• Kolumne | Lesen im Lockdown

    Heute schreiben wir den 18. November 2020. Gestern wurde wegen der hohen Corona-Neuerkrankungen in Österreich ein neuerlicher Lockdown ausgerufen. Außer den Lebensmittelgeschäften und Nahversorgern bleiben alle Läden geschlossen und wenn wir nicht gerade zur Arbeit müssen, sollten wir unsere Wohnräume so wenig wie möglich verlassen. Während des ersten Zuhausebleibens bricht draußen der Frühling an und nun geht auch noch der schöne Herbst mit seinen prallen Farben zu ende. Und wir alle verbringen derweil die meiste Zeit drinnen. Da ist guter Rat teuer, um die Wände auch diesmal wieder auf Abstand zu halten. Das mein Heimatbundesland auch noch zum Corona-Hotspot erklärt wurde, macht es für mich natürlich auch nicht besser!

    Keine Sorge, ich möchte hier keine Diskussion losbrechen. Ich persönlich gehöre zu den Personen, die die Reaktionen unserer Regierung nachvollziehen kann. Es ist immer besser vorzubeugen als sich dann im Nachhinein durch die Probleme zu wühlen. Dennoch finde ich, dass wir, für die starke Entwicklungen, die derzeit in unserem Land stattfinden, einfach die falschen Politiker in der Regierung sitzen haben. Hübsches Make-up und sich wiedersprechende Plattitüde bringen Österreich leider nicht weiter! Kommentar Ende! Soviel zu meinem Standpunkt!

    Heute habe ich eine konkrete Frage an euch: Wie nutzt ihr die Zeit Zuhause zum Lesen?

    Als im Frühling das erste Mal zur Selbstisolation aufgerufen wurde, war ich gerade selbst wegen einer Bluttransfusion im Krankenstand und wurde von meinem Arzt radikal in Quarantäne geschickt, was dann am Ende auch zu meiner Kündigung führte. Damals konnte ich die Zeit mit den Büchern so richtig genießen und habe einige gute Geschichten weggeschmökert. Aber jetzt? Irgendwie finde ich keine richtige Ruhe, um mich einem Buch voll und ganz zu widmen! Während meiner Arbeit habe ich einige Stunden die Möglichkeit nebenbei Hörbücher zu hören, was ich auch unheimlich genieße und natürlich suche ich mir da auch eher die Geschichten heraus, die auch in meinem Bücherregal auf mich warten würden.
    Wie geht es euch momentan mit dem Lesen?

    Viele meiner Freundinnen nutzen die Zeit Zuhause, um regelmäßige Lesestunden in den Alltag zu integrieren. Bei jüngeren Kindern hat auch das regelmäßige Vorlesen wieder viel mehr Gewicht bekommen.
    Lest ihr mit euren Kindern?

    Laut Statistik sind in diesem Jahr wohl auch die E-Books stark an Beliebtheit gewachsen. Das Leseverhalten der jüngeren Generation geht viel mehr in Richtung digital.
    Könnt ihr diese Veränderung auch bei euch beobachten?

  • Kolumne | Leseflaute?!

    Eine „Leseflaute“ trifft uns Bücherwürmer immer besonders hart. Ich persönlich würde zwar nicht sagen (oder vielleicht auch nicht zugeben wollen), dass ich gerade in einer dieser Phasen stecke, aber ich merke doch deutlich, dass sich meine Leseverhalten in den letzten Monaten stark verändert hat. Waren mir Bücher früher der liebste Zeitvertreib, um den Kopf freizubekommen, verbringe ich nun sehr viel mehr Zeit mit unseren Pferden, sitze nach getaner Arbeit mit meiner Frau und meinen Freundinnen im Reiterstüberl und plaudere über Gott und die Welt. Früher stellte sich das Gefühl des „wieder Luft bekommen“ nach einem stressigen Tag ganz leicht bei einer Tasse Tee und einem guten Buch ein. Zurzeit bewirkt das eher die Nähe zu unseren Schätzen „Shiela, „Gismo“ und „Mythos“!

