• „Der Kuss der Lüge“ | Mary E. Pearson

    Titel im Original: „The Kiss of Deception“
    Autor: Mary E. Pearson
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Barbara Imgrund
    Verlag: Bastei Lübbe | One Verlag
    Genre: Fantasy | Jugendbuch
    Chroniken der Verbliebenen, Band 1
    Seitenzahl: 559
    ISBN: 978-3-8466-0036-8

    Ein Befehl, und das Licht gehorcht.
    Ein Wink von ihr, und Sonne, Mond und Sterne fallen auf die Knie und erheben sich wieder. Sie ist Lia, Königstochter von Morrighan. Am Tag ihrer Hochzeit entflieht sie ihrem goldenen Käfig und lässt ihr bisheriges Leben hinter sich.

    Weit entfernt von Morrighan heuert Lia in einer Taverne an. Dort lernt sie eines Abends zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sic zu beiden hingezogen. Und ahnt nicht, dass sie längst in größter Gefahr schwebt …

    Meine Meinung

    „Der Kuss der Lüge“ ist der Auftakt einer Fantasy-Reihe, die dank einer Freundin im letzten Jahr bei mir einziehen durfte. Obwohl wir hier bildgewaltig in eine aufregende Welt entführt werden, hatte ich doch ein bisschen an diesem Buch zu knabbern …

    Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch damit ist sie alles andere als einverstanden, sie möchte ihr Leben selbst bestimmen. Am Tag ihrer Abreise, der sie in das Königreich ihres zukünftigen Gatten führen soll, flüchtet sie zusammen mit ihrer Zofe Pauline und heuert weit entfernt in einer Taverne an. Noch nicht mal die besten Suchhunde ihres Vaters schaffen es, sie aufzuspüren. Gestärkt durch die neuen Aufgaben und das Vertrauen, das ihr entgegengebracht wird, blüht sie richtig auf!
    Kurze Zeit später lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr! Einer ist ihr verprellter Prinz, der andere ein Auftragsmörder! Aber wer ist wer?

    Die Geschichte war von Anfang bis Ende gut durchdacht. Mary E. Pearson hat einen sehr flüssigen Schreibstil. Eher ruhig mit einer unterschwelligen Spannung, die der Autorin zu Beginn in meinen Augen ein bisschen im Weg gestanden ist. Das erste Drittel des Buches zieht sich unglaublich in die Länge und nimmt erst viel Später so richtig Fahrt auf. Am Anfang musste ich mich immer ein bisschen zum weiterlesen überwinden, aber es hat sich eindeutig gelohnt.
    Die Kapitel sind aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Allen voran lernen wir so natürlich Lia kennen, doch dann erleben wir auch die Sichtweise des Prinzen, des Attentäters, die von Rafe und die von Kaden. Mary E. Pearson hat das sehr geschickt eingefädelt. Ich muss aber ehrlich gestehen, dass mir die Kapitel aus der männlichen Sicht doch deutlich besser gefallen haben, waren diese von Anfang an rasanter und actionreicher beschrieben.

    Die Autorin zeichnet in diesem Buch ganz wunderbare Charaktere, die mir nahe gegangen sind und die ich auch mit der Zeit sehr lieb gewonnen habe. Ich durfte mit Lia und Pauline mitfiebern, habe mit ihnen geweint und war in manchen Situationen genauso am Boden zerstört wie unsere beiden Protagonistinnen. Auch Kaden und Rafe sind sehr interessante Figuren und ich fand das Rätselraten um ihre Hintergründe, durchaus spannend. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Charaktere toll und überzeugend gestaltet sind und mit ihren Aufgaben in der Geschichte wachen.

    Auch wenn ich einige Schwierigkeiten mit diesem Buch hatte, freue ich mich schon darauf, den zweiten Band der Reihe zur Hand zu nehmen. Ich denke auch die Autorin wird sich im Laufe der Geschichte weiterentwickeln …

  • „Elias & Laia: Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ | Sabaa Tahir

    Titel im Original: „A Torch Against the Night“
    Autor: Sabaa Tahir
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Barbara Imgrund
    Verlag: Bastei Lübbe | One Verlag
    Genre: Fantasy | Jugendbuch
    Elias & Laia, Band 2
    Seitenzahl: 511
    ISBN: 978-3-8466-0038-2

    Das Schicksal hat Elias und Laia zusammengeführt und sie im Widerstand gegen das Imperium vereint. Gemeinsam fliehen sie aus Schwarzkliff, um im Gefängnis von Kauf Laias inhaftierten Bruder aus seiner Zelle zu befreien. Mit seinem Wissen könnte er von großem Wert sein für die Rebellen. Doch werden Elias und Laia es schaffen, sich unbemerkt bis ans andere Ende des Landes durchzuschlagen? Immerhin ist ihnen Helena dicht auf den Fersen. Und als rechte Hand des Imperiums hat sie einen klaren Auftrag: Die beiden Verräter zu finden und zu töten!

