• „Der Kuss der Lüge“ | Mary E. Pearson

    Titel im Original: „The Kiss of Deception“
    Autor: Mary E. Pearson
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Barbara Imgrund
    Verlag: Bastei Lübbe | One Verlag
    Genre: Fantasy | Jugendbuch
    Chroniken der Verbliebenen, Band 1
    Seitenzahl: 559
    ISBN: 978-3-8466-0036-8

    Ein Befehl, und das Licht gehorcht.
    Ein Wink von ihr, und Sonne, Mond und Sterne fallen auf die Knie und erheben sich wieder. Sie ist Lia, Königstochter von Morrighan. Am Tag ihrer Hochzeit entflieht sie ihrem goldenen Käfig und lässt ihr bisheriges Leben hinter sich.

    Weit entfernt von Morrighan heuert Lia in einer Taverne an. Dort lernt sie eines Abends zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sic zu beiden hingezogen. Und ahnt nicht, dass sie längst in größter Gefahr schwebt …

    Meine Meinung

    „Der Kuss der Lüge“ ist der Auftakt einer Fantasy-Reihe, die dank einer Freundin im letzten Jahr bei mir einziehen durfte. Obwohl wir hier bildgewaltig in eine aufregende Welt entführt werden, hatte ich doch ein bisschen an diesem Buch zu knabbern …

    Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch damit ist sie alles andere als einverstanden, sie möchte ihr Leben selbst bestimmen. Am Tag ihrer Abreise, der sie in das Königreich ihres zukünftigen Gatten führen soll, flüchtet sie zusammen mit ihrer Zofe Pauline und heuert weit entfernt in einer Taverne an. Noch nicht mal die besten Suchhunde ihres Vaters schaffen es, sie aufzuspüren. Gestärkt durch die neuen Aufgaben und das Vertrauen, das ihr entgegengebracht wird, blüht sie richtig auf!
    Kurze Zeit später lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr! Einer ist ihr verprellter Prinz, der andere ein Auftragsmörder! Aber wer ist wer?

    Die Geschichte war von Anfang bis Ende gut durchdacht. Mary E. Pearson hat einen sehr flüssigen Schreibstil. Eher ruhig mit einer unterschwelligen Spannung, die der Autorin zu Beginn in meinen Augen ein bisschen im Weg gestanden ist. Das erste Drittel des Buches zieht sich unglaublich in die Länge und nimmt erst viel Später so richtig Fahrt auf. Am Anfang musste ich mich immer ein bisschen zum weiterlesen überwinden, aber es hat sich eindeutig gelohnt.
    Die Kapitel sind aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Allen voran lernen wir so natürlich Lia kennen, doch dann erleben wir auch die Sichtweise des Prinzen, des Attentäters, die von Rafe und die von Kaden. Mary E. Pearson hat das sehr geschickt eingefädelt. Ich muss aber ehrlich gestehen, dass mir die Kapitel aus der männlichen Sicht doch deutlich besser gefallen haben, waren diese von Anfang an rasanter und actionreicher beschrieben.

    Die Autorin zeichnet in diesem Buch ganz wunderbare Charaktere, die mir nahe gegangen sind und die ich auch mit der Zeit sehr lieb gewonnen habe. Ich durfte mit Lia und Pauline mitfiebern, habe mit ihnen geweint und war in manchen Situationen genauso am Boden zerstört wie unsere beiden Protagonistinnen. Auch Kaden und Rafe sind sehr interessante Figuren und ich fand das Rätselraten um ihre Hintergründe, durchaus spannend. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Charaktere toll und überzeugend gestaltet sind und mit ihren Aufgaben in der Geschichte wachen.

    Auch wenn ich einige Schwierigkeiten mit diesem Buch hatte, freue ich mich schon darauf, den zweiten Band der Reihe zur Hand zu nehmen. Ich denke auch die Autorin wird sich im Laufe der Geschichte weiterentwickeln …

  • „Grindelwalds Verbrechen“ | Joanne K. Rowling

    Titel im Original: „Fantastic Beasts:  The Crimes of Grindelwald“
    Autor: Joanne K. Rowling
    Aus dem Englischen übersetzt von Anja Hansen-Schmidt
    Mit Illustrationen von MinaLima
    Verlag: Carlsen Verlag
    Genre: Fantasy | Jugendbuch
    Phantastische Tierwesen, Band 2
    Seitenzahl: 286
    ISBN: 978-3-551-55709-4