    Ein weiterer Faktor ist sicher mein Arbeitswechsel. Ich bin nach meinem Arbeitstag oft einfach zu kaputt um noch 50-60 Seiten oder gar 100 Seiten wie früher in einem Zug wegzuinhalieren. Nach den ersten Kapiteln merke ich schon, wie mir die Augen zufallen und ich den Inhalt nicht mehr richtig aufnehmen kann. Als Alternative spielen mir da Hörbücher sehr zu, aber auf lange Sicht ist das für mich natürlich auch kein adäquater Ersatz!

    Für viele sind sicher auch Medien wie Netflix & Co. verhängnisvoll, ist diese Abwechslung doch kurzlebiger und oft auch weniger anspruchsvoll. Täglich werden wir mit Informationen bombardiert, sei es nun durchs Radio, durchs Fernsehen, das Internet oder die Zeitung. Überall prasseln Inhalte auf uns ein, die wir mehr oder weniger gewollt konsumieren. Ein Abend auf der Couch mit einer guten Serie auf Netflix klingt da manchmal einfach verlockender, als sich noch mit einem Buch zu beschäftigen.

    Meistens entsteht eine Leseflaute dann, wenn unser Kopf zu voll ist! Wenn es uns schwerfällt, all die konsumierten Informationen zu verarbeiten und kein Platz mehr frei ist …
    Dabei bedeuten Bücher gerade für uns Leseratten Erholung. Wir entspannen dabei, schalten ab und vergessen alles andere um uns herum. Wir tauchen in eine fremde Welt ein und sind gefangen von den Geschehnissen. Wenn dieses entspannte Lesen nicht mehr möglich ist, kann es sein, dass uns Gedanken plagen, die eine Ablenkung einfach nicht mehr zulassen. Vielleicht ist gerade etwas in unserem Leben passiert, das uns beschäftigt. Etwas, was uns Sorgen bereitet. Vielleicht gibt es auch tieferliegende Gründe, die dafür sorgen, dass die Konzentration schwindet.

    Oft tritt eine Leseflaute natürlich auch dann auf, wenn wir gerade ein unglaublich gutes Buch beendet haben, aus Angst, dass die nächste Geschichte, nicht an das vorher Gelesene herankommt. Ein klassischer Fall von Liebeskummer! Man vermisst dieses Buch und seine Charaktere so sehr, dass es einem unmöglich scheint, sich auf etwas Neues einzulassen!

    Und dann gibt es natürlich auch noch die bitterböse „Sommerleseflaute“. Es ist heiß draußen, die Tage werden länger und das Wetter schreit danach, etwas draußen zu unternehmen!


    Heute habe ich daher ein paar Motivationstipps für euch, mit denen ihr es vielleicht schafft, aus eurer Leseflaute herauszubrechen …

    Lest kurze Bücher!
    Setzt euch nicht zusätzlich mit dicken Wälzern unter Druck. Greift lieber zu kurzen und locker leichten Geschichten, die sich schnell weg lesen lassen.

    Nutze aufkommende Langeweile!
    Manchmal kann es schon helfen, einfach mal ein Buch mitzunehmen, wenn man weiß, dass man eine Weile irgendwo warten muss. Zum Beispiel im Wartezimmer beim Arzt oder bei einer längeren Zugfahrt. Dabei fällt es einem leichter, der drohenden Langeweile zu entkommen.

    Höre ein Hörbuch!
    Hörbücher kann man mittlerweile auf gefühlt allen Plattformen hören, egal ob Audible, Spotify oder Book Beat, man lädt sich die Apps runter und hat tausende Hörbücher bei sich, ganz gleich, wo man gerade ist. Manchmal hilft gerade das Lauschen einer Geschichte und einer angenehmen Stimme, um sich zu entspannen. Im Fitness-Studio, bei der Hausarbeit, im Auto oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln, die Kapitel vergehen wie im Flug und trotzdem hat man parallel immer noch Zeit, etwas anderes zu tun.

