• „Elias & Laia: In den Fängen der Finsternis“ | Sabaa Tahir

    Titel im Original:  „A Reaper at the Gates“
    Autor:  Sabaa Tahir
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Barbara Imgrund
    Verlag:  Bastei Lübbe | One Verlag
    Genre:  Fantasy | Jugendbuch
    Elias & Laia, Band 3
    Seitenzahl:  523
    ISBN:  978-3-8466-0078-8

    Die Welt wird brennen. Doch sie aus der Asche auferstehen!

    Das Martialenimperium steht am Abgrund:
    Imperator Marcus überzieht das Land mit dem Blut der Unschuldigen, während Blutgreif Helena diese zu schützen versucht. Weit im Osten weiß Laia, dass sie den Nachtbringer aufhalten muss, und das ohne Elias. Denn Elias ist als Seelenfänger an die Zwischenstatt, das Geisterreich, gefunden. Dazu verdammt, bedingungslos zu dienen – auch wenn dies bedeutet, die Frau aufzugeben, die er liebt!
    Ihrer aller Schicksal ist miteinander verknüpft. Und sie alle kämpfen gegen eine uralte Macht, deren Zerstörungskraft sie unterschätzen …

    Meine Meinung

    Mit „Elias & Laia – In den Fängen der Finsternis“ geht Sabaa Tahir in die dritte Runde ihrer Fantasy-Reihe. Zum Inhalt möchte ich diesmal gar nicht viel sagen, da der Klappentext schon unheimlich viel verrät …

    Der Weg für Laia und Helena ist lang und beschwerlich. Gerade bei unseren weiblichen Protagonisten kann man eine sehr schöne Weiterentwicklung feststellen. Sie lernen ihre Fähigkeiten immer besser zu kontrollieren und auch ihre Vergangenheit bzw. ihre Gegenwart wird für den Leser klarer und verständlicher. Elias hingegen verschwindet die meiste Zeit in den Hintergrund. Wir bekommen zwar mit, wie es in der Zwischenwelt für ihn weitergeht, aber das Hauptaugenmerk liegt ganz klar bei den beiden Frauen. Am Ende gehen alle drei Protagonisten charakterlich stark verändert aus diesem Band hervor, was mir sehr gut gefallen hat. Intrigen spinnen sich weiter, Geheimnisse werden aufgelöst und Unklarheiten werden schon langsam logischer!

    Auch in diesem Band wechseln wir wieder nach jedem Kapitel die Perspektive. Dadurch baut sich eine sehr schöne Spannung auf, die sich auch wunderbar bis zum Ende hält.
    Ich würde dieses Buch auf jeden Fall als ein Zwischenband bezeichnen, der in der Grundstimmung merkbar ruhiger ist, aber dennoch mit vielen brutalen Szenen und schockierenden Wendungen aufwartet. Einige Rezensenten haben ihn als „blutrünstig“ bezeichnen, das möchte ich jetzt nicht unterschreiben. Natürlich geht es ähnlich wie in den Vorgängerbänden nicht gerade zimperlich zu, aber Saba Tahir hat viele schöne und lebendige Szenen zum nervlichen Ausgleich eingearbeitet, die mich auch berühren konnten und ein wenig die Schärfe herausgenommen haben.

    Der Schreibstil ist wie erwartet rasant und actionreich und zieht den Leser von der ersten Seite an in die Geschichte, die auch wieder nahtlos an den Vorgängerband anschließt. Die Szenen sind bildgewaltig und stark im Ausdruck. Die Autorin lässt sich aber deutlich mehr Zeit für Details und Feinheiten.

    Ein kleiner Wehmutstropfen sind die Rückblenden …
    Diese fehlen komplett, wodurch man bei einer längeren Lesepause vermutlich schwerer wieder in die Geschichte zurückfinden wird!

