• „Angst“ | Robert Harris

    Titel im Original:  „The Fear Index“
    Autor:  Robert Harris
    Aus dem Englischen übersetzt von Wolfgang Müller
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Thriller
    Seitenzahl:  382
    ISBN:  978-3-453-26704-6

    Wenn die Angst regiert, droht das Globale Chaos!
    In den Insiderkreisen der Superreichen ist Alex Hoffmann eine lebende Legende – ein Visionär, der an den Börsen der Welt Milliardengewinne erzielt. Nun hat es jemand auf ihn abgesehen, und ein Albtraum aus Angst und Schrecken beginnt. Wird er die Geister, die er rief, wieder los?

    Meine Meinung

    „Angst“ ist die Geschichte eines genialen, aber auch etwas verschrobenen Wissenschaftlers, der von der Forschung in die Industrie gewechselt hat. Das Leben von Dr. Alexander Hoffmann, der auch Mitbegründer eines erfolgreichen Hedgefond-Unternehmens ist, gerät aus den Fugen, als er eines Tages in seiner Villa am Ufer des Genfer Sees überfallen wird. Schnell passieren immer seltsamere Dinge: Hoffmann soll den Überfall selbst arrangiert haben, er kauft wertvolle Bücher und Kunstgegenstände ohne diese wirklich bestellt zu haben. Und nicht nur sein Privatleben ist betroffen, Stück für Stück breitet sich das Chaos auch in seiner Firma aus. Alles mündet in einem fast aussichtslosen Kampf zwischen Mensch und Maschine.
    Im Verlauf des nächsten Tages muss er miterleben, wie alle Grundpfeiler seines so erfolgreichen Lebens zu zerbröseln drohen:  Seine Ehe, seine Arbeit und vor allem, sein von ihm entwickeltes Computersystem VIXAL-4.

    Auch in „Angst“ versteht es Robert Harris wieder, die Augen des Lesers für eine neue, für die meisten Menschen doch sehr fremde Welt zu öffnen. Er macht uns die Funktionsweise moderner computerbasierter Wertpapierprogramme verständlich und spinnt vor diesem Hintergrund eine spannende Geschichte über künstliche Intelligenz.

    Obwohl für mich schon relativ früh zu erahnen war, wohin die Reise geht, war die Geschichte doch sehr spannend und interessant. Zwischendurch erschienen einige Punkte etwas weit hergeholt, runden die Geschichte aber insgesamt dann doch ab und machen sie rasant, mitreißend und stimmig. Wer sich etwas für das Internet, die Börse und „KI“ interessiert, kommt in diesem Buch auf jeden Fall auf seine Kosten!

    Aber warum „Angst“?
    Professor Alex Hoffmann hat sich während seiner Arbeit am Cern verbissen in die Entwicklung selbstlernender Algorithmen gestürzt. Seine Software sucht umfassend das Internet nach Angstparametern ab, die daraufhin den Börsenhandel überprüfen und aufgrund der Berechnungen eigenständig Trades vollziehen.
    Zugleich beginnt im Handelsraum seiner Firma die eigenständige Tätigkeit des Algorithmus, mehr und mehr zu einer Gefahr nicht nur für die Gelder des Fonds zu werden, sondern die gesamte Börsenwelt in Mitleidenschaft zu ziehen.
    Als Hoffmann dann noch feststellt, dass alle Räume der Firma, wie auch seine private Villa umfassend überwacht werden, versteht er ganz langsam, was wirklich hinter der Bedrohungen stehen könnte …

    Robert Harris versteht es sprachlich hervorragend, von Beginn an eine bedrängende Atmosphäre zu schaffen, ohne das bereits allzuviel passiert wäre. Dies wird durch seinen klaren, sachlichen und für dieses Thema doch leicht verständlichen Schreibstil hervorgehoben und macht dieses Buch zu einem Genuss.

    Einmal mehr zieht Robert Harris alle Register für einen spannenden Roman!

  • „Winter eines Lebens“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „This was a man“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 7
    Seitenzahl:  606
    ISBN:  978-3-453-42177-6

    Für die Cliftons und Barringtons kommt die Zeit, in der sich die verschlungenen Wege der beiden Familien und vielen Generationen zum letzten Mal kreuzen. Während für Giles Barrington und seine Frau Karin das Glück auf Messers Schneide steht, scheinen Harry und Emma Clifton am Gipfel ihrer Karrieren zu stehen. Doch dann melden sich alte Feinde zurück und das Spiel des Schicksals kommt zu tragischen Finale!

