• „Alle sieben Wellen“ | Daniel Glattauer

    Autor:  Daniel Glattauer
    Verlag:  Deuticke Verlag
    Genre:  Roman
    Seitenzahl:  222
    Fortsetzung von „Gut gegen Nordwind“
    ISBN:  978-3-552-06093-7

    Sie kennen Emmi Rothner und Leo Leike? Dann haben Sie also „Gut gegen Nordwind“ gelesen, jene ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der sich zwei Menschen, die einander nie gesehen haben, per E-Mail rettungslos verlieben.

    Für sie ist die Geschichte von Emmi und Leo abgeschlossen? Mag sein! Aber nicht für Emmi und Leo!!

    Meine Meinung

    Nach dem fulminanten halboffenen Ende von „Gut gegen Nordwind“ geht mit „Alle sieben Wellen“ die Geschichte um Emmi Rothner und Leo Leike ins große Finale! Daniel Glattauer kann nahtlos an den Zauber des Vorgängers anschließen und nimmt seine Leser gleich direkt wieder mit in die Geschichte …

    Emmi und Leo: Eine Geschichte wie sie schöner nicht sein kann!
    Nachdem sich Emmi nun seit einige Zeit mit dem Systemadministrator von Leos Postfachs unterhalten hat, antwortet dieser plötzlich und unerwartet doch wieder selbst …
    Die Beiden leben mittlerweile ihre eigenen Leben, in denen der Andere nur noch ein Schemen der Vergangenheit ist! Und doch dauert es nicht lange und sie können wieder nicht voneinander lassen. Schon nach kurzer Zeit stellt sich die gewohnte Zweisamkeit ein und die Vertrautheit nimmt neuen Platz im Leben des Anderen ein. Aber ein kleiner Wehmutstropfen bleibt: Leo hält lange Zeit an einer imaginären Mauer fest, die Emmi nicht zu überwinden weiß …

    Daniel Glattauer schafft es, wie kaum ein Anderer, Liebesgefühle in Worte zu fassen und diese zum größten Teil auch nicht kitschig klingen zu lassen. Die Sprache ist frech, gefühlvoll, sarkastisch, zynisch und romantisch, aber auch eloquent und mitreißend. Auch der Sprachwitz und die doppeldeutigen Formulierungen, die wir schon aus dem ersten Band kennen, haben hier wieder ihren angestandenen Platz und sind einfach nur erfrischend.

    Eine Geschichte wie die von Emmi und Leo könnte jedem von uns im realen Leben schon einmal begegnet sein. Gerade im Zeitalter der modernen Kommunikation! Es ist schon fantastisch was trotz der Anonymität im World Wide Web und den virtuellen Begrenzungen, alles entstehen kann!

    An manchen Stellen hätte ich Leo ganz gerne mal in den Hintern getreten, damit er endlich zur Sache kommt und zeigt was er wirklich will. Die arme Emmi hat hier viel mehr Engagement und Herzblut bewiesen, aber vielleicht liegt es doch daran, dass der Roman von einem Mann geschrieben wurde, denen ja nachgesagt wird, dass sie es ja insgeheim mögen, wenn eine Frau hinter ihnen herjagt! Aber auch wir wollen ab und an erobert werden!  Zum Glück war Emmi so hartnäckig und wurde dafür letztendlich mit einem Happy-End belohnt …

    „Alle sieben Wellen“ steht „Gut gegen Nordwind“ in nichts nach. Man fühlt mit den Protagonisten mit! Man lacht! Man weint! … und eigentlich soll es doch bitte niemals enden!

  • „Gut gegen Nordwind“ | Daniel Glattauer

    Autor:  Daniel Glattauer
    Verlag:  Deuticke Verlag
    Genre:  Roman
    Seitenzahl:  223
    ISBN:  978-3-552-06041-8

    Gibt es in einer vom Alltag besetzen Wirklichkeit einen besser geschützt Raum für gelebte Sehnsüchte als den virtuellen?

    Bei Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. Aus Höflichkeit antwortet er ihr. Und weil sich Emmi von ihm angezogen fühlt, schreibt sie zurück. Schon bald gesteht Leo: „Ich interessiere mich wahnsinnig für Sie, liebe Emmi! Ich weiß aber auch, wie absurd dieses Interesse ist.“

    Meine Meinung

    Auch wenn ich auf meinem Blog noch nicht viele Rezensionen zu Daniel Glattauers Büchern hochgeladen habe, so habe ich doch jedes Einzelne von ihnen gelesen … und in den meisten Fällen auch absolut gefeiert! Da nun bald der Kinofilm zu „Gut gegen Nordwind“ startet, möchte ich euch nicht meine Rezension zu diesem Buch vorenthalten …

    Alles beginnt mit einem Tippfehler! Eigentlich wollte Emmi nur das Zeitschriften-Abo ihrer Mutter kündigen, doch stattdessen landet ihre Email bei Leo Leike. Es folgt ein lustiger und schlagfertiger Emailwechsel, aus dem sich langsam und stetig mehr entwickelt. Mehr Zuneigung! Mehr Vertrautheit! Mehr Nähe! Mehr Gefühle!
    Beide entschließen sich, dem Gegenüber keine Details über ihre Person zu offenbaren sondern für den Anderen eine Phantasiegestalt zu bleiben. Doch schon bald tauschen Emmi und Leo immer intimere Gedanken aus, verbringen Stunden vor dem Bildschirm und überlegen irgendwann, sich doch einmal persönlich zu treffen. Nur eine Frage stellt sich: kann die Realität der Phantasie gegenüber überhaupt standhalten?

    „Gut gegen Nordwind“ gehört auf jeden Fall zu den Büchern, die ich immer wieder zur Hand nehme und die mir bei jedem Lesen ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Jedes Mal nehmen mich Emmi und Leo von Beginn an für sich ein. Nicht etwa weil sie makellos sind. Ganz im Gegenteil, sind sie vielschichtig, zögerlich, zweifeln oft an sich selbst und ihrer Umgebung und sind in gewissen Maßen auch oft unaufrichtig. Alles in Allem wirken die Beiden gerade deswegen so glaubwürdig!

    Emmi und Leo sind zu Gefühlen fähig, um die ich sie in manchen Lebensphasen oft beneidet habe. Obwohl sie zunächst nur ein lapidares Missverständnis verbindet, fühlen sie sich zueinander hingezogen. Eine Anziehung die aber nicht nur in Worten funktioniert, sondern Eine deren Funke weit über sein Ziel hinausschießt!

    Tatsächlich durchzieht das Buch auch eine feine Erotik, die nie aufgesetzt wirkt, aber auch nicht rein vergeistigt bleibt. Vor allem Emmi steckt durch ihre Lebenssituation in einem Zwiespalt, dem sie auch in „Alle sieben Wellen“ nicht entkommen kann!

    Ich bin ein Freund wirklich guter Sprache! In der Geschichte stecken Sprachwitz und doppeldeutige Formulierungen … und es macht einfach Spaß! Auch die unerwarteten Wendungen machen das Buch spannend. Zudem gibt es an vielen Kapitelenden mitreißende Cliffhanger.

    „Liebe auf die erste E-Mail“
    Wem so etwas noch nie passiert ist, der kann sich vielleicht nicht hineindenken, aber ich kann es auf jeden Fall …