lebenspläne müssen über den Haufen geworfen werden und die Geschwister sehen sind wohl oder übel dazu genötigt wieder miteinander zu sprechen!

    Mit „Das Nest“ hat Cynthia D’Aprix Sweeney für mich einen der interessantesten Familienromane der letzten Jahre geschrieben. Sprachlich elegant und trotzdem angenehm unprätentiös, was sicher auch ein Verdienst des Übersetzers ist, gelingt es ihr, mich für jeden der vier Plumbs einzunehmen. Was ehrlich gesagt schon eine Kunst ist, denn eigentlich sind sie alle Vier ziemlich unsympathisch, lebensunfähig und egozentrisch. Die Autorin verknüpft all diese Handlungsstränge mit Leichtigkeit. Auch wenn es streckenweise sehr dramatisch zur Sache geht, liest sich das Buch wunderbar leicht und flüssig.

    Die große Stärke dieses Romans ist für mich die Beobachtungsgabe. Jeder der vier Geschwister hat seine ganz besondere Geschichte und jeder für sich ist ein interessanter Charakter mit Geheimnissen. Teilweise verständlich und nachvollziehbar, teilweise greift man sich als Leser und rational denkender Mensch auch einfach nur auf den Kopf!
    Die Autorin kann die Dynamik innerhalb der Familie sehr gut nachzeichnen. Doch auch deren direktes Umfeld ist von der plötzlich veränderten Situation betroffen. Nun müssen die Plumbs vor allem erst einmal sich selbst und dann schnellstmöglich eine Lösung für ihre finanziellen Probleme finden. Doch in der Gesellschaftsschicht, aus der sie stammen, ist das nicht immer das einfachste Unterfangen. Schnell wird deutlich, dass sich die Geschwister ihren Lebensstil eigentlich gar nicht leisten können. Trotzdem geht es immer wieder darum, etwas darzustellen.

    Auch wenn „Das Nest“ kein Spannungsroman ist, konnte mich die unterschwellige Spannung durchgehend bei der Stange halten. Es ist ein Buch über große Hoffnungen und kleine Siege. Ein Entwicklungsroman und ein Sittengemälde der New Yorker Society, wie ich sie bisher nur aus Woody-Allen-Filmen kannte!

  • „Geliebte der Nacht“ | Lara Adrian

    Titel im Original:  „Kiss of Midnight“
    Autor:  Lara Adrian
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Beate Wiener
    Verlag:  LYX Verlag
    Genre:  Fantasy
    Midnight Breed Series, Band 1
    Seitenzahl:  461
    ISBN:  978-3-8025-8130-4

    Beim Verlassen eines Nachtclubs wird die Fotografin Gabrielle Maxwell Zeugin eines schrecklichen Verbrechens. Sechs Jugendliche töten einen Mann und saugen ihm das Blut aus. Doch die Polizei schenkt ihr keinen Glauben. Erst der gutaussehende Kommissar Lucan Thorne scheint Gabrielle ernst zu nehmen und verdreht der jungen Frau gehörig den Kopf. Gabrielle ahnt nicht, dass Thorne in Wahrheit ein Vampir ist …

    Meine Meinung

    „Geliebte der Nacht“ ist der Auftakt einer unheimlich langen, aber auch unterhaltsamen und lesenswerten Vampirchronik, die ich bereits vor vielen Jahren begonnen, aber irgendwann einfach nicht mehr weiterverfolgt habe. Dennoch möchte ich den Vampiren jetzt nochmal eine Chance geben. Und auch wenn mein Faible für Fantasy nicht mehr so ausgeprägt ist, hat mir die Geschichte auch nach 10 Jahren wieder sehr gut gefallen!

    Als die Fotografin Gabrielle Maxwell beim Verlassen eines Tanzclubs Zeugin eines bestialischen Überfalls wird, kann sie sich nur durch das Blitzlichtgewitter, das sie mit ihrem Fotohandy auslöst, in Sicherheit bringen. Völlig verstört, dass ihr noch nicht mal die Polizei Glauben schenkt, ist sie kurze Zeit später mehr als angenehm überrascht, als sie der attraktiven Detective Lucan Thorne um nähere Informationen bittet.
    Die introvertierte Gabrielle lebt für die Fotografie. Düstere und geheimnisvolle Orte faszinieren sie und sie versteht es meisterlich, diese Stimmung einzufangen. Auch Lucan, der sie regelrecht in seinen Bann zieht, ist von ihren Bildern – und nicht nur von diesen – beeindruckt. Allerdings aus einem anderen Grund als Gabrielle ahnen würde: Ihre Bilder zeigen Verstecke und Wohnorte der Vampire.