    Meine Meinung

    Nicht nur für uns, auch für die Cliftons und Barringtons kommt die Zeit, in der sich die verschlungenen Wege der beiden Familien zum letzten Mal kreuzen. Während für Giles und seine Frau Karin das Glück über Messers Schneide rutscht, scheinen Harry und Emma am Höhepunkt ihrer Karrieren zu stehen. Natürlich melden sich auch im finalen Band alte Feinde zurück und möchten noch ein letztes Mal aufbegehren!

    Jeffrey Archer hat auch hier wieder seine Schreiberkunst bewiesen und einen würdigen Abschluss seiner Familiengeschichte vorgelegt. Wenn man sich für das britische Bankenwesen, für Aktienkurse und börsennotierter Unternehmen interessiert, wird man in diesem Band wirklich nicht enttäuscht. Aber auch für englische Politik, Macht und Intrigen findet der Autor wieder genügend Platz.
    Und natürlich wartet auch dieser Roman mit einer guten Portion Liebe und Romantik auf …

    „Winter eines Lebens“ verbindet letztendlich alle Handlungsstränge und Personen miteinander und gibt uns auf viele noch offene Fragen die passenden Antworten. Dabei lässt sich die Geschichte wieder sehr flüssig lesen, obwohl sie in rasantem Tempo voran schreitet und eine spannende Wendung von der Nächsten abgelöst wird. Der eine oder andere Zeitsprung hat mich zwar doch etwas verwirrt, machte aber letztendlich Sinn. Die Anziehungskraft der Geschichte ist wie immer perfekt und auch das „Spiel des Schicksals“ kommt zum tragischen Finale!

    Natürlich dürfen wir uns in diesem Buch auch nochmal an den immer wiederkehrenden, abstrusen Intrigen der Virginia Fenwick erfreuen …

    Was soll ich euch jetzt über das Ende der Geschichte erzählen?
    Es ist absolut rund geschrieben, gefühlvoll, mitreißend und endet mit der perfektesten Rede aus Giles Barringtons Feder, die man sich nur denken kann. Die letzten Seiten haben mich vollkommen zerstört und Rotz und Wasser heulend zurückgelassen, was mir schon wirklich lange nicht mehr passiert ist …
    Ein außerordentlich gefühlvoller und ergreifender Abschluss!

    Jeffrey Archer hat sieben Bücher geschrieben und eine Jahrhundertchronik erschaffen!
    Jede Sekunde war ein Vergnügen für mich!

  • „Möge die Stunde kommen“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „Comet the hour“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 6
    Seitenzahl:  589
    ISBN:  978-3-453-42167-7

    Für die Familien der Cliftons und Barringtons, deren Wege seit Jahrzehnten miteinander verbunden sind, kommen schwere Stunden. Giles Barrington setzt seine Karriere als Politiker für eine große und gefährliche Liebe aufs Spiel, während Emma Clifton eine schwere Entscheidung treffen muss, die für ihren Mann Harry alles verändern könnte. Doch dann erfolgt ein Schicksal, mit dem niemand gerechnet hat …

    Meine Meinung

    Auch der inzwischen sechste und vorletzte Band der Clifton-Saga liest sich so spannend wie ein Krimi …

    Nachdem der Prozess gegen Virginia Fenwick endlich überstanden ist, versucht Emma Clifton sich wieder voll und ganz auf ihre Arbeit als Vorstandsvorsitzende des Familienunternehmens zu konzentrieren. Doch in ihrem Leben gibt es schon bald einige einschneidende Veränderungen und Emma muss wichtige Entscheidungen treffen. Eine davon könnte auch das Leben von ihrem Mann Harry für immer verändern. Dieser ist nach wie vor als Schriftsteller sehr erfolgreich und auch sein furchtloser Einsatz für den in Sibirien inhaftierten Anatoli Babakow hat seine Stellung und Bekanntheit nochmal gesteigert.
    Giles Barrington setzt indessen seine politische Karriere für seine große Liebe aufs Spiel und auch Sebastian, der Sohn von Emma und Harry, versucht sein privates Glück zu finden.
    Sie alle ahnen noch nicht, dass so Manches ganz anders laufen wird, als von ihnen gedacht …

    Auch „Möge die Stunde kommen“ schließt wieder nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an, der mit einem großen Cliffhanger endete. Hilfreich ist hier der Prolog, der die letzten Seiten des 5. Bandes nochmals zur Erinnerung wiedergibt. So ist man sofort wieder mitten in der Geschichte, die wie gewohnt schnell an Fahrt aufnimmt!

