• Kolumne #6 | Meine „Bookshelf Reunion“

    Nach meiner Krebsdiagnose im Januar 2016 und den daraus resultierenden Veränderungen, beschloss ich, mein Bücherregal neu zu erkunden!
    Im Laufe der vergangenen Jahre hatten sich bei mir 538 gelesene Bücher angesammelt. Diese Geschichten wollte ich nun erneut  für mich entdecken und alte, liebgewonnene Bekannte wieder zum Leben erwecken. Unser Lesegeschmack verändert sich soooo schnell, da war es mir wirklich wichtig zu sehen, in welche Richtung sich der Meine geschlagen hat. Und so konnte ich auch Genre, die ich lange nicht mehr zur Hand genommen hatte, wieder neuen Aufschwung geben.

    Wie ihr euch sicher denken könnt, hieß das erstmal für mich ausmisten! Ich wollte nur noch Bücher im Regal behalten, bei denen ich mir sicher war, dass ich sie in Zukunft nochmal lesen werde. Und diese Regel ist mir bis heute noch so geblieben …
    Aus diesen Büchern hat sich dann mein „Stapel ungelesener Bücher“ zusammengesetzt, den ich bis zum Dezember 2018 ganz gut abgebaut habe. In diesen 2 Jahren sind nur selten neue Bücher bei mir eingezogen.

    Und mein Projekt war für mich mehr als nur Erfolgreich …
    Stand Januar 2016:
      538 Bücher
    Stand Dezember 2018:  213 Bücher

    Natürlich habe ich aus dieser Zeit immer noch ungelesene Bücher, aber mittlerweile erlaube ich mir doch Rezensionsexemplare anzufragen und mir selbst wieder Bücher zu kaufen. Ich werde sicher nicht im überschwänglichen Kaufrausch verfallen, aber ab und an darf der Seele bei einem Einkaufsbummel schon geschmeichelt werden!

    Wie bei den meisten Bücherwürmern war mein Kaufverhalten früher alles Andere als normal, in dieses ungesunde Verhalten möchte ich auf gar keinen Fall mehr zurückfallen …

  • Kolumne #5 | Pflanzen in Ton

    Die Pflanzen-Community ist wirklich etwas ganz besonderes. Jeder hilft jeden und man kann ganz wunderbare Gespräche miteinander führen, aber gerade bei den Töpfen und dem Substrat scheiden sich wirklich die Geister!

    Heute möchte ich euch etwas mehr über Ton bzw. Terracotta erzählen!

    Die meisten Gärtner haben schon vor Jahrzenten auf Plastik umgestellt und auch in Privathaushalten zeigt die Praxis, dass sich Pflanzen in Kunststoffgefäßen absolut wohlfühlen und gerade für Pflanzenanfänger sehr viel leichter zu pflegen sind! Die Gründe liegen vor allem in der wasserabweisenden Eigenschaft. Die gesamte Feuchtigkeit wird in der Erde gespeichert und überschüssiges Gießwasser kann durch die Löcher am Boden ablaufen. Dadurch ist Staunässe oder Übergießen so gut wie unmöglich! Und da die meisten Plastikgefäße jetzt nicht so ästhetisch aussehen, werden diese einfach in stylischen Übertöpfen versteckt.

    Ich persönlich habe auch so angefangen, habe meine Pflanzen aber schon nach einigen Monaten in Tongefäße umgesetzt. Ich liebe es!
    Ton ist kein wasserabweisendes Material. Hier nimmt der Topf selbst überschüssiges Wasser auf und gibt es über einen undefinierbaren Zeitraum, der natürlich immer von der aktuellen Witterung und dem allgemeinen Zustand der Pflanze abhängig ist, wieder an die Erde ab. Andersherum gesehen kann sich die Pflanze aber auch das überschüssige Wasser aus dem Ton ziehen. Quasi als Vorratsspeicher!

