• „Die Geschichte eines neuen Namens“ | Elena Ferrante

    Titel im Original:  „Storia del nuovo cognome“
    Autor:  Elena Ferrante
    Aus dem Italienischen übersetzt von Karin Krieger
    Verlag:  Suhrkamp Verlag
    Genre:  Roman
    Neapolitanische Saga, Band 2
    Seitenzahl:  624
    ISBN:  978-3-518-42574-9

    Es ist das Neapel der 60er Jahre, und alles scheint im Umbruch. Lila und Elena wollen den beengten Verhältnissen ihres Viertels entfliehen, sie beharren darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen – auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran sie sich festhalten, ist ihre Freundschaft. Aber können sie einander wirklich vertrauen?

    Meine Meinung

    Nachdem ich schon das Hörbuch zum ersten Teil der Neapolitanischen Saga in Rekordzeit beendet hatte, konnte ich den Folgeband nicht allzu lange im Regal liegen lassen. Auch mit „Die Geschichte eines neuen Namens“ konnte mich Elena Ferrante wieder überzeugen. Es war spannend zu verfolgen, wie sich der „Rione“ und die bereits so vertrauten Menschen aus der italienischen Kleinstadt weiter entwickelt haben, allen voran natürlich die beiden Freundinnen Lila und Elena.

    Das Buch knüpft, ohne großen Übergang, an die bisherige Geschichte an. Lila findet heraus, dass ihr Ehemann mit den ihr so verhassten Solaras-Brüdern gemeinsame Sache macht, als diese auf ihrer Hochzeit erscheinen. Von diesem Zeitpunkt an, steht es um die Ehe zwischen ihr und Stefano nicht mehr allzu gut. Lila begehrt gegen ihren Ehemann auf und muss nicht nur einmal Schläge dafür einstecken. Doch Lila wäre nicht Lila, wenn sie sich dadurch unterkriegen lassen würde.
    Elena hingegen lernt fleißig und besucht die Universität in Pisa. Obwohl sie ihre Sache wirklich gut macht und mit den besten Noten aus den Prüfungen kommt, wird sie, wegen ihrer minderen Herkunft, von den anderen Studenten nicht angenommen. Auch wenn sich die Freundinnen in dieser Zeit immer wieder aus den Augen verlieren, scheint ihre Verbindung unzerstörbar zu sein!
    Verknüpft wird die Geschichte mit den Ereignissen des Neapels der 60er und 70er Jahre. Eine Generation menschlich wie politisch im Umschwung …

    Elena Ferrantes Schreibstil ist auch in diesem Buch wieder hervorragend! Ihre Wortwahl ist klar und beschönigt nichts, was mir aber unheimlich gut gefällt. Sowohl Freundschaft, Ehe und auch die Liebe werden von ihr sehr kritisch beleuchtet. Natürlich versteht sie es die Spannung zu halten, sodass man in der Geschichte gefangen bleibt, obwohl diese detailreich und ausschweifend erzählt wird. Für mich war aber kein Satz zu viel!

    Elena, als Erzählerin ihrer eigenen Geschichte, versteht es sehr gut, ihre Gefühle und natürlich auch ihre innere Unruhe darzustellen. Ihre Unsicherheit! Ihr Charakter wirkt über allem erhaben. Sie ist ehrlich, überaus anpassungsfähig und versteht es, das Vertrauen der Menschen in ihrer Umgebung zu erlangen. Ihre Freundschaft zu Lila wird in den sechs Jahren dieses Buches oft auf die Probe gestellt. Die beiden Teenager scheinen auf den ersten Blick vollkommen unterschiedlich zu sein, und dennoch sind sie in gewisser Weise voneinander abhängig. Dabei trägt gerade ihr Verhältnis zu Lila einen nicht unwesentlichen Anteil an ihrer eigenen Zerrissenheit. Der innerliche und unbewusste Wettkampf zwischen den beiden nährt und hemmt Elena zugleich.

    Eine Geschichte dieser Art, in der es um eine Freundschaft geht, die nicht nur Liebe und Bewunderung beinhaltet, sondern auch viel Neid, Konkurrenz und Missgunst zum Thema hat, ist mir so in literarischer Form noch nicht begegnet. Das macht für mich den Reiz der Neapolitanischen Saga aus, denn wenn wir ehrlich sind, haben auch wir bestimmt ab und zu solche Gedanken …

  • „Winter eines Lebens“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „This was a man“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 7
    Seitenzahl:  606
    ISBN:  978-3-453-42177-6

    Für die Cliftons und Barringtons kommt die Zeit, in der sich die verschlungenen Wege der beiden Familien und vielen Generationen zum letzten Mal kreuzen. Während für Giles Barrington und seine Frau Karin das Glück auf Messers Schneide steht, scheinen Harry und Emma Clifton am Gipfel ihrer Karrieren zu stehen. Doch dann melden sich alte Feinde zurück und das Spiel des Schicksals kommt zu tragischen Finale!