    Die Geschichte nimmt immer mehr an Fahrt auf, sodass man das epische Finale beinahe schon sehen kann …

  • „Der Kuss der Lüge“ | Mary E. Pearson

    Titel im Original: „The Kiss of Deception“
    Autor: Mary E. Pearson
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Barbara Imgrund
    Verlag: Bastei Lübbe | One Verlag
    Genre: Fantasy | Jugendbuch
    Chroniken der Verbliebenen, Band 1
    Seitenzahl: 559
    ISBN: 978-3-8466-0036-8

    Ein Befehl, und das Licht gehorcht.
    Ein Wink von ihr, und Sonne, Mond und Sterne fallen auf die Knie und erheben sich wieder. Sie ist Lia, Königstochter von Morrighan. Am Tag ihrer Hochzeit entflieht sie ihrem goldenen Käfig und lässt ihr bisheriges Leben hinter sich.

    Weit entfernt von Morrighan heuert Lia in einer Taverne an. Dort lernt sie eines Abends zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sic zu beiden hingezogen. Und ahnt nicht, dass sie längst in größter Gefahr schwebt …

    Meine Meinung

    „Der Kuss der Lüge“ ist der Auftakt einer Fantasy-Reihe, die dank einer Freundin im letzten Jahr bei mir einziehen durfte. Obwohl wir hier bildgewaltig in eine aufregende Welt entführt werden, hatte ich doch ein bisschen an diesem Buch zu knabbern …

    Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch damit ist sie alles andere als einverstanden, sie möchte ihr Leben selbst bestimmen. Am Tag ihrer Abreise, der sie in das Königreich ihres zukünftigen Gatten führen soll, flüchtet sie zusammen mit ihrer Zofe Pauline und heuert weit entfernt in einer Taverne an. Noch nicht mal die besten Suchhunde ihres Vaters schaffen es, sie aufzuspüren. Gestärkt durch die neuen Aufgaben und das Vertrauen, das ihr entgegengebracht wird, blüht sie richtig auf!
    Kurze Zeit später lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr! Einer ist ihr verprellter Prinz, der andere ein Auftragsmörder! Aber wer ist wer?

    Die Geschichte war von Anfang bis Ende gut durchdacht. Mary E. Pearson hat einen sehr flüssigen Schreibstil. Eher ruhig mit einer unterschwelligen Spannung, die der Autorin zu Beginn in meinen Augen ein bisschen im Weg gestanden ist. Das erste Drittel des Buches zieht sich unglaublich in die Länge und nimmt erst viel Später so richtig Fahrt auf. Am Anfang musste ich mich immer ein bisschen zum weiterlesen überwinden, aber es hat sich eindeutig gelohnt.
    Die Kapitel sind aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Allen voran lernen wir so natürlich Lia kennen, doch dann erleben wir auch die Sichtweise des Prinzen, des Attentäters, die von Rafe und die von Kaden. Mary E. Pearson hat das sehr geschickt eingefädelt. Ich muss aber ehrlich gestehen, dass mir die Kapitel aus der männlichen Sicht doch deutlich besser gefallen haben, waren diese von Anfang an rasanter und actionreicher beschrieben.

    Die Autorin zeichnet in diesem Buch ganz wunderbare Charaktere, die mir nahe gegangen sind und die ich auch mit der Zeit sehr lieb gewonnen habe. Ich durfte mit Lia und Pauline mitfiebern, habe mit ihnen geweint und war in manchen Situationen genauso am Boden zerstört wie unsere beiden Protagonistinnen. Auch Kaden und Rafe sind sehr interessante Figuren und ich fand das Rätselraten um ihre Hintergründe, durchaus spannend. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Charaktere toll und überzeugend gestaltet sind und mit ihren Aufgaben in der Geschichte wachen.

    Auch wenn ich einige Schwierigkeiten mit diesem Buch hatte, freue ich mich schon darauf, den zweiten Band der Reihe zur Hand zu nehmen. Ich denke auch die Autorin wird sich im Laufe der Geschichte weiterentwickeln …

  • „Elias & Laia: Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ | Sabaa Tahir

    Titel im Original: „A Torch Against the Night“
    Autor: Sabaa Tahir
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Barbara Imgrund
    Verlag: Bastei Lübbe | One Verlag
    Genre: Fantasy | Jugendbuch
    Elias & Laia, Band 2
    Seitenzahl: 511
    ISBN: 978-3-8466-0038-2

    Das Schicksal hat Elias und Laia zusammengeführt und sie im Widerstand gegen das Imperium vereint. Gemeinsam fliehen sie aus Schwarzkliff, um im Gefängnis von Kauf Laias inhaftierten Bruder aus seiner Zelle zu befreien. Mit seinem Wissen könnte er von großem Wert sein für die Rebellen. Doch werden Elias und Laia es schaffen, sich unbemerkt bis ans andere Ende des Landes durchzuschlagen? Immerhin ist ihnen Helena dicht auf den Fersen. Und als rechte Hand des Imperiums hat sie einen klaren Auftrag: Die beiden Verräter zu finden und zu töten!