    Im Mittelpunkt stehen weiterhin Emma und Harry Clifton und ihr Sohn Sebastian, der inzwischen erwachsen ist und ebenfalls zu den Hauptfiguren gehört. Ein Charakter der sich immer tiefer in mein Herz schleicht und den ich wirklich gerne verfolge. Und natürlich sind auch Giles und Grace Barrington wieder mit von der Partie. Jeder von ihnen hat mit eigenen, teils dramatischen Ereignissen zu kämpfen, die für mich wie immer sehr spannend zu verfolgen waren. Freud und Leid liegen oft nah beieinander. Neue Intrigen und Verschwörungen werden gesponnen und auch viele alte Bekannte kommen wieder ins Spiel.

    Jeffrey Archers Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und bildgewaltig. Er kommt bei den einzelnen Abschnitten sehr schnell auf den Punkt, wird dadurch niemals langatmig und alles ist unheimlich gut miteinander verknüpft. Dennoch wartet er mit Wendungen auf, auf die ich so nie gekommen wäre. Gerade das mag ich an der Clifton-Saga sehr!

    Ein großes Highlight war für mich auch die Rede von Harry Clifton, als er in Vertretung für Anatoli Babakow dem Nobelpreis entgegen nahm. Grandios von Jeffrey Archer geschrieben, spiegelt sie in meinen Augen auch heute noch den Zeitgeist wieder.

    Der Autor schafft es auf wunderbare Art, diese Familiengeschichte vor einem historischen Gesamtbild zu erzählen, das mich als Leser wirklich fasziniert und mitnimmt.

  • „Für immer die Deine“ | Jana Voosen

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Autor:  Jana Voosen
    Verlag:  Heyne
    Genre:  Historischer Roman
    Seitenzahl:  348
    ISBN:  978-3-453-42311-4

    Altes Land, 1939: Es ist ein Skandal, der das Dorf Jork wochenland in Atem hält. Die erst 17-jährige Tochter des wohlhabenden Obstbauern Landahl erwartet ein Kind vom Sohn des Pfarrers. Das junge Paar ist glücklich, doch als der Zweite Weltkrieg ausbricht, muss Fritz an die Front, und Klara schlägt sich mit ihrem Sohn alleine in einer keinen Wohnung in Hamburg durch. Als sie entdeckt, dass der alte Mann in der Dachgeschosswohnung über ist nicht der ist, für den er sich ausgibt, trifft Klara eine folgenschwere Entscheidung.

    Hamburg, 2019: Die frisch getrennte Journalistin Marie stößt bei ihren Recherchen zu einem Artikel auf die Lebens- und Liebesgeschichte von Klara und Fritz Hansen. Sie ahnt nicht, dass die Begegnung mit den beiden ihr eigenes Leben maßgeblich beeinflussen wird.

    Meine Meinung

    Schon als Kinder waren Klara und Fritz unzertrennlich. Zusammen machten sie die heimischen Höfe unsicher, spielten „Vater-Mutter-Kind“ und Fritz versprach seiner Klara schon damals „Wenn ich groß bin heirate ich nur dich“. Aus diesem Versprechen wurde die ganz große Liebe! Doch der Beginn des Zweiten Weltkrieges setzt dem jungen Glück ein jähes Ende: Fritz muss an die Front!
    Klara bleibt alleine mit ihrem gemeinsamen Sohn Paul in Hamburg zurück und macht das Beste aus ihrer Situation. Sie freundet sich mit dem älteren Herrn aus der Wohnung über ihr an, doch muss sie schon bald feststellen, dass er nicht der ist, für den er sich ausgibt. Klara trifft eine folgenschwere Entscheidung die ihr Leben in den Grundfesten erschüttern wird!

