• „Tödliche Oliven“ | Tom Hillenbrand

    Autor:  Tom Hillenbrand
    Verlag:  Kiepenheuer & Witsch
    Genre:  Kulinarischer Kriminalroman
    4. Fall von Xavier Kieffer
    Seitenzahl:  316
    ISBN:  978-3-462-04695-3

    Einmal im Jahr fährt der Koch und Gourmet Xavier Kieffer mit seinem Schulfreund, dem Wein- und Ölhändler Alessandro Colao, für ein paar Tage in die Toskana, um Weine und Olivenöle zu probieren und gut zu essen. Diesmal geht der Trip schief: Alessandro verschwindet plötzlich. Als Kieffer sich auf die Suche macht, stößt er auf krumme Geschäfte mit Olivenöl. Was hat sein Freund damit zu tun? Kann Kieffer ihn finden, bevor es zu spät ist?

    Meine Meinung

    In Xavier Kieffers vierten Fall dreht sich alles ums Olivenöl. Vor allem um dessen Herstellung und um die genaue Etikettierung des Produkts, denn wie so oft ist hier vieles nicht so, wie die Hersteller es dem Käufer glauben machen wollen …

    Xavier Kieffer, der Luxemburger Koch und Hobbydetektiv freut sich auf die alljährlich stattfindende Olivenölverkostung mit seinem alten Freund Allesandro. Die Beiden wollen zusammen in die Toskana, wo dieser eine kleine, aber exklusive Ölmühle betreibt und natürlich stehen auch einige Besuche bei bekannten Feinkosthändlern an der Tagesordnung. Doch am Reisetag scheint Allesandro wie vom Erdboden verschluckt. Auch die Ehefrau des Italieners weiß nicht, wo er ist. Xavier macht sich auf die Suche nach ihm und fährt allein in die Toskana. Schnell findet er heraus, dass sein Freund in undurchsichtige Geschäfte verwickelt ist, die größtenteils über seine Ölmühle abgewickelt werden. Ist Allessandro in Gefahr?

    Der Luxemburger löst auch diesen Fall wieder mit viel Witz, Intelligenz und einer großen Portion Glück. Und natürlich sind auch das finnische Urgestein Pekka und Xaviers gutaussehende, wenn auch eifersüchtige Lebensgefährtin Valerie Gabin mit von der Partie. Und Nein, mein Verhältnis zu ihr hat sich immer noch nicht gebessert …

    Auch die Luxemburger Küche, wie auch die Stadt selbst bekommen in der Geschichte wieder ihren eigenen Platz, wenn auch nicht so groß, wie in den Bänden davor. Das Hauptaugenmerk liegt diesmal ganz klar auf Italien.

    Wie schon in seinen vorherigen Romanen, recherchierte Tom Hillenbrand viele Details und Fakten zum Thema. Details von Olivenernten und Ölmengen. Tankschiffe, die gewisse Länder und Häfen anlaufen, um den Handel mit dem grünen Gold so erträglich wie möglich zu machen. Doch auch hier gibt es in der heutigen Zeit vermehrt schwarze Schafe, die minderwertiges Olivenöl teurer verkaufen. Verschnitte oder auch chemisch aufbereitete Öle, die den Konsumenten als hochwertige Ware angedreht werden. In Italien soll es eine regelrechte „Olivenölmaffia“ geben und ich habe mehr als einmal gestaunt, wie oft ich selbst schon auf falsche Etiketten oder minderwertige Produkte reingefallen bin!

    „Tödliche Oliven“ habe ich auch dieses Mal wieder als Hörbuch gehört, das vom großartigen Gregor Weber vertont wurde. Dieser ist zwar seit 1991 als Fernsehschauspieler tätig, ließ er sich aber auch zum Koch ausbilden und veröffentlichte 2009 das Buch „Kochen ist Krieg!“ über seine Erfahrungen in der deutschen Gastronomie. Seine sprachliche Vielfalt macht das Hörbuch zu etwas ganz Besonderen, da der Schauspieler sowohl Französisch als auch Luxemburgisch spricht und so auch der Sprachwitz gut ankommt und den Charakteren Leben einhaucht!