    Meine Meinung

    Was für eine tolle Fortsetzung! Nachdem „Die Herrschaft der Masken“ so actionreich geendet hat, habe ich mich eigentlich auf einen etwas ruhigeren Zwischenband eingestellt, aber weit gefehlt …

    Nach den schrecklichen Ereignissen des ersten Buches befinden sich Elias und Laia noch immer auf der Flucht vor dem Imperium. Sie müssen unter allen Umständen so schnell wie möglich und am besten auch noch unentdeckt Serra verlassen und sich irgendwie nach Kauf, dem gefürchteten Gefängnis der Martialen, durchzuschlagen. Laias Bruder Darrin ist dort nach wie vor den schrecklichen Folterungen ausgesetzt. Sein Wissen über das Geheimnis des berüchtigten Serrastahls könnte das Machtverhältnis zwischen Kundigen und Martialen ein für alle Mal verschieben.
    Verrat, Intrigen und Tod pflastern ihren Weg und auch Helena, als rechte Hand des Imperators, ist ihnen schon dicht auf den Fersen. Sie hat nur einen Auftrag:  „Töte den Verräter!“

    Der Schreibstil von Sabaa Tahir ist auch in „Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ unverändert bildgewaltig, atmosphärisch und wortgewandt. In diesem Buch verlassen wir die römisch-anmutende Umgebung und ziehen durch sandiges Wüstengebiet. Wie schon beim Vorgänger, wird die Geschichte abwechselnd aus Elias und Laias Perspektive geschrieben. Zusätzlich kommt als dritter Erzählstrang noch Helenas Sicht hinzu, was mich persönlich sehr freute, da ich sie schon im ersten Band sehr interessant fand.
    Auch hier bleibt die Geschichte gewaltbereit und brutal, jedoch meiner Meinung nach weitaus weniger stark als noch im ersten Teil, dafür nehmen die Fantasy-Elemente zu und machen die Geschichte abwechslungsreicher und interessanter.

    In „Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ konnte ich mich nun auch endlich mit Laia anfreunden. Sie wird im Laufe der Geschichte mutiger und wirkte auf mich offener. Ihre selbstmitleidigen Monologe verlieren sich mit der Zeit ganz! Wir könnten wirklich noch Freunde werden …

    Aber schauen wir erst mal, was der dritte Band für Überraschungen mit sich bringt!

  • „Der wunderbare Massenselbstmord“ | Arto Paasilinna

    Titel im Original: „Hurmaava joukkoitsemura“
    Autor: Arto Paasilinna
    Aus dem Finnischen übersetzt von Regine Pirschel
    Verlag: Bastei Lübbe
    Genre: Roman
    Seitenzahl:  281
    ISBN: 978-3-404-17070-8

    „Denkst du an Selbstmord? Du bist nicht allein!“

    So lautet ein ungewöhnlicher Anzeigentext, der auf überraschend heftiges Interesse stößt. Niemals hätte der gescheiterte Unternehmer Onni Rellonen mit der Existenz so vieler Gleichgesinnter gerechnet, als er beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen. Aus einem zunächst vagen Vorhaben entwickelt sich ein konkreter Plan: Ein Bus wird gechartert, um an einsamer Stelle gemeinschaftlich das Leben zu beenden. Am verabredeten Tag besteigen die unternehmungslustigen Selbstmordkandidaten schließlich guten Mutes das gemietete Gefährt – und starten ihre einzigartige Reise ohne Wiederkehr …

    Meine Meinung

    Wenn sich eine Gruppe vom Leben tief enttäuschter Menschen trifft, um zumindest im Tod nicht einsam zu sein und sich deshalb zum gemeinschaftlichen Selbstmord verabredet, klingt das im ersten Augenblick nicht sonderlich witzig. Doch auf Arto Paasilinna ist Verlass!

