• „Der Insasse“ | Sebastian Fitzek

    Autor: Sebastian Fitzek
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Thriller
    Seitenzahl:  377
    ISBN: 978-3-426-28153-6

    Um die Wahrheit zu finden, muss er seinen Verstand verlieren.

    Vor einem Jahr verschwand der kleine Max Berkhoff. Nur der Täter weiß, was mit im geschah. Doch der sitzt im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie und schweigt. Max` Vater bleibt nur ein Weg, um endlich Gewissheit zu haben: Er muss selbst zum Insassen werden!

    Meine Meinung

    Im neuen Psychothriller von Sebastian Fitzek begeben wir uns in den Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Anstalt, in die das Gericht nur die schwersten Straftäter einweisen lässt.

    Einer von Ihnen ist Guido Tramitz. Ein gefühlloser Mann, der viele Kinder brutal gequält und vor einem Jahr auch den kleinen Max Berghoff entführt und wohl auch getötet hat. Doch während Tramitz der Polizei zu den Leichen seiner früheren Opfer geführt hat, verweigert er zu Max auf Anraten seiner Anwältin jegliche Auskunft.
    Till Berghoff, Max verzweifelter Vater, sieht keinen anderen Ausweg, als sich mit Hilfe seines bei der Polizei arbeitenden Schwager als Insasse in die Klinik einweisen zu lassen, in der Tramitz sich befindet. So will er herausfinden, was mit seinem Sohn geschehen ist und wo seine Leiche zu finden ist.

    Kaum in der Klinik angekommen, tut sich für Till ein Abgrund auf, der den Leser gleich von Anfang an gefangen nimmt. In dieser Klinik ist nichts so, wie es zu sein sollte. Hass, Bosheit und Korruption sind an der Tagesordnung, die es Till zunächst fast unmöglich machen, an Tramitz heranzukommen.

    Nach vielen gesellschaftskritischen Romanen, liefert uns Sebastian Fitzek mit „Der Insasse“ wieder einen Psychothriller, der sehr an seine Erfolgsbücher wie „Die Therapie“ oder „Der Augensammler“ herankommt. Fitzek bedient sich auch in diesem Buch wieder einem alt bewährten Konzept: Dem, des verschwundenen Kindes, dessen Vater mit aller Macht herauszufinden versucht, was passiert ist. Ich persönlich finde jedoch, dass der Autor mit diesem Buch einen großen Schritt vorwärts gemacht hat. Seine Sprache ist bildhaft, authentisch und bewegend, wie man es von ihm kennt, aber auch viel direkter und erwachsener. Der Thriller ist gespickt mit brutalen Szenen, die auch klar und ausdrucksstark an den Leser kolportiert werden. Zusätzlich sorgen kurze Kapitel und unerwartete Perspektivenwechsel für Verwirrungen.

    Die Story war unglaublich spannend und ich habe bei so mancher Szene die Luft angehalten.

    Auch was die Danksagung betrifft, die bei Sebastian Fitzek ja öfters etwas spezieller ausfällt, hat er sich hier wieder selbst übertroffen!

  • „Boy in the Park“ | A. J. Grayson

    Titel im Original: „Boy in the Park“
    Autor: A. J. Grayson
    Aus dem Englischen übersetzt von Karl-Heinz Ebnet
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Roman
    Seitenzahl:  363
    ISBN: 978-3-426-30571

    Ein kleiner Junge verschwindet. Am helllichten Tag wird er aus dem Botanischen Garten in San Francisco entführt. Der einzige Zeuge des Verbrechens ist Dylan, der dort eigentlich in Ruhe seine Mittagspause verbringen wollte.
    Je weiter er bei seiner Suche ins kalifornische Hinterland dringt, je näher er dem mutmaßlichen Versteck kommt, desto verstörender und blutiger werden seine Alpträume.

    Meine Meinung

    Es tut mir leid, aber ich habe absolut keine Ahnung ob dieser Roman das grenzgenialste Buch des Universums ist … oder die allergrößte Pflaume meines bisherigen Leselebens! Ihr seht mich hier ratlos auf meinem Sessel sitzen. Selbst Tage nach dem Beenden bin ich noch immer überfordert. Aber mit dem gesamten Buch. Von Vorne bis Hinten!