  • „Letzte Ernte“ | Tom Hillenbrand

    Autor:  Tom Hillenbrand
    Verlag:  Kiepenheuer & Witsch
    Genre:  Kulinarischer Kriminalroman
    3. Fall von Xavier Kieffer
    Seitenzahl:  316
    ISBN:  978-3-462-04533-8

    Ein Glas Wein, Rieslingpastete und danach ein Stück Quetschetaart mit Sahne – auf der Luxemburger Sommerkirmes lassen es sich der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer und seine Freundin, die Gastrokritikerin Valérie Gabin, richtig gut gehen. Doch plötzlich wird sie von einem Fremden attackiert. Als der Mann verschwindet, hinterlässt er eine Magnetkarte. Am nächsten Morgen wird er unter der Roten Brücke tot aufgefunden. Was wollte er von Valérie Gabin? Was hat es mit der Chipkarte auf sich? Und warum sind auf einmal so viele Leute hinter Xavier Kieffer her?
    Der Luxemburger Koch steht plötzlich im Zentrum einer Verschwörung und erkennt, dass seine Freundin in höchster Gefahr schwebt.

    Meine Meinung

    Mit „Letzte Ernte“ starten wir in den dritten Fall für den Luxemburger Koch und Hobbydetektiv Xavier Kieffer. Dieses Mal steckt er mitten in den Vorbereitungen für die Luxemburger Sommerkirmes, für die er einen der begehrten Standplätze ergattern konnte. Dort will er seine beliebten Gromperekichelcher (Kartoffelpuffer) und andere Spezialitäten aus der Region anbieten. Selbst für die passende Livemusik hat er gesorgt! Als Xavier mit ein paar Freunden und seiner Lebensgefährtin die Eröffnung des Standes feiert, torkelt ein Kirmesbesucher in seinen Gruppe, fängt fast eine Schlägerei an und verwüstet Teile des Standes. Er verschwindet im Gewahrsam zweier Begleiter und hinterlässt nur einen geheimnisvollen Schlüsselbund und eine Elektronische Keycard.
    Als Xavier dem Mann am nächsten Tag seine Sachen wiedergeben möchte, ist dieser Tod! … Und Xavier Kieffer schlittert wieder in einen neuen kniffligen Kriminalfall!

    Anders als bisher, geht es in „Letzte Ernte“ weniger um das Kochen und um den Genuss, dafür vermehrt um Technologie. Die Magnetkarte des russischen Kirmesbesuchers verbirgt ein Geheimnis, das Kieffer nicht allein lösen kann. Er macht sich auf die Suche nach Spezialisten und erfährt so einiges über das Börsengeschäft. Dabei sind die Methoden des quirligen Koches unkonventionell, führen ihn aber immer ans Ziel. Auch wenn er dabei einige Umwege in Kauf nehmen muss!

    Tom Hillenbrands kulinarische Kriminalromane sind ebenso spannend wie informativ. Sein Schreibstil ist leicht und lebendig und die Charaktere werden unheimlich gut beschrieben. Die Geschichte besticht durch thematische Raffinesse und bleibt spannend bis zur letzten Seite! Durch die starken Wendungen bleibt auch der Schluss für mich wieder unvorhersehbar.

    Xavier Kieffer ist als Ermittler ebenso pfiffig wie neugierig, aber auch Luxemburg selbst und das dortige Lokalkolorit kommen hier nicht zu kurz.

    Leider war mir in diesem Band Xaviers Lebensgefährtin Valerie Gabin ein Dorn im Auge. Fragt mich nicht warum, aber im Laufe dieser Geschichte ist sie mir wirklich unsympathisch geworden. Ihr Charakter liegt mir immer weniger. Wenn man sich die anderen Nebendarsteller ansieht, fällt ihre Person einfach ab. Zudem gerät die Beziehung der Beiden durch die räumliche Trennung immer wieder in schleppende Phasen. Manchmal hören sie tagelang nichts voneinander und wenn sie dann doch endlich mal Zeit füreinander haben, erleben sie die merkwürdigsten Dinge.