    Meine Meinung

    Nicht nur für uns, auch für die Cliftons und Barringtons kommt die Zeit, in der sich die verschlungenen Wege der beiden Familien zum letzten Mal kreuzen. Während für Giles und seine Frau Karin das Glück über Messers Schneide rutscht, scheinen Harry und Emma am Höhepunkt ihrer Karrieren zu stehen. Natürlich melden sich auch im finalen Band alte Feinde zurück und möchten noch ein letztes Mal aufbegehren!

    Jeffrey Archer hat auch hier wieder seine Schreiberkunst bewiesen und einen würdigen Abschluss seiner Familiengeschichte vorgelegt. Wenn man sich für das britische Bankenwesen, für Aktienkurse und börsennotierter Unternehmen interessiert, wird man in diesem Band wirklich nicht enttäuscht. Aber auch für englische Politik, Macht und Intrigen findet der Autor wieder genügend Platz.
    Und natürlich wartet auch dieser Roman mit einer guten Portion Liebe und Romantik auf …

    „Winter eines Lebens“ verbindet letztendlich alle Handlungsstränge und Personen miteinander und gibt uns auf viele noch offene Fragen die passenden Antworten. Dabei lässt sich die Geschichte wieder sehr flüssig lesen, obwohl sie in rasantem Tempo voran schreitet und eine spannende Wendung von der Nächsten abgelöst wird. Der eine oder andere Zeitsprung hat mich zwar doch etwas verwirrt, machte aber letztendlich Sinn. Die Anziehungskraft der Geschichte ist wie immer perfekt und auch das „Spiel des Schicksals“ kommt zum tragischen Finale!

    Natürlich dürfen wir uns in diesem Buch auch nochmal an den immer wiederkehrenden, abstrusen Intrigen der Virginia Fenwick erfreuen …

    Was soll ich euch jetzt über das Ende der Geschichte erzählen?
    Es ist absolut rund geschrieben, gefühlvoll, mitreißend und endet mit der perfektesten Rede aus Giles Barringtons Feder, die man sich nur denken kann. Die letzten Seiten haben mich vollkommen zerstört und Rotz und Wasser heulend zurückgelassen, was mir schon wirklich lange nicht mehr passiert ist …
    Ein außerordentlich gefühlvoller und ergreifender Abschluss!

    Jeffrey Archer hat sieben Bücher geschrieben und eine Jahrhundertchronik erschaffen!
    Jede Sekunde war ein Vergnügen für mich!

  • „Möge die Stunde kommen“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „Comet the hour“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 6
    Seitenzahl:  589
    ISBN:  978-3-453-42167-7

    Für die Familien der Cliftons und Barringtons, deren Wege seit Jahrzehnten miteinander verbunden sind, kommen schwere Stunden. Giles Barrington setzt seine Karriere als Politiker für eine große und gefährliche Liebe aufs Spiel, während Emma Clifton eine schwere Entscheidung treffen muss, die für ihren Mann Harry alles verändern könnte. Doch dann erfolgt ein Schicksal, mit dem niemand gerechnet hat …

    Meine Meinung

    Auch der inzwischen sechste und vorletzte Band der Clifton-Saga liest sich so spannend wie ein Krimi …

    Nachdem der Prozess gegen Virginia Fenwick endlich überstanden ist, versucht Emma Clifton sich wieder voll und ganz auf ihre Arbeit als Vorstandsvorsitzende des Familienunternehmens zu konzentrieren. Doch in ihrem Leben gibt es schon bald einige einschneidende Veränderungen und Emma muss wichtige Entscheidungen treffen. Eine davon könnte auch das Leben von ihrem Mann Harry für immer verändern. Dieser ist nach wie vor als Schriftsteller sehr erfolgreich und auch sein furchtloser Einsatz für den in Sibirien inhaftierten Anatoli Babakow hat seine Stellung und Bekanntheit nochmal gesteigert.
    Giles Barrington setzt indessen seine politische Karriere für seine große Liebe aufs Spiel und auch Sebastian, der Sohn von Emma und Harry, versucht sein privates Glück zu finden.
    Sie alle ahnen noch nicht, dass so Manches ganz anders laufen wird, als von ihnen gedacht …

    Auch „Möge die Stunde kommen“ schließt wieder nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an, der mit einem großen Cliffhanger endete. Hilfreich ist hier der Prolog, der die letzten Seiten des 5. Bandes nochmals zur Erinnerung wiedergibt. So ist man sofort wieder mitten in der Geschichte, die wie gewohnt schnell an Fahrt aufnimmt!