    „Für immer die Deine“ ist ein wunderbarer zeitgeschichtlicher Roman, über die Liebe und deren Tücken. Die Handlung ist so gefühlvoll und herzschmeichelnd erzählt, dass sich mir viele Szenen ins Herz gebrannt haben!

    Die Geschichte wird dem Leser in Rückblenden aus Klaras Sicht während eines Interviews wiedergegeben. Wir begleiten Sie und ihren Mann durch alle Stationen ihres Lebens, erleben mit wie sich aus der Kinderfreundschaft zuerst Verliebtheit und danach die große Liebe entwickelt und am Ende beide für ihre Gefühle und ihre Zukunft kämpfen müssen.
    Vor der Kulisse des Zweiten Weltkrieges, der ja ohnehin schon viele Entbehrungen mit sich bringt, spinnt Jana Voosen eine sehr interessante und aufwühlende Geschichte. Dabei verlor Klara zwar bei mir einiges an Sympathie, die Autorin findet aber einen sehr guten Weg aus der Dramatik und konnte auch mich am Ende wieder mit unserer Protagonistin versöhnen.

    Fritz wird in Polen schwer verwundet und auch die Szenen im Lazarett konnte mir die Autorin sehr glaubwürdig näher bringen, was für einen Liebesroman in meinen Augen nicht alltäglich ist. Der Marsch der jüdischen Bewohner ins Ghetto, ein Schuss im Wald! Schmerzhaft realistisch dargestellt!

    Das natürlich auch die Journalistin Marie ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen hat, muss ich vermutlich nicht dazusagen. Ihre Geschichte ist zwar nicht direkt mit der von Fritz und Klara verstrickt, Marie steht aber vor vielen Entscheidungen und versucht aus Klaras Erzählungen für sich selbst eigene Antworten abzuleiten. So intensiv die Lebensgeschichte im Zweiten Weltkrieg dargestellt wurde, so oberflächlich und in meinen Augen auch falsch fand ich die Geschichte um Marie! Das Interview ist natürlich der Leitfaden durch das Buch, aber ich hätte mir mehr davon erwartet.

    „Für immer die Deine“ zeigt eine Liebe, die trotz aller schicksalhafter Wendungen niemals aufgehört hat zu bestehen und die uns vielleicht auch ein bisschen als Vorbild dienen sollte!

  • „Die Krone der Elemente“ | Matthias Oden

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Autor:  Matthias Oden
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Fantasy
    Die Krone der Elemente, Band 1
    Seitenzahl:  731
    ISBN:  978-3-453-31956-1

    Viele Jahrhunderte wuchs das Heilige Reich Salischer Völker, bis es beinahe ganz Elyrdan umschloss. Nun ist der Vormarsch seiner Armeen zum Erliegen gekommen. Sein Herrscher, der alte Kaiser ist gebrechlich, die Fürsten streiten sich um ihre Pfründe, und die Seher kehren immer öfter ohne Antworten von den Traumfeldern zurück. Doch die eigentliche Gefahr ahnt noch niemand. Denn unbemerkt hat die ehrgeizige Oberbefehlshaberin des Nachbarlandes Chimrien ein Artefakt erlangt, das ihr unbegrenzte Macht zu verheißen scheint – eine seltsam schimmernde Krone.

    Meine Meinung

    Der amtierende Kaiser des Salenreiches ist alt und wurde bereits seit Wochen nicht mehr unter seinen Gefolgsleuten gesehen. Natürlich verbreitet sich da das Gerücht, er läge im Sterben, wie ein Lauffeuer unter den Landesfürsten, die in Zeiten von Krieg und Armut nach mehr Einfluss am Hof streben. Doch am Ende ist es eine junge Heeresführerin, die den Grenzkonflikt im Westen zwischen dem Kaiserreich und dem benachbartem Herzogtum anfeuert. Niemand ahnt, dass sie im Besitz der sagenumwobenen „Krone der Elemente“ gelangt ist, mit deren magischen Kräften sie Natur und Menschen gleichermaßen zu unterwerfen vermag! Schon bald setzt sie die Macht der Krone rücksichtslos ein und ein unerbittlicher Krieg entbrennt. Ein Krieg, der das Schicksal aller Menschen und das Antlitz der Welt für immer verändern wird …

    „Die Krone der Elemente“ war mein erstes Buch aus der Hand von Matthias Oden. Der Autor hat sich bereits mit seinem Erstlingswerk „Junktown“ in Deutschland einen Namen gemacht und auch sein zweites Buch hat mir sehr gut gefallen.