    In „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ wurde der mächtige schwarze Magier Gellert Grindelwald mit Unterstützung des Magizoologen Newt Scamander gefasst. Doch jetzt gelingt ihm die Flucht und er beginnt, Anhänger um sich zu scharen. Sein wahres Ziel – Die Herrschaft von reinblütigen Hexen und Zauberern über alle nichtmagische Wesen – kennen nur die wenigsten von ihnen. Um diesen Plan zu durchkreuze, wird Newt von Grindelwalds größten Wiedersacher um Hilfe gebeten: Albus Dumbledore. Als Newt einwilligt, ahnt er noch nicht, welche Gefahren vor ihm liegen. Die Kluft, die sich durch die magische Welt zieht, wird immer tiefer, und selbst Familien und Freunde werden entzweit!

    Meine Meinung

    Die Geschichte um Newt Scamander, dem liebenswerten und etwas verschrobenen Magizoologen, geht in die nächste Runde! Zum Ende des ersten Bandes, wurde Gellert Grindelwalds mit Newts Hilfe gefasst. Diesem gelingt auf spektakuläre Weise die Flucht nach Europa, wo er möglichst viele Anhänger um sich schart. Er verfolgt ein hohes Ziel: Er möchte die Herrschaft von reinblütigen Hexen und Zauberern gegenüber den Nichtmagiern sichern. Doch auch der Obscurus Credens erweckt sein Interesse …
    Albus Dumbledore, Grindelwalds größter Widersacher, bittet Newt um Hilfe. Die Kluft, die sich durch die magische Welt zieht, wird immer bedrückender … und auch Familie und Freunde bleiben nicht verschont!

    Bei diesem Buch handelt es sich wieder um ein Originaldrehbuch. Ihr seid an dieser Stelle also vorgewarnt, was die Schreibweise und Aufmachung betrifft. Ich persönlich bin von dem Cover und der ganzen Geschichte begeistert! Zudem ist die Gestaltung innen wie außen ein absoluter Blickfang!

    Aufgrund der Dialoge und der knappen Regieanweisungen lässt sich das Buch zügig durchlesen. Dennoch war ich auch hier wieder erstaunt, wie gut sich ein gewisser Spannungsbogen aufbauen lies und wie normal die Charaktere rüberkamen. Natürlich ist das Buch nicht so emotional wie ein normaler Roman, doch trotzdem kann man die Empfindung der Figuren sehr gut nachvollziehen.

    In „Grindelwalds Verbrechen“ tauchen erstmals bewusst alte Bekannte aus dem Harry Potter-Universum auf. So erfahren wir einige interessante Zusammenhänge aus der Familie Lestrange und auch Albus Dumbledore hat seine Hände wieder mit im Spiel.
    Auch die Charaktere aus dem ersten Band waren mir wieder auf Anhieb sympathisch. Newt mit seiner liebevollen, aber doch auffällig verschrobenen Art, Queenie die mich doch etwas verwundert hat und Jacob den ich die meiste Zeit einfach nur gern in den Arm nehmen wollte. Selbst Tina, von der ich im ersten Band ja gar nicht so begeistert war, hat mein Herz ein bisschen Höher schlagen lassen! Gellert Grindelwald fand ich persönlich spannend, seine Faszination auf Andere kann ich allerdings nicht teilen … ob da nicht ein kleiner Zauber nachhilft?

    „Grindelwalds Verbrechen“ ist eine Geschichte um Liebe, Treue und den Mut richtige Entscheidungen zu treffen. Und welchen Weg wählen wir, um unser Ziel zu erreichen?

  • „Elias & Laia: Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ | Sabaa Tahir

    Titel im Original: „A Torch Against the Night“
    Autor: Sabaa Tahir
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Barbara Imgrund
    Verlag: Bastei Lübbe | One Verlag
    Genre: Fantasy | Jugendbuch
    Elias & Laia, Band 2
    Seitenzahl: 511
    ISBN: 978-3-8466-0038-2

    Das Schicksal hat Elias und Laia zusammengeführt und sie im Widerstand gegen das Imperium vereint. Gemeinsam fliehen sie aus Schwarzkliff, um im Gefängnis von Kauf Laias inhaftierten Bruder aus seiner Zelle zu befreien. Mit seinem Wissen könnte er von großem Wert sein für die Rebellen. Doch werden Elias und Laia es schaffen, sich unbemerkt bis ans andere Ende des Landes durchzuschlagen? Immerhin ist ihnen Helena dicht auf den Fersen. Und als rechte Hand des Imperiums hat sie einen klaren Auftrag: Die beiden Verräter zu finden und zu töten!

