• „Die Knochennadel“ | Andreas Gruber

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Autor:  Andreas Gruber
    Verlag:  Goldmann Verlag
    Genre:  Thriller
    3. Fall für Privatermittler Peter Hogart
    Seitenzahl:  603
    ISBN:  978-3-442-49071-4

    Eigentlich wollte der Wiener Privatdetektiv Peter Hogart nur einen Kurzurlaub in Paris verbringen. Doch dann verschwindet bei einer Auktion in der Opéra Garnier plötzlich seine Freundin, die Kunsthistorikerin Elisabeth, sowie eine mittelalterliche Knochennadel – ein nahezu unbezahlbares Artefakt. Als wenig später zwei Kunstsammler ermordet werden, beginnt für Hogart eine fieberhafte Jagd. Denn diese Morde sind nur der Anfang, und ihm bleibt wenig Zeit, Elisabeths Leben zu retten und das Rätsel um die geheimnisvolle Knochennadel zu lösen …

    Meine Meinung

    Nachdem mich Peter Hogart schon im letzten November mit seiner kessen Art so unglaublich begeistern konnte, war ich wahnsinnig glücklich darüber, dass es in „Die Knochennadel“ nun auch mit ihm ein Wiedersehen gibt.

    Peter Hogart, ein privater Versicherungsdetektiv, ist mit seiner Nichte Tatjana und seiner neuen Liebe Elisabeth in Paris unterwegs. Elisabeth ist Kunstexpertin und als Gutachterin beauftragt worden, anlässlich einer Verkaufsauktion die Echtheit der sogenannten „Knochennadel“, ein aus Knochen gefertigtes Relikt aus dem 11. Jahrhundert, zu bestätigen. Während Hogart mit seiner Nichte in einem Café auf das Ende der Auktion und auf Elisabeth warten, verschwinden diese zusammen mit der Knochennadel spurlos. Die Polizei will nicht helfen, die Versicherungsgesellschaft tobt, und Hogart wird bedroht: Die mysteriöse Verkäuferin hetzt  ihm Schläger auf den Hals und gibt ihm deutlich zu verstehen, dass er ihr entweder die Knochennadel zurückbringt oder stirbt. Der Beginn einer wahren Hetzjagd durch ganz Frankreich, auf der Peter Hogart noch über viele Leichen stolpern wird. Die Polizei hält Elisabeth für tatverdächtig und auch ihr Lebensgefährte hat zunehmend Schwierigkeiten, die Leichenfunde zu erklären.

    Nach Prag und Wien, verschlägt es unseren Hauptprotagonisten diesmal nach Paris. Wie gewohnt schafft es Andreas Gruber auch diesmal wieder, im Rahmen dieser facettenreichen Umgebung, eine tolle Atmosphäre aufzubauen und auch sein Umgang mit der französischen Sprache unterstützt den Spannungsbogen und den Verlauf seine Geschichte enorm!

    Besonders gelungen fand ich auch die Charaktere von Kohlschmied und Rast. Zwei direkte Vorgesetzte von Peter Hogart, denen der Autor in diesem Buch zum ersten Mal mehr Raum einräumt Die Beiden geben der Geschichte einen unglaublichen Charme und verbreiteten für mich auch ein bisschen „Wiener Schmäh“! Parallel dazu erleben wir Peter Hogart, mit seiner eigenwilligen und exzentrischen Art, dessen Sarkasmus einfach grandios mitschwingt!

    Andreas Gruber hat einen packenden, fließenden und einfach unglaublich bildhaften Schreibstil. Bereits der Prolog ließ meinen Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen und auch die Gegenwart beginnt sofort spannend und zerrt den Leser direkt in die Handlung. Die Ereignisse überschlagen sich und schnell summieren sich die Toten. Peter Hogarts Leben artet zu einem gnadenlosen Wettlauf gegen die Zeit aus!

    Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und geht sehr detailliert zur Sache. Dabei werden auch die zwischenmenschlichen Aspekte nicht ausgeklammert, wodurch sich beim Leser doch die Emotionen verstärken und man einfach unglaublich mitfiebert. Zwischendurch tauchen wir aber auch immer wieder in die Vergangenheit ab, dessen tragischer und schmerzvoller Ursprung für den Leser sehr viele Fragen in den Raum stellt. Und ehe man es sich versieht, überschlagen sich die Ereignisse …

  • „Noir“ | Christopher Moore

    Titel im Original:  „Noir“
    Autor:  Christopher Moore
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Jörn Ingwersen
    Verlag:  Goldmann Verlag
    Genre:  Roman Noir
    Seitenzahl:  402
    ISBN:  978-3-442-31486-7

    Ein unglückseliger Barkeeper, eine Blondine mit scharfen Kanten und gefährlichen Kurven – und ein kleiner Alien!

    San Franzisco 1947. Es kommt nicht jeden Tag vor, dass eine rätselhafte, anmutige Blondine namens Stilton in den verlotterten Laden kommt, in dem Sammy »Two Toes« Tiffin Gin ausschenkt. Für ihn ist es Liebe auf den ersten Blick. Aber bevor Sammy den ersten Schritt machen kann, betritt ein General der Air Force aus Roswell den Saloon. Er hat einen eiligen Auftrag, den Sammy nur widerwillig annimmt, den eigentlich hat er ganz andere Dinge im Kopf. Doch als Stilton kurz darauf spurlos verschwindet, geht es ihm ohnehin erst mal nur noch darum, seine Traumfrau zu retten …

    Meine Meinung

    In den 1940er Jahren entsteht in Frankreich eine neue Variante des Kriminalromans, die sich deutlich vom „klassischen“ Krimi unterscheidet. Diese steht stark unter dem Einfluss der amerikanischen „Hardboiled Detective Novel“, die während der Wirtschaftskrise der 30er Jahre in den USA aufkam: Der „Roman Noir“. Gesellschaftskritische Gesichtspunkte stehen hier klar im Vordergrund, wobei die Hauptfiguren oft „Outsider“ sind und der Fokus auf dem Verbrecher oder dem Ermittler liegt. Auch der amerikanische „Film Noir“ der 30er und 40er Jahre ist eine entscheidende Quelle für diese  ganz spezifische Atmosphäre!
    Auch Christopher Moor erzählt seinen neuen Roman „Noir“ in diesem Sinne …

    Sammy „Two Toes“ hatte es in seinem bisherigen Leben nicht immer leicht. Selbst, aus einer Peinlichkeit heraus, zum hinkenden Invaliden geworden, der natürlich nicht immer klarstellt, dass die Verletzung keiner Kriegsverwundung zu Grunde liegt, fristet er sein Leben als Barkeeper hinter dem Tresen einer zwielichtigen Kneipe. Als die umwerfende Stilton die Bar betritt, scheint sich jedoch sein Blatt zu wenden. Rotzfrech und den meisten Männern um Welten überlegen, verdreht die Blondine Sammy sofort den Kopf!

    Dass Stilton nebenbei auch als „Amüsierdame“ schnelles und scheinbar leicht verdientes Geld bei einem Treffen der männlichen High Society verdienen möchte und auch dort die Ereignisse einen anderen Verlauf nehmen, als geplant, kann ja vorher keiner ahnen …

    Der Autor setzt seine Geschichte sprachlich umwerfend in Szene und folgt dennoch den Spuren des klassischen „Roman Noir“, den er hier überzeugend mit einer guten Prise Science-Fiction erweitert. Dass Christopher Moore seinen ganz eigenen, meist rabenschwarzen Humor hat und auch die Gesellschaft in seinen Büchern ganz gern mal auf die Schippe nimmt, ist ja allseits bekannt. Mich hat das aber unheimlich angesprochen. Dadurch wirkt die Geschichte leicht, fröhlich und ich konnte toll mit der Welle mitschwimmen. Wobei vor allem die genialen Dialoge und ironischen Wendungen für die erfrischende Atmosphäre sorgten.
    Ein weiteres Goodie in diesem Roman ist die Erzählperspektive. Er wechselt immer wieder zwischen Sammys Sicht und der einer dritten Persönlichkeit, die allerdings mit gespaltener Zunge spricht. Einfach toll! Könnt ihr euch denken, was gemeint ist?