    Meine Meinung

    Was für eine tolle Fortsetzung! Nachdem „Die Herrschaft der Masken“ so actionreich geendet hat, habe ich mich eigentlich auf einen etwas ruhigeren Zwischenband eingestellt, aber weit gefehlt …

    Nach den schrecklichen Ereignissen des ersten Buches befinden sich Elias und Laia noch immer auf der Flucht vor dem Imperium. Sie müssen unter allen Umständen so schnell wie möglich und am besten auch noch unentdeckt Serra verlassen und sich irgendwie nach Kauf, dem gefürchteten Gefängnis der Martialen, durchzuschlagen. Laias Bruder Darrin ist dort nach wie vor den schrecklichen Folterungen ausgesetzt. Sein Wissen über das Geheimnis des berüchtigten Serrastahls könnte das Machtverhältnis zwischen Kundigen und Martialen ein für alle Mal verschieben.
    Verrat, Intrigen und Tod pflastern ihren Weg und auch Helena, als rechte Hand des Imperators, ist ihnen schon dicht auf den Fersen. Sie hat nur einen Auftrag:  „Töte den Verräter!“

    Der Schreibstil von Sabaa Tahir ist auch in „Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ unverändert bildgewaltig, atmosphärisch und wortgewandt. In diesem Buch verlassen wir die römisch-anmutende Umgebung und ziehen durch sandiges Wüstengebiet. Wie schon beim Vorgänger, wird die Geschichte abwechselnd aus Elias und Laias Perspektive geschrieben. Zusätzlich kommt als dritter Erzählstrang noch Helenas Sicht hinzu, was mich persönlich sehr freute, da ich sie schon im ersten Band sehr interessant fand.
    Auch hier bleibt die Geschichte gewaltbereit und brutal, jedoch meiner Meinung nach weitaus weniger stark als noch im ersten Teil, dafür nehmen die Fantasy-Elemente zu und machen die Geschichte abwechslungsreicher und interessanter.

    In „Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ konnte ich mich nun auch endlich mit Laia anfreunden. Sie wird im Laufe der Geschichte mutiger und wirkte auf mich offener. Ihre selbstmitleidigen Monologe verlieren sich mit der Zeit ganz! Wir könnten wirklich noch Freunde werden …

    Aber schauen wir erst mal, was der dritte Band für Überraschungen mit sich bringt!

  • „Die Queen von Manhattan“ | Jane Christo

    Autor: Jane Christo
    Verlag: Heartbeat Edition
    Genre: Liebesgeschichte | Roman
    Prinzessin von New York, Band 2
    Seitenzahl: 347
    ISBN: 978-1-5425-6131-0

    Der Mafia den Rücken zu kehren ist nichts für schwache Nerven. Als Julin der Boden zu heiß wird, bringt er Skyler nach St. Petersburg, doch dort fangen die Probleme erst an. Skylers Vater hat einen Profikiller auf sie angesetzt. Cesare, Oberboss aus Chicago, möchht sie dagegen lebend. Allen wollen ihr Geld zurück und nur Skyler kann es ihnen beschaffen. Doch sie denkt nicht daran, der italienischen Mafia zu altem Glanz zu verhelfen. Sie will kämpfen!

    Meine Meinung

    Nachdem mir „Die Prinzessin von New York“ ja wirklich gut gefallen hat, wollte ich in der Geschichte möglichst schnell weiterlesen. Vermutlich waren meine Erwartungen aber doch etwas zu hoch gesteckt!