    Meine Meinung

    Was für eine tolle Fortsetzung! Nachdem „Die Herrschaft der Masken“ so actionreich geendet hat, habe ich mich eigentlich auf einen etwas ruhigeren Zwischenband eingestellt, aber weit gefehlt …

    Nach den schrecklichen Ereignissen des ersten Buches befinden sich Elias und Laia noch immer auf der Flucht vor dem Imperium. Sie müssen unter allen Umständen so schnell wie möglich und am besten auch noch unentdeckt Serra verlassen und sich irgendwie nach Kauf, dem gefürchteten Gefängnis der Martialen, durchzuschlagen. Laias Bruder Darrin ist dort nach wie vor den schrecklichen Folterungen ausgesetzt. Sein Wissen über das Geheimnis des berüchtigten Serrastahls könnte das Machtverhältnis zwischen Kundigen und Martialen ein für alle Mal verschieben.
    Verrat, Intrigen und Tod pflastern ihren Weg und auch Helena, als rechte Hand des Imperators, ist ihnen schon dicht auf den Fersen. Sie hat nur einen Auftrag:  „Töte den Verräter!“

    Der Schreibstil von Sabaa Tahir ist auch in „Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ unverändert bildgewaltig, atmosphärisch und wortgewandt. In diesem Buch verlassen wir die römisch-anmutende Umgebung und ziehen durch sandiges Wüstengebiet. Wie schon beim Vorgänger, wird die Geschichte abwechselnd aus Elias und Laias Perspektive geschrieben. Zusätzlich kommt als dritter Erzählstrang noch Helenas Sicht hinzu, was mich persönlich sehr freute, da ich sie schon im ersten Band sehr interessant fand.
    Auch hier bleibt die Geschichte gewaltbereit und brutal, jedoch meiner Meinung nach weitaus weniger stark als noch im ersten Teil, dafür nehmen die Fantasy-Elemente zu und machen die Geschichte abwechslungsreicher und interessanter.

    In „Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ konnte ich mich nun auch endlich mit Laia anfreunden. Sie wird im Laufe der Geschichte mutiger und wirkte auf mich offener. Ihre selbstmitleidigen Monologe verlieren sich mit der Zeit ganz! Wir könnten wirklich noch Freunde werden …

    Aber schauen wir erst mal, was der dritte Band für Überraschungen mit sich bringt!

  • „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ | Joanne K. Rowling

    Titel im Original: „Fantastic Beasts and where to find them“
    Autor: Joanne K. Rowling
    Aus dem Englischen übersetzt von Anja Hansen-Schmidt
    Mit Illustrationen von MinaLima
    Verlag: Carlsen Verlag
    Genre: Fantasy | Jugendbuch
    Phantastische Tierwesen, Band 1
    Seitenzahl:  290
    ISBN: 978-3-551-55694-3

    Der Naturforscher und Magizoologe Newt Scamander kehrt soeben von einer Reise zurück, die ihn auf der Suche nach seltenen und ungewöhnlichen magischen Geschöpfen einmal um die ganze Welt geführt hat. Eigentlich will er gar nicht lange in New York bleiben, doch als sein Koffer vertauscht wird und einige seiner Tierwesen daraus in die Stadt entkommen, droht allen Beteiligten Ärger und große Gefahr …

    Meine Meinung

    Nachdem ich „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ vor einigen Wochen zugeschlagen habe, bin ich in ein kleines seelisches Tief gerutscht. Ich fand die gelesenen Bücher zwar toll und hatte meinen Spaß damit, aber es hat sich alles so dahingezogen. Mein Kopf war immer noch in der magischen Welt und konnte sich mit dem Ende noch nicht so ganz abfinden. Daher habe ich mir gleich das nächste Buch von J. K. Rowling geschnappt.

    „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ ist der Titel des Lehrbuches, das die Schüler in Hogwarts in ihrem Unterricht für die Pflege magischer Geschöpfe brauchen. So ein Buch zu schreiben ist wirklich nicht einfach und bringen allerlei mühsame und detailreiche Recherchen mit sich. Von den überraschenden Gefahren wollen wir gar nicht erst reden!
    Newt Scamander, seines Zeichens Magizoologe und Forscher aus Leidenschaft, kommt mit einem Koffer voller Tierwesen nach New York, um dort seinen Forschungen nachzugehen. Doch durch unglückliche Umstände wird sein Koffer mit dem von Jacob Kowalski vertauscht, der eigentlich nur einen Wunsch hat: eine Bäckerei zu eröffnen. Natürlich ist nun das Chaos vorprogrammiert, denn aus dem Koffer entfliehen einige Tierwesen und machen New York unsicher. Newt, der zwischenzeitig von einer Mitarbeiterin des Zaubereiministeriums in Gewahrsam genommen wurde, versucht alles, um seine Tiere wieder einzufangen. Doch nicht nur diese stehen im Mittelpunkt der Ermittlungen, auch ein Obscurus, der schon einige Tote verursacht hat, droht die Magierwelt öffentlich zu machen.