    Sukkulenten und Kakteen gieße ich eigentlich nur noch von außen. Einige meiner Pflanzen sind so dicht gewachsen, dass ich nicht das Gefühl habe, sie mit der normalen Bewässerung ordentlich versorgen zu können. Daher gieße ich das Wasser in die Unterlegschale meines Tontopfes und lasse die Pflanze sich selbst versorgen. Das klappt wunderbar!

    Der Ton kontrolliert auch sehr schön die Temperatur im Inneren. Durch die Verdunstung des Wassers über die Wände kühlen die Pflanzenwurzeln aus, da bei der Umwandlung in Wasserdampf Energie verbraucht wird. Gerade bei Zimmerpflanzen ist dies im Sommer ein klarer Vorteil!

    Ebenso wie die Plastikgefäße, haben die Töpfe ein Loch auf der Unterseite, durch das überschüssiges Wasser ablaufen kann. Ich persönlich lege hier nochmal eine Tonscherbe darüber, bevor ich die Pflanze mit dem neuem Substrat einsetzte um ein Verstopfen zu verhindern und einen ungehemmten Wasserabfluss zu sichern.

    Es gibt aber auch einen wirklich unschöner Nachteil beim Ton …
    Da das Wasser an der Außenwand verdunstet, entstehen immer wieder weiße Kalkflecken. Die Töpfe müssen also regelmäßig gereinigt werden. Wird der Topf nicht beachtet können auf längere Zeit gesehen auch Moose und Flechten entstehen.

  • Kolumne #4 | Buch Wien 2019

    Die Wiener Buchmesse ist nun schon einige Tage her und ich bin immer noch im Messe-Blues.
    Kennt ihr das auch?

    Schön langsam setzen sich die Eindrücke, Gespräche nehmen Formen an und es freut mich, am Samstag so viele tolle Menschen kennen gelernt zu haben.

    Die „Buch Wien 2019“, die dieses Jahr vom 6. bis 10. November stattfand, zeigte sich im zwölften Jahr größer und internationaler denn je. Insgesamt waren 25 Nationen auf der Messe vertreten. 385 Aussteller präsentierten ihre Verlage und Institutionen und 575 Autoren und Autorinnen waren mit über 500 Veranstaltungen beteiligt, was im Vergleich zum letzten Jahr doch eine deutliche Steigerung zeigte
    (417 Autoren / 425 Veranstaltungen).
    Das Programm verteilte sich auf 5 Messetage und auf 35 Locations in Wien!

    Nach dem ersten Rundgang lag mein Hauptaugenmerk ganz klar auf den Lesungen!
    Nina Bossong, Alex Beer, René Anour, Mira Morton und viele mehr. Tolle österreichische Autoren und jeder für sich in meinen Augen auch ein Meister seines Genres. René Anour kannte ich bereits semipersönlich über Instagram und war von seiner Lesung zu „Im Schatten des Turmes“ total begeister. Der Mann kann sogar singen!
    Bei Alex Beer hatte ich zu meiner eigenen Überraschung einen kleinen „Fangirl-Anfall“ der Extraklasse. All Inclusive:  Stottern, Schnappatmung, blödes Gekicher und die vermutlich dümmste und vertrotteltste Satzgestaltung meines Lebens. Daweil sitzt gerade sie auf meinem persönlichen Olymp der Krimiautoren ganz oben! Sowas peinliches, he!
    Die Autorin Mira Morton konnte ich am Samstag ganz frisch für mich entdecken. Durch Zufall bin ich an ihrer Lesung vorbei gelaufen und ihre tolles Kleid und die „sinnliche“ Stimme haben mich sofort abbremsen lassen. Die Frau hat Pfeffer, Power und ist unglaublich sympathisch. Und wenn man dann auch noch in Wiener Mundart schreibt, bin ich ja sofort Feuer und Flamme …

    Auch die Ausstellung „Die letzten Tage der Menschheit“ der österreichischen Künstlerin Deborah Sengl war sehr interessant, aber auch verstörend für mich.
    Sie hat eine raumgreifende Arbeit geschaffen, die Geschichte, Literatur und zeitgenössische Kunst auf außergewöhnliche Weise miteinander verbindet.
    2014 jährte sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal. Kein anderes literarisches Werk hat die Stimmung der damaligen Zeit sowie die Unmenschlichkeit und Absurdität des Krieges so komprimiert und präzise eingefangen wie „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus. Deborah Sengl reagiert in ihrer bisher größten Ausstellung mit unverwechselbarem Gespür auf Kraus’ Text und interpretiert Szenenausschnitte und Dialoge mit rund 200 präparierten weißen Ratten neu.

