• „Harry Potter und der Orden des Phönix“ | Joanne K. Rowling

    Titel im Original: „Harry Potter and the Order of the Phoenix“
    Autor: Joanne K. Rowling
    Aus dem Englischen übersetzt von Klaus Fritz
    Verlag: Carlsen
    Genre: Jugendbuch
    Harry Potter, Band 5
    Seitenzahl:  1.021
    ISBN: 978-3-551-55555-7

    Es sind Sommerferien und wieder einmal sitzt Harry bei den unsäglichen Dursleys im Ligusterweg fest. Doch diesmal treibt ihn größere Unruhe denn je – warum schreiben seine Freunde Ron und Hermine nur so rätselhafte Briefe? Und vor allem: Warum erfährt er nichts über die dunklen Mächte, die inzwischen neu entstanden sind? Noch ahnt er nicht, was der geheimnisvolle Orden des Phönix gegen Voldemort ausrichten kann …

    Als Harrys fünftes Schuljahr in Hogwarts beginnt, werden seine Sorgen nur noch größer. Und dann schlägt der Dunkle Lord wieder zu. Harry muss seine Freunde um sich scharen, sonst gibt es kein Entrinnen.

    Meine Meinung

    Auch seine vierten Sommerferien muss Harry Potter wieder bei den Dursleys verbringt. Als er und sein Cousin eines Abends von Dementoren angegriffen werden, wird Harry kurzerhand in den „Orden des Phönix“ gebracht, der von Albus Dumbledore zur Bekämpfung von Lord Voldemort und seinen Totessern gegründet wurde. Dessen Sitz ist im Elternhaus von Harrys Paten Sirius Black in London untergebracht.
    In der Zwischenzeit erweckte der Zaubereiminister in der Magiergemeinde den Eindruck, Harry sei verrückt geworden und möchten sich nur aufspielen, denn nur so sei seine Behauptung zu verstehen, Lord Voldemort habe seine Macht zurückerlangt.

    Zurück in Hogwarts, müssen die Schüler mit viel Elan in das neue Schuljahr starten. Die ZAGs, die ihren weiteren Berufsweg maßgebend beeinflussen, stehen an der Tagesordnung und die Lehrer ziehen ihr Programm straff an.
    Dolores Umbridge ist die neue Lehrerin im Fach „Verteidigung gegen die dunklen Künste“ und frei nach den Richtlinien des Zauberministeriums so gar nicht damit einverstanden, dass praktische Übungen das Können der Schüler fördert! Daher übernimmt Harry in einer Nacht und Nebelaktion das wöchentliche Training seiner Freunde und vermittelt ihnen das nötige Wissen.
    Sobald diese Zusammentreffen auffliegen, wird Dumbledore der Schule verwiesen und Umbridge übernimmt als Großinquisitorin die Leitung!

    Ich dachte wirklich, dass kein Lehrer meine Abneigung gegen Gilderoy Lockhart noch übertreffen kann, aber Dolores Umbridge steigert das Level nochmal um Einiges! Ihr andauerndes „chrm, chrm“ (piepsiges räuspern) ging mir so richtig auf die Nerven. Die Figur an sich und auch die Art wie sie die Kinder und natürlich im speziellen unseren Harry quält, ließ mich stark an den Ausartungen und die Methoden des 2. Weltkrieges denken! Auch was das Hörbuch betrifft: Umbridge wird mit einem österreichisch/deutschen Dialekt gesprochen, was auch wieder stark in diese Richtung geht!
    Ihr „Abhandenkommen“ war für mich eine Wohltat und ich konnte die ganzen Seiten über vor mich hin schmunzeln!

    Während einer Prüfung schläft Harry ein und träumt, dass Sirius Black in die Gewalt von Lord Voldemort gerät. Um Diesen zu Retten, machen sich die Freunde auf nach London!

    Ich finde das Buch wirklich spannend und gut erzählt. Ausnahmslos alle Protagonisten haben sich weiterentwickelt und auch die neu eingeführten Charaktere scheinen sich in der Geschichte sichtlich wohl zu fühlen!