    Auch Lucan ist einer von ihnen. Er ist das Oberhaupt einer Reihe von Stammeskriegern, die schon seit Jahrhunderten im Verborgenen gegen die Rogues kämpfen: Vampire, die dem Blutdurst verfallen sind und die durch ihr Handeln zur Gefahr für ihr Volk wurden. Während er nun also um Schadensbegrenzung bemüht ist, fühlt er sich von der jungen Fotografin völlig in den Bann gezogen und macht recht bald eine Entdeckung, die ihn erschüttert und auch Gabrielle’s weiteres Leben verändern wird.

    Lara Adrians Schreibstil ist frisch und mitreißend und auch die Protagonisten werden lebendig beschrieben. Natürlich gibt es immer wieder Leser, die diese Art der Literatur als softpornografische Schundlektüre bezeichnet, dennoch macht die Autorin ihre Sache sicher besser als viele andere. Sie hält sich mit Kraftausdrücken zurück und auch die erotischen Szenen sind zwar bildhaft, aber alles andere als plump! Sie schreibt flüssig und detailliert und erschafft dadurch eine gelungene Mischung aus Brutalität und Erotik. Die Spannung verliert während des gesamten Romans nicht an Wirkung und auch der Wechsel der Sichtweisen lädt zum kontinuierlichen Weiterlesen ein.

    Was die Handlung an sich betrifft, ist die Idee sicher nicht neu. Vor allem nicht in diesem Genre! Eine Untergrundorganisation, die sich um die Sicherheit ihres eigenen Vampirstammes kümmert und Verstöße gegen die Geheimhaltung ahndet. Auf der anderen Seite aber auch einen knallharten Kampf gegen eine böse Gegenmacht führt. Naja!

    Aber ehrlich: Ich find`s gut!

  • „Das Mädchen“ | Stephen King

    Titel im Original:  „The Girl who loved Tom Gordon“
    Autor:  Stephen King
    Aus dem amerikanischen übersetzt von Wulf Bergner
    Verlag:  Heyne
    Genre:  Roman
    Seitenzahl:  286
    ISBN:  978-3-453-44109-3

    Verirrt und Verloren!

    Ich habe keine Angst. Überhaupt keine Angst. Der Wanderweg ist gleich dort vorn. In fünf Minuten bin ich da und renne los. Es ist wirklich ganz unmöglich, sich hier zu verlaufen …

    Meine Meinung

    „Das Mädchen“ ist eine der etwas anderen Geschichten von Stephen King …
    Das Buch erzählt von Trisha. An einem schönen Sommertag beschließt ihre Mutter, einen Ausflug in den Wald zu machen. Ihr Verhältnis zu ihrem Sohn ist nicht das Beste und die täglichen Streitereien belasten die geschiedene Frau zunehmend. Auch Trisha fühlt sich schon lange wie das letzte Rad am Wagen! Vielleicht führt dieser Ausflug ja wieder zu ein bisschen mehr Harmonie in der Familie …
    Natürlich kommt alles anders als geplant: Schon auf der Fahrt geraten die beiden Hitzköpfe wieder in Streit, der sich auch im Laufe des Tages nicht zu bessern scheint. Deswegen haben sie auch keine Augen für Trisha, die gelangweilt und genervt hinter ihnen hertrottet. Als sie dann aufs Klo muss, beschließt sie einfach kurz hinter einen Baum zu verschwinden. Ihr erster Fehler! Damit niemand sie sieht, geht sie ein Stückchen tiefer in den Wald und nimmt danach eine vermeintliche Abkürzung, um möglichst schnell wieder bei ihrer Familie zu sein. Leider ist das genau die falsche Idee, denn Trisha kommt völlig vom Weg ab. In ihrem Versuch zurück zu finden, verläuft sie sich immer weiter. Und mit der Zeit, lassen auch ihre Kräfte nach. Kann es sein, sie etwas in diesem Wald verfolgt?

    An sich ist „Das Mädchen“ wieder einmal wunderbar geschrieben. Stephen King beschreibt die Figuren und die Umgebung in der Trisha umherirrt sehr detailliert, sodass ich mir alles wunderbar vorstellen konnte und schnell das Gefühl bekam, selbst mit im Wald zu sein. Die Geschichte ist mitreißend erzählt, allerdings wirken viele Szenen künstlich in die Länge gezogen. Gerade, die, in denen es um Baseball geht, waren etwas befremdlich, da beim Leser schon deutlich mehr Grundwissen vorausgesetzt wurde, was ich aber persönlich nicht habe. Durch dieses Thema ist zwar nicht grundlegend die Spannung verloren gegangen, aber irgendwie hat es mich doch immer wieder aus dem Lesefluss herausgerissen.

