• „Winter eines Lebens“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „This was a man“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 7
    Seitenzahl:  606
    ISBN:  978-3-453-42177-6

    Für die Cliftons und Barringtons kommt die Zeit, in der sich die verschlungenen Wege der beiden Familien und vielen Generationen zum letzten Mal kreuzen. Während für Giles Barrington und seine Frau Karin das Glück auf Messers Schneide steht, scheinen Harry und Emma Clifton am Gipfel ihrer Karrieren zu stehen. Doch dann melden sich alte Feinde zurück und das Spiel des Schicksals kommt zu tragischen Finale!

    Meine Meinung

    Nicht nur für uns, auch für die Cliftons und Barringtons kommt die Zeit, in der sich die verschlungenen Wege der beiden Familien zum letzten Mal kreuzen. Während für Giles und seine Frau Karin das Glück über Messers Schneide rutscht, scheinen Harry und Emma am Höhepunkt ihrer Karrieren zu stehen. Natürlich melden sich auch im finalen Band alte Feinde zurück und möchten noch ein letztes Mal aufbegehren!

    Jeffrey Archer hat auch hier wieder seine Schreiberkunst bewiesen und einen würdigen Abschluss seiner Familiengeschichte vorgelegt. Wenn man sich für das britische Bankenwesen, für Aktienkurse und börsennotierter Unternehmen interessiert, wird man in diesem Band wirklich nicht enttäuscht. Aber auch für englische Politik, Macht und Intrigen findet der Autor wieder genügend Platz.
    Und natürlich wartet auch dieser Roman mit einer guten Portion Liebe und Romantik auf …

    „Winter eines Lebens“ verbindet letztendlich alle Handlungsstränge und Personen miteinander und gibt uns auf viele noch offene Fragen die passenden Antworten. Dabei lässt sich die Geschichte wieder sehr flüssig lesen, obwohl sie in rasantem Tempo voran schreitet und eine spannende Wendung von der Nächsten abgelöst wird. Der eine oder andere Zeitsprung hat mich zwar doch etwas verwirrt, machte aber letztendlich Sinn. Die Anziehungskraft der Geschichte ist wie immer perfekt und auch das „Spiel des Schicksals“ kommt zum tragischen Finale!

    Natürlich dürfen wir uns in diesem Buch auch nochmal an den immer wiederkehrenden, abstrusen Intrigen der Virginia Fenwick erfreuen …

    Was soll ich euch jetzt über das Ende der Geschichte erzählen?
    Es ist absolut rund geschrieben, gefühlvoll, mitreißend und endet mit der perfektesten Rede aus Giles Barringtons Feder, die man sich nur denken kann. Die letzten Seiten haben mich vollkommen zerstört und Rotz und Wasser heulend zurückgelassen, was mir schon wirklich lange nicht mehr passiert ist …
    Ein außerordentlich gefühlvoller und ergreifender Abschluss!

    Jeffrey Archer hat sieben Bücher geschrieben und eine Jahrhundertchronik erschaffen!
    Jede Sekunde war ein Vergnügen für mich!

  • „Möge die Stunde kommen“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „Comet the hour“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 6
    Seitenzahl:  589
    ISBN:  978-3-453-42167-7

    Für die Familien der Cliftons und Barringtons, deren Wege seit Jahrzehnten miteinander verbunden sind, kommen schwere Stunden. Giles Barrington setzt seine Karriere als Politiker für eine große und gefährliche Liebe aufs Spiel, während Emma Clifton eine schwere Entscheidung treffen muss, die für ihren Mann Harry alles verändern könnte. Doch dann erfolgt ein Schicksal, mit dem niemand gerechnet hat …

    Meine Meinung

    Auch der inzwischen sechste und vorletzte Band der Clifton-Saga liest sich so spannend wie ein Krimi …