  • „Harry Potter und der Feuerkelch“ | Joanne K. Rowling

    Titel im Original: „Harry Potter and the Goblet of Fire“
    Autor: Joanne K. Rowling
    Aus dem Englischen übersetzt von Klaus Fritz
    Verlag: Carlsen
    Genre: Jugendbuch
    Harry Potter, Band 4
    Seitenzahl:  767
    ISBN: 978-3-551-55193-1

    Das vierte Schuljahr in Hogwarts beginnt für Harry. Doch davor steht noch ein sportliches Großereignis, das die scheußlichen Sommerferien vergessen lässt: die Quidditch-Weltmeisterschaften. Und ein weiterer Wettkampf wird die Schüler das ganze Schuljahr über beschäftigen:  das Trimagische Turnier, dem Harry eine Rolle übernimmt, die er sich im Traum nicht vorgestellt hätte. Natürlich steckt dahinter das Böse, das zurück an die Macht drängt:  Lord Voldemort. Es wird eng für Harry, sehr eng! Doch auf seine Freunde und ihre Unterstützung kann Harry sich auch in verzweifelten Situationen verlassen.

    Meine Meinung

    Auch wenn viele Potterheads dieses Buch nicht so gelungen fanden, für mich ist die Geschichte um das magische Turnier meine Liebste!

    Harry Potter und seine Freunde werden Zeugen eines historischen Ereignisses: In diesem Jahr findet das Trimagische Turnier in Hogwarts statt. Aus unerklärlichen Gründen wird Harry einer der Champions und muss sich gefährlichen Drachen, Wasserdämonen und schwierigen Rätseln stellen. Schon bald merkt er, dass er in einem Spiel um Leben und Tod gelandet ist und Lord Voldemort näher ist als erwartet.

    Obwohl das Buch deutlich umfangreicher als seine drei Vorgänger ist, wird es an keiner Stelle langweilig. In den ersten 400 Seiten reiht die Autorin viele kleine Episoden aneinander, die alle interessant und amüsant, aber auch spannend zu lesen sind. Hier wird ihr Schreibstil etwas detaillierter und ruhiger. Wir erfahren mehr von den Personen und den Geschehnissen außerhalb der Zaubereischule. Wie Harrys seine Ferien bei den Weasleys verbringt, viele Details von der Quiddich-Weltmeisterschaft und natürlich auch vom Zwischenfall im Camp mit den Totessern.

    Als Harry, Ron und Hermine zurück in ihren Schulalltag kommen stürzen wir uns in die spannenden Geschehnisse rund um das magische Turnier und der Frage, was hinter Harry mysteriöser Teilnahme steckt. Die Rätsel und Aufgaben sind schlichtweg mörderisch und die Geschichte nimmt rasant an Tempo zu. Ein Ereignis schlägt das Vorhergegangene und man fliegt nur so durch die Seiten!

    Natürlich gibt es auch in diesem Band unter unseren14-jährigen Freunden einige Missverständnisse, die der Pubertät und der Eifersucht geschuldet sind, aber was soll man denn gegen die erste Liebe tun! Auch Sabotage und Verdächtigungen von außen reizen die Gemüter! Dennoch werden Probleme in diesem Band viel rationaler angegangen.

    Joanne K. Rowling schafft es wieder gekonnt den Leser in ihre Geschichte hinzuziehen. Ohne Plänkeleien. Oder Seitenfüllern. Ich liebe ihre Art, dem Leser die Selbstverständlichkeit des Lebens eines Zauberschülers näher zu bringen, so als wären sie alte Freunde, die du schon seit Jahren in deinem Leben hast!

  • „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ | Joanne K. Rowling

    Titel im Original: „Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“
    Autor: Joanne K. Rowling
    Aus dem Englischen übersetzt von Klaus Fritz
    Verlag: Carlsen
    Genre: Jugendbuch
    Harry Potter, Band 3
    Seitenzahl:  448
    ISBN: 978-3-551-55169-6

    Natürlich weiß Harry, dass das Zaubern in den Ferien strengstens verboten ist, und trotzdem befördert er seine schreckliche Tante mit einem Schwebezauber an die Decke. Die Konsequenz ist normalerweise: Schulverweis! Nicht so bei Harry! Im Gegenteil, man behandelt ihn wie ein rohes Ei. Hat es etwa damit zu tun, dass ein gefürchteter Verbrecher in die Schule eingedrungen ist und es auf Harry abgesehen hat?

    Mit seinen Freunden Ron und Hermine versucht Harry ein Geflecht aus Verrat, Rache, Feigheit und Verleumdung aufzudröseln und stößt dabei auf Dinge, die ihn fast an seinem Verstand zweifeln lassen.

