• „Zwei Singleflitterwochen zum verlieben“ | Mira Morton

    Autor:  Mira Morton
    Verlag:  Books on Demand
    Genre:  Frauenroman
    Marry Me, Band 2
    Seitenzahl:  226
    ISBN:  978-1-9831-5425-6

    Als wäre es nicht schlimm genug, mit einem schmutzigen Abendkleid auf einer Parkbank aufzuwachen, dämmert es Marisa Teufel langsam, dass sie auf der Singlehochzeit von Martin alles verloren hat: ihre große Liebe, ihren Ruf als exzellente Partyplanerin und ihre Würde. Doch statt sich bei ihrer besten Freundin Mimi ausheulen zu können, bricht deren Welt aus heiterem Himmel ebenfalls auseinander. In ihrem Elend fällt den beiden Freundinnen nur eines ein: Sie müssenweg. Vielleicht kann ein Ortswechsel ja doch gebrochene Herzen heilen? So landen sie in Venice Florida, bei Mimis schräger Tante Tonie. Tja, und dann …?
    Dann erfährt Marisa, dass Martin ihren geliebten Hund Flodo als Geisel genommen hat, was sie auf die Palme bringt …

    Meine Meinung

    Nach „Eine Singlehochzeit zum verlieben“ setzt Mira Morton  mit „Zwei Singleflitterwochen zum verlieben“ noch eins drauf. Gleich zwei großartige Reisen nach Florida stehen an. Und dann auch noch „zum Verlieben“? Da musste ich natürlich gleich weiterlesen …

    Nach den Ereignissen aus dem ersten Band und dem offenen Ende kommt Marisa auf einer Parkbank vor ihrem heiß geliebten Tierheim zu sich. Ihr wird klar, wie misslich ihre Lage wirklich ist. Immerhin scheint nicht nur ihre Beziehung  radikal geendet zu haben, auch ihr Ruf als beste Partyplanerin Wiens ist ruiniert. In ihrer Not wendet sie sich natürlich an ihre beste Freundin Mimi, aber auch die hat gerade mit eigenen Problemen zu kämpfen. Da bleibt eigentlich nur eines: Flucht! Die Beiden seilen sich ab und fliegen nach Florida …
    Martin Engel, der gehörnte Lebemann, ist natürlich über dieses wortkarge Ende alles Andere als erfreut. Kurzerhand entführt er Marisas treuer Vierbeiner Flodo, der mit ihm wiederum in seine Flitterwochen aufbrechen soll. Wie das wohl enden wird? Kann Marisa die Geisel aus Martins Fängen befreien?

    Auch im zweiten Band der „Marry Me“-Dilogie zeigt Mira Morton nicht nur, dass sie ein gutes Händchen für humorvolle, sondern auch für  wirklich skurrile Szenengestaltung hat. Dazu kommt natürlich auch wieder der Bezug zu den Nachnamen ihrer beiden Hauptfiguren: Engel und Teufel! Wer ist wer? Und stecken nicht in jedem von uns ein Engel und gleichzeitig auch ein kleines Teufelchen?

    Unsere Protagonisten hecken wieder so manchen Plan aus und haben ihre Eigenheiten. Die Autorin versteht es ausgezeichnet, das genretypische Grundgerüst mit wunderbaren und oft sehr untypischen Charakterzügen aufzupeppen, das auch „Zwei Singlehochzeiten zum verlieben“ wieder ein Roman wurde, den ich so absolut noch nie gelesen habe …

    Romantisch, mitreißend, spannend und gleichzeitig mit Witz und Humor. Auch ihrem tollen Schreibstil bleibt sich die Autorin absolut treu und konnte mich wieder voll von sich überzeugen.
    Das Wienerische ist und bleibt bei mir Trumpf und das wird sich wohl auch so schnell nicht mehr ändern! Das ist einfach Meins und bringt mir beim Lesen mein absolutes Wohlgefühl!

    „Marry Me“ ist eine Dilogie, wie sie – so denke ich – nur selten in diesem Genre vorkommt und die ich euch absolut ans Herz legen kann!

  • „Eine Singlehochzeit zum verlieben“ | Mira Morton

    Autor:  Mira Morton
    Verlag:  Books on Demand
    Genre:  Frauenroman
    Marry Me, Band 1
    Seitenzahl:  209
    ISBN:  978-1-9806-0173-9

    Wie gebannt starrt Marisa ihn an. Vor Schreck vergisst sie sogar zu atmen, denn nie und nimmer hätte die Partyplanerin auf ihrem Kontrollgang einen so verdammt attraktiven Mann im Badezimmer der Privatvilla erwartet. Noch dazu nur im Shorts. Und er hat Charisma. Leider wird Marisa schnell klar: Für diesen arroganten und selbstbewussten Dunkelhaarigen wird sie nie mehr als der Anstandswauwau dieser Geburtstagsparty sein. Personal eben. Doch schon wenig später hat sie so eine Ahnung, dass sie ihr Herz bereits an einen Engel verloren hat.