    In „Boy in the Park“ begleiten wir Dylan während seiner Mittagspause, die er tagtäglich an einem ruhigen Plätzchen im Botanischen Garten von San Franzisco verbringt. Eine einsame Bank an einem idyllischen Teich. Jeden Tag zur selben Zeit taucht ein kleiner Junge auf, der für Dylan ein fester Bestandteil geworden ist. Doch eines Tages ist der Junge verletzt und am Tag drauf sogar verschwunden. Da die Polizei seine Vermisstenanzeige nicht ernst nimmt, beschließt er die Sache selbst in die Hand zu nehmen und sucht auf eigene Faust nach dem Jungen.

    Gleich zu Beginn baut der Roman eine Frage nach der Anderen auf und über lange Zeit blieben Diese für den Leser auch unbeantwortet. Die Geschichte springt in eine reißerische und wüste Erzählung, die mich total reizüberflutet zurückgelassen hat, was jedoch recht schnell von Verwirrung zu Verärgerung umgeschlagen ist. Wann denkt der Autor denn die ersten Unklarheiten aufzulösen? Mal ein bisschen Licht ins Dunkle zu werfen, anstatt immer neue Rätsel aufzugeben? Darf ich euch die Frage beantworten? … erst im letzten Viertel des Buches!!

    Mal ehrlich! Ich bin Thriller-Leserin, daher liebe ich es, von einem Buch in die Irre geführt zu werden, aber was A. J. Grayson hier fabriziert, nagt schwer an den Gedankengängen eines Frettchens auf Koks! Dazu kommen ein recht literarischer Erzählstil, dem man oft nur schwer folgen kann und Gedankensprünge, die teilweise schon weh tun.
    Jedoch positiv zu erwähnen sind auf jeden Fall die recht kurzen Kapitel, die mich zum weiterlesen animiert und für das nötige Tempo gesorgt haben. Ich möchte auch gar nicht behaupten, dass mir der Schreibstil an sich nicht gefallen hat, er geht nur in der Fülle der Emotionen total unter.

    Die Charaktere waren eher flach gezeichnet, aber sie waren ok. Ich fühlte mich mit keinem so richtig verbunden, was aber vermutlich eher dem Verlauf der Geschichte geschuldet war. Ich konnte mich auf keinen so richtig einlassen und fand sie teilweise sehr skurril. Die Umgebungsbeschreibungen dagegen waren sehr gut.

    Obwohl ich das Ende durchaus befriedigend und originell fand, wenn auch in Teilen vorhersehbar, konnte es mich nicht vollständig mit der Geschichte versöhnen!

  • „Echo der Hoffnung“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original:  „An Echo in the Bone“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 7
    Seitenzahl:  1.188
    ISBN:  978-3-426-52266-0

    In den amerikanischen Kolonien ist der Krieg ausgebrochen, doch Jamie Fraser und seine geliebte Frau Claire, Zeitreisende aus dem 20. Jahrhundert, weigern sich, zu den Waffen zu greifen. Denn heißt es nicht, die Feder sei mächtiger als das Schwert?

    Jamie beschließt, die Rebellen mit Flugblättern zu unterstützen, aber seine Druckerpresse steht noch in Schottland. Und so nehmen Jamie und Claire Abschied von Fraser`s Ridge und treten eine lange gefährliche Schiffsreise über den Atlantik an

    Meine Meinung

    Mit „Echo der Hoffnung“ bin ich nun am aktuellen Stand der Reihe angelangt!
    Natürlich gibt es noch den Folgeband „Ein Schatten von Verrat und Liebe“ in der ersten deutschen Ausgabe, da ich aber doch schon sehr auf die Übersetzung von Barbara Schnell eingestellt bin, möchte ich bei diesem Buch wieder auf die Neuauflage im nächsten Jahr warten. Vielleicht ist dann auch der Erscheinungstermin des finalen Bandes, an dem Diana Gabaldon gerade noch schreibt, nicht mehr soooo weit entfernt! *klopf auf Holz*

    Wir schreiben das Jahr 1777. Die Chancen für den Sieg der Kolonien im Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten stehen schlecht. Nur Claire und ihr Mann Jamie Fraser wissen, wie er ausgehen wird. Jamies Herz schlägt für die Seite der Aufständischen, doch ist er sich sehr wohl bewusst, dass sein unehelicher Sohn William in der britischen Armee kämpft.