    Meine Meinung

    Die Welt der Zauberer ist in Aufruhr: Der gefährliche Verbrecher Sirius Black ist aus dem Gefängnis von Askaban ausgebrochen … und da es Gerüchte gibt, er sei hinter Harry Potter her, wimmelt es auf dem Schulgelände von Hogwarts nur so vor Dementoren.
    Doch es gibt auch gute Neuigkeiten für Harry! Mit Professor Lupin scheint endlich ein brauchbarer Lehrer für das Fach „Verteidigung gegen die dunklen Künste“ eingezogen zu sein. Pünktlich zur neuen Quidditch-Meisterschaft bekommt er von einem unbekannten Spender einen neuen Besen geschenkt und Fred und George überlassen ihm die „Karte der Rumtreiber“. Auch Hermine scheint in diesem Jahr ein Geheimnis vor ihren Freunden zu haben.

    Mit dem Kinderbuch-Flair ist es im dritten Band der Reihe nun endgültig vorbei!
    Harry, Ron und Hermine kehren nach Hogwarts zurück und starten in ein spannendes neues Schuljahr. Die Geschichte wird gewohnt liebevoll erzählt, wirkt aber rasanter und actiongeladener. Die Geschehnisse sind alles andere als offensichtlich oder vorhersehbar, gerade zum Ende hin wird das immer deutlicher! Natürlich kennen wir die Charaktere schon, dennoch ist ein großer Sprung in der Weiterentwicklung zu merken, wie es ja auch im echten Leben bei Teenagern der Fall ist. Sie wirken etwas kerniger und ernster, agieren und reagieren merkbar zackiger und ich mag das Kantige sehr gern.

    Einer meiner Lieblingscharaktere der Reihe ist Sirius Black, der in „Der Gefangene von Askaban“ das erste Mal auftritt. Er ist das beste Bespiel dafür, was man immer hinter die Fassade eines Menschen, aber auch eines Ereignisses blicken sollte und man nicht sofort am offensichtlichen hängenbleiben darf. Einst der beste Freund von Harrys Eltern, nimmt sein Leben im gefühlten Bruchteil einer Sekunde eine Wendung die niemand vorhergesehen hat!

    Ich liebe ja die Geschichte der Rumtreiber: James Potter, Sirius Black, Remus Lupin und Peter Pettigrew. Vier Freunde, die zu ihrer Zeit ein eigenes Gespann in Hogwarts bildeten und die Schule unsicher gemacht haben. Ich wünsche mir immer noch, dass wir irgendwann mehr über deren Vergangenheit lesen dürfen!

  • „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ | Joanne K. Rowling

    Titel im Original: „Harry Potter and the Chamber of Secrets“
    Autor: Joanne K. Rowling
    Aus dem Englischen übersetzt von Klaus Fritz
    Verlag: Carlsen
    Genre: Jugendbuch
    Harry Potter, Band 2
    Seitenzahl:  352
    ISBN: 978-3-551-55168-9

    Endlich wieder Schule!! Einen solchen Seufzer kann nur der ausstoßen, dessen Ferien scheußlich und die Erinnerungen an das vergangene Schuljahr wunderbar waren: Harry Potter!
    Doch wie im Vorjahr stehen nicht nur Zaubertrankunterricht und Verwandlung auf dem Programm. Ein grauenhaftes Etwas treibt sein Unwesen in den Gemäuern der Schule – ein Ungeheuer, für das niemand, nicht einmal der mächtigste Zauberer, eine Erklärung findet. Wird Harry mit Hilfe seiner Freunde Ron und Hermine das Rätsel lösen und Hogwarts aus der Umklammerung durch die dunklen Mächte befreien können
    ?

    Meine Meinung

    Für Harry Potter beginnt das zweite Schuljahr alles andere als glücklich. Zuerst wird er von den Dursleys für eine Katastrophe nach der Anderen verantwortlich gemacht und dann verhindert eine höhere Macht seine Reise nach Hogwarts. Da er und Ron daraufhin auch noch das fliegende Auto von Rons Vater entwenden und damit eine uralte peitschende Weide in Hogwarts beschädigen, droht ihnen der Schulverweis.
    Als ob das noch nicht genug wäre kommt Harry in den Besitz eines verzauberten Tagebuchs, das  einst einem gewissen Tom Riddel gehört hat. Harry hört Stimmen, die sonst niemand hören kann und an den Schulwänden werden Drohungen gegen „Schlammblüter“ geschmiert, die verkünden, dass die Kammer des Schreckens wieder geöffnet wurde. Etwas, das vor 50 Jahren bereits für Angst und Schrecken und sogar einen Todesfall sorgte!