    Die Verwüstung, die Skylar mit ihrem Virus im Netz der Mafia hinterlassen hat, zieht weite Kreise! Skyler und Julin sind nun schon seit zwei Jahren ein Paar. Eine Zeit, in der sie es geschafft haben, unter dem Radar der Italiener zu bleiben, die es nach wie vor auf sie abgesehen haben! Allem voran ihr verhasster Vater Silvio Rossi, der sogar Killer auf seine Tochter angesetzt hat.
    Auch Matteo hat in ihrem Leben wieder eine größere Rolle eingenommen. Skylers Stiefbruder hat sich bei den Outlow MC`s einen guten Namen gemacht und führt unter der Hand die Geschäfte.
    Nachdem Julin unerwartet vom Erdboden verschwindet und sich auch Skylars Situation drastisch zuspitzt, sind es Matteo und seine Männer, die sie und Claire mit Hilfe der Hacker aus deren explosiven Situationen retten.

    Skyler und Julin sind in diesem Band allgemein etwas weiter in den Hintergrund gerückt. Jane Christo legt ihr Augenmerk viel mehr auf die Entwicklung zwischen Matteo und Claire.

    Die Computerspezialisten der Mafia können den Virus mittlerweile zu Skyler zurückverfolgen und alle möglichen Seiten schmieden Pläne um den bestmöglichen Nutzen daraus zu ziehen! Wir sind hier bei der Maffia, was können wir uns schon anderes von den werten Herrschaften erwarten?!
    Aber dann geraten wir in ein Katz-und-Maus-Spiel der Extraklasse:  Wer nicht für die Sache ist, ist dagegen und muss natürlich beseitigt werde! Oft war mir überhaupt nicht klar, wohin das eigentlich führen soll. Zudem kommt es dann auch noch zu einer Rettungsaktion, die in meinem Augen mit „Rettung“ nicht viel zu tun hatte. Hauptsache man haut ordentlich drauf und zerstört was geht. Wenn noch was in die Luft fliegt, um so besser!

    Hat die Handlung für mich etwas zu viel Biss, sucht man den bei unseren Charakteren leider vergebens! Ich hab keine Ahnung was Jane Christo vor hatte, aber ich glaub, das ist in die Hose gegangen! Julin ist die meiste Zeit des Buches verschollen und Skyler zweifelt an jedem und allem. Vor allem aber an ihrer eigenen Existenz! Matteo soll als knallharter Biker dargestellt werden, aber der gute Junge kann mit einem einzigen Blick schon ganze Walnüsse knacken! Und dann trägt er seine langen Haare auch noch in einem Männerdutt! Jawohl!! Klischee, Olé!

    Dennoch kann ich dem Schreibstil der Autorin immer noch sehr viel abgewinnen. Die Szenen sind, wenn auch übertrieben in der Handlung, sehr gut beschrieben. Bildgewaltig und detailliert, wie auch schon im ersten Band. Sie schreibt spannend mit gut gewählten Formulierungen. Da steckt auf jeden Fall sehr viel Können dahinter!

    Leider war dieses Buch wirklich ein bisschen „Too much“ für mich!

  • „Die Prinzessin von New York“ | Jane Christo

    Autor: Jane Christo
    Verlag: Heartbeat Edition
    Genre: Liebesgeschichte | Roman
    Prinzessin von New York, Band 1
    Seitenzahl:  302
    ISBN: 978-1-5234-2378-1

    Skyler ist die einzige Tochter von Silvio Rossi, Oberhaupt eines der mächtigsten Syndikate in New York City. Um seine Position zu behaupten, muss ihr Vater sie mit einer der führenden Mafia-Familien verheiraten. Doch Skyler denkt nicht daran, sich an den Höchstbietenden verschachern zu lassen und taucht unter. In L. A. versucht sie einen Neuanfang, geht an die Uni und lernt Julin kennen.

    Julin „The Killer“ ist der Star der illegalen Untergrundkämpfe und mit seinen brutalen Siegen weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die beiden beginnen ein stürmisches Verhältnis und Skyler ist auf dem besten Weg, ihr Herz an den ungeschliffenen Champion zu verlieren, bis sie erfährt, wer er wirklich ist.

    Meine Meinung

    Tüllkleid, Sneakers und Patronen! Nicht nur der Klappentext, der schon sehr viel von unseren beiden Protagonisten preis gibt, sondern auch das Cover dieses Buchen, machen klar, dass es sich hier nicht um eine romantische Prinzessinnengeschichte handelt.