    Da wir hier das Originaldrehbuch zum Film bekommen, findet man nur sehr schwer parallele zu Joanne K. Rowlings Schreibstil, dennoch ist deutlich ihr Geist und ihre Phantasie darin zu entdecken. Die einzelnen Tierwesen sind so wunderbar gestaltet, dass die Beschreibungen sie sehr gut in meinen Kopf gezaubert haben. Die Szenen sind actionreich gestaltet und detailliert. Eigentlich hätte ich mir gedacht, dass sie schwieriger zu verfolgen sind, ich wurde hier aber wirklich eines Besseren belehrt. Ich fand es sehr interessant, wie Filmemacher ihre Drehbücher schreiben und die einzelnen Szenen daraus entstehen. Man bekommt einen wirklich guten Einblick und ich war mehr als begeistert, dass die Bücher nach der ersten Gewöhnungsphase doch so gut zu und flüssig zu lesen sind.

    Die Geschichte selbst hat Spannung, Tiefgang, einen charismatischen Bösewicht, überaus sympathische Helden und interessante Charaktere. Tina Goldstein konnte ich zwar am wenigsten verstehen und mit ihr wurde mir auch nie richtig warm, dafür war ihre Schwester Queenie mit ihrer einfühlsamen Art und ihrem losen Mundwerk mein absoluter Liebling. Natürlich zusammen mit Newt!

    Nur gut das ich schon den zweiten Band „Grindelwalds Verbrechen“ in meinem Regal liegen habe!

  • „Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken“ | Sabaa Tahir

    Titel im Original: „An Ember in the Ashes“
    Autor: Sabaa Tahir
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Barbara Imgrund
    Verlag: Bastei Lübbe | One Verlag
    Genre: Fantasy | Jugendbuch
    Elias & Laia, Band 1
    Seitenzahl:  507
    ISBN: 978-3-8466-0009-2

    Wie überlebt man eine Welt, in der Männer mit silbernen Masken jeden Tag den Tod bringen können? Wie kann man sich selbst treu bleiben, wenn die Herrschenden des Imperiums alles dafür tun, voller Grausamkeit ein ganzes Volk zu unterjochen?

    Elias und Laia stehen auf ganz unterschiedlichen Seiten. Und doch sind ihre Wege schicksalhaft miteinander verknüpft. Während Elias dazu ausgebildet wird, die silberne Maske der Macht voller Stolz und ohne Erbarmen zu tragen, muss Laia täglich die Willkür der Herrschenden fürchten. Als ihre Familie ermordet wird und ihrem Bruder die Hinrichtung droht, schließt sie sich dem Widerstand an.

    Meine Meinung

    Mit „Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken“ entführt uns Sabaa Tahir in eine Welt voll Kampf und Unterdrückungen. Ein starkes Jugendbuch aus dem Genre High Fantasy, dass mich trotz einiger Herausforderungen, überzeugen konnte.

    Zum Einen begleiten wir hier Laia. Sie ist eine Kundige und auch wenn Ihresgleichen schon lange unter der Kontrolle der grausamen Martialen stehen, so ist sie doch glücklich in ihrem Leben, das sie zusammen mit ihren Großeltern und ihrem älteren Bruder Darin führt. Kurz bevor die Masken – die grausame Armee der Martialen – kommen um Darin zu holen, muss Laia erfahren, dass ihr Bruder ein ungeheures Verbrechen begangen hat. Als sie ihn entführen, schwört sie ihren Bruder zu befreien und dafür ist ihr kein Preis zu hoch.
    Auf der anderen Seite steht Elias. Er ist kurz vor seinem Abschluss in der Militärschule, wo er jahrelang gelernt hat, seine Maske mit Stolz und Macht zu tragen. Ohne Frage ist er auch einer der Besten, nur konnte er es nie genießen andere Menschen leiden zu sehen. Gerade als er denkt einen Ausweg aus dem System zu finden, werden er und seine beste Freundin Helena in einen tödlichen Wettkampf verwickelt, der alles in ihrem Leben entscheiden wird.