    Auch in diesem Kriminalroman gibt es wieder ein paar Fernsehköche, die im Großen und Ganzen zwar nur eine Nebenrolle spielen, vom Autor aber leicht überzeichnet und doch sehr authentisch beschrieben werden, dadurch sind sie gut in meinem Gedächtnis haften geblieben. Ich fand es faszinierend welche realen Vorlagen man da wiederfindet …

  • „Der verborgene Feind“ | Alex Beer

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Autor:  Alex Beer
    Verlag:  Limes Verlag
    Genre:  Kriminalroman
    Informationen zum Buch
    2. Fall für Adolf Weissmann
    Seitenzahl:  346
    ISBN:  978-3-8090-2736-2

    Nürnburg, April 1942: Der jüdische Antiquar Isaak Rubenstein, der sich noch immer als Sonderermittler Adolf Weissmannn ausgibt, lässt sich auf eine Liaison mit der Nazigröße Ursula von Rahn ein. Durch sie erhält er Zugang zu den höchsten gesellschaftlichen Kreisen und bekommt Einsicht in die Pläne der Gegenseite. Doch dann wird Nürnberg plötzlich von brutalen Morden erschüttert. Zwei junge Frauen werden erdrosselt aufgefunden. Ausgerechnet Isaak bekommt von Berlin die Order, den «Würger» aufzuspüren. Darüber hinaus hat er noch ganz andere Probleme: Seine Popularität hat Neider auf den Plan gerufen und besonders ein Mann könnte ihm gefährlich werden …

    Meine Meinung

    In diesem zweiten Fall für den jüdischen Antiquar Isaak Rubinstein, ist die Hoffnung, endlich Nazi-Deutschland verlassen zu können, groß. Während er, in seiner Rolle als SS-Sturmbandführer und Kriminalkommissar Adolf Weissmann, auf seine Kontaktperson des Widerstandes wartet, wird Gisela Hofmann, die Tochter eines hochrangigen Nationalsozialisten ermordet. Ihr Vater gibt sich nicht mit dem in Berlin zuständigen Kriminalbeamten Paul Köhler zufrieden. Er will „den Besten der Besten“, nämlich Adolf Weissmann! Wie zu erwarten, gefällt das Köhler nur wenig. So lauert er auf jeden noch so kleinen Fehler seines Konkurrenten. Und damit ist er nicht der einzige, denn auch der Journalist Felix Bachmeyer erkennt mit der untrüglichen Nase des Enthüllungsjournalisten, dass mit Weissmann etwas nicht stimmt …

    Felix Bachmeyer hat ein Auge auf Ursula von Rahn geworfen, selbst eine Nazi-Größe und Tochter eines Industriellen, der maßgebliche Informationen zur „Operation Georg“ haben soll, die der Widerstand so dringend braucht. Um an diese Dokumente zu kommen, geht Isaak mehrmals mit der jungen und hübschen Ursula aus, die ihrerseits sich in Rubinstein verliebt hat.
    Mehrmals steht er deshalb knapp vor der Enttarnung. Nur mit großer Chuzpe gelingt es ihm, seine falsche Identität zu wahren. Dazu kommt, dass weitere Frauenmorde nach demselben Morbus Operandi geschehen und er mit Köhler als Partner weiterermitteln muss. Die Zusammenarbeit gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn auch dieser hat seine Geheimnisse.

    Bereits im ersten Band der Reihe, war der Wandel des ruhigen introvertierten jüdischen Antiquars in den aufgeblasenen, cholerischen SS-Sturmbannführers ein großes Manko für mich. Damals ging mir das Ganze einfach zu glatt und reibungslos von Statten. In „Der verborgene Feind“ bügelt Alex Beer diesen Fehler aber meiner Meinung nach wieder aus. So wirkt Isaak Rubinstein auf mich menschlicher und ich konnte seine Zweifel und Gedankengänge viel besser nachvollziehen. Auch die Geschichte ist klarer erzählt und lässt für den Leser die Vermutung offen, dass es im NS-Staat einige Ungereimtheiten und Doppelbödigkeiten gab, sodass ein solches Wechselspiel durchaus möglich gewesen wäre.

    Alex Beer arbeitet die allgegenwärtige Angst vor der Entdeckung Isaak Rubinsteins wahren Identität sehr gut aus. Die Person selbst ist klar charakterisiert und wirkt auf mich mittlerweile unheimlich sympathisch. Mit der polizeilichen Ermittlungsarbeit hat er ja eigentlich nichts am Hut, außer, dass er ein Fan Sherlock Holmes ist. Immer wieder zitiert er aus den Büchern von Arthur Conan Doyle, was naturgemäß gegenüber Paul Köhler vergeblich Liebesmüh ist. Als er dann aber erkennt, dass der Frauenmörder einem bestimmten Muster nachgeht, hat er die zündende Idee …

    Die Geschichte wird natürlich auch diesmal wieder vom klaren, lebendigen und mitreißenden Schreibstil der Autorin begleitet und schafft für mich so ein perfektes Lesevergnügen. Ihre Erzählstimme ist bildhaft und betont sehr schön die Feinheiten der Geschichte. Die Spannung wird durch zahlreiche überraschende Wendung hochgehalten und auch an den nötigen Details und dem historischen Hintergrund wird nicht gespart. Die Begeisterung, die die Nürnberger bei den Feiern zu Hitlers Geburtstag an den Tag legen, wird beängstigend echt geschildert.