    Wechsle das Buch oder brich es ab, wenn es dir nicht gefällt!
    Manchmal stürzt man sich auch selbst in eine Leseflaute, wenn man sich förmlich durch ein Buch durchquält, das einem überhaupt nicht gefällt. Wenn ich einfach nicht in die Geschichte reinkomme, Schwierigkeiten habe mit dem Schreibstil, die Charaktere nicht mag, die Story mich einfach nicht abholt oder das Genre nicht meinen Vorlieben entspricht, dann breche ich das Buch ab und greife zu einem anderen!

    Gehe ein neues Buch kaufen!
    Auch der Kauf von neuen Büchern kann sich positiv auf die Leseflaute auswirken. Werft doch einfach mal einen Blick auf eure Wunschliste oder auf die Bücher, die schon seit Monaten in eurem Warenkorb versauern und nur darauf warten, bestellt zu werden. Manchmal hat man das Buch, auf das man gerade Lust hat, eben nicht zu Hause!

    Begebe dich in neue und ungewohnte Genre!
    Manchmal rührt eine Leseflaute vielleicht auch daher, weil man gelangweilt ist, ständig dasselbe zu lesen. Hier kann es helfen, sich an ein neues und noch unentdecktes Genre zu wagen. Oder auch mal Comics, Graphic Novels oder Mangas auszuprobieren!

    Leg das Handy weg!
    Obwohl die Lust zum Lesen vielleicht da ist, ist man manchmal einfach zu faul, zu einem Buch zu greifen. Der Griff zum Smartphone erscheint um einiges bequemer! Ein wenig durch Instagram scrollen, Pinterest durchstöbern oder aber auf Facebook zu schauen, was es Neues gibt. Verbanne das Smartphone einfach in einen anderen Raum, wenn du anfängst zu lesen oder schalte es aus!

    Tausche dich aus!
    Es kann unglaublich hilfreich sein, Leseflauten zu bekämpfen, indem man sich mit anderen Bücherwürmern austauscht, über Bücher diskutiert oder ihnen einfach nur dabei zuhört, wie sie von einer Geschichte schwärmen. Manchmal haben sie ein paar richtig tolle Empfehlungen auf Lager und schaffen es, dich mit ihrer Begeisterung anzustecken!

    Lass die Leseflaute zu!
    Manchmal bringen leider auch all die gut gemeinten Tipps nichts. Dann sollte man sich auch nicht mehr unter Druck setzen! Lass die Leseflaute zu und widme dich einer anderen Leidenschaft! Manchmal tut eine Pause einfach gut!

    Habt ihr auch schon mal in einer Leseflaute gesteckt?
    Was habt ihr getan, um dort wieder rauszukommen?
    Habt ihr noch weitere Tipps, die wir beherzigen können?

  • Kolumne | Alte Bücher spenden

    Ja, ich weiß, auch mir fällt es unheimlich schwer, meine Buchschätze zu verkleinern …
    Welches Buch werde ich wirklich nicht mehr lesen?
    Habe ich noch Interesse an der Geschichte?
    Soll ein Einzelbuch gehen oder lieber gleich eine ganze Reihe?

    Und am Ende bleibt die Frage, wie und wohin damit?
    Bei mir sind Bücher oft schon mehrmals gelesen und haben dann auch nicht mehr den perfekten Zustand für einen Verkauf. Wer seine alten Bücher also nicht mehr auf diese Weise anbieten möchte, weil sie vielleicht dasselbe Problem haben oder aber der Aufwand den Preis nicht rechtfertigt, kann sie selbstverständlich auch spenden …

    Viele Institutionen freuen sich, wenn sie Bücher entweder aus sozialen Gründen weitergeben oder auf Flohmärkten für einen guten Zweck an neue Leser verkaufen können. Aber auch hier wird leider den „altbackenen Autoren“ oder aber vergilbten Schulbüchern aus den 80er Jahren nur wenig Begeisterung entgegen gebracht. Daher sollte man sich immer vorher beim jeweiligen Ansprechpartner informieren, ob an einer Abnahme Interesse besteht und ob sie die Bücher überhaupt sinnvoll verwerten können!

    Natürlich kannst du auch bei in deiner Buchhandlung vor Ort nachfragen. Die dortigen Mitarbeiter haben manchmal Kontakte zu regionalen Partnern, denen sie selbst nicht mehr verkäufliche Titel überlassen. Und sollte dieser wirklich keinen Tipp für dich haben, wende dich doch auch an die örtliche Bibliothek, Sozialkaufhäuser oder Kirchengemeinden.