    Jamie weigert sich, Hand an seine Waffe zu legen, doch er will mit dem gedruckten Wort in die Revolution eingreifen. Dafür benötigt er seine Druckerpresse, die immer noch in Edinburgh steht. Während es in den Straßen der Kolonien schon nach Pulverdampf riecht, machen sich die Frasers für ihre Rückkehr in die schottischen Highlands bereit.
    Dort – im Jahre 1979 – scheint ihre Tochter Brianna in Sicherheit. Die Kinder haben sich gut in ihrem neuen Zuhause in Lallybroch eingelebt und auch die Ehe zwischen Roger und Brianna ist harmonisch und liebevoll. Doch mysteriöse Zwischenfälle drängen gefährliche Geheimnisse aus der Vergangenheit ihrer Eltern ins Licht der Gegenwart.

    Ich muss ehrlich gestehen, für mich fühlen sich die Charaktere schon gar nicht mehr wie Buchfiguren an. Ich begleite Jamie und Claire nun schon so lang, dass sie für mich wie Freunde sind, die mir bei einem gemütlichen Abendessen erzählen wie es ihnen in den letzten Wochen und Monaten ergangen ist. Diese Verbindung ist für mich etwas Besonderes. Mich konnte ihre persönliche Geschichte, ihre Ehe, ihre Gefühle zueinander immer noch berühren und sehr gut amüsieren.

    Auch die vielen anderen Figuren und ihre Schicksale sind herzerwärmend und spielen auch in „Echo der Hoffnung“ wieder eine große Rolle. Besonders Ian hat sich hier für mich sehr hervorgetan. Er war zwar immer schon ein toller Charakter, aber in diesem Buch wurde seine Geschichte noch einmal lebendiger und für den Leser verständlicher. Diana Gabaldon schafft es hervorragend die Unterschiede zwischen seiner schottischen und seiner indianischen Seite herauszuarbeiten.

    Wie immer eine tolle Geschichte mit viel geschichtlichem Hintergrund. Mit viel Herz und tollen Wendungen!

  • „Ein Hauch von Schnee und Asche“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original:  „A Breath of Snow and Ashes“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 6
    Seitenzahl:  1.351
    ISBN:  978-3-426-51824-3

    North Carolina 1772. Jamie und Claire Fraser haben sich allen Widerständen zum Trotz auf Fraser`s Ridge eine neue Heimat aufgebaut. Doch es ist ein trügerisches Idyll, denn unter den Siedlern wird der Unmut über die britische Herrschaft immer größer. Nur dank Claires Warnungen vor dem drohenden Unabhängigkeitskrieg bemüht sich Jamie um Neutralität. Doch dann bittet ihn der Gouverneur von North Carolina, das Hinterland für die britische Krone zu einen.

    Wird Jamie erneut auf der Seite der Verlierer stehen? Und was hat es mit jenem Zeitungsartikel aus der Zukunft auf sich, der von Claires und Jamies Tod bei einer Feuersbrunst berichtet?

    Meine Meinung

    Ach ja, wer einmal mit den Büchern von Diana Gabaldon anfängt, kommt nicht mehr davon los!
    Der glatte Übergang zum vorhergehenden Band hat dafür gesorgt, dass ich wieder gut in die Geschichte gefunden habe.

    Josiah Martin, der Gouverneur der englischen Kolonie North Carolina, will die Bevölkerung einigen und Jamie Fraser soll ihm dabei helfen, die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den mittellosen, aber nach Siedlungsmöglichkeiten suchenden Bewohnern des Hinterlandes und den reichen Plantagenbesitzern an der Küste zu beenden. Durch Claire und Briannas Wissen, was die Zukunft begrifft, ist Jamie bewusst, dass sich die Amerikaner gegen die britischen Kolonialherren erheben und die Königstreuen in einem blutigen Krieg – dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg – besiegen werden.
    Schon vor der Schlacht bei Culloden im April 1746 hatte Jamie versucht, eine militärische Auseinandersetzung zu verhindern und war dabei kläglich gescheitert. Soll sich das jetzt wiederholen?
    In der angespannten Lage drohen die Fraser`s und deren Familie zwischen die Fronten zu geraten!