    Die Figuren wurden von Anfang an sehr gut eingeführt, für Charaktere aus der Feder von Stephen King, waren sie aber dennoch zu blass gezeichnet. Der gewohnte King-Flair kommt hier einfach nicht durch. Trisha ist mit ihren 9 Jahren viel zu reif. Werden ihre Gedanken und Gefühle, als sie erkennt, dass sie sich tatsächlich verlaufen hat, noch sehr authentisch beschrieben, kippt ihr Charakter immer mehr in ein Erwachsenenbild. Seien es nun ihre Gedanken zur momentanen Familiensituation oder auch ihr Verhalten in der Wildnis.

    Das Ende passte wunderbar zum Verlauf der Geschichte. Auch wenn ich schon spektakuläreres von Stephen King gelesen habe, fragt man sich zwischendurch dennoch immer wieder, ob das Mädchen auch wirklich gerettet wird und ist sich dabei auch nie ganz sicher.

    Wie schon gesagt: „Das Mädchen“ ist eine etwas andere Geschichte von Stephen King, die ihre Leser auch sicher von sich überzeugen kann, wenn man sich ernsthaft darauf einlässt und ihr die Chance bietet, dass sie sich entfalten kann. Man darf sie sicher nicht mit seinen großen Romanen vergleichen, sie wird mir aber dennoch im Kopf bleiben, wenn ich das nächste mit meiner Familie auf Wanderschaft gehe!

  • „Quälender Hass“ | Linda Castillo

    Titel im Original:  „Shamed“
    Autor:  Linda Castillo
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Helga Augustin
    Verlag:  Fischer Verlag
    Genre:  Thriller
    11. Fall von Kate Burkholder
    Seitenzahl:   348
    ISBN:  978-3-596-70449-1

    Eine verlassene Farm, eine brutal ermordete, ältere amische Frau, ein entführtes siebenjähriges Kind: Als Kate Burkholder von den Vorkommnissen erfährt, ist sie genauso schockiert wie die gesamte Gemeinde von Painters Mill. Sie setzt alle Hebel in Bewegung, um das Kind zu finden. Zunächst gibt ihr die ultrakonservative Familie noch bereitwillig Auskunft, doch Kate merkt, dass sie ihr etwas verschweigt. Was ist so brisant, dass die Wahrheit nicht ausgesprochen werden darf? Und warum wurden Großmutter und Enkelin zur Zielscheibe?

    Meine Meinung

    Auch für Kate Burkholder, Jon Tomasetti und dem Team des Police Departments gibt es in diesem Jahr einen neuen Fall!

    Die amische Gemeinde des friedliche Städtchen Painters Mill ist zutiefst erschüttert, als die brutal zugerichtete Leiche einer älteren Frau auf einer verlassenen Farm aufgefunden wird. Die Großmutter war gerade dabei, mit ihren Enkeln Walnüsse zu sammeln, als der Täter sie erwischte. Schnell wird klar, dass auch die 7-jährige Elsie entführt wurde. Kate Burkholder stürzt sich in den Fall und versucht das kleine Mädchen mit allen Mitteln zu finden.
    Die amische Familie lebt als Swartzentruber in einer streng konservativen Siedlung, dennoch sind sie zu Beginn äußerst hilfsbereit. Doch als weitere Menschen auf mysteriöse Weise zu Tode kommen, beschleichen Kate erste Zweifel: Verschweigen sie etwas? Aber warum? Als sie der erschreckenden Wahrheit immer näher rückt, kämpft die Polizeichefin selbst mit ihrem Glauben. An die Amischen und an die ganzen Welt!

    Linda Castillo bietet uns mit „Quälender Hass“ wieder einen rasanten Thriller, der von Anfang bis Ende spannend bleibt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, dadurch rutscht man sofort in der Geschichte. Die Kapitel sind knackig und kurz gehalten und wie gewohnt wird der Spannungsbogen weit oben gehalten. Die komplexe Geschichte macht es auch dem Leser nicht leicht, mit zu ermitteln und es ist bemerkenswert, dass die Autorin sich nach dieser langen Buchreihe immer noch im gleichen Umfeld befindet und kein bisschen an Originalität und Spannung verliert!

    Natürlich sind auch Kate und Tomasetti wieder ein sympathisches Team und arbeiten erstklassig zusammen, aber die Ermittlungen stehen in dieser Geschichte klar im Vordergrund. Das Privatleben der Beiden wird nur nebensächlich angeschnitten.

    Die Swartzentruber stehen ganz besonders im Mittelpunkt. Die ultra-konservativen Amish People wurden zwar immer mal wieder angeschnitten, ihre strenge Lebensweise wird hier aber nochmal ganz deutlich. Sie lehnen jegliche neumodische Lebensart ab, angefangen von gummierten Reifen auf ihren Buggys bis hin zu fließendem Wasser, was ihnen doch zumindest die einfachste Lebensqualität bieten würde. Diese Einblicke haben für mich doch immer einen großen Reiz und machen die Geschichte nochmal um ein vielfaches Interessanter!