    Sabaa Tahir zeigt uns eine wunderbare Welt, die für mich Gefühlt zwischen dem Alten Rom mit ihren Gladiatoren und dem sandigen Arabien liegt. Wir schreiten durch sengende Hitze, erklimmen Klippen, müssen Kämpfe ausfechten und nicht nur eine Prüfung bestehen. Spione sind an der Tagesordnung, genauso wie grausame Bestrafungen, hinterlistige Fallen und Intrigen. Aber auch die Liebe und die Hoffnung, Mut, Stärke und Entschlossenheit kommen im ersten Band von „Elias & Laia“ nicht zu kurz.

    Die Autorin hat einen tollen bildgewaltigen Schreibstil. Auch wenn sie ihre Leser gleich von Beginn an mitten in die Action und somit in Entführung Darins wirft, bekommen wir ganz gezielt alle wichtigen Einzelheiten aus der noch unbekannten Welt mit. Ich hatte überhaupt keine Probleme dem Verlauf zu folgen. An manchen Stellen erschien es mir, als wolle sie durch Wiederholungen und Nachdruck gewisse Momente, Gefühlslagen und Situationen besonders hervorheben. Das wäre für mich gar nicht nötig gewesen, denn man bekommt als Leser sehr deutlich mit was erforderlich ist, um die Geschichte so zu begreifen, wie es Sabaa Tahir ihren Lesern nahebringen wollte.

    Zudem zeichnet sie wunderbare Charaktere. Starke Persönlichkeiten, die sich auch im Laufe der Kapitel immer weiterentwickeln. Zugegeben: Laia war für mich dennoch eher schwer zu verdauen, da sie zwei Drittel des Buches mit ihren Ängsten und Unsicherheiten zu kämpfen hatte.

    Die Autorin gerade für einschlägige Szenen (Kampfgefächte, Bestrafungen der Kommandantin, Prophezeiungen, Demütigungen, …) sehr viel Zeit um die doch oft sehr tragischen Geschehnisse ins rechte Licht zu rücken. In meinen Augen gibt es in keiner dieser Szenen nur Schwarz oder Weiß, man kann sehr oft zwischen den Zeilen lesen. Hierfür drosselt sie doch merklich das Tempo um ihnen den nötigen Raum zu geben.

    Auch wenn ich kein klassischer Fantasy- oder Jugendbuchleser bin, fand ich „Die Herrschaft der Masken“ wirklich lesenswert und ich freue mich schon auf den nächsten Band!

  • „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ | Joanne K. Rowling

    Titel im Original: „Harry Potter and the Deathly Hallows“
    Autor: Joanne K. Rowling
    Aus dem Englischen übersetzt von Klaus Fritz
    Verlag: Carlsen
    Genre: Jugendbuch
    Harry Potter, Band 7
    Seitenzahl: 767
    ISBN: 978-3-551-57777-1

    An eine Rückkehr nach Hogwarts ist für Harry nicht zu denken. Er muss alles daransetzen, die fehlenden Horkurxe zu finden, um zu vollenden, was Dumbledore und er begonnen haben. Erst wenn sie zerstört sind, kann Voldemorts Schreckensherrschaft vergehen.

    Mit Ron und Hermine an seiner Seite und einem maischen Zelt im Gepäck begibt sich Harry auf eine gefährliche Reise, quer durch das ganze Land. Als die drei dabei auf die rätselhaften Heiligtümer des Todes stoßen, muss Harry sich entscheiden. Soll er dieser Spur folgen? Doch er ahnt schon jetzt: Welche Wahl er auch trifft – am Ende des Weges wird der Dunkle Lord auf ihn warten …

    Meine Meinung

    Es geht gleich Schlag auf Schlag weiter! Wie ihr euch sicher schon denken konntet, musste ich nach dem schockierenden Ende von „Harry Potter und der Halbblutprinz“ sogleich im finalen Band weiterlesen! Selbst nach dem fünften Durchgang, ist das Ende im Halbblutprinzen immer wieder schrecklich für mich …

    Eigentlich steht für Harry, Ron und Hermine das letzte Schuljahr in Hogwarts an, doch können sie nicht zurückkehren, bevor Harry nicht die Aufgaben, die ihm Albus Dumbledore mitgab, erfüllt hat. Zusammen begeben sie sich auf eine gefährliche Reise durch das Land, um die noch unbekannten Horkruxe zu finden. Dabei stoßen sie auf die Heiligtümer des Todes und erfährt sehr viel mehr über Harrys Geschichte. Sie müssen sich nicht nur vor Lord Voldemort und seinen Totessern verstecken, auch das Zaubereiministerium und die Gesetzlosen stellen sie immer wieder auf die Probe. Doch Harry weiß, dass er sich letztendlich entscheiden muss, Lord Voldemort wird ihn erwarten …

    Das Buch wartet mit einigen Überraschungen auf und wirkt unendlich düster und trostlos. Zudem erscheinen Harry und seine Freunde müde und zermürbt. Nur ihrer tiefen Freundschaft ist es geschuldet, dass sie nicht an ihren Streitereien und Ungereimtheiten zerbrechen. Gerade Ron leistet sich hier einige bitterbösen Schnitzer!