    Auch nachdem die Serie der Frauenmorde aufgeklärt ist, kann Isaak Rubinstein seine Rolle als Adolf Weissmann noch nicht an den Nagel hängen. Ein dritter Band dürfte nicht mehr lange auf
    sich warten lassen …

  • „Rotes Gold“ | Tom Hillenbrand

    Autor:  Tom Hillenbrand
    Verlag:  Kiepenheuer & Witsch
    Genre:  Kulinarischer Kriminalroman
    2. Fall von Xavier Kieffer
    Seitenzahl:  348
    ISBN:  978-3-462-04412-6

    Bei einem Galadinner in Paris soll Europas größter Sushimeister ausgezeichnet werden – aber noch vor dem Hauptgang bricht er tot zusammen. Diagnose: Fischvergiftung!
    Der Luxemburger Koch Xavier Kieffer hat Zweifel und ermittelt. Die Spuren führen ihn in die unbekannte Welt der japanischen Küche. Er merkt, dass es Fische gibt, die teurer sind als Gold – und wertvoller als ein Menschenleben.

    Meine Meinung

    Oh Yes, Xavier Kieffer geht wieder auf Ermittlungstour!

    Diesmal rutscht der sympathische Koch mehr oder weniger unfreiwillig in die Machenschaften skrupelloser Verbrecher, die auch vor Mord nicht zurückschrecken.
    Während eines Galadinner bricht der weltberühmte Sushikoch Mifune vor der erlesenen Pariser Gesellschaft tot zusammen. Er soll sich am Fisch, den er gerade zubereiten wollte, vergiftet haben. Die Polizei glaubt an einen Unfall. Xavier hat da aber seine Zweifel und beginnt Fragen zu stellen. Und prompt soll er für den Pariser Bürgermeister, dem der „Unfall“ ebenso fragwürdig erscheint, Nachforschungen anstellen!

    Wisst ihr, was mir bei dieser Reihe am allerbesten gefällt?
    Dass die Kriminalhandlung zwar eine schöne und spannende Begleiterscheinung ist, durch das kulinarische Metier wird man aber immer wieder auf neue Speisen aufmerksam gemacht, man bekommt selbst Lust zu kochen, man googelt diverse Sachgebiete und ich erwisch mich immer wieder dabei, dass ich mir zu den erwähnten Speisen Rezepte anschaue!

    Wie auch beim ersten Fall von Xavier Kieffer bekommt der Leser hier unheimlich viel Hintergrundwissen. Tom Hillenbrand muss sehr genau recherchiert haben. Dem Leser wird ein großen Einblick in das Geschäft mit dem Bluefin geboten, ob die Geschäfte jetzt legal oder illegal sind. Und das Thema regt wirklich zum Nachdenken an. Wie weit ist der Mensch bereit in die Natur einzugreifen, nur um den perfekten Fisch auf dem Teller zu bekommen? Aber auch kochtechnisches Wissen wird vermittelt: Wie filetiert man einen Thunfisch richtig und welche jahrhundertealten Methoden haben die Japaner um ihre Fische zu verarbeiten? Ich wusste wirklich nicht, dass dieses Thema so interessant ist!

    „Rotes Gold“ ist ein wunderbar leichtes Buch, dass man am besten abends auf dem Balkon oder im Garten mit einem schönen Glas Wein genießen sollte. Der Autor beschreibt seinenHauptcharaktere so menschlich und mit so liebenswerten Schwächen und Macken, das man sie einfach gernhaben muss. Der Schreibstil ist spannend und wendungsreich. Der Kriminalfall wurde sehr detailliert und umfangreich aufgebraut und Alles in Allem passen die Ermittlungen mit der Liebe zur Kulinarik einfach perfekt zusammen! Außerdem beschreibt Tom Hillenbrand Luxemburg wunderbar bildlich und man merkt seine Leidenschaft zu diesem Land.

