• Kolumne | Alte Bücher spenden

    Ja, ich weiß, auch mir fällt es unheimlich schwer, meine Buchschätze zu verkleinern …
    Welches Buch werde ich wirklich nicht mehr lesen?
    Habe ich noch Interesse an der Geschichte?
    Soll ein Einzelbuch gehen oder lieber gleich eine ganze Reihe?

    Und am Ende bleibt die Frage, wie und wohin damit?
    Bei mir sind Bücher oft schon mehrmals gelesen und haben dann auch nicht mehr den perfekten Zustand für einen Verkauf. Wer seine alten Bücher also nicht mehr auf diese Weise anbieten möchte, weil sie vielleicht dasselbe Problem haben oder aber der Aufwand den Preis nicht rechtfertigt, kann sie selbstverständlich auch spenden …

    Viele Institutionen freuen sich, wenn sie Bücher entweder aus sozialen Gründen weitergeben oder auf Flohmärkten für einen guten Zweck an neue Leser verkaufen können. Aber auch hier wird leider den „altbackenen Autoren“ oder aber vergilbten Schulbüchern aus den 80er Jahren nur wenig Begeisterung entgegen gebracht. Daher sollte man sich immer vorher beim jeweiligen Ansprechpartner informieren, ob an einer Abnahme Interesse besteht und ob sie die Bücher überhaupt sinnvoll verwerten können!

    Natürlich kannst du auch bei in deiner Buchhandlung vor Ort nachfragen. Die dortigen Mitarbeiter haben manchmal Kontakte zu regionalen Partnern, denen sie selbst nicht mehr verkäufliche Titel überlassen. Und sollte dieser wirklich keinen Tipp für dich haben, wende dich doch auch an die örtliche Bibliothek, Sozialkaufhäuser oder Kirchengemeinden.

    Je nach Titel deiner Bücher könnten auch Altenheime, Schulen oder Krankenhäuser einen Anruf wert sein!

    Online-Alternativen finde ich persönlich immer etwas schwierig!
    Nicht nur, dass man als Spender die Portokosten selbst übernehmen muss, finde ich es immer schöner regional in deiner direkten Umgebung zu agieren! Die Leute merken sich dein Gesicht und freuen sich! Ich wurde auf der Straße schon mal von einer Kinderkrankenschwester angesprochen, die den Mäusen auf ihrer Station schon einige meiner alten zerlesenen Märchenbücher vorgelesen hat.

  • Kolumne | Welcher Lesezeichen-Typ bist du?

    Lesezeichen! Des Lesers kleine Allzweckwaffe, damit er niemals vergisst, auf welcher Seite er am Abend zuvor das Buch zugeschlagen hat. Was wären wir Bücherwürmer bloß ohne sie?!
    Endloses Suchen, natürlich nichts finden und dann jedes Mal von vorne anfangen oder aus Frust selbst das beste Buch irgendwo in eine Ecke pfeffern …
    Na ok, sooo extrem ist es dann wohl doch nicht …

    Glücklicherweise gibt es Lesezeichen und das in vielen verschiedenen Formen, Farben und Ausführungen. Ganz wie es dem Leserherz beliebt!
    Ist euch dabei schon einmal aufgefallen, dass sich Lesezeichen sehr oft bestimmten Typen zuordnen lassen? Welcher Lesezeichen-Typ bist du?

    Das klassische Lesezeichen!

    Der kleine rechteckige Streifen der Macht, der uns die täglichen Lesestunden versüßt und natürlich auch erleichtert. Der vom Aussehen her gerne mit dem Cover oder auch dem Inhalt des Buches abgestimmt wird und der uns, stabil wie er nun mal ist, durch die Jahre begleitet.

    Nicht zu vergessen, die immer häufiger auftretende, harmonische Verschmelzung mit dem Gummiband, das auch einen sicheren Transport ermöglicht!

    Das Eselsohr!

    „All Inclusive“ einmal anders! Eine Variante des Lesezeichens, bei dem sich die meisten Leser gegen den Kopf schlagen. Aber wenn das Buch selbst zu deinem Lesezeichen werden kann, ist das doch irgendwie auch etwas Besonderes, oder nicht? Für die Verfechter, hat das Eselsohr auch einen ästhetischen Wert: Es gibt dem Buch Charakter und lässt es leben. Es bekommt Persönlichkeit und erzählt seine eigene Geschichte.
    Auch in meiner Welt sind Eselsohren der Zeigefinger des Teufels, denn auch Bücher haben eine Seele, dennoch kann ich auch die praktische Seite gut verstehen …

    Das Lesebändchen!