    Dieser Roman hat einfach alles, das man sich von einem Jugendbuch erwarten kann. Die Handlung ist spannend und man merkt von Anfang bis Ende, das die Geschichte bis ins Kleinste durchdacht ist. Die magische Welt wird wunderbar dargestellt und auch die Handlungen unserer Protagonisten sind in meinen Augen sehr gut nachvollziehbar.
    Dennoch ist dieser Teil der Harry Potter-Reihe doch merkbar an ein jüngeres Publikum gerichtet, was sich in den nächsten Büchern noch stark ändern wird.

    Eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft, Mut, Loyalität und dem Einstehen für das Richtige. All die kleinen Dinge, die Menschen zu etwas besonderem machen und das Beste im Menschen zeigen. Aber auch die schlechten Seiten kommen nicht zu kurz!

    Etwas Böses ist nach Hogwarts zurückgekehrt und Dobby soll Recht behalten …

  • „Harry Potter und der Stein der Weisen“ | Joanne K. Rowling

    Titel im Original: „Harry Potter and the Philosopher`s Stone“
    Autor: Joanne K. Rowling
    Aus dem Englischen übersetzt von Klaus Fritz
    Verlag: Carlsen
    Genre: Jugendbuch
    Harry Potter, Band 1
    Seitenzahl:  335
    ISBN: 978-3-551-55167-2

    Eigentlich hatte Harry geglaubt, er sei ein ganz normaler Junge. Zumindest bis zu seinem 11. Geburtstag. Da erfährt er, dass er sich an der Schule für Hexerei und Zauberei einfinden soll. Und warum? Weil Harry ein Zauberer ist!

    Und so wird für Harry das erste Jahr in der Schule das spannendste, aufregendste und lustigste in seinem Leben. Er stürzt von einem Abenteuer in die nächste ungeheuerliche Geschichte, muss gegen Bestien, Mitschüler und Fabelwesen kämpfen. Da ist es gut, dass er schon Freunde gefunden hat, die ihm im Kampf gegen die dunklen Mächte zur Seite stehen.

    Meine Meinung

    Die kalte Jahreszeit hat begonnen und auch dieses Jahr stürze ich mich wieder auf meine Harry Potter-Bücher. Irgendwie ist es schon zur Tradition geworden, das ich im November mit den ersten Bänden beginne und die ganze Geschichte bis in den Januar mitnehme.

    Harry Potter ist ein ganz normaler Junge, zumindest glaubt er das!
    Nach dem Tod seiner Eltern wächst er bei seiner Tante Petunia und deren Familie auf, die ihm alles andere als gut gesinnt sind. Nach einer Reihe mysteriöser Ereignisse steht – genau an seinem 11. Geburtstag – der hünenhafte Hagrid vor seiner Tür und eröffnet ihm ein Zauberer zu sein. Er möchte Harry nach Hogwarts begleiten, einer Schule für Magie und Zauberei, wo er alles Wichtige für seine Zukunft lernen soll!
    So verfolgen wir den tapferen kleinen Jungen in seinem ersten Schuljahr, wo er seiner Vergangenheit auf die Spur kommt und zum ersten Mal in seinem Leben wahre Freunde, aber auch treue Feinde findet!

    Ich bin zwar nicht mit Harry Potter aufgewachsen, aber auch als Teenager und junge Erwachsene konnten mich die Abenteuer von Harry, Ron und Hermine begeistern. Ich bekomme noch heute vor lauter Vorfreude ein Kribbeln in der Magengegend, wenn er das erste Mal die Winkelgasse besucht und zittere mit ihm, wenn er sich der Entscheidung des sprechenden Hutes stellen muss.

    Joanne K. Rowling hat einen ganz einzigartigen Schreibstil. Die Bücher sind an ein jüngeres Publikum gerichtet, das möchte ich gar nicht bestreiten, ich finde ihre Schreibweise aber dennoch weder schlicht oder einfach. Nur wenige Fantasiegeschichten sind in meinen Augen mit so viel Herzblut, Kreativität und Vielfalt erzählt, wie die um Harry Potter. Es gibt zahlreiche Elemente in diesem Buch, die den Leser damals wie heute mit ihrer Komplexität und Genialität überzeugen. Große Worte, ich weiß, aber hier finde ich sie absolut gerechtfertigt!