    Auch die letzte Schlacht gegen Lord Voldemort kann man einfach nur als „episch“ bezeichnen! Joanne K. Rowling beschreibt den Kampf sehr detailliert und lässt gerade schüchterne und zurückhaltende Schüler wie Neville und Loona brillieren. Dennoch gibt es viele tiefsinnige Momente, die mich beim Lesen innehalten und das sich daraus erstreckende Konstrukt bewundern ließen. Es ist bemerkenswert, wie sich hier Geschehnisse aus den ersten Bänden wiederfinden und zu einem großen Ganzen zusammensetzen. Natürlich gibt es auch viele Tote, von denen man es nie und nimmer erwartet hätte und an denen ich jedes Mal aufs neue nage!

    Wer die Filme kennt ist sicherlich über verschiedene Ausführungen verwundert. Nicht alles entspricht dem Buch und ich persönlich würde hier keine Vergleiche ziehen!

    Joanne K. Rowling hat es geschafft, eine Saga zu erschaffen, die das Prädikat „Bestseller“ mehr als verdient. Mir blutet immer wieder das Herz, wenn ich die letzten Seiten lese und weiß, dass ich das Buch bald zuschlagen muss …

  • „Harry Potter und der Halbblutprinz“ | Joanne K. Rowling

    Titel im Original: „Harry Potter and the Half-Blood Prince“
    Autor: Joanne K. Rowling
    Aus dem Englischen übersetzt von Klaus Fritz
    Verlag: Carlsen
    Genre:  Jugendbuch
    Harry Potter, Band 6
    Seitenzahl: 656
    ISBN: 978-3-551-56666-9

    Seit Voldemort, der gefährlichste schwarze Magier aller Zeiten, zurückgekehrt ist, herrschen Aufruhr und Gewalt in der magischen Welt.

    Als Harry Potter und seine Freunde Ron und Hermine zu ihrem sechsten Schuljahr nach Hogwarts kommen, gelten strengste Sicherheitsmaßnahmen in der Zaubererschule. Dumbledore will seine Schützlinge vor dem Zugriff des Bösen bewahren. Um Harry zu wappnen, erforscht er mit ihm die Geschichte des Dunklen Lords. Ob auch Harrys Zaubertrankbuch, das früher einem „Halbblutprinz“ gehörte ihm helfen kann?
    Nur ein Detail fehlt, das Harry finden muss, dann liegt das Geheimnis um Voldemort offen. Dumbledore führt ihn doch im alles entscheidenden Moment ist der Halbblutprinz zur Stelle und zeigt sein wahres Gesicht!

    Meine Meinung

    Das Finale naht …

    Das sechste Schuljahr in Hogwarts steht bevor, doch Harry und seine Freunde müssen sich strengen Sicherheitsregeln unterziehen, damit überhaupt der Unterricht stattfinden kann. Dumbledore möchte Harry und auch den Anderen die Möglichkeit geben, sich vor dem Bösen zu wappnen, daher treffen sie sich, parallel zum Unterricht und erforscht zusammen die Geschichte des Dunklen Lords. Dabei kommt Harry auch dem sogenannten „Halbblutprinzen“ auf die Spur, dessen Zaubertrankbuch er im Unterricht benutzt. Dort findet er einige Anmerkungen, die ihm helfen, jedoch fehlt der entscheidende letzte Hinweis, um Voldemorts Geheimnis zu ergründen …

    Harry wird erwachsen und auch seine Gefühle zu Freunden und ihm nahestehenden Personen werden tiefer und vor allem für den Leser realer. Zeitweise fühlte ich mich sehr mit ihm verbunden, konnte ich doch nachvollziehen, wie sehr alles an ihm zerrt. Er ist noch so jung und musste doch schon viel über sich ergehen lassen.

