• „Nachts am Askanischen Platz“ | Susanne Goga

    Autor:  Susanne Goga
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Kriminalroman
    6. Fall von Leo Wechsler
    Seitenzahl:  312
    ISBN:  978-3-423-21713-2

    Berlin 1928. Im „Cabaret des Bösen“ werden allabendlich blutrünstige Schauerstücke aufgeführt. Dann wird im Hinterhof des Sensationstheater eine Leiche gefunden. Hat sich hier jetzt ein realer Mord ereignet? Die Identität des Toten ist unbekannt. Und auch sonst steht Kommissar Leo Wechsler vor viele Fragen. Ist die mysteriöse junge Russin, die am Theater gesehen wurde, in den Fall verwickelt? Und welche Rolle spielt der undurchschaubare Theaterbesitzer?

    Meine Meinung

    Auch dieses Mal hat Kommissar Leo Wechsler einen spannenden Fall zu lösen …

    1928 wird im Schuppen des Askanischen Gymnasiums in Berlin ein toter Mann aufgefunden. Dort befindet sich auch „Das Cabaret des Bösen“, ein Ort, der den Berlinern ein besonderes, wenn auch sehr schauriges Vergnügen bereitet. Dieses Theater wird von Louis Lamasque betrieben, der im Krieg eine großflächige Gesichtsverletzung erlitten hat, die er aber offen und mit eher ungesundem Stolz zur Schau stellt. Kurz bevor die Leiche entdeckt wird, betritt eine junge Russin das Cabaret und suchte einen Mann namens Fjodor …
    Es sind keine leichten Ermittlungen für Leo Wechsler und seine Kollegen, denn erst einmal müssen sie die Identität des Toten feststellen … und das entpuppt sich schwieriger als gedacht!

    Kommissar Wechsler ist ein sympathischer Mann mit einem guten Gespür für Menschen und Situationen. Auch wenn es schwierig wird, gibt er nicht auf und verlässt sich gerne auch mal auf sein Bauchgefühl. Die vielen Dienstjahre haben in sensibel gemacht. Eine Fähigkeit, die ihm immer wieder zu Gute kommt. Auch bei den Ermittlungen am Askanischen Platz gibt es eine Reihe von Indizien, aber kaum Beweise, dennoch hat Wechsler eine Ahnung. Zum Glück weiß Polizeichef Ernst Gennat seinen Kommissar zu schätzen und ermöglich ihm, auch in anderen Teilen Deutschlands nach neuen Spuren zu suchen.
    Aber auch Leos Kollegen möchte ich nicht unerwähnt lassen, die mit einfachsten Mitteln, die wir uns heute nicht mehr vorstellen können, beachtliche Ermittlungsergebnisse erzielen. Mein ganz besonderer Liebling ist immer noch Jakob Sonnenschein, der durch seinen jüdischen Glauben und Lebenssinn in zwei so unterschiedlichen Welten lebt und daher Dinge herausfindet, die anderen verborgen geblieben wären.

    Da Leo durch den aktuellen Fall sehr eingespannt ist, bemerkt er auch nicht, was in seinem Sohn Georg vorgeht. Immer wieder verschiebt er das Gespräch mit ihm und er fühlt sich auch nicht so recht wohl in seiner Haut. Doch nachdem Leos Frau Clara den jungen Burschen in einer braunen Uniform beobachtet, gibt es für den Familienvater keinen Aufschub mehr. Eine großartige Szene, in der Leo auf seinen Sohn zugeht und in meinen Augen wahre Größe und ein großartiges Gespür für die eigentlich sehr gefährliche Situation zeigt.