    Die „Buch Wien 2019“ war meine erste Buchmesse, die ich mit den Augen eines Bloggers besucht habe.
    Dank den tollen Verlagsmitarbeitern vor Ort, konnte ich viel neues Wissen mitnehmen und auch einige Unklarheiten meinerseits beseitigen.

    Natürlich ist die „Buch Wien“ nicht mit den großen Messen in Leipzig oder Frankfurt zu vergleichen, aber sie hat ihren eigenen Flair und ich bin immer wieder gerne zu Gast.

  • Kolumne #3 | Warum lese ich?

    In meinem Alltag ist dies wohl eine der meistgestellten Fragen!
    Einerseits ist meine Familie froh darüber, dass sich meine Leidenschaft auf Bücher bezieht, die Bildung und Allgemeinwissen fördern, dennoch finden sie mein Verhältnis zu ihnen mittlerweile alles andere als gesund. Andererseits bekomme ich diese Frage auch von Außenstehenden gestellt, die in der Regel aus allen Wolken fallen, wenn sie hören, dass ich stellenweise zwischen 10 und 15 Büchern im Monat lese und viele Jahre keinen Fernseher besessen habe …

    Neben meinen Tieren und den Pflanzen ist das Lesen für mich meine schönste Freizeitbeschäftigung. Viele Jahre, in denen es mir Gesundheitlich nicht sonderlich gut ging, waren die Bücher mein Ankerpunkt und ich konnte viel Kraft und Ruhe aus den Geschichten ziehen. So konnte ich aus meinem Tagestrott entfliehen und auch heute noch, gerade bei diesem schmuddeligen grauslichen Winterwetter tut es mir unheimlich gut, meine Fantasie auf Reisen zu schicken und in andere Welten abzutauchen.

    Das Leben kann oft ganz schön herausfordernd und anstrengend sein und vielen fällt es schwer, nach einem stressigen Arbeitstag zur Ruhe zu kommen. Bei mir ist das auch so! Ich genieße es, mich mit einer Tasse Kaffee oder Tee auf die Couch zu kuscheln, die schnurrende Katze auf meinem Schoß und mich in ein spannendes Buch zu vertiefen. Da merke ich unheimlich schnell, wie der Stress von meinen Schultern abfällt und das Rattern im Kopf langsam nachlässt. Erholung Pur!
    Außerdem ist lesen wohl die günstigste Art zu reisen. Geschichten geben Einblick in das Leben Anderer, in ihre Gedanken, ihre Arbeit und Gewohnheiten. Man lernt ferne Orte kennen und erlebt fremde Kulturen. Ich schaue so über den Tellerrand und erweitere meinen Horizont!

    Ich gehe auch so weit zu behalten, dass mich die Bücher gerade zu meiner Schulzeit stark gefördert und im Leben weitergebracht haben, denn „Lesen bildet“!
    Hier spreche ich aber gar nicht von dem Allgemeinwissen, das sie uns vermitteln, sondern von den Worten an sich! Durch regelmäßiges Lesen erweitert sich automatisch unser Wortschatz. Je häufiger man mit unterschiedlichen Wörtern konfrontiert wird, desto leichter prägen sich diese auch bei uns ein. Liest man Textstellen laut vor, gehen Wörter noch leichter vom passiven in den aktiven Wortschatz über.
    Natürlich nimmt dies auch Einfluss auf unseren eigenen Schreibstil. Je mehr man liest, desto leichter wird man sich beim Formulieren von Aufsätzen oder anderen Schriftstücken tun. Die Rhetorik geht auf die eigene Denkweise über, man wird in der gedanklichen Aufnahme und Verarbeitung schneller und auch vielfältiger. Die gesamte Kopfarbeit wird angeregt!