    Für mich ist „Harry Potter und der Halbblutprinz“ vielleicht nicht der düsterste Band der Reihe, jedoch sicher einer der traurigsten. Wir müssen uns hier von einem geliebten Charakter trennen und das nicht gerade auf die schönste Art und Wiese. Ich bin jedes Mal von Neuem über die grausame Tat schockiert. Im Nachhinein weiß man, dass es ein wichtiger Schritt in der Geschichte war, doch das muss man erst mal verdauen …

    Joanne K. Rowling steigert sich deutlich in der Klarheit und Aussagekraft ihrer Szenen. Sie führt neue Charaktere ein und gibt weiter Einblicke in das große Geheimnis rund um Harry Potter und Lord Voldemort.
    Schon in diesem Band werden die ersten Grundsteine für „die Heiligtümer des Todes“ gelegt:  Die Beziehungen der einzelnen Charaktere untereinander werden nochmals vertieft und die Mitglieder des Orden des Phönix bekommen wichtige Rollen und Aufgaben zugeteilt. Sie erkennen schon jetzt, was ihnen bevorsteht und haben nur ein Ziel: Lord Voldemort muss endlich das Handwerk gelegt werden!

    „Harry Potter und der Halbblutprinz“ mausert sich immer mehr ins düstere und auch der finale siebte Band geht in diesem Stil vollkommen auf. Daher würde ich diese Bücher erst für Kinder ab 12 empfehlen, da doch einige brutale Szenen vorhanden sind.

  • „Harry Potter und der Orden des Phönix“ | Joanne K. Rowling

    Titel im Original: „Harry Potter and the Order of the Phoenix“
    Autor: Joanne K. Rowling
    Aus dem Englischen übersetzt von Klaus Fritz
    Verlag: Carlsen
    Genre: Jugendbuch
    Harry Potter, Band 5
    Seitenzahl:  1.021
    ISBN: 978-3-551-55555-7

    Es sind Sommerferien und wieder einmal sitzt Harry bei den unsäglichen Dursleys im Ligusterweg fest. Doch diesmal treibt ihn größere Unruhe denn je – warum schreiben seine Freunde Ron und Hermine nur so rätselhafte Briefe? Und vor allem: Warum erfährt er nichts über die dunklen Mächte, die inzwischen neu entstanden sind? Noch ahnt er nicht, was der geheimnisvolle Orden des Phönix gegen Voldemort ausrichten kann …

    Als Harrys fünftes Schuljahr in Hogwarts beginnt, werden seine Sorgen nur noch größer. Und dann schlägt der Dunkle Lord wieder zu. Harry muss seine Freunde um sich scharen, sonst gibt es kein Entrinnen.

    Meine Meinung

    Auch seine vierten Sommerferien muss Harry Potter wieder bei den Dursleys verbringt. Als er und sein Cousin eines Abends von Dementoren angegriffen werden, wird Harry kurzerhand in den „Orden des Phönix“ gebracht, der von Albus Dumbledore zur Bekämpfung von Lord Voldemort und seinen Totessern gegründet wurde. Dessen Sitz ist im Elternhaus von Harrys Paten Sirius Black in London untergebracht.
    In der Zwischenzeit erweckte der Zaubereiminister in der Magiergemeinde den Eindruck, Harry sei verrückt geworden und möchten sich nur aufspielen, denn nur so sei seine Behauptung zu verstehen, Lord Voldemort habe seine Macht zurückerlangt.

    Zurück in Hogwarts, müssen die Schüler mit viel Elan in das neue Schuljahr starten. Die ZAGs, die ihren weiteren Berufsweg maßgebend beeinflussen, stehen an der Tagesordnung und die Lehrer ziehen ihr Programm straff an.
    Dolores Umbridge ist die neue Lehrerin im Fach „Verteidigung gegen die dunklen Künste“ und frei nach den Richtlinien des Zauberministeriums so gar nicht damit einverstanden, dass praktische Übungen das Können der Schüler fördert! Daher übernimmt Harry in einer Nacht und Nebelaktion das wöchentliche Training seiner Freunde und vermittelt ihnen das nötige Wissen.
    Sobald diese Zusammentreffen auffliegen, wird Dumbledore der Schule verwiesen und Umbridge übernimmt als Großinquisitorin die Leitung!