    Die Handlung springt zwischen den benachbarten Reichen hin und hier. Dabei begleiten wir viele unterschiedliche Protagonisten, deren Handeln für mich zu Beginn keinen Zusammenhang erahnen ließ. So haben wir unter Anderem einen Fürsten, der im Wald eine ungeheuliche Entdeckung macht. Einen Kaufmann, der eine enorme Waffenlieferung abfertigen soll. Eine Soldatin, die einen Geächteten jagt. Aber auch einen junger Seher, der versucht, aus Träumen einen Sinn zu ziehen. Jeder einzelne dieser Charaktere hat vom Autor seine eigene Persönlichkeit bekommen, die Schwung und Leben in die Geschichte gebracht und wirklich gut miteinander harmoniert haben. Alles in Allem für mich der wichtigste Kern der Geschichte..

    Man merkt auch deutlich, dass sich Matthias Oden mit Politik und Ethnologie auskennt, denn die Welt, die er erschaffen hat, ist so komplex und kulturreich, dass ich voll und ganz damit einverstanden bin, eine über 700 Seiten lange Einführung in diese Welt bekommen zu haben.
    Auch die Karten im Buch, waren für mich sehr wichtig, um mich jederzeit zu orientieren.

    Die Erzählstränge sind wunderbar flüssig und in einer sehr angenehmen Sprache verfasst, die dem Leser den mittelalterlichen Charakter der Geschichte sehr gut näher bringt. Wir befinden uns so gut wie durchgehend auf Schlachtfeldern und trotzdem wurde die Geschichte nicht eintönig und schwerfällig.

    Matthias Oden setzt Frauen und Männer absolut gleich, das ist mir bereits in den ersten Kapiteln aufgefallen. Wir finden beide Geschlechter in Herrscherrollen, aber auch als aktive Fußsoldaten wieder, ohne dass je darauf angespielt wird, dass das jemals anders war.

    Auch Spiritualität, Religion und Magie nehmen in diesem Buch eine sehr fein gezeichnete Rolle ein. Nebensächlich, aber immer wieder in guten Dosen eingestreut. Die Geschichte blieb, für einen Roman aus dem „Fantasy“-Genre, wirklich stark am Boden.

    Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen und bin sehr froh, dass ich „Die Krone der Elemente“ gelesen habe!

  • „Die Wege der Macht“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „Mightier than the Sword“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 5
    Seitenzahl:  587
    ISBN:  978-3-453-41992-6

    Die Wege der Familie Clifton und Barrington sind gezeichnet von Glück und Leid, von Machtspielen und Schicksalsschlägen. Während sich sein Jugendfreund Giles in eine Frau mit dunkler Vergangenheit verliebt, reist Harry Clifton nach Sibirien. Harry will dem dort inhaftierten Schriftsteller Babakow helfen – und bringt sich damit in große Gefahr. Auch für seine Frau Emma, die der Barrington-Gesellschaft vorsteht, schlägt eine schwere Stunde …

    Meine Meinung

    „Die Wege der Macht“ ist inzwischen der 5. Band der packenden Clifton-Saga und schließt nahtlos an die dramatischen Ereignisse am Ende des Vorgängers an.

    Nachdem die Jungfernfahrt des Passagierschiffes „MV Buckingham“, dem ersten Luxusliner der Barrington Schifffahrtsgesellschaft, nur knapp einer entsetzlichen Katastrophe entkommen konnte, versucht die Vorstandsvorsitzende Emma Clifton weiterhin alles, um das traditionsreiche Familienunternehmen am Laufen zu halten und den Vorstand auf ihrer Seite zu behalten. Doch neue Intrigen lassen nicht lange auf
    sich warten …
    In der Zwischenzeit versucht Harry, der sich als erfolgreicher Schriftsteller einen Namen machen konnte, alles, um den in Sibirien inhaftierten Autor Anatoli Babakow zu helfen. Dafür nimmt er eine gefährliche Reise in Kauf und gerät in eine Situation, mit der er niemals gerechnet hätte…
    Auch die Wege der anderen Familienmitglieder sind nicht immer einfach, wie es Sebastian Clifton und sein Onkel Giles Barrington schon bald zu spüren bekommen!