    Martin ist außer sich. Seinem gesamten Beraterstab fehlt die zündende Idee, wie er das Testament seines verstorbenen Vaters erfüllen kann, ohne gleich zu heiraten. Nur weil er damals jung und geschäftlich unerfahren war, denkt Martin nicht im Traum daran, jetzt eine seiner Gespielinnen zu ehelichen. Ihm geht es ums Prinzip. Wer, wenn nicht eine Teufelin, könnte seine Probleme lösen?

    Meine Meinung

    In „Eine Singlehochzeit zum Verlieben“ entführt uns Mira Morton in die Welt der Reichen und Schönen und das in der Stadt meiner Heimat: Wien!

    Engel trifft auf Teufel. Kann das gut gehen …?
    Die Partyplanerin Marisa Teufel steht mit beiden Beinen mitten im Leben. Die schlagfertige Brünette arbeitet hart, um jeden Auftrag ihrer Kunden zu etwas besonderem zu machen. Auf einer ihrer Veranstaltungen lernt sie den selbstbewussten und durchaus auch von sich selbst überzeugten Martin Engel kennen. Der wendet sich kurz darauf mit einem seltsamen Anlagen an ihre Agentur:  Er will sich selbst heiraten! Und Marisa und ihre beste Freundin wären nicht die perfekte Partyplanerinnen, wenn ihnen für sein Fest nicht etwas Großartiges einfallen würde …

    Mira Morton konnte mich mit ihrem Schreibstil total begeistern. Er lädt nicht nur zum Träumen ein, er zaubert auch wunderbare Bilder in die Köpfe der Leser und erzählt die spannende Geschichte zweier Menschen, wie sie unterschiedlicher gar nicht sein könnten. Und das Ganze mitreißend, humorvoll und direkt!
    Die Autorin hat aber auch ein ganz besonderes Händchen dafür, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Sie zeichnet sehr sympathische und charismatische Personen, denen man einfach gerne folgen möchte, mit denen man sich aber auch sehr gut selbst identifizieren kann. Keiner ist perfekt, jeder hat seine Ecken und Kanten … und genau so sollen sie auch für mich sein!

    Auch der verbale Schlagabtausch den sich Engel und Teufel hier liefern, war einfach Weltklasse! Mein persönlicher Höhepunkt des Buches, waren Marisas Gedanken, in der absolut feinsten Wiener Mundart, die mir mehr als einmal ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert hat. Ich habe es geliebt beim Lesen …

    „Eine Singlehochzeit zum Verlieben“ ist ein absolutes Gute-Laune-Buch für unterhaltsame und vergnügliche Lesestunden! Wer witzige und dennoch tiefsinnige Formulierungen mag, herzhaft lachen und dabei träumen will dem kann ich das Buch sehr ans Herz legen!

  • „Klosterkind“ | Anna Castronovo

    Autor:  Anna Castronovo
    Verlag:  Books on Demand
    Genre:  Roman
    Seitenzahl:  305
    ISBN:  978-3-752-82109-3

    Sizilien 1981. Die siebenjährige Filomena ist verzweifelt. Ihre Mutter hat sie in ein Klosterinternat gebracht, in dem strenge Klausur herrscht. Um zu fliehen, macht sie sich auf die Suche nach einem unterirdischen Gang, der aus dem Kloster herausführen soll. Bei ihren heimlichen Streifzügen stößt sie auf die Spuren von Suor Crocifissa della Concezione, die vor 300 Jahren im selbe Kloster lebte und in den düsteren Gängen dem Teufel begegnete. Die Geschichte der Nonne zieht Filomena immer mehr in ihren Bann, bis sie eines Tages beginnt, von Madre Crocifissa zu träumen …
    Warum wurde Filomena ins Kloster gebracht? Wird sie ihre Mutter je wiedersehen? Und was hat es mit der geheimnisvollen Nonne auf sich?

    Meine Meinung

    In „Klosterkind“ begegnen wir der junge Filomena, die in den 1980ern, ohne große Erklärungen, mit gerade mal sieben Jahren von ihrer Mutter im Kloster ihres Heimatortes abgegeben wurde. Wir begleiten sie durch ihre Kindheit, lernen mit ihr lesen und schreiben und gehen mit ihr den Weg zu Suor Maria Crocifissa della Concezione, die dem verschüchterten Mädchen indirekt das Herz zu Gott öffnet.
    Filomena verbringt die 11 Jahre bis zu ihrem 18. Geburtstag hinter Klostermauern, dabei verwebt die Autorin geschickt ihre fiktive Lebensgeschichte mit historischen Überlieferungen über die sagenumwobene Nonne die von 1645 bis 1699 im italienischen Agrigento lebte!