    Ich kann diese Bücher nur jedem Jugendlichen und Junggebliebenen empfehlen, der eine tolle Geschichte über Zauberei, Magie und Freundschaft erfahren möchte!

  • „Coraline“ | Neil Gaiman

    Titel im Original: „Coraline“
    Autor: Neil Gaiman
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Cornelia Krutz-Arnold
    Verlag: Arena Verlag
    Genre: Horror | Jugendbuch
    Seitenzahl:  175
    ISBN: 978-3-401-06445-1

    Coraline ist mit ihren Eltern in ein düsteres altes Haus gezogen. Die Nachbarn sind reichlich merkwürdig: Der verrückte Herr mit Schnurrbart erzählt von seinem Mäusezirkus, die schrulligen Schauspielerinnen warnen sie vor dem tiefen Brunnen im Garten. Noch merkwürdiger findet Coraline die zugemauerte Tür ihrer Wohnung. Nachts sieht sie dort einen dunklen Schatten verschwinden.
    Was verbirgt sich hinter dieser Tür
    ?

    Meine Meinung

    „Coraline“ von Neil Gaiman habe ich vor einigen Wochen auf dem „Blücher“-Blog entdeckt und spontan wieder Lust auf diese Geschichte bekommen. Ich kannte den Film, aber ich glaube, das Buch stand bisher noch ungelesen in meinem Regal.

    Coraline Jones ist mit ihren Eltern in ein neues Haus gezogen. Die Sommerferien sind lang und sie hat absolut keine Lust die restlichen freien Tage in ihren öden vier Wänden zu verbringen. Ihre Eltern sind beruflich sehr eingespannt und für neue Freundschaften war bisher noch nicht die Zeit. Die beiden anderen Wohnungen werden von zwei älteren Damen und einem älteren Herrn mit Schnurrbart bewohnt, die zwar skurril und lustig sind, aber bei ihrem Tatendrang einfach nicht mehr mithalten können. So begibt sich Coraline alleine auf Entdeckungsreise und findet eine verschlossene Tür mitten in der guten Stube ihrer Wohnung. Einmal geöffnet, verbirgt sich dahinter eine exakte Kopie ihres eigenen Hauses, nur das hier ihre „andere Mutter“ lebt. Und mit einem Mal ist Coralines Welt nicht mehr so, wie sie einmal war.

    Das kleine Mädchen, dessen Namen all die Erwachsenen nicht richtig aussprechen können, beweist unglaublich viel Mut auf ihrem Abenteuer und muss sich einigen bitterbösen Aufgaben stellen, die die „andere Mutter“ mit List zu durchkreuzen versucht. Auch wenn ihre Eltern nur selten Zeit für sie haben, so will sie diese doch behalten, anstatt in einer Welt zu leben, in der sie angeblich alles haben kann. Ein Spiel auf Leben und Tod beginnt!

    Auf ihrem Abenteuer bekommt Coraline die Hilfe eines schwarzen Katers, der von Anfang an durch seine katzenhafte Überheblichkeit glänzt, sie aber gekonnt durch ihr Aufgaben begleitet und ihr nicht nur einmal aus der Patsche hilft.

    Es handelt es sich hier um ein Kinderbuch mit einer gigantischen Portion Horror. Ich empfehle den Eltern die Geschichte erst mal selbst zu lesen und dann für sich zu entscheiden, ob ihr Kind dafür reif genug ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass so mancher Volksschüler davon Alpträume bekommen könnten. Daher möchte ich „Coraline“ auch eher unter das Genre „Jugendbuch“ einstufen.

    Natürlich hat Neil Gaiman hier eine sehr einfache Sprache gewählt, er erzählt die Geschichte aber sehr eindringlich und bildgewaltig! Ich war begeistert!