    Nachdem der Prozess gegen Virginia Fenwick endlich überstanden ist, versucht Emma Clifton sich wieder voll und ganz auf ihre Arbeit als Vorstandsvorsitzende des Familienunternehmens zu konzentrieren. Doch in ihrem Leben gibt es schon bald einige einschneidende Veränderungen und Emma muss wichtige Entscheidungen treffen. Eine davon könnte auch das Leben von ihrem Mann Harry für immer verändern. Dieser ist nach wie vor als Schriftsteller sehr erfolgreich und auch sein furchtloser Einsatz für den in Sibirien inhaftierten Anatoli Babakow hat seine Stellung und Bekanntheit nochmal gesteigert.
    Giles Barrington setzt indessen seine politische Karriere für seine große Liebe aufs Spiel und auch Sebastian, der Sohn von Emma und Harry, versucht sein privates Glück zu finden.
    Sie alle ahnen noch nicht, dass so Manches ganz anders laufen wird, als von ihnen gedacht …

    Auch „Möge die Stunde kommen“ schließt wieder nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an, der mit einem großen Cliffhanger endete. Hilfreich ist hier der Prolog, der die letzten Seiten des 5. Bandes nochmals zur Erinnerung wiedergibt. So ist man sofort wieder mitten in der Geschichte, die wie gewohnt schnell an Fahrt aufnimmt!

    Im Mittelpunkt stehen weiterhin Emma und Harry Clifton und ihr Sohn Sebastian, der inzwischen erwachsen ist und ebenfalls zu den Hauptfiguren gehört. Ein Charakter der sich immer tiefer in mein Herz schleicht und den ich wirklich gerne verfolge. Und natürlich sind auch Giles und Grace Barrington wieder mit von der Partie. Jeder von ihnen hat mit eigenen, teils dramatischen Ereignissen zu kämpfen, die für mich wie immer sehr spannend zu verfolgen waren. Freud und Leid liegen oft nah beieinander. Neue Intrigen und Verschwörungen werden gesponnen und auch viele alte Bekannte kommen wieder ins Spiel.

    Jeffrey Archers Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und bildgewaltig. Er kommt bei den einzelnen Abschnitten sehr schnell auf den Punkt, wird dadurch niemals langatmig und alles ist unheimlich gut miteinander verknüpft. Dennoch wartet er mit Wendungen auf, auf die ich so nie gekommen wäre. Gerade das mag ich an der Clifton-Saga sehr!

    Ein großes Highlight war für mich auch die Rede von Harry Clifton, als er in Vertretung für Anatoli Babakow dem Nobelpreis entgegen nahm. Grandios von Jeffrey Archer geschrieben, spiegelt sie in meinen Augen auch heute noch den Zeitgeist wieder.

    Der Autor schafft es auf wunderbare Art, diese Familiengeschichte vor einem historischen Gesamtbild zu erzählen, das mich als Leser wirklich fasziniert und mitnimmt.

  • „Die Wege der Macht“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „Mightier than the Sword“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 5
    Seitenzahl:  587
    ISBN:  978-3-453-41992-6

    Die Wege der Familie Clifton und Barrington sind gezeichnet von Glück und Leid, von Machtspielen und Schicksalsschlägen. Während sich sein Jugendfreund Giles in eine Frau mit dunkler Vergangenheit verliebt, reist Harry Clifton nach Sibirien. Harry will dem dort inhaftierten Schriftsteller Babakow helfen – und bringt sich damit in große Gefahr. Auch für seine Frau Emma, die der Barrington-Gesellschaft vorsteht, schlägt eine schwere Stunde …

    Meine Meinung

    „Die Wege der Macht“ ist inzwischen der 5. Band der packenden Clifton-Saga und schließt nahtlos an die dramatischen Ereignisse am Ende des Vorgängers an.

    Nachdem die Jungfernfahrt des Passagierschiffes „MV Buckingham“, dem ersten Luxusliner der Barrington Schifffahrtsgesellschaft, nur knapp einer entsetzlichen Katastrophe entkommen konnte, versucht die Vorstandsvorsitzende Emma Clifton weiterhin alles, um das traditionsreiche Familienunternehmen am Laufen zu halten und den Vorstand auf ihrer Seite zu behalten. Doch neue Intrigen lassen nicht lange auf
    sich warten …
    In der Zwischenzeit versucht Harry, der sich als erfolgreicher Schriftsteller einen Namen machen konnte, alles, um den in Sibirien inhaftierten Autor Anatoli Babakow zu helfen. Dafür nimmt er eine gefährliche Reise in Kauf und gerät in eine Situation, mit der er niemals gerechnet hätte…
    Auch die Wege der anderen Familienmitglieder sind nicht immer einfach, wie es Sebastian Clifton und sein Onkel Giles Barrington schon bald zu spüren bekommen!