    Oft unterschätzt, aber praktisch waren sie schon immer. Lesebändchen kommen in der Regel nur bei Hardcoverausgaben vor und stehen in der Bücherwelt oft für eine hochwertigere Produktion. Ich beobachte allerdings immer wieder, dass viele Leser sich dennoch ein weiteres Lesezeichen in ihr Buch legen, obwohl das Bändchen bereits vorhanden ist. Es soll sogar Menschen geben, die es einfach abschneiden, weil es sie nervt, wenn aus den Seiten ein zerzottelter Faden herraus schaut!

    Der Schnipsel!

    Das Lesezeichen für den Mann? Ein Schnipsel kann entweder ein alter Einkaufszettel, ein Taschentuch oder einfach ein abgerissenes Stück Papier sein. Trotz seinem nicht besonders hübschen Aussehen ist er praktisch und hilfreich, wenn es darum geht, dass man sich eine Buchstelle merken möchte. Man hat ihn schnell zur Hand und muss nicht losgehen, um sich extra ein Lesezeichen zu kaufen.
    Häufig wird der Schnipsel als typisches Männer-Lesezeichen bezeichnet. Woran das nur liegen mag …

  • Kolumne | Nachhaltigkeit in der Buchbranche

    Seit Monaten protestieren Menschen weltweit für den Klimaschutz, fordern die Politik ihres Landes zum Handeln auf und erinnern an unsere Verantwortung gegenüber unserem Planeten und dessen Ressourcen. Die Debatte um ökologische Verantwortung macht auch nicht vor der Buchbranche halt!
    Ende 2018 hat diese einen ersten großen Schritt in Richtung „Nachhaltigkeit“ gemacht!

    In der Verlagsbranche geht es vor allem darum, bestehende Wertschöpfungsketten zu hinterfragen und einen kritischen Blick auf eigene Maßstäbe zu setzen. Nachhaltige Produktion beginnt bereits beim ersten Gedanken an ein neues Produkt.

    Die meisten Verlage verwenden sogenanntes FSC-Mix-Papier. Das FSC-Siegel sagt aus, dass mindestens 70% des Papiers aus recyceltem Material bestehen und das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Allerdings werden bei FSC-Mix-zertifizierten Papieren weder Faktoren wie Energie- und Wasserverbrauch noch Material- und Chemikalieneinsätze berücksichtigt.

    Daher legen einige Verlagshäuser ihr Augenmerk mittlerweile auf die Verwendung von Graspapier und setzt auf „Cradle-to-Cradle“ hergestellte Bücher! Das bedeutet: Bis zu 50% der Zellstofffasern des Papiers stammen von Gräsern und nicht von Bäumen. Der Vorteil hierbei ist, dass Grasflächen, im Gegensatz zu Waldgebieten, in Europa ausreichend vorhanden sind, was vor allem kürzere Transportwege und einen geringeren Co2-Ausstoß garantiert. Der Grasanbau erfolgt zudem auf freien Ausgleichsflächen, die derzeit nicht effektiv genutzt werden. Entscheidend ist, dass Graspapier die generelle Nutzung nicht einschränkt und den technischen Anforderungen der Buchherstellung entspricht.

    Auch was die Einschweißfolie bei Büchern betrifft, geschieht mittlerweile ein Umdenkprozess.
    Erste Versuche traten prompt eine große Debatte über den Sinn von Plastikverpackungen los, aus der die Kampagne #ohneFolie entstand.
    Da durch den Transport und die Lagerung eines Buches die Möglichkeit besteht, dass dieses Schaden nimmt, setzen viele Verlage dennoch auf die Verwendung von Einschweißfolie. Rein zum Schutz! Dabei sollte aber auch erwähnt werden, dass diverse Tests der Buchbindereien mit kompostierbaren Folien leider noch keine befriedigenden Lösungen ergeben haben. Die getesteten Produkte verändern sich bei Temperaturschwankungen und müssten zudem wasserabweisender werden, um tatsächlich als Buchschutz eingesetzt zu werden.