    Auch in diesem Band gibt es wieder eine ganze Reihe interessanter Charaktere, die zum Teil historische belegt sind. Besonders interessant fand ich den Chirurgen Jacques Joseph, der als „Nasenjoseph“ bekannt wurde, da er sehr vielen Kriegsversehrten zu einem neuen Gesicht verhalf.
    Die Atmosphäre in Berlin ist sehr gut dargestellt. Noch geht es einigermaßen friedlich zu, doch man spürt schon, was da auf die Menschen in Deutschland zukommt …

  • „1929 – Frauen im Jahre Babylon“ | Unda Hörner

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Autor:  Unda Hörner
    Verlag:  Ebersbach & Simon
    Genre:  Zeitgeschichtlicher Roman
    Seitenzahl:  244
    ISBN:  978-3-86915-213-4

    1929 – Die wilden 20er entfalten noch einmal ihre volle Blüte, es ist ein letzter Tanz auf dem Vulkan. Marlene Dietrich spielt die Rolle ihres Lebens in „Der blaue Engel“, Vicki Baum wird mit „Menschen im Hotel“ weltberühmt und Lotte Jacobi zur Starfotografin der Berliner Prominenz. Clärenore Stinnes tourt todesmutig im Auto um die Welt, Louise Brooks öffnet in Berlin die „Büchse der Pandora“ und Lotte Lenya feiert als Seeräuber-Jenny in der Dreigroschenoper triumphale Erfolge.

    Meine Meinung

    Unda Hörner lädt ein, zu einer faszinierenden Zeitreise auf den Spuren berühmter Frauen und entwirft ein facettenreiches Panorama weiblicher Kulturgeschichte im Jahr Babylon.

    Mit „1929 – Frauen im Jahre Babylon“ zeigt uns Unda Hörner Lebenswege und historischen Ereignisse und führt uns auf eine faszinierende Zeitreise in ein Jahr, das viele Möglichkeiten für Frauen eröffnete. Ein Jahr in dem sich die Menschen nach den letzten Kriegsunruhen und Wiederaufbauarbeiten endlich wie zu Leben trauten und doch ist Europa gerade im Wandel, steht doch der Aufstieg der Nationalsozialisten unmittelbar bevor.

    Marlene Dietrich spielt die Rolle ihres Lebens, Vicki Baum wird mit ihren Romanen weltberühmt und Lotte Jacobi zur Starfotografin der Berliner Prominenz. Clärenore Stinnes reist todesmutig im Auto um die Welt und Louise Brooks öffnet in Berlin die „Büchse der Pandora“ …
    Das Buch verbindet private und öffentliche Ereignisse zu spannenden und fast vergessenen zeitgeschichtlichen Ereignissen. Frauen aus sämtlichen Sparten der Öffentlichkeit wurden ausgewählt, um deren Beitrag für eine Beteiligung in der Gesellschaft zu zeigen. Frauen auf die die Welt ein Auge geworfen hat und deren Namen noch heute Bekannt sind

    Unda Hörner erzählt die Ereignisse eindrucksvoll, unterhaltsam und lehrreich und gerade ihr Erzählton hat mir besonders gut gefallen. Dabei trifft sie genau das richtige Verhältnis aus Sachlichkeit, Humor und einem ganz feinen Sarkasmus, der mir viele Schmunzler ins Gesicht gezaubert hat. So bekommen wir auch einen Einblick auf die Witwenbälle, die damals in Berliner Ballhäusern stattgefunden haben, einzig mit dem Ziel, zurückgebliebenen Frauen neues Glück in der Liebe oder schlicht einen Versorger zu beschaffen. Und auch Erika Mann macht in diesem Buch ihrem Frust wegen der chauvinistischen Aussagen Franz Hessels Luft.
    Dennoch behält das Buch immer seinen sachlichen und lehrreichen Charakter bei, jedoch ohne den Zeigefinger zu erheben. Für meine Generation sind viele dieser Ereignisse inzwischen in Vergessenheit geraten und mit diesem Buch werden die Frauen wieder lebendig. Wirklich toll gemacht!

    Auch die Recherchearbeit zu diesem Buch muss eine Löwenaufgabe gewesen sein. Wir finden hier unheimlich viele Zitate aus Tageszeitungen oder Briefen und ich frage mich wirklich, wo Unda Hörner das alles aufgetrieben hat! Wahnsinn!