    Schon zu Beginn der Geschichte wirft uns Diana Gabaldon in einen schrecklichen Szenerie, die mich gleich mal mit angehaltenem Atem durch die ersten 100 Seiten rasen ließ … und ich musste stellenweise Szenen doppelt und dreifach lesen, weil ich dachte, mein Herz bleibt stehen.
    Eine Bande gesetzloser überfallen die Siedlung um Jamies wertvollen Whisky zu stehlen. Zu ihrem Pech sind ausgerechnet Claire und Marsali beim Malzschuppen. Während Marsali niedergeschlagen wird nehmen sie Claire gefangen damit sie ihnen das Whiskyversteck zeigen kann. Die Befreiung Claires nimmt einige Tage in Anspruch, in denen sie den rohen Männern schutzlos ausgesetzt ist und endet mit einem Massaker an der Bande durch Jamie und seine Männer.

    Diana Gabaldon lässt uns auch in diesem Band wieder am Leben, Lieben, Streben und Handeln der Fraser`s und ihrer Pächter teilhaben. Natürlich finden wir auch in diesem Buch wieder die gewohnt wechselnde Erzählsicht vor, da die Familienbande aber wieder von etlichen Seiten durchgerüttelt wird, bekommen wir den Hauptteil der Geschichte aus Claires Sicht erzählt.
    Es gibt Stellen zum Lachen, aber auch zum Weinen, absolute Überraschungsmomente und viele Erklärungen zu Geheimnissen aus den vorangegangenen Büchern.

  • „Das flammende Kreuz“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original:  „The Fiery Cross“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 5
    Seitenzahl:  1.356
    ISBN:  978-3-426-51822-9

    North Carolina 1770. Jamie und Claire Fraser haben in den britischen Kolonien Nordamerikas Fuß gefasst, doch die Ruhe und der Frieden auf ihrem Anwesen Fraser`s Ridge sind trügerisch. Denn unter den immer zahlreicher einwandernden Siedlern gärt es, zunehmend unwillig nehmen die Einwohner der Kolonien die Bevormundung durch die britische Zentralregierung hin. Als es zu ersten Aufständen kommt, muss auch Jamie sich entscheiden, auf wessen Seite er stehen will.

    Für Claire ist die Situation noch schlimmer: Sie weiß, dass der Regulatorenkrieg ihre und Jamies Liebe auf die härteste Probe seit langem stellen wird.

    Meine Meinung

    „Das flammende Kreuz“ ist für mich auf jeden Fall der familiärste Teil der Reihe. Endlich hetzt man nicht mehr nur von einer Katastrophe zur Nächsten, sondern kann sich auch mal am aufregenden Alltag der Frasers und MacKenzies laben. Auch die neuen Pächterfamilien sind eine interessante Fassette in diesem Buch, da sie unterschiedlicher nicht sein können.

    „Fraser’s Ridge“ entwickelt sich zu einer starken Gemeinschaft. Die Pächter bewirtschaften die Ländereien. Werkstätten werden errichtet. Jamie geht voll und ganz in seiner Stellung als Gutsherr und Verwalter auf und Claire betätigt sich als Ärztin. Natürlich zeigt sie dabei Kenntnisse, die ihrer Zeit weit voraus sind, da sie aus der Zukunft stammen.
    Aber auch der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg steht kurz vor dem Ausbruch. Darüber sind vor allem Claire und Jamie besorgt, denn sie wissen aus eigener Erfahrung, wie grausam militärische Auseinandersetzungen sind.

    Doch im Jahre 1771 ist der bevorstehende Krieg noch nicht die Hauptsorge der Bewohner von „Fraser’s Ridge“. Mehr zu schaffen macht ihnen der bereits entbrannte Konflikt zwischen den reichen Plantagenbesitzern an der Küste und den mittellosen, nach Siedlungsmöglichkeiten suchenden Bewohnern des Hinterlandes. Die Regulatoren wollen mit allen Mitteln an die Macht!