    Ein großartiges Buch, bei dem mir das Wasser im Munde zusammenlief!

  • „Es ist was faul“ | Jasper Fforde

    Titel im Original:  „Something Rotten“
    Autor:  Jasper Fforde
    Aus dem Englischen übersetzt von Joachim Stern
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Kriminalroman | Fantasy
    4. Fall für Thursday Next
    Seitenzahl:  427
    ISBN:  978-3-423-21296-0

    Hamlet hat ein Riesenproblem: Ophelia hat sein Stück umgeschrieben! Eindeutig ein Fall für Spezialagentin Thursday Next, die auch sonst ziemlich beschäftigt ist …
    Wird sie die Welt retten können?
    Und wer passt so lange auf ihren Sohn auf?

    Meine Meinung

    Im vierten Band der Reihe hat Thursday Next gleich mehrere Brandherde zu löschen, obwohl sie nach den letzten anstrengenden Monaten schon dringend urlaubsreif wäre. Nicht nur die Jagd nach der stierigen Sagengestalt, die in der Bücherwelt vermehrt für Ärger sorgte, hat an ihren Kräften gezehrt, auch im heimeligen Wessex steht nicht alles beim Besten: Lady Hamilton weilt noch immer im Haus ihrer Mutter, da ihr Geliebter unbedingt den Helden spielen muss und jetzt zieht auch noch der zaudernde dänische Prinz Hamlet in die Abstellkammer ein! Zum Glück ist genug Kuchen für alle da …

    Der zwielichtige Großkonzern „Goliath“ hat beschlossen, sich in eine Religionsgemeinschaft umzuwandeln und möchte bei den Opfern ihrer skrupellosen Vergehen Buße tun. Thursday ist skeptisch, sie versucht aber dennoch einen Antrag auf Entnichtung für ihren Ehemann Landen einzureichen. Vielleicht erfährt sie dabei ja auch, was der Konzern wirklich vorhat! Dabei begegnet sie auch ihrem Vater, der sie vor weiteren Mordanschlägen warnt. Die Auftragskillerin ist ausgerechnet die Ehefrau eines Freundes!
    Thursdays Bruder Joffy, der seinen Glauben der Kirche der globalen Standardgottheit gewidmet hat, wartet einstweilen auf eine eintretende Prophezeiung. Doch als der Mönch St. Zvlxk tatsächlich eintrifft, ist dieser verblüffend vulgär, aber zielstrebig. Seine letzte Vision betrifft nicht nur die Zukunft der gesamten Welt, sondern auch Thursday ganz persönlich …

    „Es ist was faul“ ist der vierte Band der einzigartigen Reihe um die Literatur- und Spezialagentin. Jasper Fforde schildert sein Universum so plastisch, dass man sich trotz aller Kuriositäten, Humor und Abartigkeiten wieder schnell zu Recht findet. Die Geschichte bietet einige spannende Enthüllungen und Wendungen, die den Leser nicht nur zu Tränen rührt, sondern auch zum Denken anregen. Und auch der skurrile gezeichnete Hamlet sorgte bei mir für einige Lacher.
    Von Jenseitsreisen bis hin zu einem flackernden Ehemann und einer Gorilladame als Nanny ist hier wirklich alles vertreten.

    Wie immer bringt der Autor auch Themen aus der Weltgeschichte mit ein. So spielen die Charakterzüge von Thursdays Gegenspieler auf Hitler und dessen Handeln auf das dritte Reich an und auch die Goliath Cooperation erinnert den Leser an eine ganz einschlägige religiöse Sekte aus der realen Welt. Und wie schon gewohnt webt er zum Auflockern auch diesmal wieder Geschichten aus der Welt der Bücher mit ein. Eine Affäre zwischen Lady Hamilton und Hamlet? Emperor Zhark? Wer weiß, wer weiß! Vor allem aber hat mir der Kampf zwischen der Grinsekatze und Yorrick Kaine gefallen!

    Es gibt sie doch, die wirklich guten Bücher, über die man selbst noch als ambitionierter Leser ins Staunen gerät und man einfach Happy ist, sie gefunden zu haben. Die Reihe um die taffe Thursday Next ist ein wahrer Juwel, der einen nicht mehr loslässt!