    Um dem Leser den Einstieg in die Geschichte zu erleichtern, gibt uns der Prolog nochmal einen sehr hilfreichen Rückblick auf die letzten Geschehnisse und so wird auch der fiese Cliffhanger aus dem letzten Band gleich zu Beginn des Buches aufgelöst. Auch danach geht es sofort packend weiter:  Die Schwerpunkte der Geschichte wurden sehr gut zwischen den Protagonisten aufgeteilt.  Alle haben ihre unterschiedlichen Themen, die von Jeffrey Archer spannend und mitreißend, aber dennoch locker und leicht erzählt wurden. Freude und Erfolg, aber auch Leid und Missgunst haben hier ihren Platz! Intrigen und Verschwörungen, die auch diesmal für mich nie langweilig wurden. Die ganzen Verwicklungen sind raffiniert und völlig unvorhersehbar.

    Leider konnte mich der Handlungsstrang um Harry und Anatoli Babakov nur bedingt überzeugen. Hier haben mir leider die konkreten Anhaltspunkte für Harrys Aktionismus gefehlt. Wie kam er auf Babakov? Warum gerade er? Und Warum verbeißt er sich so in dessen Lebensgeschichte?
    Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits!

    Der Schreibstil ist dennoch flüssig, die Handlung an vielen Stellen rasant und in Kombination mit den kurzen ruhigeren Abschnitten ein tolles Leseerlebnis. Es gibt ein fesselndes Ende und natürlich auch den schon berühmten bitterbösen Cliffhanger …

    Wieder ein gelungener Band der Clifton-Saga!
    Ein Roman, der im historischen Bereich angesiedelt ist, sich aber so spannend wie ein Krimi liest!

  • „Im Schatten unserer Wünsche“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „Be careful what you wish for“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 4
    Seitenzahl:  540
    ISBN:  978-3-453-41991-9

    Bristol 1957: Der Vorsitzende der Barrington Schifffahrtgesellschaft wird zum Rücktritt gezwungen – für Emma Clifton ist dies die Gelegenheit, den Posten zu übernehmen und Macht über die Gesellschaft zu gewinnen. Doch die tragischen Ereignisse um ihren Sohn Sebastian, der in einen Autounfall verwickelt wurde, legen einen Schaffen über Emma und ihren Mann Harry …

    Meine Meinung

    Im vierten Band der Clifton-Saga bekommt Harrys und Emmas Sohn Sebastian den größten Raum. Er hat seinen Autounfall überlebt und lernt während seines langen Krankenhausaufenthaltes den Bankier Cedric Hardcastle kennen. Dieser ist aufmerksam, spitzfindig und bekommt sehr schnell mehr von den intriganten Machenschaften des Industriellen Don Martinez mit. Er hilft dem Vorstand der Barrington Schifffahrtsgesellschaft und damit auch der Familie Clifton gegen dessen Angriffe zu bestehen. Für mich war es wirklich Spannend gerade die Geschäfte an der Böse mitzuverfolgen und daraus alle weiteren Strippen zu ziehen. Und am Ende sticht ein neu gebautes Passagierschiff in See …

    Die Charaktere sind inzwischen gut bekannt und haben ihren Platz im Leben gefunden. Giles kandidiert fürs Oberhaus, Harry ist Bestsellerautor und Emma die Vorstandsvorsitzende des Familienunternehmens. Ihre Kinder Sebastian und Jessica sind erwachsen, erfolgreich und haben ihre eigenen Sorgen. Natürlich bekommen auch einige der Nebenfiguren aus den vorherigen Bänden wieder eine tragende Rolle: So handelt Major Alex Fisher schon wieder mit Aktienpaketen und Lady Virginia versprüht ihr Gift.

    Auch in „Im Schatten unserer Wünsche“ wird die Geschichte wieder in mehreren Hauptkapiteln aus den diversen Sichten unterschiedlicher Personen erzählt, die den Weg unserer Protagonisten zwischen den Jahren 1957 bis 1964 begleiten. Dabei lesen wir von schicksalhaften Wendungen und wichtigen Entscheidungen, die das Leben Vieler betreffen.
    Diese Perspektiven beziehen sich selten auf ein und dieselbe Handlung, wodurch es zu einem sehr zielgerichteten und flotten Handlungsfortlauf kommt. Die angesprochenen Themen sind vielschichtig und werden interessant an den Mann gebracht. Dabei tut die bildgewaltige Sprache natürlich ihr übriges!