    Mit „Die Prinzessin von New York“ entführt uns Jane Christo in die Unterwelt des Big Apple, wo sich die italienische und die russische Maffia eiskalt bekriegen. Beiden Seiten möchten den größten Vorteil aus ihren Machenschaften herausschlagen und dafür ist ihnen jedes Mittel recht. Ganz nach dem Vorbild von Al Capone? Auf jeden Fall!
    Nicht sehr bildgewaltig oder gar ausschweifend, dafür aber mit rasanten Szenen, einem geraden und spritzigen Erzählstil und einer rotzfrechen Schnauze leitet uns die Autorin durch ihre Geschichte und bringt uns Skyler und Julin sehr authentisch näher. Zudem spielt sie sehr schön mit bewährten Klischees, die wir nur zu gut aus den alten schwarz/weißen Maffia-Filmen kennen!

    Skyler möchte ihren eigenen Platz in der Welt finden und sich entfalten. Einfach nur sie selbst sein, ohne ständig über die Schulter schauen zu müssen. Und Julin muss lernen, dass sie nicht das verwöhnte Püppchen ist, für das er sie immer gehalten hat. Beide haben sie die harte Schule ihrer Familien hinter sich, aber genau das brauchen sie in dieser Welt. Jede Schwäche könnte ausgenutzt werden. Dementsprechend nehmen sie kein Blatt vor den Mund und wissen sich ihrer Haut zu erwehren, denn Zurückhaltung ist hier nicht angebracht.

    Wer in diesem Buch rosaroten Wolken und Liebesgesäusel sucht, wird leider enttäuscht. Genau wie die Geschichte, so ist auch die Sprache oft derb und hart aber nicht unnötig brutal in ihrer Beschreibung. Es wird nichts beschönigt, aber auch nicht versucht den Leser zu schockieren.

    Natürlich kommt ein Roman mit dieser Hintergrundgeschichte auch nicht ohne erotische Szenen aus, aber diese sind wirklich knisternd und schön beschrieben.

    „Die Prinzessin von New York“ ist wieder mal ein Beweis dafür, dass es nicht immer tiefgründig und aussageschwanger sein muss. Ich konnte mich richtig gut in die Geschichte fallen lassen und habe jede Minute genossen.

  • „Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken“ | Sabaa Tahir

    Titel im Original: „An Ember in the Ashes“
    Autor: Sabaa Tahir
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Barbara Imgrund
    Verlag: Bastei Lübbe | One Verlag
    Genre: Fantasy | Jugendbuch
    Elias & Laia, Band 1
    Seitenzahl:  507
    ISBN: 978-3-8466-0009-2

    Wie überlebt man eine Welt, in der Männer mit silbernen Masken jeden Tag den Tod bringen können? Wie kann man sich selbst treu bleiben, wenn die Herrschenden des Imperiums alles dafür tun, voller Grausamkeit ein ganzes Volk zu unterjochen?

    Elias und Laia stehen auf ganz unterschiedlichen Seiten. Und doch sind ihre Wege schicksalhaft miteinander verknüpft. Während Elias dazu ausgebildet wird, die silberne Maske der Macht voller Stolz und ohne Erbarmen zu tragen, muss Laia täglich die Willkür der Herrschenden fürchten. Als ihre Familie ermordet wird und ihrem Bruder die Hinrichtung droht, schließt sie sich dem Widerstand an.

    Meine Meinung

    Mit „Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken“ entführt uns Sabaa Tahir in eine Welt voll Kampf und Unterdrückungen. Ein starkes Jugendbuch aus dem Genre High Fantasy, dass mich trotz einiger Herausforderungen, überzeugen konnte.

    Zum Einen begleiten wir hier Laia. Sie ist eine Kundige und auch wenn Ihresgleichen schon lange unter der Kontrolle der grausamen Martialen stehen, so ist sie doch glücklich in ihrem Leben, das sie zusammen mit ihren Großeltern und ihrem älteren Bruder Darin führt. Kurz bevor die Masken – die grausame Armee der Martialen – kommen um Darin zu holen, muss Laia erfahren, dass ihr Bruder ein ungeheures Verbrechen begangen hat. Als sie ihn entführen, schwört sie ihren Bruder zu befreien und dafür ist ihr kein Preis zu hoch.
    Auf der anderen Seite steht Elias. Er ist kurz vor seinem Abschluss in der Militärschule, wo er jahrelang gelernt hat, seine Maske mit Stolz und Macht zu tragen. Ohne Frage ist er auch einer der Besten, nur konnte er es nie genießen andere Menschen leiden zu sehen. Gerade als er denkt einen Ausweg aus dem System zu finden, werden er und seine beste Freundin Helena in einen tödlichen Wettkampf verwickelt, der alles in ihrem Leben entscheiden wird.