    Die Liebesgeschichte um Brianna und Roger ist für mich eine wunderbare Zugabe und auch der Schriftverkehr zwischen Jamie und Lord John gefiel mir sehr gut.

    Auch in diesem Band war ich wieder ein Teil der Frasers. An manchen Stellen kamen mir so plötzlich die Tränen, dass ich die Buchstaben nicht mehr erkennen konnte und an Anderen wiederum, konnte ich vor Lachen gar nicht mehr aufhören. Als Leser kann man gar nicht anders, als sich von der Geschichte mitreißen zu lassen!

    Diana Gabaldon konnte mir auch in „Das flammende Kreuz“ wieder die damaligen Lebensumstände bis ins kleinste Detail näherbringen. Ihr witziger und dennoch sehr detailreicher und spannender Schreibstil ist perfekt. Einmalig sind auch ihre Beschreibungen der Gerüche oder Geschmäcker. Ich würde sagen, sie steigert sich mit jedem Band!

  • „Der Ruf der Trommel“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original:  „Drums of Autumn“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 4
    Seitenzahl:   1.190
    ISBN:  978-3-426-51826-7

    Claires Liebe zum rebellischen schottischen Clanführer Jamie hat sie aus der modernen Zeit zurück ins 18. Jahrhundert geführt. Nach einer abenteuerlichen Reise über den Atlantik erreichen die beiden im Jahr 1767 die amerikanischen Kolonien. In der Wildnis von North Carolina erkämpfen sich Claire und Jamie schließlich ein neues Leben fernab der Zivilisation. Doch der Atem der Vergangenheit reicht weit. Denn auch ihre gemeinsame Tochter Brianna ist dem Ruf der Trommel in die Vergangenheit gefolgt.

    Meine Meinung

    Und weiter geht’s mit dem 4. Band der Outlander-Saga!

    Nach ihrer Ankunft in Amerika im Frühjahr 1767 schlagen sich Jamie und Claire zur Plantage „River Run“ an der Ostküste durch. Diese wird von den Camerons bewirtschaftet, die entfernt mit den schottischen MacKenzies – und somit auch mit Jamie – verwandt sind. Unterwegs werden sie von dem englischen Piraten Stephen Bonnet ihres letzten Besitzes beraubt und auch in „River Run“ spielt die blinde, herrschsüchtige Jocasta Cameron keine sehr offene Partie.
    Jamie und Claire bekommen die Möglichkeit, sich mit ihren Gefolgsleuten in einer noch unberührten Gegend anzusiedeln. Wir begleiten die Beiden, wenn „Fraser`s Ridge“ erste Züge annimmt!

    Brianna Fraser hingegen kann ihre Mutter nicht vergessen. Der Historiker Roger Wakefield, mit dem sie in Verbindung geblieben ist, stößt 1970 auf einen mysteriösen Zeitungsartikel, der 1776 ein schreckliches Inferno ankündigt. Zunächst möchte er seine Entdeckung vor Briana verheimlichen, aber diese kommt dahinter und lässt sich im Steinkreis auf dem „Craigh na Dun“ in die Vergangenheit versetzen. Als Roger begreift was sie getan hat, folgt er ihr überstürzt!

    „Der Ruf der Trommel“ ist einer meiner Lieblingsbände der Reihe. Die Geschichte wird bedeutend langsamer und ruhiger erzählt und auch die schlagkräftige Action lässt merkbar nach. Jamie und Claire werden endlich sesshaft und können ihr gemeinsames Leben genießen. Natürlich verliert die Erzählung nicht ihren bildlichen Charakter, er verlagert sich nur von den Schlachten und Intrigen auf das Leben in einer Gemeinschaft und den Aufbau einer neuen Siedlung. Wobei: Was Intrigen und dramatischen Situationen angeht, kommt dieses Buch wirklich nicht zu kurz!

    Das ruhige Leben auf „Fraser`s Ridge“ wird natürlich zur Gänze gestört, als Brianna in ankommt. Es war schon für Claire nicht einfach, sich mit den Lebensbedingungen im 18. Jahrhundert anzufreunden, aber mit Brianna trifft eine selbstbewusste, emanzipierte junge Frau auf den sturen und starken schottischen Highlander James MacKenzie Fraser.