    Ich dachte wirklich, dass kein Lehrer meine Abneigung gegen Gilderoy Lockhart noch übertreffen kann, aber Dolores Umbridge steigert das Level nochmal um Einiges! Ihr andauerndes „chrm, chrm“ (piepsiges räuspern) ging mir so richtig auf die Nerven. Die Figur an sich und auch die Art wie sie die Kinder und natürlich im speziellen unseren Harry quält, ließ mich stark an den Ausartungen und die Methoden des 2. Weltkrieges denken! Auch was das Hörbuch betrifft: Umbridge wird mit einem österreichisch/deutschen Dialekt gesprochen, was auch wieder stark in diese Richtung geht!
    Ihr „Abhandenkommen“ war für mich eine Wohltat und ich konnte die ganzen Seiten über vor mich hin schmunzeln!

    Während einer Prüfung schläft Harry ein und träumt, dass Sirius Black in die Gewalt von Lord Voldemort gerät. Um Diesen zu Retten, machen sich die Freunde auf nach London!

    Ich finde das Buch wirklich spannend und gut erzählt. Ausnahmslos alle Protagonisten haben sich weiterentwickelt und auch die neu eingeführten Charaktere scheinen sich in der Geschichte sichtlich wohl zu fühlen!

  • „Harry Potter und der Feuerkelch“ | Joanne K. Rowling

    Titel im Original: „Harry Potter and the Goblet of Fire“
    Autor: Joanne K. Rowling
    Aus dem Englischen übersetzt von Klaus Fritz
    Verlag: Carlsen
    Genre: Jugendbuch
    Harry Potter, Band 4
    Seitenzahl:  767
    ISBN: 978-3-551-55193-1

    Das vierte Schuljahr in Hogwarts beginnt für Harry. Doch davor steht noch ein sportliches Großereignis, das die scheußlichen Sommerferien vergessen lässt: die Quidditch-Weltmeisterschaften. Und ein weiterer Wettkampf wird die Schüler das ganze Schuljahr über beschäftigen:  das Trimagische Turnier, dem Harry eine Rolle übernimmt, die er sich im Traum nicht vorgestellt hätte. Natürlich steckt dahinter das Böse, das zurück an die Macht drängt:  Lord Voldemort. Es wird eng für Harry, sehr eng! Doch auf seine Freunde und ihre Unterstützung kann Harry sich auch in verzweifelten Situationen verlassen.

    Meine Meinung

    Auch wenn viele Potterheads dieses Buch nicht so gelungen fanden, für mich ist die Geschichte um das magische Turnier meine Liebste!

    Harry Potter und seine Freunde werden Zeugen eines historischen Ereignisses: In diesem Jahr findet das Trimagische Turnier in Hogwarts statt. Aus unerklärlichen Gründen wird Harry einer der Champions und muss sich gefährlichen Drachen, Wasserdämonen und schwierigen Rätseln stellen. Schon bald merkt er, dass er in einem Spiel um Leben und Tod gelandet ist und Lord Voldemort näher ist als erwartet.

    Obwohl das Buch deutlich umfangreicher als seine drei Vorgänger ist, wird es an keiner Stelle langweilig. In den ersten 400 Seiten reiht die Autorin viele kleine Episoden aneinander, die alle interessant und amüsant, aber auch spannend zu lesen sind. Hier wird ihr Schreibstil etwas detaillierter und ruhiger. Wir erfahren mehr von den Personen und den Geschehnissen außerhalb der Zaubereischule. Wie Harrys seine Ferien bei den Weasleys verbringt, viele Details von der Quiddich-Weltmeisterschaft und natürlich auch vom Zwischenfall im Camp mit den Totessern.

    Als Harry, Ron und Hermine zurück in ihren Schulalltag kommen stürzen wir uns in die spannenden Geschehnisse rund um das magische Turnier und der Frage, was hinter Harry mysteriöser Teilnahme steckt. Die Rätsel und Aufgaben sind schlichtweg mörderisch und die Geschichte nimmt rasant an Tempo zu. Ein Ereignis schlägt das Vorhergegangene und man fliegt nur so durch die Seiten!

    Natürlich gibt es auch in diesem Band unter unseren14-jährigen Freunden einige Missverständnisse, die der Pubertät und der Eifersucht geschuldet sind, aber was soll man denn gegen die erste Liebe tun! Auch Sabotage und Verdächtigungen von außen reizen die Gemüter! Dennoch werden Probleme in diesem Band viel rationaler angegangen.

    Joanne K. Rowling schafft es wieder gekonnt den Leser in ihre Geschichte hinzuziehen. Ohne Plänkeleien. Oder Seitenfüllern. Ich liebe ihre Art, dem Leser die Selbstverständlichkeit des Lebens eines Zauberschülers näher zu bringen, so als wären sie alte Freunde, die du schon seit Jahren in deinem Leben hast!