    Um dem Leser den Einstieg in die Geschichte zu erleichtern, gibt uns der Prolog nochmal einen sehr hilfreichen Rückblick auf die letzten Geschehnisse und so wird auch der fiese Cliffhanger aus dem letzten Band gleich zu Beginn des Buches aufgelöst. Auch danach geht es sofort packend weiter:  Die Schwerpunkte der Geschichte wurden sehr gut zwischen den Protagonisten aufgeteilt.  Alle haben ihre unterschiedlichen Themen, die von Jeffrey Archer spannend und mitreißend, aber dennoch locker und leicht erzählt wurden. Freude und Erfolg, aber auch Leid und Missgunst haben hier ihren Platz! Intrigen und Verschwörungen, die auch diesmal für mich nie langweilig wurden. Die ganzen Verwicklungen sind raffiniert und völlig unvorhersehbar.

    Leider konnte mich der Handlungsstrang um Harry und Anatoli Babakov nur bedingt überzeugen. Hier haben mir leider die konkreten Anhaltspunkte für Harrys Aktionismus gefehlt. Wie kam er auf Babakov? Warum gerade er? Und Warum verbeißt er sich so in dessen Lebensgeschichte?
    Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits!

    Der Schreibstil ist dennoch flüssig, die Handlung an vielen Stellen rasant und in Kombination mit den kurzen ruhigeren Abschnitten ein tolles Leseerlebnis. Es gibt ein fesselndes Ende und natürlich auch den schon berühmten bitterbösen Cliffhanger …

    Wieder ein gelungener Band der Clifton-Saga!
    Ein Roman, der im historischen Bereich angesiedelt ist, sich aber so spannend wie ein Krimi liest!

  • „Im Schatten unserer Wünsche“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „Be careful what you wish for“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 4
    Seitenzahl:  540
    ISBN:  978-3-453-41991-9

    Bristol 1957: Der Vorsitzende der Barrington Schifffahrtgesellschaft wird zum Rücktritt gezwungen – für Emma Clifton ist dies die Gelegenheit, den Posten zu übernehmen und Macht über die Gesellschaft zu gewinnen. Doch die tragischen Ereignisse um ihren Sohn Sebastian, der in einen Autounfall verwickelt wurde, legen einen Schaffen über Emma und ihren Mann Harry …

    Meine Meinung

    Im vierten Band der Clifton-Saga bekommt Harrys und Emmas Sohn Sebastian den größten Raum. Er hat seinen Autounfall überlebt und lernt während seines langen Krankenhausaufenthaltes den Bankier Cedric Hardcastle kennen. Dieser ist aufmerksam, spitzfindig und bekommt sehr schnell mehr von den intriganten Machenschaften des Industriellen Don Martinez mit. Er hilft dem Vorstand der Barrington Schifffahrtsgesellschaft und damit auch der Familie Clifton gegen dessen Angriffe zu bestehen. Für mich war es wirklich Spannend gerade die Geschäfte an der Böse mitzuverfolgen und daraus alle weiteren Strippen zu ziehen. Und am Ende sticht ein neu gebautes Passagierschiff in See …

    Die Charaktere sind inzwischen gut bekannt und haben ihren Platz im Leben gefunden. Giles kandidiert fürs Oberhaus, Harry ist Bestsellerautor und Emma die Vorstandsvorsitzende des Familienunternehmens. Ihre Kinder Sebastian und Jessica sind erwachsen, erfolgreich und haben ihre eigenen Sorgen. Natürlich bekommen auch einige der Nebenfiguren aus den vorherigen Bänden wieder eine tragende Rolle: So handelt Major Alex Fisher schon wieder mit Aktienpaketen und Lady Virginia versprüht ihr Gift.