    „Denkst du an Selbstmord? Hab keine Angst, du bist nicht allein. Wir sind noch mehr, die wir die gleichen Gedanken und sogar erste Erfahrungen haben. Vielleicht können wir helfen.“
    Mit dieser ungewöhnlichen Anzeige machen Onni Rellonen und Hermanni Kemppainen auf einen etwas ungewöhnlichen Verein aufmerksam, deren Vorsitzende sie sind. Getroffen haben sich die beiden Männer an Mittsommernacht in einer Scheune, wo sie – unabhängig von einander – ihrem Leben ein Ende setzen wollten. Sie kommen ins Gespräch und überlegen, wie sie sich selbst und auch Gleichgesinnten helfen können. So entstand die Idee eines Massenselbstmordes!
    Auf ihre Anzeige hin erhalten sie über 600 Antworten, was nicht nur Oberst Kemppainens Organisationstalent überfordert, einige Teilnehmer drängt der Tod doch sehr, daher wird flugs ein Bus gechartert und eine Tour zum Nordkap geplant, denn wo könnte man schöner sterben …?

    Ich habe bis jetzt ja nur wenige finnische Autoren gelesen und auch „Der wunderbare Massenselbstmord“ war mein erstes Buch, das ich von Arto Paasilinna las, aber selbst bei mir kam das finnische Lebensgefühl an. Der Autor beschreibt seine Landsleute wirklich auf den Punkt und hat eine ganz große Gabe die Schärfe aus einer tragischen Situation herauszunehmen.

    Arto Paasilinna stellt uns in diesem Buch seine traurigen Helfen vor. Eine Truppe schräger Vögel, die einem mit jeder Seite ans Herz wachsen. Gemeinsam treten sie zur letzten Reise an, jedoch bevor man aus der Welt scheidet, sollte man diese wenigstens mal gesehen haben. So beginnt ein spannender Roadtrip quer durch Finnland, Norwegen und Deutschland, wo ein schräges Abenteuer das nächste ablöst und man als Leser einfach laut mitlachen muss.

    Nein, dies ist kein Roman, der ernsthaft auf die Problematik suizidgefährdeter Menschen eingeht.
    Und ja, auch bei Themen wie Tod und Sterben ist Humor erlaubt.

    Auffällig in diesem Buch, sind die kräftigen Seitenhiebe auf die Gesellschaft und insbesondere die staatlichen Einrichtungen, in denen es auch beachtlich menschelt. Da spielt es keine Rolle, dass der Roman überwiegend in Finnland spielt, die menschlichen Strickmuster sind bis auf unbedeutende Abweichungen flächendeckend die gleichen.
    Der Autor versteht es, ein ernstes Thema in einer sehr unterhaltenden, dabei aber nie oberflächlichen oder schulmeisterlich belehrenden Art und Weise zu beleuchten und dabei noch großartig zu unterhalten.

    Der Schreibstil ist sehr fließend, obwohl ich anfänglich doch sehr mit den kurzen und knappen Sätzen kämpfen musste. Die Protagonisten kommen klar und deutlich rüber und wirken dabei nie künstlich. Ich finde den Humor in diesem Buch einfach erfrischend, nicht gewollt witzig sondern gut gepaart mit traurigen, witzigen und makaberen Nuancen.

    Sterben kann durchaus eine unterhaltsame Angelegenheit sein, wenn man in der passenden Gesellschaft ist und man die Sache dabei nicht so ernst nimmt! Das war sicher nicht mein letzter Roman von Arto Paasilinna!

  • „Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken“ | Sabaa Tahir

    Titel im Original: „An Ember in the Ashes“
    Autor: Sabaa Tahir
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Barbara Imgrund
    Verlag: Bastei Lübbe | One Verlag
    Genre: Fantasy | Jugendbuch
    Elias & Laia, Band 1
    Seitenzahl:  507
    ISBN: 978-3-8466-0009-2

    Wie überlebt man eine Welt, in der Männer mit silbernen Masken jeden Tag den Tod bringen können? Wie kann man sich selbst treu bleiben, wenn die Herrschenden des Imperiums alles dafür tun, voller Grausamkeit ein ganzes Volk zu unterjochen?