    Auch das Auftrauen des von Jamie sogleich mit blindem Hass verfolgten Roger Wakefield führt zu gefährlichen Verwicklungen!

  • „Ferne Ufer“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original:  „Voyager“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 3
    Seitenzahl:   1.228
    ISBN: 978-3-426-51823-6

    20 Jahre lang hielt Claire ihre große Liebe Jamie Fraser für tot. Nun findet sie heraus, dass er die Schlacht von Culloden überlebt hat. Unterstützt von ihrer Tochter Brianna, kehrt sie durch den Steinkreis zu ihm ins 18. Jahrhundert zurück.

    Aber Jamie hat in all der Zeit sein eigenes Leben geführt, außerdem kämpft er weiterhin für Schottlands Unabhängigkeit. Und so müssen die beiden früher, als ihnen lieb ist, aus dem Hochland fliehen und sich aufmachen zu neuen, fernen Ufern. Doch sie wissen, dass ihre Liebe und ihre Leidenschaft füreinander sie jedes Hindernis überwinden lassen wird.

    Meine Meinung

    Mit „Ferne Ufer“ sind wir nun beim 3. Band der Outlander-Saga angekommen.
    Für mich macht die Geschichte Hier einen Cut. Die Erzählung springt in beiden Zeitebenen um 20 Jahre in die Zukunft – nicht rasant, aber doch merkbar – und wir verlassen Schottland zusammen mit Jamie und Claire, ohne genau zu erfahren, ob wir jemals wieder zurückkehren werden.
    Wir bekommen sehr reife Charaktere, die vieles aus ihrer Vergangenheit mit sich schleppen. Der jugendliche Enthusiasmus, den man in den Bänden davor oft zu spüren bekommen hat, ist hier fast zu Gänze verschwunden.

    Culloden 1746: Über die Hälfte der Highlander hat auf dem Schlachtfeld ihr Leben gelassen. Jamie Fraser lebt, wurde aber schwer verwundet. Als er sich, zusammen mit einer Handvoll Männer zur Genesung in eine Bauernkate zurückgezogen hat, werden sie von Major Lord Melton gefunden und des Hochverrats angeklagt. Als dieser Jamies richtigen Namen erfährt, wendet sich jedoch das Blatt.

    Inverness 1968: Claire, Brianna und der Historiker Roger Wakefield finden immer mehr Beweise, dass Jamie die Schlacht überlebt hat.  Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrer Tochter und Jamie fällt Claire eine Entscheidung:  Sie wird zurück in die Vergangenheit reisen. Brianna ist inzwischen alt genug um auch ohne Claire ihre Leben meistern zu können und auch Roger ist an ihrer Seite.

    Zwei Tage nach ihrem Zeitsprung erreicht Claire Edinburgh, wo Jamie als Buchdrucker seinen Lebensunterhalt bestreitet. Die Liebe zu seiner Frau war nie fort. Nicht zu wissen, ob die schwangere Claire die Reise durch die Steine überlebt hat, hat ihn seitdem gequält. Dennoch müssen die Beiden nach der langen Trennung erst wieder zueinander finden. Beide haben ihre Leben gelebt und müssen sich neu kennenlernen.
    Als Jennys Sohn Ians von Piraten entführt wird, begeben sich sie sich an Bord der Artemis, auf Kurs nach Westindien um diesen zu retten. Auch der mittlerweile erwachsen gewordene Fergus begleitet sie wieder auf ihrer Reise und wir lernen viele neue, aber wichtige Personen kennen.
    Nachdem Jamie und Claire in der Karibik auf Lord John Grey, dem ehemaligen Kommandanten von Ardsmur, treffen, können sie mit einem kleinen Schiff fliehen, landen in Georgia und erreichen endlich die Neue Welt.

    Das Leben im 18. Jahrhundert wird von Diana Gabaldon wie immer sehr eindrucksvoll geschildert. Durch ihren schönen Schreibstil, kann man sich die Zeit bildlich deutlich vorstellen. Auch die neuen Protagonisten werden dem Leser wie gewohnt sehr eindrucksvoll nahe gebracht und man hat sofort eine Verbindung zu ihnen. Einige liebt man vom ersten Moment an, bei anderen wird das Misstrauen des Lesers geschürt.