    Sabaa Tahir zeigt uns eine wunderbare Welt, die für mich Gefühlt zwischen dem Alten Rom mit ihren Gladiatoren und dem sandigen Arabien liegt. Wir schreiten durch sengende Hitze, erklimmen Klippen, müssen Kämpfe ausfechten und nicht nur eine Prüfung bestehen. Spione sind an der Tagesordnung, genauso wie grausame Bestrafungen, hinterlistige Fallen und Intrigen. Aber auch die Liebe und die Hoffnung, Mut, Stärke und Entschlossenheit kommen im ersten Band von „Elias & Laia“ nicht zu kurz.

    Die Autorin hat einen tollen bildgewaltigen Schreibstil. Auch wenn sie ihre Leser gleich von Beginn an mitten in die Action und somit in Entführung Darins wirft, bekommen wir ganz gezielt alle wichtigen Einzelheiten aus der noch unbekannten Welt mit. Ich hatte überhaupt keine Probleme dem Verlauf zu folgen. An manchen Stellen erschien es mir, als wolle sie durch Wiederholungen und Nachdruck gewisse Momente, Gefühlslagen und Situationen besonders hervorheben. Das wäre für mich gar nicht nötig gewesen, denn man bekommt als Leser sehr deutlich mit was erforderlich ist, um die Geschichte so zu begreifen, wie es Sabaa Tahir ihren Lesern nahebringen wollte.

    Zudem zeichnet sie wunderbare Charaktere. Starke Persönlichkeiten, die sich auch im Laufe der Kapitel immer weiterentwickeln. Zugegeben: Laia war für mich dennoch eher schwer zu verdauen, da sie zwei Drittel des Buches mit ihren Ängsten und Unsicherheiten zu kämpfen hatte.

    Die Autorin gerade für einschlägige Szenen (Kampfgefächte, Bestrafungen der Kommandantin, Prophezeiungen, Demütigungen, …) sehr viel Zeit um die doch oft sehr tragischen Geschehnisse ins rechte Licht zu rücken. In meinen Augen gibt es in keiner dieser Szenen nur Schwarz oder Weiß, man kann sehr oft zwischen den Zeilen lesen. Hierfür drosselt sie doch merklich das Tempo um ihnen den nötigen Raum zu geben.

    Auch wenn ich kein klassischer Fantasy- oder Jugendbuchleser bin, fand ich „Die Herrschaft der Masken“ wirklich lesenswert und ich freue mich schon auf den nächsten Band!

  • „Das Rosie-Effekt“ | Graeme Simsion

    Titel im Original: „The Rosie-Effect“
    Autor: Graeme Simsion
    Aus dem australischen Englisch übersetzt von Annette Hahn
    Verlag: Fischer Verlag
    Genre: Roman  |  Humor
    Don Tillman, Band 2
    Seitenzahl:  557
    ISBN: 978-3-596-52118-0

    Don Tillman, sozial ungelenker Wissenschaftler auf der Suche nach der großen Liebe, hat es geschafft: sein „Ehefrau-Projekt“ ist abgeschlossen, er lebt mit der umwerfenden Rosie glücklich verheiratet in New York. Und dann gibt es Neuigkeiten:  Rosie ist schwanger!

    Selbstverständlich will Don der perfekteste werdende Vater sein, den es je gab …

    Meine Meinung

    Herzlich Willkommen in der Welt von Rosie und Don! Es geht weiter …

    „Der Rosie-Effekt“ spielt einige Monate nach seinem Vorgängerband. Der kühle und rational denkende Genetiker Don Tillman und seine ihm frisch angetraute Ehefrau Rosie, sind nach New York gezogen. Dort möchte sie ihre Doktorarbeit zu Ende schreiben und Don hat eine gute Anstellung an ihrer Universität bekommen. Natürlich arbeiten die Beide auch noch immer in einer Cocktailbar und mixen Drinks, eine Leidenschaft, die Rosie in Don geweckt hat und dem beide treu geblieben sind!
    Doch schon nach wenigen Monaten wird Rosie schwanger! Von der Neuigkeit unerwartet getroffen, schlittert Don mit seiner schwangeren und damit nur noch halb so geduldigen Frau in eine handfeste Ehekrise …