    „Noir“ ist ein interessanter und gut durchdachter, sowie sprachlich überzeugender Thriller, der mich bestens unterhalten konnte!

  • „Rachewinter“ | Andreas Gruber

    Autor:  Andreas Gruber
    Verlag:  Goldmann Verlag
    Genre:  Thriller
    3. Fall von Walter Pulaski & Evelyn Meyers
    Seitenzahl:  586
    ISBN:  978-3-442-48655-7

    Mehrere Männer im besten Alter, erfolgreich und vermögend, kommen auf mysteriöse Weise ums Leben – und alle haben sich kurz vor ihrem Tod mit derselben geheimnisvollen Frau getroffen. Doch diese bleibt ein Phantom. Das müssen auch Kommissar Walter Pulaski in Leipzig und Anwältin Evelyn Meyers in Wien feststellen, die beide in die Fälle verwickelt werden. Anders als die Polizei setzen sie ihre Recherchen jedoch hartnäckig fort, erst recht, als sie erkennen, dass sie die Mordserie nur gemeinsam lösen können. Allerdings ist der Täter raffinierter als sie denken – und spielt auch mit ihnen sein gefährliches Spiel …

    Meine Meinung

    Mit „Rachewinter“ habe ich nun auch die Reihe um Walter Pulaski und Evelyn Meyers abgeschlossen und für „hervorragend“ befunden. Eine Trilogie, die sich mit jedem Band deutlich in der Raffinesse und dem Ideenreichtum steigert!

    Evelyn Meyers ist Strafverteidigerin in Wien und muss sich diesmal mit dem Fall von Michael Kotten auseinandersetzen, der seinen Liebhaber getötet haben soll. Michael ist Transgender, also ein Mann, der gerade dabei ist, sich zur Frau umoperieren zu lassen. Gleichzeitig stammt er aus einer reichen und mächtigen Familie, die nicht nur Evelyn das Leben schwer machen könnte.
    In Leipzig arbeitet Walter Pulaski im Kriminaldauerdienst. Er wird zu einem Motel gerufen, wo ein Mann tot aufgefunden wurde, in dessen Ohr eine Schere steckt. Ein Unfall sagen alle, auch die Gerichtsmedizinerin. Pulaski allerdings bezweifelt das! Die fehlenden Leichenflecken, die viel zu blasse Haut und die Blutspuren in der Unterhose des Opfers sprechen deutlich dagegen. Aber in seiner Position kann er nichts ausrichten! Zumindest nicht offiziell …

    Alles in Allem begegnet uns auch in diesem Buch wieder jene hohe Qualität, die wir von Andreas Gruber schon gewohnt sind. Spannung von Anfang bis Ende. Kantige, mal sympathische und mal weniger sympathische Charaktere. Und am Ende haben wir einen ausführlichen und nicht unblutigen Showdown.
    Was man in diesem Band aber deutlich merkt, ist, dass der Wiener Erzählstrang doch wesentlich präsenter ist, als der in Leipzig. Auch der Sprachgebrauch wird merkbar an die unterschiedlichen Länder angepasst, was mir sehr gut gefiel.

    Neben Walter Pulaski und der Evelyn Meyers, treten auch in „Rachewinter“ wieder viele Nebencharaktere deutlicher hervor. Besonders Florian, der Assistent von Evelyn, kann hier brillieren. Er ist ein richtiger Tausendsassa: Ausgebildeter Polizist, der sich nun der Rechtswissenschaft verschrieben hat, davor aber auch schon eine Ausbildung als Sanitäter absolvierte. Aber auch Pulaskis Tochter Jasmin und deren Freundin Nina nehmen hier einen großen Platz ein und machen die Geschichte rund. Wie immer Personen mit interessanten Ecken und Kanten, die einem aber trotzdem sympathisch sind und den Leser mitfiebern lassen.

    Auch die Themen der Transgender oder der Transsexualität wurden hier absolut genial durchdacht und umgesetzt. Sehr gut recherchiert, bekommt man hier einen sehr genauen und logisch aufbereiteten Einblick ohne ins Klischee abzurutschen. Einfach und im Rahmen dieser Erzählung sachlich aufbereitet.