    Auch „Ferne Ufer“ besticht wieder durch Detailgenauigkeit und historischer Authentizität.

    Leider haben mich die letzten Szenen, sprich wie sie den Weg in die neue Welt gefunden haben, etwas gestört. Ich finde, da hätte es eine bessere bzw. glaubwürdigere Lösung geben müssen. Ich möchte niemanden spoilern, aber vielleicht wisst ihr ja schon was ich meine!

  • „Das letzte Geständnis des Raphael Ignatius Phoenix“ | Paul Sussmann

    Titel im Original: „The Final Testimony of Raphael Ignatius Phoenix“
    Autor: Paul Sussmann
    Aus dem Englischen übersetzt von Michaela Grabinger
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Roman  |  Humor
    Seitenzahl:  430
    ISBN: 978-3-426-30439-6

    Raphael Ignatius Phoenix hat Stil. Manchmal lebt er seinen leichten Hang zur Exzentrik aus, aber letztlich geht ihm nichts über Eleganz und geordnete Verhältnisse. Daher ist es selbstverständlich, dass er zu seinem bevorstehenden 100. Geburtstag ein Geständnis ablegt. Denn sein Ehrentag wird der Tag seines Todes sein. Und da es sich nicht schickt, einfach so aus der Welt zu scheiden, schreibt er zuvor den längsten Abschiedsbrief aller Zeiten – und beichtet ganz nebenbei zehn Morde, die ihm unter anderem mit Hilfe eines Halloween-Kürbisses, der Reißleine eines Heißluftballons und eines Erdbeer-Sahnehörnchens unterlaufen sind.

    Meine Meinung

    Als der britische Journalist und Autor Paul Sussmann im Jahre 2012 plötzlich verstarb, fand man in seinem Nachlass ein unveröffentlichtes Manuskript, das zu seinen Lebzeiten keinen Verleger gefunden hat. Da seine bisherigen Veröffentlichungen hauptsächlich Bereiche der Archäologie zum Thema hatten, war „Das letzte Geständnis des Raphael Ignatius Phönix“ mit seinem schwarzen Humor eine Kuriosität aus der Hand des Autors.

    Stell dir vor, du besuchst eine alte Burg in England. Du läufst durch die rustikalen Räume, hörst die hallenden Schritte und entdeckst eine alte verglaste Aussichtskuppel aus der man die Sterne beobachten kann. Aber am faszinierendsten ist die spezielle Wandgestaltung im inneren der Burg: Hier findest du das letzte Geständnis des 99-jährigen Raphael Ignatius Phönix! Nach 100 Jahren auf Erden und 10 begangenen Morden möchte nun auch er seinen Frieden finden und aus der Welt scheiden. Eineinhalb Gran Strychnin, eineinhalb Gran Arsen, ein halbes Gran Zyankali und ein halbes Gran zerstoßene Brechwurzel, geformt in einer Tablette, soll ihm dabei behilflich sein.

    Er schreibt seine Memoiren mit Filzstift auf die Wände seiner Burg und verrät dem Leser, wen er wann umgebracht hat. Natürlich nicht ohne den gewissen Spott und mit der Selbstverliebtheit eines Mörders, der ungewöhnliche Methoden angewendet hat, um Personen ins Jenseits zu befördern. Er rühmt sich mit seinen Taten, berichtet rational und emotionslos, wie er sich gewisser Leute entledigt hat und lässt dabei keine Illusionen aufkommen, warum er die Taten begangen hat.

    Wir erfahren die Geschichte nicht chronologisch. Nein, das wäre viel zu einfach für Raphael Ignatius Phönix! Er beginnt beim letzten seiner Morde, die er übrigens so gut wie alle nicht vorsätzlich begangen hat. Fast klingt es an einigen Stellen so, als sei Phönix ein unbescholtener Bürger, dem einzig und allein das böse Schicksal seine weiße Weste befleckt hat.