    Im Mittelpunkt stehen weiterhin Emma und Harry Clifton und ihr Sohn Sebastian, der inzwischen erwachsen ist und ebenfalls zu den Hauptfiguren gehört. Ein Charakter der sich immer tiefer in mein Herz schleicht und den ich wirklich gerne verfolge. Und natürlich sind auch Giles und Grace Barrington wieder mit von der Partie. Jeder von ihnen hat mit eigenen, teils dramatischen Ereignissen zu kämpfen, die für mich wie immer sehr spannend zu verfolgen waren. Freud und Leid liegen oft nah beieinander. Neue Intrigen und Verschwörungen werden gesponnen und auch viele alte Bekannte kommen wieder ins Spiel.

    Jeffrey Archers Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und bildgewaltig. Er kommt bei den einzelnen Abschnitten sehr schnell auf den Punkt, wird dadurch niemals langatmig und alles ist unheimlich gut miteinander verknüpft. Dennoch wartet er mit Wendungen auf, auf die ich so nie gekommen wäre. Gerade das mag ich an der Clifton-Saga sehr!

    Ein großes Highlight war für mich auch die Rede von Harry Clifton, als er in Vertretung für Anatoli Babakow dem Nobelpreis entgegen nahm. Grandios von Jeffrey Archer geschrieben, spiegelt sie in meinen Augen auch heute noch den Zeitgeist wieder.

    Der Autor schafft es auf wunderbare Art, diese Familiengeschichte vor einem historischen Gesamtbild zu erzählen, das mich als Leser wirklich fasziniert und mitnimmt.

  • „Meine geniale Freundin“ | Elena Ferrante

    Titel im Original:  „L`amica geniale“
    Autor:  Elena Ferrante
    Aus dem Italienischen übersetzt von Karin Krieger
    Verlag:  Suhrkamp Verlag
    Genre:  Roman
    Neapolitanische Saga, Band 1
    Seitenzahl:  423
    ISBN:  978-3-518-42553-4

    Sie können unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen, in Neapel der 50er Jahre. Und sei werden es über sechs Jahrzehnte bleiben, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen

    Meine Meinung

    Dank der Cliftons ist in diesem Sommer mein Fieber für „Familiengeschichten“ neu entbrannt und „Meine geniale Freundin“, also der Beginn der Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante reiht sich wunderbar in diese Leselust mit ein!

    Lila und Elena sind seit ihrer Kindheit Freundinnen. Trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere hält ihre Beziehung nun schon seit über sechs Jahrzehnte. Doch nun ist Lila verschwunden!
    Für Elena Grund genug, um sich an ihre gemeinsame Kindheit und Jugend  zu erinnern …

    Die eigentliche Geschichte beginnt mit einem Telefongespräch und dem Verschwinden Lilas. Wollte sie, trotz Familie und geregeltem Leben, schon seit dreißig Jahren spurlos abtauchen? Mit dem Beginn der Rückblenden schlägt die Autorin einen gänzlich neuen, sehr literarischen Tonfall an, der in diesem Fall aber überhaupt kein Manko ist. Die Geschichte wirkt dadurch nie gewollt oder gar langweilig. Ganz Gegenteil gewöhnt man sich sehr schnell an das etwas zurückgenommene Tempo und bekommt zum Lohn eine Reihe von überaus präzisen Charakterstudien und jede Menge Lokal- und Zeitgeschehen, so dass man völlig eintaucht in das Lebensgefühl und den Rhythmus im Neapel der 50er Jahre.

    Wer sich also in die Vergangenheit Italiens entführen lassen möchte, ist in diesem Roman genau richtig. Hier werden nicht nur das Erwachsenwerden unserer Protagonisten und deren innige, aber auch toxische Freundschaft thematisiert, auch Eifersucht, Intrigen und Hass finden immer wieder ihren Platz. Elena Ferrantes Schreibstil wirkt auf mich überzeugend, realistisch und mitreißend. Ein Lehrstück über die „gute alte Zeit“ Italiens und ein realistischer Einblick in die Lebensweise in einem neapolitanischen Elendsviertel, das hier definitiv nicht romantisiert wird.

    Die Autorin besticht mit einem außergewöhnlichen Schreibstil. Wortgewand, punktgenau und klar in ihrer Aussage. Dennoch schreibt sie modern, altersgerecht und wunderbar bildhaft.

    Durch den voyeuristischen Erzählstil, bekommen wir Einblick in die Gedankenwelt und das Gefühlsleben, aber auch in das sexuelle Heranreifen unserer beiden Protagonisten. Welch ein Unterschied doch zwischen den beiden Mädchen besteht:  Die eine will die Verhältnisse durch Ehrgeiz und Leistung überwinden, während die Zweite einen gutsituierten Jungen kennenlernt und ihn noch im Teenageralter heiratet. Für mich ein Erwachsenwerden in eine mir völlig fremde Kultur, das mit großem Einfühlungsvermögen für die Psyche junger Mädchen erzählt wird.