    Egal ob Walter Pulaski oder Maarten S. Sneijder, sie haben Eines gemeinsam: Sie stammen beide aus der Feder von Andreas Gruber, einem der genialsten Thriller-Autoren, die ich kennen lernen durfte!

  • „Racheherbst“ | Andreas Gruber

    Autor:  Andreas Gruber
    Verlag:  Goldmann Verlag
    Genre:  Thriller
    2. Fall von Walter Pulaski & Evelyn Meyers
    Seitenzahl:  506
    ISBN:  978-3-442-48795-0

    Unter einer Leipziger Brücke hat sich die Leiche einer jungen Frau in den Zweigen verfangen. Kommissar Walter Pulaski merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen keine Priorität genießt. Also recherchiert er auf eigene Faust, an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich bis nach Wien zieht. Dort hat die Anwältin Evelyn Meyers gerade einen neuen Fall als Strafverteidigerin übernommen – und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum Opfer werden …

    Meine Meinung

    In „Racheherbst“ wird die Leiche einer jungen Frau unter einer Leipziger Brücke gefunden. Trotz der grausamen Folterung scheinen die Ermittler des Landeskriminalamts kein großes Interesse an der Aufklärung des Falles zu haben. Ganz anders sieht dies der im Kriminaldauerdienst beschäftigte Walter Pulaski, als er die Mutter der Toten kennenlernt. Gemeinsam begeben sie sich auf eine private Ermittlungstour um dem Mörder das Handwerk zu legen. Die Spur führt sie von Tschechien über Deutschland bis nach Österreich, wo die Anwältin Evelyn Meyers als Strafverteidigerin einen selbstgefälligen Arzt wegen eines Frauenmordes vertreten soll.
    Neben der Ermittlungsarbeit macht es ihm Mikaela, die resolute Mutter der Toten, alles Andere als leicht. In ihrer Trauer und Wut sind ihr alle Mittel recht, um den Täter zu finden. Dabei kennt sie weder Regeln noch Skrupel. Immer ist sie Pulaski einen Schritt voraus und begibt sich dabei ständig in Lebensgefahr …

    Auch wenn „Racheherbst“, ebenso wie sein Vorgänger, ein noch eher leiser Thriller aus der Feder von Andreas Gruber ist, ist er dennoch absolut spannend und flüssig geschrieben und hat mir wie immer den gruber`schen Suchtfaktor beschert.
    Bereits im Prolog geht es so richtig zur Sache. Schon da hat es mir zum ersten Mal die Nackenhaare aufgestellt. Man begiebt sich auf eine rasante Reise durch Europa mit überraschenden Wendungen und einem genialen Ende. Zwischendurch lesen wir aber auch immer wieder Szenen aus der Sicht des Täters, mit seinen Gedankengängen, die grausamer und morbider nicht sein könnten.

    Die Protagonisten sind super ausgearbeitet und authentisch. Man liebt sie, man hasst sie und man lacht mit ihnen. Wie bei der Geschichte selbst, wird auch hier gekonnt mit den Emotionen des Lesers gespielt.
    Auch der Schreibstil von Andreas Gruber ist wie gewohnt fesselnd und einnehmend. Stellenweise trieft die Geschichte vor Sarkasmus und Humor, vor allem durch den herrlich zynischen Walter Pulaski.

    Ganz besonders haben mir die Szenen in Prag gefallen. Wie schon in „Die schwarze Dame“, wo Andreas Gruber seinen Ermittler Peter Hogart in Tschechien ermitteln ließ, finden wir auch in „Racheherbst“ eine kleine Hommage an die Stadt, die trotz der Spannung  nicht zu kurz kommt.
    Letztendlich landen Pulaski und Mikaela aber wieder in Wien, wo Evelyn Meyers gerade an einem Fall arbeitet, der ihre Ermittlungen kreuzt! Der Showdown, der diesmal über 120 Seiten geht, ist absolut gelungen und lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

    Ein toller Thriller, mit einer doch deutlichen Steigerung zu seinem Vorgänger!
    Jetzt bin ich aber auch auf den dritten Fall des Ermittler-Duos gespannt …