    Elias und Laia stehen auf ganz unterschiedlichen Seiten. Und doch sind ihre Wege schicksalhaft miteinander verknüpft. Während Elias dazu ausgebildet wird, die silberne Maske der Macht voller Stolz und ohne Erbarmen zu tragen, muss Laia täglich die Willkür der Herrschenden fürchten. Als ihre Familie ermordet wird und ihrem Bruder die Hinrichtung droht, schließt sie sich dem Widerstand an.

    Meine Meinung

    Mit „Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken“ entführt uns Sabaa Tahir in eine Welt voll Kampf und Unterdrückungen. Ein starkes Jugendbuch aus dem Genre High Fantasy, dass mich trotz einiger Herausforderungen, überzeugen konnte.

    Zum Einen begleiten wir hier Laia. Sie ist eine Kundige und auch wenn Ihresgleichen schon lange unter der Kontrolle der grausamen Martialen stehen, so ist sie doch glücklich in ihrem Leben, das sie zusammen mit ihren Großeltern und ihrem älteren Bruder Darin führt. Kurz bevor die Masken – die grausame Armee der Martialen – kommen um Darin zu holen, muss Laia erfahren, dass ihr Bruder ein ungeheures Verbrechen begangen hat. Als sie ihn entführen, schwört sie ihren Bruder zu befreien und dafür ist ihr kein Preis zu hoch.
    Auf der anderen Seite steht Elias. Er ist kurz vor seinem Abschluss in der Militärschule, wo er jahrelang gelernt hat, seine Maske mit Stolz und Macht zu tragen. Ohne Frage ist er auch einer der Besten, nur konnte er es nie genießen andere Menschen leiden zu sehen. Gerade als er denkt einen Ausweg aus dem System zu finden, werden er und seine beste Freundin Helena in einen tödlichen Wettkampf verwickelt, der alles in ihrem Leben entscheiden wird.

    Sabaa Tahir zeigt uns eine wunderbare Welt, die für mich Gefühlt zwischen dem Alten Rom mit ihren Gladiatoren und dem sandigen Arabien liegt. Wir schreiten durch sengende Hitze, erklimmen Klippen, müssen Kämpfe ausfechten und nicht nur eine Prüfung bestehen. Spione sind an der Tagesordnung, genauso wie grausame Bestrafungen, hinterlistige Fallen und Intrigen. Aber auch die Liebe und die Hoffnung, Mut, Stärke und Entschlossenheit kommen im ersten Band von „Elias & Laia“ nicht zu kurz.

    Die Autorin hat einen tollen bildgewaltigen Schreibstil. Auch wenn sie ihre Leser gleich von Beginn an mitten in die Action und somit in Entführung Darins wirft, bekommen wir ganz gezielt alle wichtigen Einzelheiten aus der noch unbekannten Welt mit. Ich hatte überhaupt keine Probleme dem Verlauf zu folgen. An manchen Stellen erschien es mir, als wolle sie durch Wiederholungen und Nachdruck gewisse Momente, Gefühlslagen und Situationen besonders hervorheben. Das wäre für mich gar nicht nötig gewesen, denn man bekommt als Leser sehr deutlich mit was erforderlich ist, um die Geschichte so zu begreifen, wie es Sabaa Tahir ihren Lesern nahebringen wollte.

    Zudem zeichnet sie wunderbare Charaktere. Starke Persönlichkeiten, die sich auch im Laufe der Kapitel immer weiterentwickeln. Zugegeben: Laia war für mich dennoch eher schwer zu verdauen, da sie zwei Drittel des Buches mit ihren Ängsten und Unsicherheiten zu kämpfen hatte.

    Die Autorin gerade für einschlägige Szenen (Kampfgefächte, Bestrafungen der Kommandantin, Prophezeiungen, Demütigungen, …) sehr viel Zeit um die doch oft sehr tragischen Geschehnisse ins rechte Licht zu rücken. In meinen Augen gibt es in keiner dieser Szenen nur Schwarz oder Weiß, man kann sehr oft zwischen den Zeilen lesen. Hierfür drosselt sie doch merklich das Tempo um ihnen den nötigen Raum zu geben.

    Auch wenn ich kein klassischer Fantasy- oder Jugendbuchleser bin, fand ich „Die Herrschaft der Masken“ wirklich lesenswert und ich freue mich schon auf den nächsten Band!