    „Meine geniale Freundin“ ist ein gelungener Auftakt der Neapolitanischen Saga und eine Geschichte, die – im Gegensatz zu manch anderer – völlig zu Recht nun schon so lange auf der Bestsellerliste vertreten ist!

  • „Für immer die Deine“ | Jana Voosen

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Autor:  Jana Voosen
    Verlag:  Heyne
    Genre:  Historischer Roman
    Seitenzahl:  348
    ISBN:  978-3-453-42311-4

    Altes Land, 1939: Es ist ein Skandal, der das Dorf Jork wochenland in Atem hält. Die erst 17-jährige Tochter des wohlhabenden Obstbauern Landahl erwartet ein Kind vom Sohn des Pfarrers. Das junge Paar ist glücklich, doch als der Zweite Weltkrieg ausbricht, muss Fritz an die Front, und Klara schlägt sich mit ihrem Sohn alleine in einer keinen Wohnung in Hamburg durch. Als sie entdeckt, dass der alte Mann in der Dachgeschosswohnung über ist nicht der ist, für den er sich ausgibt, trifft Klara eine folgenschwere Entscheidung.

    Hamburg, 2019: Die frisch getrennte Journalistin Marie stößt bei ihren Recherchen zu einem Artikel auf die Lebens- und Liebesgeschichte von Klara und Fritz Hansen. Sie ahnt nicht, dass die Begegnung mit den beiden ihr eigenes Leben maßgeblich beeinflussen wird.

    Meine Meinung

    Schon als Kinder waren Klara und Fritz unzertrennlich. Zusammen machten sie die heimischen Höfe unsicher, spielten „Vater-Mutter-Kind“ und Fritz versprach seiner Klara schon damals „Wenn ich groß bin heirate ich nur dich“. Aus diesem Versprechen wurde die ganz große Liebe! Doch der Beginn des Zweiten Weltkrieges setzt dem jungen Glück ein jähes Ende: Fritz muss an die Front!
    Klara bleibt alleine mit ihrem gemeinsamen Sohn Paul in Hamburg zurück und macht das Beste aus ihrer Situation. Sie freundet sich mit dem älteren Herrn aus der Wohnung über ihr an, doch muss sie schon bald feststellen, dass er nicht der ist, für den er sich ausgibt. Klara trifft eine folgenschwere Entscheidung die ihr Leben in den Grundfesten erschüttern wird!

    „Für immer die Deine“ ist ein wunderbarer zeitgeschichtlicher Roman, über die Liebe und deren Tücken. Die Handlung ist so gefühlvoll und herzschmeichelnd erzählt, dass sich mir viele Szenen ins Herz gebrannt haben!

    Die Geschichte wird dem Leser in Rückblenden aus Klaras Sicht während eines Interviews wiedergegeben. Wir begleiten Sie und ihren Mann durch alle Stationen ihres Lebens, erleben mit wie sich aus der Kinderfreundschaft zuerst Verliebtheit und danach die große Liebe entwickelt und am Ende beide für ihre Gefühle und ihre Zukunft kämpfen müssen.
    Vor der Kulisse des Zweiten Weltkrieges, der ja ohnehin schon viele Entbehrungen mit sich bringt, spinnt Jana Voosen eine sehr interessante und aufwühlende Geschichte. Dabei verlor Klara zwar bei mir einiges an Sympathie, die Autorin findet aber einen sehr guten Weg aus der Dramatik und konnte auch mich am Ende wieder mit unserer Protagonistin versöhnen.

    Fritz wird in Polen schwer verwundet und auch die Szenen im Lazarett konnte mir die Autorin sehr glaubwürdig näher bringen, was für einen Liebesroman in meinen Augen nicht alltäglich ist. Der Marsch der jüdischen Bewohner ins Ghetto, ein Schuss im Wald! Schmerzhaft realistisch dargestellt!

    Das natürlich auch die Journalistin Marie ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen hat, muss ich vermutlich nicht dazusagen. Ihre Geschichte ist zwar nicht direkt mit der von Fritz und Klara verstrickt, Marie steht aber vor vielen Entscheidungen und versucht aus Klaras Erzählungen für sich selbst eigene Antworten abzuleiten. So intensiv die Lebensgeschichte im Zweiten Weltkrieg dargestellt wurde, so oberflächlich und in meinen Augen auch falsch fand ich die Geschichte um Marie! Das Interview ist natürlich der Leitfaden durch das Buch, aber ich hätte mir mehr davon erwartet.

    „Für immer die Deine“ zeigt eine Liebe, die trotz aller schicksalhafter Wendungen niemals aufgehört hat zu bestehen und die uns vielleicht auch ein bisschen als Vorbild dienen sollte!