    Der Autor nimmt an entscheidenden Stellen immer wieder Bezug auf bisher wesentliche Geschehnisse und hilft damit dem Leser wieder gut in die Geschichte zurück zu finden.

    Leider werden die zeitgeschichtlichen Fakten zugunsten der Liebesgeschichten, Affären und familiärer Skandale im Laufe der Reihe merkbar weniger, Jeffrey Archer leistet aber dennoch eine sehr gute Reche was die angeschnittenen Themen betrifft.

  • „Erbe und Schicksal“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „Best kept Secret“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 3
    Seitenzahl:  510
    ISBN:  978-3-453-47136-8

    England, 1945: Der Zweite Weltkrieg ist beendet. Harry Clifton, der sich aus den Hafendocks Bristols hochgearbeitet hat, und sein treuer Jugendfreund Giles Barrington, haben diese finstere Zeit überlebt. Harry scheint endlich sein Glück mit Emma Barrington finden zu können, Giles beschreitet voller Hoffnung den steinigen Weg in die Politik. Doch lange Schatten drohen auf beide Familien zu fallen. Es beginnt eine neue Epoche voller Intrigen und Verrat.

    Meine Meinung

    In „Erbe und Schicksal“ geht die spannende Geschichte um die Familien Barrington und Clifton weiter und umfasst diesmal die Jahre von 1945-1957. Wir befassen uns mit Sir Giles politischer Karriere, seiner Ehe mit Lady Virginia Fenwick und dem unrühmlichen Ende dieser.
    Auch das Schifffahrtsunternehmen der Barringtons musste während des Zweiten Weltkrieges starke Veränderungen hinnehmen, was gerade für Emma eine neue Zeit in ihrem Leben einläutet!

    Auch die nächste Generation, also Harrys und Emmas Sohn Sebastian, bekommt  in diesem Buch das erste Mal einen festen und durchaus sehr großen Platz in der Geschichte. Ein Teil der mir besonders gut gefallen hat.

    Jeffrey Archer hat ein Talent dafür, seine Charaktere in immer wieder neue gesellschaftliche Konflikte hineinzuführen. Auch wenn diese oft sehr schwerwiegend sind, wirken die Szenen dennoch leicht und mitreißend und wurde von dem Autor mit der genau richtigen Dosis an Details versehen. So begleiten wir auch die  dramatischen Verhandlung um die Erbfolge der Barringtons. Dabei obliegt es dem „Haus of Lords“ festzustellen, wer das Vermögen rechtmäßig erben soll. Harry sitzt im Verhandlungssaal direkt neben seinem besten Freund und ist sich sehr bewusst, dass die Entscheidung der Lords seine Verbindung zu Emma für immer zerstören könnte …
    Dabei kann man wirklich froh sein, dass es Ende der 40er Jahre noch keine DNA-Forschung gab und es nicht möglich war, aufgrund von medizinischen Untersuchungen eine genaue Zuordnung der Familien festzustellen. Wer weiß, wie die Entscheidung sonst ausgefallen wäre!

    „Erbe und Schicksal“ ist auch bei den Widersachern unserer Protagonisten stark aufgestellt. Der zwielichtige Major Alex Fisher, ein Vorgesetzter von Sir Giles aus Kriegstagen aber auch der Argentinier Don Pedro Martinez, dessen Sohn ein Schulfreund Sebastians ist, kommen hinzu und sorgen für temporeiche Wendungen und uneingeschränkte Spannung.