    Mit seiner bereits im ersten Buch hervorstechenden logischen Denkweise macht sich Don an die Lösung seiner Probleme. Da ihm empathische Fähigkeiten weitgehend fremd sind, kann er nur durch Beobachtung lernen oder sich das nötige Wissen anlernen. „Der Rosie-Effekt“ ist genau wie sein Vorgänger aus Dons Ich-Perspektive geschrieben, so kann der Leser sehr gut nachvollziehen, welche Gedanken ihn bei seinen Weg beschäftigen. Mit Hilfe von Auflistungen und Tabellen erfasst er alles strukturiert und ohne emotionale Störungen. Ihr könnt euch denken, dass er mit seinem ungewöhnlichen Verhalten oft aneckt und in so manch schwierige Situation kommt …
    Eigentlich sollte man meinen, dass Rosie ihn mittlerweile kennt und seine Reaktionen einschätzen kann, doch Dons allerwichtigstes Anliegen ist es, allen Stress von ihr fern zu halten um seinem Kind nicht zu schaden. So beginnt Don viele Dinge zu verheimlichen und Missverständnisse auf allen Ebenen sind vorprogrammiert!

    Auch in diesem Buch hat der Autor auffallend gut über den Charakter und die Gedankengänge eines Aspergerpatienten recherchiert und geschrieben. Schon im ersten Band konnte Graeme Simsion mich überzeugen und das zieht sich hier grandios weiter. Das Tolle darin ist, dass er den Humor und nicht das Defizitäre einer Asperger-Persönlichkeit hervorhebt. Menschen mit Asperger haben es in unserer Gesellschaft nicht immer leicht und erfahren viel Ablehnung aufgrund ihrer Art zu Denken, zu Fühlen und zu Handeln. Gleichzeitig werden sie aber auch oft wegen ihrer Inselbegabung bewundert.
    Graeme Simsions Humor wirkt weder beleidigend noch zieht er Situationen unangenehm ins Lächerliche.

    Auch Dons Männerrunde Gene, George und Dave sorgen für manch humorvolle Szene!

    Insgesamt gesehen ist „Der Rosie-Effekt“ ein würdiger Nachfolger für „Das Rosie-Projekt“!

  • „Das Rosie-Projekt“ | Graeme Simsion

    Titel im Original: „The Rosie-Project“
    Autor: Graeme Simsion
    Aus dem australischen Englisch übersetzt von Annette Hahn
    Verlag: Fischer Verlag
    Don Tillman, Band 1
    Genre: Roman  |  Humor
    Seitenzahl:  432
    ISBN: 978-3-536-52083-1

    Don Tillman will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational. Was tun? Don entwickelt das „Ehefrau-Projekt“: Mit einem 16-seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden. Also keine, die raucht, trinkt, unpünktlich oder Veganer ist.
    Und dann kommt Rosie! Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin, Offensichtlich ungeeignet. Aber Rosie verfolgt ihr eigenes Projekt:  Sie sucht ihren biologischen Vater. Dafür braucht sie Dons Kenntnisse als Genetiker. Ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Don staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen und stellt fest: Gefühle haben ihre eigene Logik!

    Meine Meinung

    „Das Rosie-Projekt“ steht nun schon seit langer Zeit in meinem Regal und wartet darauf gelesen zu werden. Graeme Simson liefert uns hier eine Geschichte, die den Leser zwar zum Schmunzeln, aber in weiterer Folge doch sehr zum Nachdenken bringt.

    Die Welt der Gefühle ist für Don Tillman, einem hochintelligenten Professor für Genetik, wie ein weißer Fleck auf einer Landkarte. Er liebt seinen durchstrukturieren und minutiös verplanten Alltag und hat so überhaupt kein Verständnis für notorische Zuspätkommer, Raucher oder Frauen mit gefärbten Haaren. Jede Form von Chaos ist ihm ein Graus! Dennoch hat er den Gedanken bzw. die gesellschaftliche Konvention einer Eher noch nicht ad acta gelegt. Er startet das Projekt „Ehefrau“!
    Als die Barkeeperin, Raucherin und bekennende Vegetarierin Rosie in sein Leben tritt begibt er sich in das größte Abenteuer seines Lebens, in dem ein Highlight das Nächste jagt … und seine strukturierte Welt sehr schnell zum bröckeln beginnt!