    Je nach Titel deiner Bücher könnten auch Altenheime, Schulen oder Krankenhäuser einen Anruf wert sein!

    Online-Alternativen finde ich persönlich immer etwas schwierig!
    Nicht nur, dass man als Spender die Portokosten selbst übernehmen muss, finde ich es immer schöner regional in deiner direkten Umgebung zu agieren! Die Leute merken sich dein Gesicht und freuen sich! Ich wurde auf der Straße schon mal von einer Kinderkrankenschwester angesprochen, die den Mäusen auf ihrer Station schon einige meiner alten zerlesenen Märchenbücher vorgelesen hat.

  • Kolumne | Welcher Lesezeichen-Typ bist du?

    Lesezeichen! Des Lesers kleine Allzweckwaffe, damit er niemals vergisst, auf welcher Seite er am Abend zuvor das Buch zugeschlagen hat. Was wären wir Bücherwürmer bloß ohne sie?!
    Endloses Suchen, natürlich nichts finden und dann jedes Mal von vorne anfangen oder aus Frust selbst das beste Buch irgendwo in eine Ecke pfeffern …
    Na ok, sooo extrem ist es dann wohl doch nicht …

    Glücklicherweise gibt es Lesezeichen und das in vielen verschiedenen Formen, Farben und Ausführungen. Ganz wie es dem Leserherz beliebt!
    Ist euch dabei schon einmal aufgefallen, dass sich Lesezeichen sehr oft bestimmten Typen zuordnen lassen? Welcher Lesezeichen-Typ bist du?

    Das klassische Lesezeichen!

    Der kleine rechteckige Streifen der Macht, der uns die täglichen Lesestunden versüßt und natürlich auch erleichtert. Der vom Aussehen her gerne mit dem Cover oder auch dem Inhalt des Buches abgestimmt wird und der uns, stabil wie er nun mal ist, durch die Jahre begleitet.

    Nicht zu vergessen, die immer häufiger auftretende, harmonische Verschmelzung mit dem Gummiband, das auch einen sicheren Transport ermöglicht!

    Das Eselsohr!

    „All Inclusive“ einmal anders! Eine Variante des Lesezeichens, bei dem sich die meisten Leser gegen den Kopf schlagen. Aber wenn das Buch selbst zu deinem Lesezeichen werden kann, ist das doch irgendwie auch etwas Besonderes, oder nicht? Für die Verfechter, hat das Eselsohr auch einen ästhetischen Wert: Es gibt dem Buch Charakter und lässt es leben. Es bekommt Persönlichkeit und erzählt seine eigene Geschichte.
    Auch in meiner Welt sind Eselsohren der Zeigefinger des Teufels, denn auch Bücher haben eine Seele, dennoch kann ich auch die praktische Seite gut verstehen …

    Das Lesebändchen!

    Oft unterschätzt, aber praktisch waren sie schon immer. Lesebändchen kommen in der Regel nur bei Hardcoverausgaben vor und stehen in der Bücherwelt oft für eine hochwertigere Produktion. Ich beobachte allerdings immer wieder, dass viele Leser sich dennoch ein weiteres Lesezeichen in ihr Buch legen, obwohl das Bändchen bereits vorhanden ist. Es soll sogar Menschen geben, die es einfach abschneiden, weil es sie nervt, wenn aus den Seiten ein zerzottelter Faden herraus schaut!

    Der Schnipsel!