    Auch in „Im Schatten unserer Wünsche“ wird die Geschichte wieder in mehreren Hauptkapiteln aus den diversen Sichten unterschiedlicher Personen erzählt, die den Weg unserer Protagonisten zwischen den Jahren 1957 bis 1964 begleiten. Dabei lesen wir von schicksalhaften Wendungen und wichtigen Entscheidungen, die das Leben Vieler betreffen.
    Diese Perspektiven beziehen sich selten auf ein und dieselbe Handlung, wodurch es zu einem sehr zielgerichteten und flotten Handlungsfortlauf kommt. Die angesprochenen Themen sind vielschichtig und werden interessant an den Mann gebracht. Dabei tut die bildgewaltige Sprache natürlich ihr übriges!

    Der Autor nimmt an entscheidenden Stellen immer wieder Bezug auf bisher wesentliche Geschehnisse und hilft damit dem Leser wieder gut in die Geschichte zurück zu finden.

    Leider werden die zeitgeschichtlichen Fakten zugunsten der Liebesgeschichten, Affären und familiärer Skandale im Laufe der Reihe merkbar weniger, Jeffrey Archer leistet aber dennoch eine sehr gute Reche was die angeschnittenen Themen betrifft.

  • „Erbe und Schicksal“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „Best kept Secret“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 3
    Seitenzahl:  510
    ISBN:  978-3-453-47136-8

    England, 1945: Der Zweite Weltkrieg ist beendet. Harry Clifton, der sich aus den Hafendocks Bristols hochgearbeitet hat, und sein treuer Jugendfreund Giles Barrington, haben diese finstere Zeit überlebt. Harry scheint endlich sein Glück mit Emma Barrington finden zu können, Giles beschreitet voller Hoffnung den steinigen Weg in die Politik. Doch lange Schatten drohen auf beide Familien zu fallen. Es beginnt eine neue Epoche voller Intrigen und Verrat.

    Meine Meinung

    In „Erbe und Schicksal“ geht die spannende Geschichte um die Familien Barrington und Clifton weiter und umfasst diesmal die Jahre von 1945-1957. Wir befassen uns mit Sir Giles politischer Karriere, seiner Ehe mit Lady Virginia Fenwick und dem unrühmlichen Ende dieser.
    Auch das Schifffahrtsunternehmen der Barringtons musste während des Zweiten Weltkrieges starke Veränderungen hinnehmen, was gerade für Emma eine neue Zeit in ihrem Leben einläutet!

    Auch die nächste Generation, also Harrys und Emmas Sohn Sebastian, bekommt  in diesem Buch das erste Mal einen festen und durchaus sehr großen Platz in der Geschichte. Ein Teil der mir besonders gut gefallen hat.

    Jeffrey Archer hat ein Talent dafür, seine Charaktere in immer wieder neue gesellschaftliche Konflikte hineinzuführen. Auch wenn diese oft sehr schwerwiegend sind, wirken die Szenen dennoch leicht und mitreißend und wurde von dem Autor mit der genau richtigen Dosis an Details versehen. So begleiten wir auch die  dramatischen Verhandlung um die Erbfolge der Barringtons. Dabei obliegt es dem „Haus of Lords“ festzustellen, wer das Vermögen rechtmäßig erben soll. Harry sitzt im Verhandlungssaal direkt neben seinem besten Freund und ist sich sehr bewusst, dass die Entscheidung der Lords seine Verbindung zu Emma für immer zerstören könnte …
    Dabei kann man wirklich froh sein, dass es Ende der 40er Jahre noch keine DNA-Forschung gab und es nicht möglich war, aufgrund von medizinischen Untersuchungen eine genaue Zuordnung der Familien festzustellen. Wer weiß, wie die Entscheidung sonst ausgefallen wäre!

    „Erbe und Schicksal“ ist auch bei den Widersachern unserer Protagonisten stark aufgestellt. Der zwielichtige Major Alex Fisher, ein Vorgesetzter von Sir Giles aus Kriegstagen aber auch der Argentinier Don Pedro Martinez, dessen Sohn ein Schulfreund Sebastians ist, kommen hinzu und sorgen für temporeiche Wendungen und uneingeschränkte Spannung.