    Auch wenn ich erst beim dritten Band dieser Familiensaga bin, kann ich doch sagen, das sie mit Abstand das spannendste ist, dass ich in letzter Zeit gelesen habe. Jeffrey Archer hat mich endlich wieder zu den historischen Epen zurückgebracht und dafür bin ich ihm wirklich sehr dankbar …

  • „Das Vermächtnis des Vaters“ | Jeffrey Archer

    Titel im Original:  „The Sins of the Father“
    Autor:  Jeffrey Archer
    Aus dem Englischen übersetzt von Martin Ruf
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Clifton-Saga, Band 2
    Seitenzahl:  469
    ISBN:  978-3-453-47135-1

    Harry Clifton, aufgewachsen bei den Hafendocks in Bristol, und Giles Barrington, Nachkömmling einer großen Schiffahrt-Dynastie, verbindet seit ihrer Jugend eine tiefe Freundschaft. Aus der Enge des Arbeitermilieus hat Harry es auf eine Eliteschule geschafft und steht als junger Mann jetzt an der Seite seiner großen Liebe Emma, der Schwester von Giles. Mit dem Eintritt Englands in den Zweiten Weltkrieg 1939 werden die Schicksale beider Familien erschüttert. Giles gerät in Kriegsgefangenschaft und Harry verschlägt es von Bristol nach New York, wo er eines Mordes angeklagt und verhaftet wird. Emma mach stich auf, um den Mann zu retten, den sie liebt …

    Meine Meinung

    Nachdem wir in „Spiel der Zeit“ mit einem grandiosen Finale zurückgelassen wurden, musste ich sofort den zweiten Teil der Saga zur Hand nehmen …

    Zu Beginn gibt es noch einige kleine Rückblenden auf die bisherige Handlung, die aber geschickt in die fortlaufende Erzählung einfließen. Die große Liebe zwischen Emma und Harry scheint unter keinen sehr glücklichen Stern zu stehen. Obwohl die Beiden unter tragischen Umständen auseinander gerissen wurden, glaubt Emma immer noch daran, dass für sie alles wieder gut werden wird. Alleine schon wegen ihres gemeinsamen Sohnes Sebastian. Sie will Harry wiederfinden und sie glaubt einfach nicht daran, dass er tot ist …
    Und zu Recht: Da Harry sich bei seiner Überfahrt nach Amerika als Tom Bradshaw ausgegeben hat, wird dieser wegen Mordes festgenommen …

    Auch in „Das Vermächtnis des Vaters“ blieb Jeffrey Archer seinem komplexen und außergewöhnlichen Erzählstil treu, wobei er in diesem Band nur sehr wenige Episoden aus Harrys Sicht erzählen lässt. Der Löwenanteil der Geschichte stehen Emma und Giles zu. Leider hatte dies zu Beginn des Buches, gerade was unseren Harry betrifft, für mich einen eher entfremdenden Charakter. Am Ende ist die Geschichte aber absolut Rund und Stimmig.

    Harrys Geschichte bleibt spannend und er selbst entwickelt sich zu einem großartigen jungen Mann mit Ecken und Kanten. Er ist entschlossen, klug und auch wenn seine Taten im ersten Moment oft sehr spontan und impulsiv wirken, ist es doch meistens durchdacht und führt zum gewünschten Ziel.
    Auch Emma Barringtons ist nicht einfach das reiche Mädchen, das vom Leben keine Ahnung hat. Was sie nicht weiß, das eignet sie sich an und nimmt dabei sehr viele Unannehmlichkeiten in Kauf. Genauso zielstrebig begibt sie sich auch auf die Reise nach Amerika um Harry wieder zu finden.
    Ihr Bruder Giles hingegen nimmt die Nachricht vom Tod seines besten Freundes mehr mit als Gedacht. Er meldet sich freiwillig zur Wehrdienst und gerät in deutsche Kriegsgefangenschaft. Um diesen und vielen anderen Schwierigkeiten zu entgehen wählt er oft Wege, die man ihm gar nicht zugetraut hätte …

    Leider wurde auf einige wichtige Themen nur sehr sporadisch eingegangen. So heiratet Harrys Mutter im Laufe der Geschichte und  wir als Leser bekommen zwar mit, dass ihr drei stattliche Mannsbilder den Hof machen, warum ihre Entscheidung aber letztendlich auf ihren zukünftigen Ehemann fällt bleibt für uns unbekannt. Auch Harrys Verletzung, die für ihn seine Zeit an der Front beendet, wird zwar angeschnitten, aber größtmöglich umgangen!
    Ich hoffe, Jeffrey Archer kommt hier in den nächsten Bänden noch mit etwas mehr Details um die Ecke!

    Alles in Allem also ein würdiger Nachfolger und ich freue mich schon auf den nächsten Band der Clifton-Saga!