  • „Rachesommer“ | Andreas Gruber

    Autor:  Andreas Gruber
    Verlag:  Goldmann Verlag
    Genre:  Thriller
    1. Fall von Walter Pulaski & Evelyn Meyers
    Seitenzahl:  410
    ISBN:  978-3-442-48794-3

    Wien: Vier wohlhabende Männer im besten Alter sterben innerhalb kürzester Zeit unter ähnlichen Umständen. Und nur die Anwältin Evelyn Meyers glaubt nicht an Zufall …

    Leipzig: Mehrere Jugendliche, allesamt Insassen psychiatrischen Kliniken, sollen Selbstmord begangen haben. Kommissar Pulaskis Misstrauen ist geweckt, er beginnt zu ermitteln. Seine Nachforschungen bringen ihn mit Evelyn zusammen und ihre gemeinsame Spur führt sie bis zur Nordsee, zu einem Schiff, das ein schreckliches
    Geheimnis birgt …

    Meine Meinung

    Dass Andreas Gruber auf dem Olymp meiner Thriller-Autoren sehr weit oben thront, dürfte für einige ja schon bekannt sein. Mit der „Rache“-Reihe rund um den Ermittler Walter Pulaski und der Anwältin Evelyn Meyers starte ich nun meine letzten noch unbekannten Thriller aus seiner Feder.

    Vier mysteriöse Todesfälle, ein geheimnisvolles Mädchen – und ein Sommer der Rache!
    Evelyn Meyers ist eine erfolgreiche Anwältin, wenn auch für ihren Beruf etwas zu sozial. In der Kanzlei, für die sie arbeitet, werden die Großen und Reichen Wiens betreut. Und diese gilt es zu verteidigen. Bei ihrem aktuellen Klienten fällt ihr jedoch etwas auf und sie hakt nach. Vier gut situierte Männer im besten Alter sterben innerhalb kürzester Zeit unter ähnlichen, aber für Evelyn doch unglaubwürdigen Umständen. Zufälle? Eher nicht!
    Zur gleichen Zeit, sollen in Leipzig mehrere Jugendliche – allesamt Insassen psychiatrischer Kliniken – Selbstmord begangen haben. Walter Pulaski arbeitet beim Leipziger Kriminaldauerdienst und macht in der Regel nur die Vorarbeit für seine Kollegen. Doch hier fallen ihm mehr als eine Ungereimtheit auf. Auch Pulaski beginnt zu ermitteln.
    Die Nachforschungen führen die Beiden zusammen und ihre gemeinsame Spur bringt sie bis an die Nordsee, zu einem geheimnisvollen Schiff …

    Der Schreibstil von Andreas Gruber ist mir mittlerweile gut bekannt und auch einer der Gründe, warum ich seine Bücher so verschlinge. Spannend und fesselnd, mit kurzen Kapiteln, laden seine Geschichten einfach immer zum weiterlesen ein. Man kann sie nicht mehr aus der Hand legen!

    Brutale Morde in verschiedenen Städten. Auch in „Rachesommer“ verfolgen wir wieder zwei völlig unterschiedliche Handlungsstränge, die im Laufe des Buches zum einem großen Ganzen zusammenlaufen. Der Spannungsbogen steigt von Anfang an und die Geschichte wirkt zu keiner Zeit langweilig oder übertrieben. Sehr gut gefallen haben mir auch die Rückblicke in die Vergangenheit und der starke Showdown zum Schluss.
    Die Geschichte ist wirklich gut durchdacht und der Autor konnte mich mehr als einmal auf die falsche Fährte führen, dennoch haben mir bei „Rachesommer“ doch die rasanten Wendungen gefehlt, die ich durch die „Todes“-Reihe schon so gewohnt bin und die mir immer wieder die Schuhe ausziehen. Das mag eventuell daran liegen, dass diese Buchreihe schon etwas älter ist und auch Andreas Gruber sich im Laufe der Jahre einfach sehr gesteigert hat!
    Der Thriller ist toll, aber eben etwas leiser als gewohnt …

    Nichts desto trotz hat er mit Evelyn Meyers und Walter Pulaski wieder einmal ein geniales Ermittler-Duo erschaffen. Zwei Menschen mit Ecken und Kanten, die nicht unterschiedlicher sein können. Menschlich, sympathisch und clever!