    Auch wenn ich erst beim dritten Band dieser Familiensaga bin, kann ich doch sagen, das sie mit Abstand das spannendste ist, dass ich in letzter Zeit gelesen habe. Jeffrey Archer hat mich endlich wieder zu den historischen Epen zurückgebracht und dafür bin ich ihm wirklich sehr dankbar …

  • „Das Vermächtnis des Vaters“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „The Sins of the Father“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 2
    Seitenzahl:  469
    ISBN:  978-3-453-47135-1

    Harry Clifton, aufgewachsen bei den Hafendocks in Bristol, und Giles Barrington, Nachkömmling einer großen Schiffahrt-Dynastie, verbindet seit ihrer Jugend eine tiefe Freundschaft. Aus der Enge des Arbeitermilieus hat Harry es auf eine Eliteschule geschafft und steht als junger Mann jetzt an der Seite seiner großen Liebe Emma, der Schwester von Giles. Mit dem Eintritt Englands in den Zweiten Weltkrieg 1939 werden die Schicksale beider Familien erschüttert. Giles gerät in Kriegsgefangenschaft und Harry verschlägt es von Bristol nach New York, wo er eines Mordes angeklagt und verhaftet wird. Emma mach stich auf, um den Mann zu retten, den sie liebt …

    Meine Meinung

    Nachdem wir in „Spiel der Zeit“ mit einem grandiosen Finale zurückgelassen wurden, musste ich sofort den zweiten Teil der Saga zur Hand nehmen …

    Zu Beginn gibt es noch einige kleine Rückblenden auf die bisherige Handlung, die aber geschickt in die fortlaufende Erzählung einfließen. Die große Liebe zwischen Emma und Harry scheint unter keinen sehr glücklichen Stern zu stehen. Obwohl die Beiden unter tragischen Umständen auseinander gerissen wurden, glaubt Emma immer noch daran, dass für sie alles wieder gut werden wird. Alleine schon wegen ihres gemeinsamen Sohnes Sebastian. Sie will Harry wiederfinden und sie glaubt einfach nicht daran, dass er tot ist …
    Und zu Recht: Da Harry sich bei seiner Überfahrt nach Amerika als Tom Bradshaw ausgegeben hat, wird dieser wegen Mordes festgenommen …

    Auch in „Das Vermächtnis des Vaters“ blieb Jeffrey Archer seinem komplexen und außergewöhnlichen Erzählstil treu, wobei er in diesem Band nur sehr wenige Episoden aus Harrys Sicht erzählen lässt. Der Löwenanteil der Geschichte stehen Emma und Giles zu. Leider hatte dies zu Beginn des Buches, gerade was unseren Harry betrifft, für mich einen eher entfremdenden Charakter. Am Ende ist die Geschichte aber absolut Rund und Stimmig.

    Harrys Geschichte bleibt spannend und er selbst entwickelt sich zu einem großartigen jungen Mann mit Ecken und Kanten. Er ist entschlossen, klug und auch wenn seine Taten im ersten Moment oft sehr spontan und impulsiv wirken, ist es doch meistens durchdacht und führt zum gewünschten Ziel.
    Auch Emma Barringtons ist nicht einfach das reiche Mädchen, das vom Leben keine Ahnung hat. Was sie nicht weiß, das eignet sie sich an und nimmt dabei sehr viele Unannehmlichkeiten in Kauf. Genauso zielstrebig begibt sie sich auch auf die Reise nach Amerika um Harry wieder zu finden.
    Ihr Bruder Giles hingegen nimmt die Nachricht vom Tod seines besten Freundes mehr mit als Gedacht. Er meldet sich freiwillig zur Wehrdienst und gerät in deutsche Kriegsgefangenschaft. Um diesen und vielen anderen Schwierigkeiten zu entgehen wählt er oft Wege, die man ihm gar nicht zugetraut hätte …

    Leider wurde auf einige wichtige Themen nur sehr sporadisch eingegangen. So heiratet Harrys Mutter im Laufe der Geschichte und  wir als Leser bekommen zwar mit, dass ihr drei stattliche Mannsbilder den Hof machen, warum ihre Entscheidung aber letztendlich auf ihren zukünftigen Ehemann fällt bleibt für uns unbekannt. Auch Harrys Verletzung, die für ihn seine Zeit an der Front beendet, wird zwar angeschnitten, aber größtmöglich umgangen!
    Ich hoffe, Jeffrey Archer kommt hier in den nächsten Bänden noch mit etwas mehr Details um die Ecke!