    Durch das Abtauchen in Geschichten wird aber auch unsere Vorstellungskraft geschult! Ich denke, das ist auch gerade für die Entwicklung unserer Kinder wichtig. Anders als im Kino sind wir es selbst, die die Bilder zum gelesenen oder vorgelesenen Text entstehen lassen müssen. Regelmäßiges Lesen hat also auch positiven Einfluss auf unsere Kreativität! Unser Einfallsreichtum und das Vorstellungsvermögen verbessern sich und auch im Erwachsenenalter zahlt sich Kreativität aus, ist sie doch eine wichtige Voraussetzung für einen gesunden Umgang mit Konflikten.

    Studien zeigen, dass Menschen, die sich in ihrem Leben besonders häufig mit komplexen geistigen Aufgaben beschäftigen und ihr Gehirn immer wieder herausfordern, auch im Alter länger mental fit bleiben. Durch regelmäßiges Lesen und der stetigen Aufnahme neuer Informationen, wird das Gehirn optimal gefordert und das Gedächtnis trainiert, so dass es im Alter noch starke Leistung erbringen kann.

  • Kolumne #2 | Pflanzen machen Glücklich

    Es ist wahr! Pflanzen machen glücklich!
    Sie sind mehr als nur reine Dekoration in deiner Wohnung!

    Schon vor Tausenden von Jahren hatten unsere Vorfahren Pflanzen, nur um sich an dessen Anblick und Wachstum zu erfreuen. Das beste Beispiel hierfür sind die hängenden Gärten von Babylon. Die Gemahlin des Babylonischen Königs Nebukadnezar II. sehnte sich nach den Wäldern und Bergen aus ihrer Heimat. Daraufhin ließ der König die hängenden Gärten erbauen, in denen laut Überlieferung bis zu 24m hohe Bäume standen und die mit vielen Pflanzen und Brunnen geschmückt waren.
    Leider fehlt von diesen Gärten bis heute jede Spur, dennoch gehören sie zu den 7 Weltwundern der Antike!

    Heutzutage halten sich die Menschen immer mehr in Gebäuden auf. Natürlich gilt dies noch vermehrter für Menschen, die in Großstädten leben. Bei der Arbeit, Zuhause, aber auch in der Freizeit befinden wir uns immer mehr in geschlossenen Räumen und wir müssen gezielt zu einem Spaziergänge auf der frischen Luft aufbrechen oder Tagesausflüge außerhalb der Stadt planen um unserer Seele und unserem Körper etwas Gutes zu tun.
    Gerade in diesen Lebensphasen macht es uns besonders glücklich zu sehen, wie Pflanzen wachsen, neue Blätter entstehen und aus Knospen Blüten werden. Selbst wenn sie nur am Fenster oder in einer tristen Ecke stehen oder von der Decke hängen, sie bereichern unser Leben und haben eine positive Wirkung auf uns und unser Umfeld.

    Auch in Krankenhäusern fühlen sich die Patienten umgeben von Zimmerpflanzen viel wohler und sind weniger gelangweilt. In manchen Studien wird auch von einer heilenden Wirkung nur durch deren bloße Anwesenheit gesprochen.

    Pflanzen sind etwas ganz besonderes! Sie können dir ganz leicht ein Lächeln ins Gesicht zaubern!
    Viele Zimmerpflanzen sind wirklich pflegeleicht, benötigen kaum Wasser und einige sogar keine Erde.
    Es gibt also keine Ausreden mehr, warum du dir keine Pflanzen in deinen Alltag holen solltest.
    Eher im Gegenteil, es gibt so viele Gründe dir deinen eigenen kleinen Dschungel zu errichten …