  • „Stell dir vor, dass ich dich liebe“ | Jennifer Niven

    Titel im Original: „Holding up the Universe“
    Autor:  Jennifer Niven
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Maren Illinger
    Verlag:  Fischer Verlag
    Genre:  Roman  |  Jugendbuch
    Seitenzahl:   457
    ISBN:  978-3-7373-5510-0

    Jack ist der Coolste, der Schönste, von allen geliebt und begehrt. Doch Jack hat ein Geheimnis: Er kann sich nicht an Gesichter erinnern – nicht mal an das seiner aktuellen Freundin! Dass seine Coolness nur Selbstschutz ist, durchschaut niemand. Bis Libby in sein Leben tritt. Von allen Menschen ausgerechnet Libby. Ein No-go. Sozialer Selbstmord. Und der einzige Mensch auf der ganzen verdammten Welt, der die Wahrheit schöner findet als all die perfekten Lügen …

    Meine Meinung

    „Stell dir vor, dass ich dich liebe“ ist der zweite Roman von Jennifer Niven. Mit ihrem Debut „All die verdammt perfekten Tage“, das im Jahre 2015 erschienen ist, konnte sie sich bei mir ganz hoch in der Liste meiner liebsten Autoren einreihen. Warum ich jetzt aber so lange gebraucht habe, um mir ihr neues Buch zu greifen, weiß ich wirklich beim besten Willen nicht! Ich schätze, manchmal muss der richtige Moment einfach da sein.

    Wie schon in ihrem ersten Buch stehen auch hier wieder zwei Teenager im Mittelpunkt der Handlung, die mit ihren Problemen zu kämpfen haben. Auf der einen Seite ist da Libby, die lange Zeit als der „fetteste Teenager Amerikas“ gegolten hat und sich nun nach einem langen Abnehmmartyrium zurück in ihre Selbstständigkeit gekämpft hat. Das Buch startet am ersten Tag des neuen Schuljahres und man merkt schnell, das Libby mit Anfeindungen und Mobbing zu kämpfen bekommt.
    Auf der anderen Seite ist da Jack. Er ist beliebt, ein fescher junger Mann und wenn man nicht näher hinsieht, könnte man meinen, Jack Masselin führt ein sehr einfaches und beschwingtes Leben. Aber der Schein trügt:  Bisher hat sich Jack noch niemanden anvertraut, aber er leidet an Prosopagnosie. Das heißt, er kann zwar die Gesichter der Menschen sehen, aber sie sich nicht merken, geschweige denn, sie im Langzeitgedächtnis abspeichern. Noch nicht mal seine Familie weiß davon. Doch dann tritt Libby in sein Leben …

    Ich weiß, dass diese kleine Zusammenfassung unnötig war, weil ich ja zu allen Rezensionen einen Klappentext beifüge, aber ich finde, in diesem Fall ist der Originaltext extrem negativ behaftet.
    Kommt das nur mir so vor?  Was sagt ihr?

    Die Geschichte wird abwechselnd aus Jacks und Libby’s Perspektive erzählt, in sehr kurzen und schlüssigen Kapiteln. Gerade durch diesen Perspektivenwechsel gewinnt die Geschichte unheimlich an Rhythmus und der Leser bekommt das Gefühl aktiv dabei zu sein, da man unmittelbar aufeinanderfolgend beide Seiten zu hören bekommt. Man erlebt mit, wie sich die beiden Charaktere im Laufe der Geschichte weiterentwickeln und stärker werden.

    In „Stell dir vor, dass ich dich liebe“ findet ihr mit Abstand eine der schönsten Erste Dates beschrieben, die ich bis jetzt in einem Buch gelesen habe. Diese Bilder muss man einfach aufsaugen.

    Durch Jacks Gesichtsblindheit bekommen wir in seinen Kapiteln immer wieder Erklärungen, wie er die Menschen auseinanderhält. Beschreibungen wie die Frisur, die sich bei „Arbeits-Mum“ und „Zuhause-Mum“ ändert oder welche Merkmale bei seinen Freunden ganz wichtig sind. Sehr Spannend zum lesen!

    Es gibt wunderschöne Momente in der Geschichte. Aber auch Momente, in denen man einfach nur wütend ist und das Buch gegen die Wand werfen könnte. Ihr findet hier aber keine dramatischen oder total überspitzten Szenen. Ganz im Gegenteil: Die Geschichte wird weniger von der tatsächlichen Handlung bestimmt, als von der Entwicklung der beiden Charaktere. Keine Hollywood-Dramatik. Das macht Jennifer Nivens Geschichten aus und macht sie zu einer so tollen und lesenswerten Autorin.