    Alles in Allem also ein würdiger Nachfolger und ich freue mich schon auf den nächsten Band der Clifton-Saga!

  • „Spiel der Zeit“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „Only time will tell“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 1
    Seitenzahl:  558
    ISBN:  978-3-453-47134-4

    England, um 1930: Der junge Harry Clifton wächst bei den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrts-Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind …

    Meine Meinung

    „Spiel der Zeit“ ist der Auftakt eines packenden Familienepos aus der Feder des britischen Bestsellerautoren Jeffrey Archer.

    Harry Clifton ist ein aufgeweckter und intelligenter kleiner Junge aus ärmlichen Verhältnissen, der sich in den Hafendocks von Bristol herumschlägt. Seit sein Vater auf mysteriöse Weise verschwunden ist, versucht seine Mutter als Kellnerin die Familie über Wasser zu halten. Als Harry wegen seiner engelsgleichen Stimme ein Stipendium für ein Eliteinternat bekommt, nimmt sein Leben eine schicksalhafte Wendung. Auf der Schule lernt er Giles Barrington, den Erben einer Schifffahrts-Dynastie, kennen. Die beiden werden unzertrennlich, auch wenn Giles‘ Vater dieser Freundschaft ablehnend gegenüber steht.
    Als Harry sich in Giles‘ Schwester Emma verliebt, scheint sein Glück nun endgültig vollkommen. Zu diesem Zeitpunkt ahnen die Beiden noch nicht, auf welch tragische Weise ihre Familien miteinander verbunden sind …

    Familiengeheimnisse, Freundschaften, Liebe und Schicksal! Auch wenn „Spiel der Zeit“ nicht die literarische Vielschichtigkeit der Boddenbrooks besitzt, ist der Roman doch ein ernstzunehmender Konkurrent der alten Klassiker dieses Genre. Er besticht durch liebevolle Details, einer wunderbaren Sprache und einem mitreißenden und fesselnden Erzählstil. Dies liegt vor allem an den wechselnden Sichtweisen und Erzählsträngen in dieser Geschichte:  Auch wenn Harry Clifton als Hauptcharakter durch die Handlung führt, wechselt Jeffrey Archer immer wieder die Perspektive und erzählt aus Sicht der anderen Figuren weiter. Hinzu kommt, dass die jeweils erste Szene dieser Perspektiven mit einem Ich-Erzähler, die anderen dann mit einem personellen Erzähler in der dritten Person erzählt werden. Das ist für den Anfang etwas ungewöhnlich, entpuppt sich aber mit zunehmender Dauer als echter Glücksgriff für die Geschichte.
    Zwar erlebt man dadurch manche Szenen mehrfach, durch die neuen Blickwinkel ergeben sich aber immer wieder neue Mosaiksteinchen, die das Gesamtbilder der Geschichte vervollständigen …

    Durch diese ausgefallene Art des Schreibens lernen wir nicht nur Harry besser kennen, auch die anderen Charaktere und deren Gefühlslage werden lebendiger und für den Leser natürlich auch verständlicher. Selbst die Motive der nicht so positiven Menschen, die Harry im Laufe der Jahre begleiten, konnte ich am Ende respektieren! Man lebt und leidet mit den Protagonisten!

    Natürlich erfindet auch Jeffrey Archer das Genre nicht neu und auch er bedient sich an so manchem Klischee, dennoch konnte mich „Spiel der Zeit“ total von sich überzeugen und ich musste sofort mit dem zweiten Band der Clifton-Saga weitermachen …