    Das Lesezeichen für den Mann? Ein Schnipsel kann entweder ein alter Einkaufszettel, ein Taschentuch oder einfach ein abgerissenes Stück Papier sein. Trotz seinem nicht besonders hübschen Aussehen ist er praktisch und hilfreich, wenn es darum geht, dass man sich eine Buchstelle merken möchte. Man hat ihn schnell zur Hand und muss nicht losgehen, um sich extra ein Lesezeichen zu kaufen.
    Häufig wird der Schnipsel als typisches Männer-Lesezeichen bezeichnet. Woran das nur liegen mag …

  • Kolumne | Nachhaltigkeit in der Buchbranche

    Seit Monaten protestieren Menschen weltweit für den Klimaschutz, fordern die Politik ihres Landes zum Handeln auf und erinnern an unsere Verantwortung gegenüber unserem Planeten und dessen Ressourcen. Die Debatte um ökologische Verantwortung macht auch nicht vor der Buchbranche halt!
    Ende 2018 hat diese einen ersten großen Schritt in Richtung „Nachhaltigkeit“ gemacht!

    In der Verlagsbranche geht es vor allem darum, bestehende Wertschöpfungsketten zu hinterfragen und einen kritischen Blick auf eigene Maßstäbe zu setzen. Nachhaltige Produktion beginnt bereits beim ersten Gedanken an ein neues Produkt.

    Die meisten Verlage verwenden sogenanntes FSC-Mix-Papier. Das FSC-Siegel sagt aus, dass mindestens 70% des Papiers aus recyceltem Material bestehen und das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Allerdings werden bei FSC-Mix-zertifizierten Papieren weder Faktoren wie Energie- und Wasserverbrauch noch Material- und Chemikalieneinsätze berücksichtigt.

    Daher legen einige Verlagshäuser ihr Augenmerk mittlerweile auf die Verwendung von Graspapier und setzt auf „Cradle-to-Cradle“ hergestellte Bücher! Das bedeutet: Bis zu 50% der Zellstofffasern des Papiers stammen von Gräsern und nicht von Bäumen. Der Vorteil hierbei ist, dass Grasflächen, im Gegensatz zu Waldgebieten, in Europa ausreichend vorhanden sind, was vor allem kürzere Transportwege und einen geringeren Co2-Ausstoß garantiert. Der Grasanbau erfolgt zudem auf freien Ausgleichsflächen, die derzeit nicht effektiv genutzt werden. Entscheidend ist, dass Graspapier die generelle Nutzung nicht einschränkt und den technischen Anforderungen der Buchherstellung entspricht.

    Auch was die Einschweißfolie bei Büchern betrifft, geschieht mittlerweile ein Umdenkprozess.
    Erste Versuche traten prompt eine große Debatte über den Sinn von Plastikverpackungen los, aus der die Kampagne #ohneFolie entstand.
    Da durch den Transport und die Lagerung eines Buches die Möglichkeit besteht, dass dieses Schaden nimmt, setzen viele Verlage dennoch auf die Verwendung von Einschweißfolie. Rein zum Schutz! Dabei sollte aber auch erwähnt werden, dass diverse Tests der Buchbindereien mit kompostierbaren Folien leider noch keine befriedigenden Lösungen ergeben haben. Die getesteten Produkte verändern sich bei Temperaturschwankungen und müssten zudem wasserabweisender werden, um tatsächlich als Buchschutz eingesetzt zu werden.

    Hierzu gehört auch die Suche nach kompostierbaren Kaschierfolien. Dass die Ökobilanz der Kaschierfolie katastrophal ist, ist ein offenes Geheimnis. Cellophanierte Schutzumschläge sind nichts anderes als mit Folie überzogenes Papier und somit Sondermüll. Also nicht recycelbar!

    An dem Beispiel der Kaschierfolie zeigt sich, wie komplex sich das Thema „Nachhaltigkeit“ in der Buchbranche gestaltet und dass die Einschweißfolie nur die Spitze des Eisbergs ist!

    Immer mehr Verlage, Druckereien und Papierhersteller setzen sich mit einem verantwortungsvolleren Umgang auseinander. Das sind zunächst einmal gute Nachrichten, denn mit jährlich rund 90.000 Neuerscheinungen verantwortet die Buchbranche die Verarbeitung von jeder Menge Ressourcen.

    Fast jeder zweite industriell genutzte Baum wird laut WWF für die Papierherstellung gefällt. Bei grafischen Papieren, wie Büchern und Zeitschriften, werden dabei häufig frische Zellstoffe eingesetzt und bei einem Großteil der in Asien produzierten Kinderbücher fand der WWF auch Tropenholz.