    Im Nachhinein betrachtet sind mir viele Frauen in diesem Buch im Gedächtnis geblieben und haben mich stark beeindruckt. Vielleicht auch durch ihre inspirierende Wirkung auf mich. Das Buch und gerade die Art, wie die Autorin die Leben der Frauen an uns heranträgt, ließ mich die Leistungen heutiger Frauen in ihren Metier auf jeden Fall nochmal mit anderen Augen sehen. Vielleicht auch bewusst jetzt ein wenig kritischer als zuvor!

  • „Es geschah in Schöneberg“ | Susanne Goga

    Autor:  Susanne Goga
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Kriminalroman
    5. Fall von Leo Wechsler
    Seitenzahl:  327
    ISBN:  978-3-423-21622-7

    Berlin 1927. Bei einer Modenschau im Romanischen Café werden zwei Vorführdamen verletzt: Ihre Kleider wurden mit einem Kontaktgift präpariert. Offenbar ein gezielter Anschlag gegen den Modesalon „Morgenstern & Fink“. Steckt ein neidischer Konkurrent hinter dem Anschlag? Leo Wechsler ermittelt.

    Meine Meinung

    Leo Wechsler und seine Kollegen der Berliner Mordkommission ermitteln wieder. „Es geschah in Schöneberg” ist der mittlerweile fünfte Band von Susanne Goga und ihrem sympathischen und cleveren Kommissar.

    Berlin 1927. Bei einer Modenschau im Romanischen Café reißen sich zwei Vorführdamen der jungen aufstrebenden Haute Couture Designer „Morgenstern & Fink“ die Kleider vom Leib, weil sie glauben zu verbrennen. Wie sich bei den Untersuchungen herausstellt, ist hochdosiertes Capsaicin im Futter der Kleider dafür verantwortlich. Leo Wechsler wird stutzig, als ihm seine Kollegen berichtet, dass Lotte Morgenstern vor einigen Monaten wegen eines Einbruchs in ihr Büro die Polizei verständigte, jedoch konnten keine Einbruchspuren festgestellt werden! Wurde das aufstrebende Unternehmen zur unangenehmen Konkurrenz? Wer hat ein Motiv Lotte Morgenstern und Carl Fink zu ruinieren? Als einige Tage später Rainer Vogt tot aufgefunden wird, findet Leo Wechsler erste Hinweise auf das Modehaus. Vogt setzte sich für die Rechte Homosexueller ein und kämpfte für die Abschaffung des §175. Aber wie hängen die beiden Fälle zusammen?

    Auch in diesem Band, wird die Atmosphäre wieder sehr gut dargestellt. Die damalige Zeit wird rückblickend zwar als die „goldenen Zwanziger“ bezeichnet, die Berliner Bevölkerung empfand dies aber natürlich ganz anders. Der erste Weltkrieg und die große Inflation steckten den Menschen noch in den Knochen. Dennoch erfährt die Modewelt gerade in Berlin einen großen Aufschwung und auch einschlägige Etablissements der homosexuellen Szene fallen wissenden immer öfter ins Auge.
    In diesem Roman geht es allerdings auch um allgemeinere Themen wie die Gleichberechtigung, da sich das Ehepaar Wechsler nach langer Diskussion endlich dazu entscheidet, ihre Tochter, trotz des hohen Schulgeldes, auf eine weiterführende Schule zu schicken.

    In Leo Wechslers Umfeld erfahren wir von den ersten bedrückenden Anzeichen auf nationalsozialistisches Gedankengut, die zwar noch nicht ernst genommen, aber doch mit kritischem Blick beobachtet werden. Einschlägige Gruppen schlagen jüdische Nachbarn halb tot und auch Wechslers Sohn Georg pflegt zweifelhaften Umgang.

    Susanne Goga lässt ihren Kommissar den spannenden Fall nicht nur in dichter und authentischer Atmosphäre lösen, sie bietet auch interessante Infos über die “goldenen Zwanziger” und zeigt, dass ein einmal erreichtes Level an gegenseitiger Toleranz nicht einfach da ist, sondern auch  schnell wieder verloren gehen kann, wenn es nicht verteidigt wird …

  • „Mord in Babelsberg“ | Susanne Goga

    Autor:  Susanne Goga
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Kriminalroman
    4. Fall von Leo Wechsler
    Seitenzahl:  316
    ISBN:  978-3-423-21486-5

    Berlin 1926. In einer eleganten Wohnanlage in Kreuzberg wird die Leiche einer Frau gefunden, die mit einer Scherbe aus rotem Glas erstochen wurde. Die Spuren führen hinter der Kulisse der aufblühenden Filmindustrie Berlins …

    Meine Meinung

    Seit dem letzten Fall sind 3 Jahre vergangen. Leo Wechsler und seine Clara sind mittlerweile glücklich verheiratet und auch dienstlich steht für ihn eine Beförderung an. Da platzt ein neuer Mordfall in die alltägliche Ruhe: In einem Wohnkomplex wird die Leiche einer wunderschönen rothaarigen Frau aufgefunden, der auf grausame Weise die Kehle aufgeschnitten wurde.
    Für Leo beginnen die Ermittlungen erstmal mit einem Schock, hatte er doch vor Jahren eine sexuelle Beziehung zu der Toten. Aus Angst, den Fall entzogen zu bekommen, verschweigt er die Bekanntschaft und verliert dadurch nicht nur fast das Vertrauen seiner engsten Kollegen, sondern auch das von Clara, die natürlich hinter seinem plötzlich sehr seltsamen Verhalten noch ganz andere Dinge vermutet …
    Obwohl kurz darauf ein weiterer Toter aus der Filmbranche auf dieselbe Art und Weise ermordet wird, können die Ermittler zunächst keine Verbindung zwischen den Toten finden. Alles wirkt recht undurchsichtig, bis Leo Wechsler und seine Kollegen eine vermeintliche Zeugin ausfindig machen!

    Auch in diesem Kriminalroman ist es Susanne Goga wieder gelungen das Berlin der 20er Jahre lebendig werden zu lassen. Es ist immer wieder auffällig, wie genau sie die zeitgeschichtlichen Hintergründe recherchiert, denn da stimmt vieles bis ins kleinste Detail: Ob es nun Ernst Gennats richtiger Dienstgrad ist oder man sich die ersten Pläne des Mordbereitschaftswagens anschaut. Aber auch die die geplante Fürstenenteignung und die angestrebte Aufnahme in den Völkerbund finden hier ihre Erwähnung. All das ist beleg- und nachvollziehbar, überlagert aber nicht die Handlung des Kriminalromans.

    „Mord in Babelsberg“ ist das bisher positivste Buch in der Reihe, was natürlich auch an der Grundstimmung im Berlin der damaligen Zeit liegt. War diese in den letzten Bänden noch eher düster und angespannt auf Grund der Inflation und der ungewissen Zukunft, spürt man hier schon deutlich die Aufbruchsstimmung, die durch den wirtschaftlichen Aufschwung und der Möglichkeit, wieder zu leben, statt nur zu überleben.

    Wie schon in den Vorgängerbänden erfahren die Leser auch in dieser Geschichte, wie es privat mit Leo Wechsler und seinen Kollegen Jakob Sonnenschein und Robert Walther weitergeht. Dies verleiht dem Roman neben dem Kriminalfall und geschichtlichem Hintergrund eine dritte sehr persönliche Ebene. Auch in Robert Walthers Privatleben geht es bergauf und Jakob Sonnenschein ist nun glücklich verlobt. Ich fand es schön hier ein wenig mehr Einblicke, als nur die dienstliche Situation der drei Männer zu bekommen.

    Mit „Mord in Babelsberg“ ist Susanne Goga wieder ein spannender und zugleich sehr unterhaltsamer Kriminalroman gelungen. Kaum ausgelesen, freue ich mich schon auf den fünften Fall!