    Bereits seit Sheldon Cooper versuchen uns die Medien, Menschen mit einer schweren sozialen Disharmonie, die auf die Diagnose Autismus bzw. Asperger zurückzuführen ist, auf einfachen Weg näher zu bringen. Auch wenn wir gerne über sie schmunzeln, sollen sie ihre Zuschauer und Leser für die Bedürfnisse, die mit diesem Krankheitsbild einhergehen sensibilisieren!
    Auch Graeme Simsion zeigt uns aus Dons Sicht die Welt und hält unserer eigenen Reaktion den Spiegel vor. Und das auf eine Weise, die mit Dons staubtrockenen, emotionslosen Kommentaren jede Menge Emotionen, aber auch Verständnis hervorruft. Allein schon die Erklärung, warum man nach 15:48 Uhr keinen Kaffee mehr trinken sollte, hat mich schwer überzeugt!

    Don glaubt von sich selbst, er sei nicht fähig Gefühle zu haben. Auch bezeichnet er sich selbst als sozial nicht kompatibel, da er mangels Gesellschaft sich nicht mit dessen Verhaltensregeln auskennt und sie auch gar nicht versteht. Aber genau diese Ausrutscher und seine ungewöhnliche Art die Welt zu organisieren machen Don sehr sympathisch und haben mir wieder in einigen Situationen die Augen geöffnet. Auf der einen Seite schafft sein Verhalten Unverständnis, auf der anderen Seite Bewunderung und je weniger die Menschen seine Eigenarten beachten, umso normaler wird Don!

    Der Schreibstil des Autors gefällt mir sehr gut. Er ist direkt, treffend, flüssig und ausdrucksstark!

    „Das Rosie-Projekt“ ist ein kluges Buch über Beziehungen, wie sie zustande kommen und der Tatsache, dass es schön ist, ein bisschen anders und verrückter zu sein!

  • „Echo der Hoffnung“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original:  „An Echo in the Bone“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 7
    Seitenzahl:  1.188
    ISBN:  978-3-426-52266-0

    In den amerikanischen Kolonien ist der Krieg ausgebrochen, doch Jamie Fraser und seine geliebte Frau Claire, Zeitreisende aus dem 20. Jahrhundert, weigern sich, zu den Waffen zu greifen. Denn heißt es nicht, die Feder sei mächtiger als das Schwert?

    Jamie beschließt, die Rebellen mit Flugblättern zu unterstützen, aber seine Druckerpresse steht noch in Schottland. Und so nehmen Jamie und Claire Abschied von Fraser`s Ridge und treten eine lange gefährliche Schiffsreise über den Atlantik an

    Meine Meinung

    Mit „Echo der Hoffnung“ bin ich nun am aktuellen Stand der Reihe angelangt!
    Natürlich gibt es noch den Folgeband „Ein Schatten von Verrat und Liebe“ in der ersten deutschen Ausgabe, da ich aber doch schon sehr auf die Übersetzung von Barbara Schnell eingestellt bin, möchte ich bei diesem Buch wieder auf die Neuauflage im nächsten Jahr warten. Vielleicht ist dann auch der Erscheinungstermin des finalen Bandes, an dem Diana Gabaldon gerade noch schreibt, nicht mehr soooo weit entfernt! *klopf auf Holz*

    Wir schreiben das Jahr 1777. Die Chancen für den Sieg der Kolonien im Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten stehen schlecht. Nur Claire und ihr Mann Jamie Fraser wissen, wie er ausgehen wird. Jamies Herz schlägt für die Seite der Aufständischen, doch ist er sich sehr wohl bewusst, dass sein unehelicher Sohn William in der britischen Armee kämpft.

    Jamie weigert sich, Hand an seine Waffe zu legen, doch er will mit dem gedruckten Wort in die Revolution eingreifen. Dafür benötigt er seine Druckerpresse, die immer noch in Edinburgh steht. Während es in den Straßen der Kolonien schon nach Pulverdampf riecht, machen sich die Frasers für ihre Rückkehr in die schottischen Highlands bereit.
    Dort – im Jahre 1979 – scheint ihre Tochter Brianna in Sicherheit. Die Kinder haben sich gut in ihrem neuen Zuhause in Lallybroch eingelebt und auch die Ehe zwischen Roger und Brianna ist harmonisch und liebevoll. Doch mysteriöse Zwischenfälle drängen gefährliche Geheimnisse aus der Vergangenheit ihrer Eltern ins Licht der Gegenwart.

    Ich muss ehrlich gestehen, für mich fühlen sich die Charaktere schon gar nicht mehr wie Buchfiguren an. Ich begleite Jamie und Claire nun schon so lang, dass sie für mich wie Freunde sind, die mir bei einem gemütlichen Abendessen erzählen wie es ihnen in den letzten Wochen und Monaten ergangen ist. Diese Verbindung ist für mich etwas Besonderes. Mich konnte ihre persönliche Geschichte, ihre Ehe, ihre Gefühle zueinander immer noch berühren und sehr gut amüsieren.