    Der Roman ist spannend und einfühlsam geschrieben, verzichtet auf billige Effekte und widmet sich lieber dem Innenleben seines skurrilen Protagonisten. Der Schreibstil lässt die Seiten nur so fliegen, wobei es auch einige Längen gibt, diese haben sich für mich aber doch recht einfach umschiffen lassen. Paul Sussmann schreibt sich die Geschichte mit großer Leidenschaft aus der Seele. Er skizziert, charakterisiert und zerlegt das Böse in Raphael und versucht am Rande doch immer auch Verständnis für seinen Protagonisten zu finden.

    Die Geschichte ist amüsant, bitterböse, sarkastisch und zynisch.
    Auf jeden Fall ist sie Anders!

  • „Die geliehene Zeit“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original: „Dragenfly in Amber“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 2
    Seitenzahl: 1.224
    ISBN: 978-3-426-51810-6

    Schottland 1968: Zwanzig Jahre, nachdem Claire Randall aus der Vergangenheit zurückgekehrt ist, bringt sie ihre Tochter Briana in die Highlands. Briana soll endlich das Land ihres Vaters kennenlernen. Außerdem sucht Claire die Antwort auf eine Frage, die sie seit über zwanzig Jahren quält: Hat ihre große Liebe Jamie Fraser die schreckliche Schlacht bei Culloden überlebt?

    Meine Meinung

    Also eines kann ich euch garantieren: Wer „Feuer und Stein“ gelesen hat, wird auch dieses Buch verschlingen! Wie bereits in der ersten Rezension angedeutet, hat der erste Band zwar kein offenes Ende, hört aber sehr abrupt und unbefriedigend auf.

    „Die geliehene Zeit“ beginnt 1968, also 20 Jahre nach Claires Rückkehr!
    Auf Einladung von Roger Wakefield, dem Sohn eines verstorbenen Reverend, der viele Jahre ein Freund der Familie war, reisen Claire und ihre 19-jährige Tochter Brianna nach Schottland. Gemeinsam forschen sie in der Vergangenheit und erwecken für Claire altgeliebte Menschen und tragische Zeiten wieder zum Leben. Sie wird mit dem Verlust ihrer großen Liebe James Fraser konfrontiert und bricht an ihrem Kummer zusammen. Sie erzählt Brianna von ihrem wirklichen Vater und ihren Erlebnissen.

    Wir begleiten sie und Jamie zurück ins alte Frankreich. Nach seiner Genesung fungiert er als Verbindungsoffizier zwischen dem Hof König Ludwig XV von Frankreich, den schottischen Rebellen und Prinz Karl Eduard Stuart, dem Enkel des 1689 aus Schottland vertriebenen König Jakob II. Jamie soll dem Prinzen die finanziellen Mittel für die Rückkehr in die Heimat und die Rückeroberung des Throns von den Engländern beschaffen. Dadurch setzt er sich allerdings der Gefahr aus, für einen Verräter gehalten zu werden.
    Jamie und Claire fallen vielen Intrigen zum Opfer, die ihre Bemühungen die Schlacht von Culloden zu verhindern scheitern lassen. Um Claires Leben und das ihres ungeborenen Kindes zu retten, ringt Jamie sich zu einem schmerzhaften Entschluss durch.

    Auch in „Die geliehene Zeit“ konnte Diana Gabaldon mich wieder direkt ab der ersten Seite einfangen und hat mich zum Ende nicht mehr losgelassen. Es ist Spannend den Menschen und der gehobenen Gesellschaft zu dieser Zeit über die Schulter zu schauen. Man merkt, dass die Umgebung ein ganz anderes Temperament hat. Zudem kommen viele neue Charaktere hinzu, die es erst zu durchschauen gilt.

    Claire und Jamie entwickeln sich weiter. Ihre Beziehung durchlebt Höhen und Tiefen und an manchen Stellen muss man einfach mitfiebern. Die Beiden werden sehr authentisch dargestellt, sie leben eine ganz gewöhnliche Beziehung, in der sich gestritten und geliebt wird. Das macht Beide auch sehr sympathisch.

    Die geschichtlichen und politischen Entwicklungen nehmen rasant zu und man sollte immer aufmerksam bei der Sache sein, um die Handlung nicht zu verlieren!