    „Klosterkind“ ist ein berührendes und starkes Buch das zu Herzen geht! Anna Castronovo hat einen sehr flüssigen und bildgewaltigen Schreibstil, der zwar klar im Ausdruck ist, in mir aber dennoch starke Emotionen wach gerufen hat. Ich konnte mit Filomena mitfühlen und habe mich immer wieder gefragt, was in ihre Mutter gefahren ist, dass sie einfach so ein Kind weggibt und vom Erdboden verschwindet!

    Das Buch ist eine gekonnte Mischung aus Schicksals- und Entwicklungsroman, der aber auch große Elemente aus der historischen Mystery mitbringt. Er regt die Gedanken der Leser über Schuld, Moral und Glaube an, dabei wird die Geschichte aber niemals aufdringlich, wertend oder unangenehm!
    Die mystischen Elemente, die mit den Träumen und Wahrnehmungen des Mädchens zusammenhängen sind sehr geschickt in die Handlung eingeflochten und lassen dem Leser immer selbst die Entscheidung, ob er sie als real oder als Hirngespinst abtut. Es steckt so viel zwischen den Zeilen und selbst nachdem man das Buch zu Ende gelesen hat, ist Filomena immer noch da …

    Die Lebensgeschichte von Suor Maria Crocifissa della Concezione ist mit kleinen Änderungen ausgesprochen spannend in den Roman eingebettet. Die biografischen Daten sind auch im Anhang des Romans zu finden.

    Anna Castronovo hat es geschafft, eine tolle Protagonistin zu erschaffen, die sehr glaubwürdig und authentisch rüber kommt. Auch das strenge Leben der Nonnen in Klausur und deren Umgang mit den Schülerinnen in den 80er Jahren war in meinen Augen glaubhaft dargestellt. Besonders die ältere Nonne, die im Laufe der Jahre den Stand von Filomenas Ziehmutter annimmt, fand ich wunderbar ausgearbeitet. Natürlich muss man, mit dem Konstrukt der Kirche gut zurechtkommen. Der allgegenwärtige Glaube an Gott ist der Grundpfeiler dieses Romans!

    „Klosterkind“ ist ein mitreißendes Buch über zwei interessante sizilianische Frauen, das die Gedanken und Gefühle der Leser anregt!

  • „Augenblicke“ | Stefan Schär

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Autor!

    Autor:  Stefan Schär
    Verlag:  Books on Demand
    Genre:  Textsammlung
    Seitenzahl:  108
    ISBN:  978-3-7481-7871-2

    Geschichten, die das Leben schreibt. Die man im Alltag erlebt, über die man schmunzelt, sich merkt, weitererzählt und sich darüber freut. Geschichten in wenigen Sätzen. Lustig, virtuos, überraschend und manchmal auch nachdenklich. Augenblicke aus dem Leben, bunt wie ein Haufen von Luftballons. Unterhaltend, inspirierend und überraschend.

    Meine Meinung

    Mit „Augenblicke“ bringt uns Stefan Schär eine interessante Sammlung an unterschiedlichen Texten, die zum Schmunzeln, zum Nachdenken, aber auch zum Träumen anregt!

    Eigentlich wollte ich – da die Texte teilweise nur sehr kurz gehalten sind – das Buch in einem Satz durchatmen. Ich musste aber schnell feststellen, dass „Augenblicke“ wirklich ein Buch zum Genießen ist. Die wunderbaren, humorvollen und tiefsinnigen kleinen Geschichten sind nicht nur äußerst unterhaltsam, sie haben auch mehr als einmal meine Gedanken angeregt.
    Bei einigen musste ich unweigerlich an meine eigenen Erfahrungen im Leben denken …

    Der Autor schreibt hier in einer sehr ausgewogenen Mischung aus anspruchsvollen und bildlichen Texten, mit einem lebendigen und schönen Erzählstil. Viele bringen auch unterschwellig eine gute Portion Humor und Ironie mit ins Spiel, die mich oft zum Schmunzeln gebracht hat.
    Die Geschichten ließen sich alle samt sehr einfach und flüssig weg lesen, für mich hat die Mischung also perfekt zusammen gepasst.

    Ihre Kürze und Einfachheit machten die Texte für mich unvergesslich. Man behält sie ganz leicht im Kopf und kann sie in passenden Momenten hervorholen, um sie weiterzuerzählen. Sie sind bestens geeignet zur Selbstreflexion, aber auch zum Selbstverständnis!

    Das Buch ist auch ideal als Abendlektüre, nach einem stressigen Tag, wenn man schon ein bisschen müde ist, da jede Geschichte in sich abgeschlossen ist und nicht zu lange Lesezeit beansprucht.

    Eine lebendige Textsammlung, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann!