• „Das Rosie-Effekt“ | Graeme Simsion

    Titel im Original: „The Rosie-Effect“
    Autor: Graeme Simsion
    Aus dem australischen Englisch übersetzt von Annette Hahn
    Verlag: Fischer Verlag
    Genre: Roman  |  Humor
    Don Tillman, Band 2
    Seitenzahl:  557
    ISBN: 978-3-596-52118-0

    Don Tillman, sozial ungelenker Wissenschaftler auf der Suche nach der großen Liebe, hat es geschafft: sein „Ehefrau-Projekt“ ist abgeschlossen, er lebt mit der umwerfenden Rosie glücklich verheiratet in New York. Und dann gibt es Neuigkeiten:  Rosie ist schwanger!

    Selbstverständlich will Don der perfekteste werdende Vater sein, den es je gab …

    Meine Meinung

    Herzlich Willkommen in der Welt von Rosie und Don! Es geht weiter …

    „Der Rosie-Effekt“ spielt einige Monate nach seinem Vorgängerband. Der kühle und rational denkende Genetiker Don Tillman und seine ihm frisch angetraute Ehefrau Rosie, sind nach New York gezogen. Dort möchte sie ihre Doktorarbeit zu Ende schreiben und Don hat eine gute Anstellung an ihrer Universität bekommen. Natürlich arbeiten die Beide auch noch immer in einer Cocktailbar und mixen Drinks, eine Leidenschaft, die Rosie in Don geweckt hat und dem beide treu geblieben sind!
    Doch schon nach wenigen Monaten wird Rosie schwanger! Von der Neuigkeit unerwartet getroffen, schlittert Don mit seiner schwangeren und damit nur noch halb so geduldigen Frau in eine handfeste Ehekrise …

    Mit seiner bereits im ersten Buch hervorstechenden logischen Denkweise macht sich Don an die Lösung seiner Probleme. Da ihm empathische Fähigkeiten weitgehend fremd sind, kann er nur durch Beobachtung lernen oder sich das nötige Wissen anlernen. „Der Rosie-Effekt“ ist genau wie sein Vorgänger aus Dons Ich-Perspektive geschrieben, so kann der Leser sehr gut nachvollziehen, welche Gedanken ihn bei seinen Weg beschäftigen. Mit Hilfe von Auflistungen und Tabellen erfasst er alles strukturiert und ohne emotionale Störungen. Ihr könnt euch denken, dass er mit seinem ungewöhnlichen Verhalten oft aneckt und in so manch schwierige Situation kommt …
    Eigentlich sollte man meinen, dass Rosie ihn mittlerweile kennt und seine Reaktionen einschätzen kann, doch Dons allerwichtigstes Anliegen ist es, allen Stress von ihr fern zu halten um seinem Kind nicht zu schaden. So beginnt Don viele Dinge zu verheimlichen und Missverständnisse auf allen Ebenen sind vorprogrammiert!

    Auch in diesem Buch hat der Autor auffallend gut über den Charakter und die Gedankengänge eines Aspergerpatienten recherchiert und geschrieben. Schon im ersten Band konnte Graeme Simsion mich überzeugen und das zieht sich hier grandios weiter. Das Tolle darin ist, dass er den Humor und nicht das Defizitäre einer Asperger-Persönlichkeit hervorhebt. Menschen mit Asperger haben es in unserer Gesellschaft nicht immer leicht und erfahren viel Ablehnung aufgrund ihrer Art zu Denken, zu Fühlen und zu Handeln. Gleichzeitig werden sie aber auch oft wegen ihrer Inselbegabung bewundert.
    Graeme Simsions Humor wirkt weder beleidigend noch zieht er Situationen unangenehm ins Lächerliche.

    Auch Dons Männerrunde Gene, George und Dave sorgen für manch humorvolle Szene!

    Insgesamt gesehen ist „Der Rosie-Effekt“ ein würdiger Nachfolger für „Das Rosie-Projekt“!

  • „Das Rosie-Projekt“ | Graeme Simsion

    Titel im Original: „The Rosie-Project“
    Autor: Graeme Simsion
    Aus dem australischen Englisch übersetzt von Annette Hahn
    Verlag: Fischer Verlag
    Don Tillman, Band 1
    Genre: Roman  |  Humor
    Seitenzahl:  432
    ISBN: 978-3-536-52083-1

    Don Tillman will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational. Was tun? Don entwickelt das „Ehefrau-Projekt“: Mit einem 16-seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden. Also keine, die raucht, trinkt, unpünktlich oder Veganer ist.
    Und dann kommt Rosie! Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin, Offensichtlich ungeeignet. Aber Rosie verfolgt ihr eigenes Projekt:  Sie sucht ihren biologischen Vater. Dafür braucht sie Dons Kenntnisse als Genetiker. Ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Don staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen und stellt fest: Gefühle haben ihre eigene Logik!

    Meine Meinung

    „Das Rosie-Projekt“ steht nun schon seit langer Zeit in meinem Regal und wartet darauf gelesen zu werden. Graeme Simson liefert uns hier eine Geschichte, die den Leser zwar zum Schmunzeln, aber in weiterer Folge doch sehr zum Nachdenken bringt.

    Die Welt der Gefühle ist für Don Tillman, einem hochintelligenten Professor für Genetik, wie ein weißer Fleck auf einer Landkarte. Er liebt seinen durchstrukturieren und minutiös verplanten Alltag und hat so überhaupt kein Verständnis für notorische Zuspätkommer, Raucher oder Frauen mit gefärbten Haaren. Jede Form von Chaos ist ihm ein Graus! Dennoch hat er den Gedanken bzw. die gesellschaftliche Konvention einer Eher noch nicht ad acta gelegt. Er startet das Projekt „Ehefrau“!
    Als die Barkeeperin, Raucherin und bekennende Vegetarierin Rosie in sein Leben tritt begibt er sich in das größte Abenteuer seines Lebens, in dem ein Highlight das Nächste jagt … und seine strukturierte Welt sehr schnell zum bröckeln beginnt!

    Bereits seit Sheldon Cooper versuchen uns die Medien, Menschen mit einer schweren sozialen Disharmonie, die auf die Diagnose Autismus bzw. Asperger zurückzuführen ist, auf einfachen Weg näher zu bringen. Auch wenn wir gerne über sie schmunzeln, sollen sie ihre Zuschauer und Leser für die Bedürfnisse, die mit diesem Krankheitsbild einhergehen sensibilisieren!
    Auch Graeme Simsion zeigt uns aus Dons Sicht die Welt und hält unserer eigenen Reaktion den Spiegel vor. Und das auf eine Weise, die mit Dons staubtrockenen, emotionslosen Kommentaren jede Menge Emotionen, aber auch Verständnis hervorruft. Allein schon die Erklärung, warum man nach 15:48 Uhr keinen Kaffee mehr trinken sollte, hat mich schwer überzeugt!

    Don glaubt von sich selbst, er sei nicht fähig Gefühle zu haben. Auch bezeichnet er sich selbst als sozial nicht kompatibel, da er mangels Gesellschaft sich nicht mit dessen Verhaltensregeln auskennt und sie auch gar nicht versteht. Aber genau diese Ausrutscher und seine ungewöhnliche Art die Welt zu organisieren machen Don sehr sympathisch und haben mir wieder in einigen Situationen die Augen geöffnet. Auf der einen Seite schafft sein Verhalten Unverständnis, auf der anderen Seite Bewunderung und je weniger die Menschen seine Eigenarten beachten, umso normaler wird Don!

    Der Schreibstil des Autors gefällt mir sehr gut. Er ist direkt, treffend, flüssig und ausdrucksstark!

    „Das Rosie-Projekt“ ist ein kluges Buch über Beziehungen, wie sie zustande kommen und der Tatsache, dass es schön ist, ein bisschen anders und verrückter zu sein!

  • „Echo der Hoffnung“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original:  „An Echo in the Bone“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 7
    Seitenzahl:  1.188
    ISBN:  978-3-426-52266-0

    In den amerikanischen Kolonien ist der Krieg ausgebrochen, doch Jamie Fraser und seine geliebte Frau Claire, Zeitreisende aus dem 20. Jahrhundert, weigern sich, zu den Waffen zu greifen. Denn heißt es nicht, die Feder sei mächtiger als das Schwert?

    Jamie beschließt, die Rebellen mit Flugblättern zu unterstützen, aber seine Druckerpresse steht noch in Schottland. Und so nehmen Jamie und Claire Abschied von Fraser`s Ridge und treten eine lange gefährliche Schiffsreise über den Atlantik an

    Meine Meinung

    Mit „Echo der Hoffnung“ bin ich nun am aktuellen Stand der Reihe angelangt!
    Natürlich gibt es noch den Folgeband „Ein Schatten von Verrat und Liebe“ in der ersten deutschen Ausgabe, da ich aber doch schon sehr auf die Übersetzung von Barbara Schnell eingestellt bin, möchte ich bei diesem Buch wieder auf die Neuauflage im nächsten Jahr warten. Vielleicht ist dann auch der Erscheinungstermin des finalen Bandes, an dem Diana Gabaldon gerade noch schreibt, nicht mehr soooo weit entfernt! *klopf auf Holz*

    Wir schreiben das Jahr 1777. Die Chancen für den Sieg der Kolonien im Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten stehen schlecht. Nur Claire und ihr Mann Jamie Fraser wissen, wie er ausgehen wird. Jamies Herz schlägt für die Seite der Aufständischen, doch ist er sich sehr wohl bewusst, dass sein unehelicher Sohn William in der britischen Armee kämpft.

    Jamie weigert sich, Hand an seine Waffe zu legen, doch er will mit dem gedruckten Wort in die Revolution eingreifen. Dafür benötigt er seine Druckerpresse, die immer noch in Edinburgh steht. Während es in den Straßen der Kolonien schon nach Pulverdampf riecht, machen sich die Frasers für ihre Rückkehr in die schottischen Highlands bereit.
    Dort – im Jahre 1979 – scheint ihre Tochter Brianna in Sicherheit. Die Kinder haben sich gut in ihrem neuen Zuhause in Lallybroch eingelebt und auch die Ehe zwischen Roger und Brianna ist harmonisch und liebevoll. Doch mysteriöse Zwischenfälle drängen gefährliche Geheimnisse aus der Vergangenheit ihrer Eltern ins Licht der Gegenwart.

    Ich muss ehrlich gestehen, für mich fühlen sich die Charaktere schon gar nicht mehr wie Buchfiguren an. Ich begleite Jamie und Claire nun schon so lang, dass sie für mich wie Freunde sind, die mir bei einem gemütlichen Abendessen erzählen wie es ihnen in den letzten Wochen und Monaten ergangen ist. Diese Verbindung ist für mich etwas Besonderes. Mich konnte ihre persönliche Geschichte, ihre Ehe, ihre Gefühle zueinander immer noch berühren und sehr gut amüsieren.

    Auch die vielen anderen Figuren und ihre Schicksale sind herzerwärmend und spielen auch in „Echo der Hoffnung“ wieder eine große Rolle. Besonders Ian hat sich hier für mich sehr hervorgetan. Er war zwar immer schon ein toller Charakter, aber in diesem Buch wurde seine Geschichte noch einmal lebendiger und für den Leser verständlicher. Diana Gabaldon schafft es hervorragend die Unterschiede zwischen seiner schottischen und seiner indianischen Seite herauszuarbeiten.

    Wie immer eine tolle Geschichte mit viel geschichtlichem Hintergrund. Mit viel Herz und tollen Wendungen!

  • „Ein Hauch von Schnee und Asche“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original:  „A Breath of Snow and Ashes“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 6
    Seitenzahl:  1.351
    ISBN:  978-3-426-51824-3

    North Carolina 1772. Jamie und Claire Fraser haben sich allen Widerständen zum Trotz auf Fraser`s Ridge eine neue Heimat aufgebaut. Doch es ist ein trügerisches Idyll, denn unter den Siedlern wird der Unmut über die britische Herrschaft immer größer. Nur dank Claires Warnungen vor dem drohenden Unabhängigkeitskrieg bemüht sich Jamie um Neutralität. Doch dann bittet ihn der Gouverneur von North Carolina, das Hinterland für die britische Krone zu einen.

    Wird Jamie erneut auf der Seite der Verlierer stehen? Und was hat es mit jenem Zeitungsartikel aus der Zukunft auf sich, der von Claires und Jamies Tod bei einer Feuersbrunst berichtet?

    Meine Meinung

    Ach ja, wer einmal mit den Büchern von Diana Gabaldon anfängt, kommt nicht mehr davon los!
    Der glatte Übergang zum vorhergehenden Band hat dafür gesorgt, dass ich wieder gut in die Geschichte gefunden habe.

    Josiah Martin, der Gouverneur der englischen Kolonie North Carolina, will die Bevölkerung einigen und Jamie Fraser soll ihm dabei helfen, die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den mittellosen, aber nach Siedlungsmöglichkeiten suchenden Bewohnern des Hinterlandes und den reichen Plantagenbesitzern an der Küste zu beenden. Durch Claire und Briannas Wissen, was die Zukunft begrifft, ist Jamie bewusst, dass sich die Amerikaner gegen die britischen Kolonialherren erheben und die Königstreuen in einem blutigen Krieg – dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg – besiegen werden.
    Schon vor der Schlacht bei Culloden im April 1746 hatte Jamie versucht, eine militärische Auseinandersetzung zu verhindern und war dabei kläglich gescheitert. Soll sich das jetzt wiederholen?
    In der angespannten Lage drohen die Fraser`s und deren Familie zwischen die Fronten zu geraten!

    Schon zu Beginn der Geschichte wirft uns Diana Gabaldon in einen schrecklichen Szenerie, die mich gleich mal mit angehaltenem Atem durch die ersten 100 Seiten rasen ließ … und ich musste stellenweise Szenen doppelt und dreifach lesen, weil ich dachte, mein Herz bleibt stehen.
    Eine Bande gesetzloser überfallen die Siedlung um Jamies wertvollen Whisky zu stehlen. Zu ihrem Pech sind ausgerechnet Claire und Marsali beim Malzschuppen. Während Marsali niedergeschlagen wird nehmen sie Claire gefangen damit sie ihnen das Whiskyversteck zeigen kann. Die Befreiung Claires nimmt einige Tage in Anspruch, in denen sie den rohen Männern schutzlos ausgesetzt ist und endet mit einem Massaker an der Bande durch Jamie und seine Männer.

    Diana Gabaldon lässt uns auch in diesem Band wieder am Leben, Lieben, Streben und Handeln der Fraser`s und ihrer Pächter teilhaben. Natürlich finden wir auch in diesem Buch wieder die gewohnt wechselnde Erzählsicht vor, da die Familienbande aber wieder von etlichen Seiten durchgerüttelt wird, bekommen wir den Hauptteil der Geschichte aus Claires Sicht erzählt.
    Es gibt Stellen zum Lachen, aber auch zum Weinen, absolute Überraschungsmomente und viele Erklärungen zu Geheimnissen aus den vorangegangenen Büchern.

  • „Das flammende Kreuz“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original:  „The Fiery Cross“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 5
    Seitenzahl:  1.356
    ISBN:  978-3-426-51822-9

    North Carolina 1770. Jamie und Claire Fraser haben in den britischen Kolonien Nordamerikas Fuß gefasst, doch die Ruhe und der Frieden auf ihrem Anwesen Fraser`s Ridge sind trügerisch. Denn unter den immer zahlreicher einwandernden Siedlern gärt es, zunehmend unwillig nehmen die Einwohner der Kolonien die Bevormundung durch die britische Zentralregierung hin. Als es zu ersten Aufständen kommt, muss auch Jamie sich entscheiden, auf wessen Seite er stehen will.

    Für Claire ist die Situation noch schlimmer: Sie weiß, dass der Regulatorenkrieg ihre und Jamies Liebe auf die härteste Probe seit langem stellen wird.

    Meine Meinung

    „Das flammende Kreuz“ ist für mich auf jeden Fall der familiärste Teil der Reihe. Endlich hetzt man nicht mehr nur von einer Katastrophe zur Nächsten, sondern kann sich auch mal am aufregenden Alltag der Frasers und MacKenzies laben. Auch die neuen Pächterfamilien sind eine interessante Fassette in diesem Buch, da sie unterschiedlicher nicht sein können.

    „Fraser’s Ridge“ entwickelt sich zu einer starken Gemeinschaft. Die Pächter bewirtschaften die Ländereien. Werkstätten werden errichtet. Jamie geht voll und ganz in seiner Stellung als Gutsherr und Verwalter auf und Claire betätigt sich als Ärztin. Natürlich zeigt sie dabei Kenntnisse, die ihrer Zeit weit voraus sind, da sie aus der Zukunft stammen.
    Aber auch der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg steht kurz vor dem Ausbruch. Darüber sind vor allem Claire und Jamie besorgt, denn sie wissen aus eigener Erfahrung, wie grausam militärische Auseinandersetzungen sind.

    Doch im Jahre 1771 ist der bevorstehende Krieg noch nicht die Hauptsorge der Bewohner von „Fraser’s Ridge“. Mehr zu schaffen macht ihnen der bereits entbrannte Konflikt zwischen den reichen Plantagenbesitzern an der Küste und den mittellosen, nach Siedlungsmöglichkeiten suchenden Bewohnern des Hinterlandes. Die Regulatoren wollen mit allen Mitteln an die Macht!

    Die Liebesgeschichte um Brianna und Roger ist für mich eine wunderbare Zugabe und auch der Schriftverkehr zwischen Jamie und Lord John gefiel mir sehr gut.

    Auch in diesem Band war ich wieder ein Teil der Frasers. An manchen Stellen kamen mir so plötzlich die Tränen, dass ich die Buchstaben nicht mehr erkennen konnte und an Anderen wiederum, konnte ich vor Lachen gar nicht mehr aufhören. Als Leser kann man gar nicht anders, als sich von der Geschichte mitreißen zu lassen!

    Diana Gabaldon konnte mir auch in „Das flammende Kreuz“ wieder die damaligen Lebensumstände bis ins kleinste Detail näherbringen. Ihr witziger und dennoch sehr detailreicher und spannender Schreibstil ist perfekt. Einmalig sind auch ihre Beschreibungen der Gerüche oder Geschmäcker. Ich würde sagen, sie steigert sich mit jedem Band!

  • „Der Ruf der Trommel“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original:  „Drums of Autumn“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 4
    Seitenzahl:   1.190
    ISBN:  978-3-426-51826-7

    Claires Liebe zum rebellischen schottischen Clanführer Jamie hat sie aus der modernen Zeit zurück ins 18. Jahrhundert geführt. Nach einer abenteuerlichen Reise über den Atlantik erreichen die beiden im Jahr 1767 die amerikanischen Kolonien. In der Wildnis von North Carolina erkämpfen sich Claire und Jamie schließlich ein neues Leben fernab der Zivilisation. Doch der Atem der Vergangenheit reicht weit. Denn auch ihre gemeinsame Tochter Brianna ist dem Ruf der Trommel in die Vergangenheit gefolgt.

    Meine Meinung

    Und weiter geht’s mit dem 4. Band der Outlander-Saga!

    Nach ihrer Ankunft in Amerika im Frühjahr 1767 schlagen sich Jamie und Claire zur Plantage „River Run“ an der Ostküste durch. Diese wird von den Camerons bewirtschaftet, die entfernt mit den schottischen MacKenzies – und somit auch mit Jamie – verwandt sind. Unterwegs werden sie von dem englischen Piraten Stephen Bonnet ihres letzten Besitzes beraubt und auch in „River Run“ spielt die blinde, herrschsüchtige Jocasta Cameron keine sehr offene Partie.
    Jamie und Claire bekommen die Möglichkeit, sich mit ihren Gefolgsleuten in einer noch unberührten Gegend anzusiedeln. Wir begleiten die Beiden, wenn „Fraser`s Ridge“ erste Züge annimmt!

    Brianna Fraser hingegen kann ihre Mutter nicht vergessen. Der Historiker Roger Wakefield, mit dem sie in Verbindung geblieben ist, stößt 1970 auf einen mysteriösen Zeitungsartikel, der 1776 ein schreckliches Inferno ankündigt. Zunächst möchte er seine Entdeckung vor Briana verheimlichen, aber diese kommt dahinter und lässt sich im Steinkreis auf dem „Craigh na Dun“ in die Vergangenheit versetzen. Als Roger begreift was sie getan hat, folgt er ihr überstürzt!

    „Der Ruf der Trommel“ ist einer meiner Lieblingsbände der Reihe. Die Geschichte wird bedeutend langsamer und ruhiger erzählt und auch die schlagkräftige Action lässt merkbar nach. Jamie und Claire werden endlich sesshaft und können ihr gemeinsames Leben genießen. Natürlich verliert die Erzählung nicht ihren bildlichen Charakter, er verlagert sich nur von den Schlachten und Intrigen auf das Leben in einer Gemeinschaft und den Aufbau einer neuen Siedlung. Wobei: Was Intrigen und dramatischen Situationen angeht, kommt dieses Buch wirklich nicht zu kurz!

    Das ruhige Leben auf „Fraser`s Ridge“ wird natürlich zur Gänze gestört, als Brianna in ankommt. Es war schon für Claire nicht einfach, sich mit den Lebensbedingungen im 18. Jahrhundert anzufreunden, aber mit Brianna trifft eine selbstbewusste, emanzipierte junge Frau auf den sturen und starken schottischen Highlander James MacKenzie Fraser.

    Auch das Auftrauen des von Jamie sogleich mit blindem Hass verfolgten Roger Wakefield führt zu gefährlichen Verwicklungen!

  • „Rendezvous im Café de Flore“ | Caroline Bernard

    Autor: Caroline Bernard
    Verlag: Aufbau Verlag
    Genre: Zeitgeschichtlicher Roman
    Seitenzahl:  424
    ISBN: 978-3-7466-3271-1

    Paris, 1928: Vianne träumt davon, Botanikerin zu werden – im renommierten Jardin des Plantes. Als sie sich in den aufstrebenden Maler David verliebt und mit ihm in das schillernde Bohéme-Leben der französischen Avantgarde eintaucht, scheint ihr Glück perfekt. Doch dann nimmt ihr Leben eine tragische Wendung …

    Jahrzehnte später steht Marlène im Musée d`Orsay vor dem Bild einer Frau, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. Fasziniert von der Ausstrahlung der Fremden, begibt sich Marlène auf die Suche, bei der sie nach und nach ihr Leben verändern wird.

    Meine Meinung

    Nachdem ich im Juni „Die Muse von Wien“ gelesen habe, wollte ich nun auch das Erstlingswerk von Caroline Bernard „Rendezvous im Café de Flore“ entdecken. Es handelt sich hier um eine Geschichte auf zwei Zeitebenen. Eine Erzählform, die ich zwar nur sehr selten lese, die mir hier aber sehr gut gefallen hat.

    Lili Marlène Roussel wird von ihrem Mann zum 15. Hochzeitstag mit einer Reise nach Paris überrascht. Sie liebt diese Stadt, seit sie während ihres Studiums dort die schöne Zeit ihres Lebens verbracht hat. Doch ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag kommt es zu einem Streit und Marlène geht allein ins Museum. Plötzlich steht sie vor dem Gemälde „Nach dem Ball“ des Malers David Marlowe Scott und ist geschockt:  Die junge Frau auf dem Bild könnte sie selbst sein!
    Der Gedanke lässt sie nicht mehr los und sie beginnt näheres über das Model in Erfahrung zu bringen. In dem Auktionator Etienne Viardot findet sie nicht nur starke Unterstützung, er gibt ihr auch die Schmetterlinge zurück, die sie schon so lange in ihrer Ehe vermisst.
    Im Geburtenregister entdecken sie einen Namen:  Vianne Renard. Wer ist diese Frau? Und gibt es eine Verbindung zu Marlène?

    Wie bereits erwähnt spielt die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Einerseits in der Zeit von 1926 bis 1945, andererseits in der Jetzt-Zeit und erzählt uns die Geschichten von zwei sehr starken Frauen.
    Sowohl die mutige Vianne, als auch Marlène schließt man als Leser rasch ins Herz. Die Handlungen und Entscheidungen der Protagonistinnen sind nachvollziehbar erklärt und stimmig, wobei die Erzählung um Vianne  den Schwerpunkt der Geschichte bildet.

    „Rendezvous im Café de Flore“ gibt einen guten Einblick in das vergangene Paris der Künstler und auch der Frauen, die ihren Platz im männerdominierten Bereich der Forschung, wie in Vianns Fall der Botanik, suchen. Aber auch das Leben in Frankreich während des Regimes der Nationalsozialisten und das Eingreifen der Resistance nehmen hier einen großen Platz ein.

    Schon in ihrem Erstlingswerk lässt Caroline Bernard ihr schriftstellerisches Können erkennen. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und mitreißend. Die Umgebung wird so detailliert beschreiben, dass der Leser fast blind durch die Gassen und Boulevards streifen könnte.
    Dennoch kann man eine deutliche Steigerung zwischen ihren beiden Büchern erkennen. Die Geschichte hat noch nicht die nötige Tiefe und gerade bei den Dialogen zwischen Lili Marlène und ihrem Mann fehlt es noch etwas an Raffinesse.

    „Rendezvous im Café de Flore“ bringt euch den Zauber von Paris in eure Herzen!

  • „Ferne Ufer“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original:  „Voyager“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 3
    Seitenzahl:   1.228
    ISBN: 978-3-426-51823-6

    20 Jahre lang hielt Claire ihre große Liebe Jamie Fraser für tot. Nun findet sie heraus, dass er die Schlacht von Culloden überlebt hat. Unterstützt von ihrer Tochter Brianna, kehrt sie durch den Steinkreis zu ihm ins 18. Jahrhundert zurück.

    Aber Jamie hat in all der Zeit sein eigenes Leben geführt, außerdem kämpft er weiterhin für Schottlands Unabhängigkeit. Und so müssen die beiden früher, als ihnen lieb ist, aus dem Hochland fliehen und sich aufmachen zu neuen, fernen Ufern. Doch sie wissen, dass ihre Liebe und ihre Leidenschaft füreinander sie jedes Hindernis überwinden lassen wird.

    Meine Meinung

    Mit „Ferne Ufer“ sind wir nun beim 3. Band der Outlander-Saga angekommen.
    Für mich macht die Geschichte Hier einen Cut. Die Erzählung springt in beiden Zeitebenen um 20 Jahre in die Zukunft – nicht rasant, aber doch merkbar – und wir verlassen Schottland zusammen mit Jamie und Claire, ohne genau zu erfahren, ob wir jemals wieder zurückkehren werden.
    Wir bekommen sehr reife Charaktere, die vieles aus ihrer Vergangenheit mit sich schleppen. Der jugendliche Enthusiasmus, den man in den Bänden davor oft zu spüren bekommen hat, ist hier fast zu Gänze verschwunden.

    Culloden 1746: Über die Hälfte der Highlander hat auf dem Schlachtfeld ihr Leben gelassen. Jamie Fraser lebt, wurde aber schwer verwundet. Als er sich, zusammen mit einer Handvoll Männer zur Genesung in eine Bauernkate zurückgezogen hat, werden sie von Major Lord Melton gefunden und des Hochverrats angeklagt. Als dieser Jamies richtigen Namen erfährt, wendet sich jedoch das Blatt.

    Inverness 1968: Claire, Brianna und der Historiker Roger Wakefield finden immer mehr Beweise, dass Jamie die Schlacht überlebt hat.  Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrer Tochter und Jamie fällt Claire eine Entscheidung:  Sie wird zurück in die Vergangenheit reisen. Brianna ist inzwischen alt genug um auch ohne Claire ihre Leben meistern zu können und auch Roger ist an ihrer Seite.

    Zwei Tage nach ihrem Zeitsprung erreicht Claire Edinburgh, wo Jamie als Buchdrucker seinen Lebensunterhalt bestreitet. Die Liebe zu seiner Frau war nie fort. Nicht zu wissen, ob die schwangere Claire die Reise durch die Steine überlebt hat, hat ihn seitdem gequält. Dennoch müssen die Beiden nach der langen Trennung erst wieder zueinander finden. Beide haben ihre Leben gelebt und müssen sich neu kennenlernen.
    Als Jennys Sohn Ians von Piraten entführt wird, begeben sich sie sich an Bord der Artemis, auf Kurs nach Westindien um diesen zu retten. Auch der mittlerweile erwachsen gewordene Fergus begleitet sie wieder auf ihrer Reise und wir lernen viele neue, aber wichtige Personen kennen.
    Nachdem Jamie und Claire in der Karibik auf Lord John Grey, dem ehemaligen Kommandanten von Ardsmur, treffen, können sie mit einem kleinen Schiff fliehen, landen in Georgia und erreichen endlich die Neue Welt.

    Das Leben im 18. Jahrhundert wird von Diana Gabaldon wie immer sehr eindrucksvoll geschildert. Durch ihren schönen Schreibstil, kann man sich die Zeit bildlich deutlich vorstellen. Auch die neuen Protagonisten werden dem Leser wie gewohnt sehr eindrucksvoll nahe gebracht und man hat sofort eine Verbindung zu ihnen. Einige liebt man vom ersten Moment an, bei anderen wird das Misstrauen des Lesers geschürt.

    Auch „Ferne Ufer“ besticht wieder durch Detailgenauigkeit und historischer Authentizität.

    Leider haben mich die letzten Szenen, sprich wie sie den Weg in die neue Welt gefunden haben, etwas gestört. Ich finde, da hätte es eine bessere bzw. glaubwürdigere Lösung geben müssen. Ich möchte niemanden spoilern, aber vielleicht wisst ihr ja schon was ich meine!

  • „Die geliehene Zeit“ | Diana Gabaldon

    Titel im Original: „Dragenfly in Amber“
    Autor: Diana Gabaldon
    Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
    Verlag: Drömer Knaur
    Genre: Historischer Roman
    Outlander-Saga, Band 2
    Seitenzahl: 1.224
    ISBN: 978-3-426-51810-6

    Schottland 1968: Zwanzig Jahre, nachdem Claire Randall aus der Vergangenheit zurückgekehrt ist, bringt sie ihre Tochter Briana in die Highlands. Briana soll endlich das Land ihres Vaters kennenlernen. Außerdem sucht Claire die Antwort auf eine Frage, die sie seit über zwanzig Jahren quält: Hat ihre große Liebe Jamie Fraser die schreckliche Schlacht bei Culloden überlebt?

    Meine Meinung

    Also eines kann ich euch garantieren: Wer „Feuer und Stein“ gelesen hat, wird auch dieses Buch verschlingen! Wie bereits in der ersten Rezension angedeutet, hat der erste Band zwar kein offenes Ende, hört aber sehr abrupt und unbefriedigend auf.

    „Die geliehene Zeit“ beginnt 1968, also 20 Jahre nach Claires Rückkehr!
    Auf Einladung von Roger Wakefield, dem Sohn eines verstorbenen Reverend, der viele Jahre ein Freund der Familie war, reisen Claire und ihre 19-jährige Tochter Brianna nach Schottland. Gemeinsam forschen sie in der Vergangenheit und erwecken für Claire altgeliebte Menschen und tragische Zeiten wieder zum Leben. Sie wird mit dem Verlust ihrer großen Liebe James Fraser konfrontiert und bricht an ihrem Kummer zusammen. Sie erzählt Brianna von ihrem wirklichen Vater und ihren Erlebnissen.

    Wir begleiten sie und Jamie zurück ins alte Frankreich. Nach seiner Genesung fungiert er als Verbindungsoffizier zwischen dem Hof König Ludwig XV von Frankreich, den schottischen Rebellen und Prinz Karl Eduard Stuart, dem Enkel des 1689 aus Schottland vertriebenen König Jakob II. Jamie soll dem Prinzen die finanziellen Mittel für die Rückkehr in die Heimat und die Rückeroberung des Throns von den Engländern beschaffen. Dadurch setzt er sich allerdings der Gefahr aus, für einen Verräter gehalten zu werden.
    Jamie und Claire fallen vielen Intrigen zum Opfer, die ihre Bemühungen die Schlacht von Culloden zu verhindern scheitern lassen. Um Claires Leben und das ihres ungeborenen Kindes zu retten, ringt Jamie sich zu einem schmerzhaften Entschluss durch.

    Auch in „Die geliehene Zeit“ konnte Diana Gabaldon mich wieder direkt ab der ersten Seite einfangen und hat mich zum Ende nicht mehr losgelassen. Es ist Spannend den Menschen und der gehobenen Gesellschaft zu dieser Zeit über die Schulter zu schauen. Man merkt, dass die Umgebung ein ganz anderes Temperament hat. Zudem kommen viele neue Charaktere hinzu, die es erst zu durchschauen gilt.

    Claire und Jamie entwickeln sich weiter. Ihre Beziehung durchlebt Höhen und Tiefen und an manchen Stellen muss man einfach mitfiebern. Die Beiden werden sehr authentisch dargestellt, sie leben eine ganz gewöhnliche Beziehung, in der sich gestritten und geliebt wird. Das macht Beide auch sehr sympathisch.

    Die geschichtlichen und politischen Entwicklungen nehmen rasant zu und man sollte immer aufmerksam bei der Sache sein, um die Handlung nicht zu verlieren!