    Auch die vielen anderen Figuren und ihre Schicksale sind herzerwärmend und spielen auch in „Echo der Hoffnung“ wieder eine große Rolle. Besonders Ian hat sich hier für mich sehr hervorgetan. Er war zwar immer schon ein toller Charakter, aber in diesem Buch wurde seine Geschichte noch einmal lebendiger und für den Leser verständlicher. Diana Gabaldon schafft es hervorragend die Unterschiede zwischen seiner schottischen und seiner indianischen Seite herauszuarbeiten.

    Wie immer eine tolle Geschichte mit viel geschichtlichem Hintergrund. Mit viel Herz und tollen Wendungen!

  • „Ein Hauch von Schnee und Asche“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original:  „A Breath of Snow and Ashes“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 6
    Seitenzahl:  1.351
    ISBN:  978-3-426-51824-3

    North Carolina 1772. Jamie und Claire Fraser haben sich allen Widerständen zum Trotz auf Fraser`s Ridge eine neue Heimat aufgebaut. Doch es ist ein trügerisches Idyll, denn unter den Siedlern wird der Unmut über die britische Herrschaft immer größer. Nur dank Claires Warnungen vor dem drohenden Unabhängigkeitskrieg bemüht sich Jamie um Neutralität. Doch dann bittet ihn der Gouverneur von North Carolina, das Hinterland für die britische Krone zu einen.

    Wird Jamie erneut auf der Seite der Verlierer stehen? Und was hat es mit jenem Zeitungsartikel aus der Zukunft auf sich, der von Claires und Jamies Tod bei einer Feuersbrunst berichtet?

    Meine Meinung

    Ach ja, wer einmal mit den Büchern von Diana Gabaldon anfängt, kommt nicht mehr davon los!
    Der glatte Übergang zum vorhergehenden Band hat dafür gesorgt, dass ich wieder gut in die Geschichte gefunden habe.

    Josiah Martin, der Gouverneur der englischen Kolonie North Carolina, will die Bevölkerung einigen und Jamie Fraser soll ihm dabei helfen, die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den mittellosen, aber nach Siedlungsmöglichkeiten suchenden Bewohnern des Hinterlandes und den reichen Plantagenbesitzern an der Küste zu beenden. Durch Claire und Briannas Wissen, was die Zukunft begrifft, ist Jamie bewusst, dass sich die Amerikaner gegen die britischen Kolonialherren erheben und die Königstreuen in einem blutigen Krieg – dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg – besiegen werden.
    Schon vor der Schlacht bei Culloden im April 1746 hatte Jamie versucht, eine militärische Auseinandersetzung zu verhindern und war dabei kläglich gescheitert. Soll sich das jetzt wiederholen?
    In der angespannten Lage drohen die Fraser`s und deren Familie zwischen die Fronten zu geraten!

    Schon zu Beginn der Geschichte wirft uns Diana Gabaldon in einen schrecklichen Szenerie, die mich gleich mal mit angehaltenem Atem durch die ersten 100 Seiten rasen ließ … und ich musste stellenweise Szenen doppelt und dreifach lesen, weil ich dachte, mein Herz bleibt stehen.
    Eine Bande gesetzloser überfallen die Siedlung um Jamies wertvollen Whisky zu stehlen. Zu ihrem Pech sind ausgerechnet Claire und Marsali beim Malzschuppen. Während Marsali niedergeschlagen wird nehmen sie Claire gefangen damit sie ihnen das Whiskyversteck zeigen kann. Die Befreiung Claires nimmt einige Tage in Anspruch, in denen sie den rohen Männern schutzlos ausgesetzt ist und endet mit einem Massaker an der Bande durch Jamie und seine Männer.

    Diana Gabaldon lässt uns auch in diesem Band wieder am Leben, Lieben, Streben und Handeln der Fraser`s und ihrer Pächter teilhaben. Natürlich finden wir auch in diesem Buch wieder die gewohnt wechselnde Erzählsicht vor, da die Familienbande aber wieder von etlichen Seiten durchgerüttelt wird, bekommen wir den Hauptteil der Geschichte aus Claires Sicht erzählt.
    Es gibt Stellen zum Lachen, aber auch zum Weinen, absolute Überraschungsmomente und viele Erklärungen zu Geheimnissen aus den vorangegangenen Büchern.