  • „Die Tote von Charlottenburg“ | Susanne Goga

    Autor:  Susanne Goga
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Kriminalroman
    3. Fall von Leo Wechsler
    Seitenzahl:  294
    ISBN:  978-3-423-21381-3

    Berlin 1923. Eine engagierte Ärztin und Frauenrechtlerin wird tot in ihrer Charlottenburger Wohnung gefunden. Ihr Neffe will nicht an einen natürlichen Tod glauben.  Und in der Tat hatte sich die Ärztin zu Lebzeiten viele Feinde gemacht. Kommissar Leo Wechsler ermittelt – es ist ein Fall, der ihn vor ganz neue Herausforderungen stellen wird …

    Meine Meinung

    Leo Wechsler ist doch immer wieder eine Reise ins Berlin der 20er Jahre wert …
    Auch in diesem Fall beweist er wieder seine wunderbare Kombinationsgabe, gepaart mit viel Menschlichkeit und Familiensinn!

    Berlin 1923! Die renommierte Ärztin Henriette Strauss stirbt nach kurzer, aber schwerer Lungenkrankheit. Doch ihr Neffe Adrian Lehnhardt, ein aufstrebender Violinist, der tief mit seiner Tante verbunden war, glaubt nicht an einen natürlichen Tod. Henriette war eine aktive und lebensfrohe Frau, die immer sehr bewusst gelebt hat. Sie machte sich außerdem einen Namen, indem sie Frauen bei nicht gewollten Schwangerschaften beriet und vehement gegen den Paragraphen 218 eingetreten ist. Leo Wechsler und sein Team werden mit den Ermittlungen betraut …

    Auch in „Die Tote von Charlottenburg“ gelingt es Susanne Goga wieder perfekt die Ermittlungen in einen sehr gut recherchierten historischen Hintergrund einzubetten. Der zunehmende Verfall der Währung, die dadurch bedingte Knappheit von Gütern des täglichen Bedarfs und das Pogrom im Scheunenviertel spiegeln die damaligen Umstände wieder.
    Unser sympathischer Kommissar ist bei all diesen Ereignissen persönlich beteiligt und hilft auch schon mal auf unkonventionelle Weise wo er kann!

    Leo Wechsler muss den Mord an einer Frau aufklären, die ihre Freiheit liebte, die selbstbewusst und mutig war, sich aber auch immer wieder gegen Widerstände durchsetzen musste. Seine Lebensgefährtin Clara hatte Doktor Strauss im gemeinsamen Urlaub flüchtig kennengelernt und kann ihre persönlichen Eindrücke über die Tote wiedergeben. Die selbstbewusste und weitgereiste Ärztin hat die junge Frau auch damit beeindruckt, dass sie sich für Yoga begeisterte und sich für das, zur damaligen Zeit, „minderwertige“ Geschlecht engagierte.
    Mit Clara hat die Autorin, neben der Verstorbenen, eine weitere starke Frauenfigur geschaffen, die wir in diesem Band ein bisschen näher und persönlicher kennen lernen durften!

    Ebenso lernen wir einen neuer Mitarbeiter der Berliner Mordkommission kennen. Der junge Jakob Sonnenschein ist freundlich, fleißig und intelligent – und Jude! Was ihn und besonders seinen Vater im Berlin der 20er Jahre zur Zielscheibe von Anfeindungen macht. Die prekäre Situation der Bevölkerung ist zwar nicht direkt Thema dieses Krimis, aber doch ständig präsent.

    Die Lösung des Kriminalfalls wird dem Leser schon bei knapp der Hälfte des Romans klar. Für mich hat es aber immer wieder einen voyeuristischen Reiz, Leo Wechsler dabei zu beobachten, wie er sich Stück für Stück näher an die Wahrheit herantasten.
    Auch die Balance zwischen der Krimihandlung und seinem Privatleben war erneut geglückt und gut dosiert. Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit ihm und Clara Bleibtreu weitergeht!