    Hierzu gehört auch die Suche nach kompostierbaren Kaschierfolien. Dass die Ökobilanz der Kaschierfolie katastrophal ist, ist ein offenes Geheimnis. Cellophanierte Schutzumschläge sind nichts anderes als mit Folie überzogenes Papier und somit Sondermüll. Also nicht recycelbar!

    An dem Beispiel der Kaschierfolie zeigt sich, wie komplex sich das Thema „Nachhaltigkeit“ in der Buchbranche gestaltet und dass die Einschweißfolie nur die Spitze des Eisbergs ist!

    Immer mehr Verlage, Druckereien und Papierhersteller setzen sich mit einem verantwortungsvolleren Umgang auseinander. Das sind zunächst einmal gute Nachrichten, denn mit jährlich rund 90.000 Neuerscheinungen verantwortet die Buchbranche die Verarbeitung von jeder Menge Ressourcen.

    Fast jeder zweite industriell genutzte Baum wird laut WWF für die Papierherstellung gefällt. Bei grafischen Papieren, wie Büchern und Zeitschriften, werden dabei häufig frische Zellstoffe eingesetzt und bei einem Großteil der in Asien produzierten Kinderbücher fand der WWF auch Tropenholz.

  • Kolumne | Unterstützung des Lokalen Buchhandels

    Gerade die Ereignisse der letzen Wochen, während der Corona-Krise, haben mich doch sehr zum Nachdenken gebracht. Ich kann mich hier zwar nur speziell auf die österreichische Seite beziehen, da ich diese am eigenen Leib miterlebt habe, aber ich denke auch in Deutschland und der Schweiz fielen die Maßnahmen der Regierung und die Reaktionen der Bevölkerung sehr ähnlich aus.

    Zudem darf ich derzeit selbst 2 Wochen Quarantäne am eigenen Leib miterleben, da ich wegen 2 Bluttransfusionen zur Risikogruppe gehöre und mein Arzt mir striktes „Zuhause bleiben und erholen“ verordnet hat.
    In dieser besonderen Situation bin ich unheimlich froh, das mich meine Buchhändlerin des Vertrauens per Post mit Büchern versorgt, damit mir nicht gleich ganz die Decke auf den Kopf fällt …
    Gerade jetzt können Geschichten uns die Zeit Zuhause verschönern, uns an andere Orte mitnehmen und Freude bringen!

    Die österreichischen Buchhändler haben ihre Geschäfte zwar geschlossen, sind aber weiterhin für uns da. Sie bieten dafür die Möglichkeit zur Bestellung über eigene Onlineshops, per E-Mail oder übers Telefon an.
    Bitte nutz diese Chance und unterstütz auch deine lokale Buchhandlung!

  • Kolumne | Meine Bücherregale

    Nachdem ich immer wieder Nachrichten bekomme, in denen  ich nach meinen gelesenen Büchern bzw. nach Bildern zu meinen aktuellen Bücherregalen gefragt werde, möchte ich euch heute mal den Wunsch erfüllen …

    Wie ihr ja wisst, miste ich jedes Jahr die Bücher aus, von denen ich mir sicher bin, dass ich sie nicht mehr lesen werde! In der Regel immer an den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr …
    Ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich mich dieses Jahr wirklich lange davor gedrückt habe und erst in den letzten Wochen so richtig damit fertig geworden bin.

    Es war richtig schwer! In meiner neuen Heimat habe ich eine liebe und ebenso buchverrückte Freundin gefunden, die schon unterm Jahr immer wieder aussortierte Bücher von mir bekommt, dadurch wollte sich mein innerer Schweinehund einfach von nichts mehr trennen …
    Kennt ihr das?

    Mein Wohnzimmer beheimatet derzeit 3 weiße „Schwedenregale“ mit zusätzlichem Höhenaufsatz!
    Die Bücher sind nach keinem bestimmten System geordnet. Ich stelle zusammen, was in meinen Augen hübsch aussieht bzw. was vom Farbchema gut zusammenpasst, wobei vollständige Reihen und Autoren immer geschlossen zusammenbleiben! Also seid bitte nicht schockiert!

    Meine „New Adult“-Romane werden in den nächsten Wochen wohl auch noch den Weg zu meiner Freundin antreten! Dieses Genre bereitet mir einfach nicht mehr so die Freude, wie früher!