• „Klopf an dein Herz“ | Amélie Nothomb

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Titel im Original:  „Frappe-toi le coeur“
    Autor:  Amélie Nothomb
    Aus dem Französischen übersetzt von Brigitte Große
    Verlag:  Diogenes Verlag
    Genre:  Kurzroman
    Seitenzahl:  151
    ISBN:  978-3-257-07086-6

    Zu viel Mutterliebe ist erdrückend – zu wenig ist mörderisch!
    Diane hat es als Kind nicht leicht, denn ihre Mutter lehnt sie ab. Und zwar radikal. Die Schwester hingegen ist Mutters Liebling. Trotzdem entwickelt sich Diane zu einer starken Persönlichkeit. Sie wird Kardiologin und kümmert sich um kranke Herzen, ganz im Sinne des Dichters Alfred de Musset, der sagt: „Klopf an dein Herz, denn da sitzt dein Genie!“ Doch damit entfesselt sie auch zerstörerische Kräfte!

    Meine Meinung

    Seit über einem Jahre nehme ich mir nun schon vor, mit den Romanen von Amélie Nothomb zu beginnen, aber irgendwie wollte es bisher nie so wirklich klappen! Jetzt ist der Biss da und „Klopf an dein Herz“ war in meinen Augen ein wirklich guter Einstieg in die Welt der Autorin …

    Amélie Nothomb thematisiert in ihrem neuesten Roman das große Thema der Mutterliebe! Die Liebe eines Kindes zu seiner Mutter, die allerdings unerwidert bleibt. Und somit aber auch die erdrückende und vergötternde Liebe eines Ehepartners, die ihn blind für die Bedürfnisse seines Kindes macht.
    Marie ist 19 Jahre alt, wunderschön und hat ihr ganzes Leben noch vor sich, als sie von ihrem Partner Oliver schwanger wird. Dieser ist überglücklich und macht seiner Angebeteten natürlich sofort einen Heiratsantrag. Marie willigt ein, sieht sich aber schon bald all ihrer Möglichkeiten beraubt. Auch für ihre Tochter kann sie keine Liebe aufbringen! Ganz im Gegenteil reagiert sie schon bald eifersüchtig auf die Kleine. Als ihre Kaltherzigkeit auch für Andere offensichtlich wird, beschließen die Großeltern, Diane die Liebe und Fürsorge angedeihen zu lassen, die sie zu einer starken Persönlichkeit heranreifen lässt. Sie nehmen sie bei sich auf …

    Als ihre Großeltern sterben, bricht Diane den Kontakt zu ihrer Familie ab und konzentriert sich allein auf ihr Ziel Kardiologin zu werden. Als sie an der Universität eine Professorin kennenlernt und sich mit ihr anfreundet, tritt eine weitere Mutter-Tochter-Konstellation in ihr Leben, die sie an ihre Kindheit erinnert. Sie nimmt sich der vernachlässigten Professorentochter an, zum Missfallen ihrer Freundin!

    Zu Beginn nahm ich an, die 150 Seiten wären schnell gelesen, aber das war ein absoluter Trugschluss. Die Handlungen wühlte mich dermaßen auf, dass ich das Buch immer wieder zur Seite legen musste um das Gelesene zu verdauen …
    Amélie Nothomb zeigt uns hier ein faszinierendes Psychogramm ihrer Protagonisten mit vielen klugen Sätzen, die lange Zeit in mir nachhallten. Ein kleines Beispiel? »“Nur die Dummheit verlangt nach einem Abschluss“, schrieb Flaubert. Das lässt sich am besten daran erkennen, dass der Dumme im Streit stets das letzte Wort haben will.«
    Diane wird als sehr klug und reflektiert dargestellt. Bereits als Kleinkind kann sie das Verhalten ihrer Mutter richtig deuten und Schlüsse daraus ziehen. Sie begegnet der Lieblosigkeit mit intellektueller Abgeklärtheit. Dennoch holt auch sie oft der Schmerz ein …

    Auch in „Klopf an den Herz“ finden wir wieder die für Amélie Nothomb so typische Doppeldeutigkeit: Diane möchte den Beruf des Kardiologen erlenen und es geht hier wie dort um Herzensleid!

    Die Geschichte hat mich wirklich kalt erwischt. Auch in meiner direkten Umgebung finde ich immer wieder schwierige Mütter-Töchter-Konstellationen, die mich nicht nur berühren, sondern sicher auch nachhaltig beeinflussen. Genauso wie Eifersucht und Neid.
    Die Frage, die sich stellt: Wie kann man als erwachsene Frau Frieden mit der Vergangenheit finden? Diane gibt die Antwort: Indem man die Dämonen der Kindheit zurücklässt …

  • „Fuchs 8“ | George Saunders

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Titel im Original:  „Fox 8“
    Autor:  George Saunders
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Frank Heibert
    Mit Illustrationen von Chelsea Cardinal
    Verlag:  Luchterhand
    Genre:  Kurzroman
    Seitenzahl:  56
    ISBN:  978-3-630-87620-7

    Fuchs 8 war immer schon neugierig und ein bisschen anders als die anderen Füchse seiner Gruppe. So hat er die menschliche Sprache gelernt, weil er sich gern in den Büschen vor den Häusern versteckt und zuhörte, wenn die Menschen ihren Kindern Gutenachtgeschichten vorlasen. Die Macht der Worte befeuert seine Neugier auf diese Weise, bis Gefahr am Horizont auftaucht: Der Bau eines riesigen Einkaufszentrums zerstört den Wald, in dem die Füchse leben und sie finden kaum noch Nahrung.
    Dem stets belächelten Tagträumer bleibt nur eines: Er beschließt, seine Fuchsfamilie zu retten und macht sich auf den Weg zu den Menschen …

    Meine Meinung

    Noch nicht einmal 60 Seiten umfasst dieses kleine Büchlein. Eine Erzählung mit dem Namen „Fuchs 8“, aufgepeppt mit den Illustrationen von Chelsea Cardinal, die bei Luchterhand unter die Haube gekommen ist und Ende 2019 so viel Wind in der Literaturszene aufgewirbelt hat.
    Ein wunderbar ergreifendes, wie lustiges Buch über die Frage nach dem korrekten, ethisch vertretbaren Verhalten des Menschen und der Frage, wie man den „Herrschaftsauftrag“ auf Erden zu verstehen hat!

    Die Geschichte wird aus der Perspektive eines Fuchses erzählt. Fuchs 8 war stets unbeschwert und liebte die Menschen. Er lernte ihre Sprache, lernte ihren Umgang kennen und wurde dafür von seinem Rudel natürlich auch schräg angeschaut. Nur ihr Anführer Fuchs 28 war von seinem Können begeistert. Doch dann kommt der Tag, an dem der Bau eines Einkaufszentrums seine Heimat zerstört. Auf der Suche nach Hilfe begibt er sich zu den Menschen, die ihm doch immer so gut und so mächtig erschienen. Mit ihrer Hilfe möchte er seine Familie vor dem drohenden Untergang bewahren …

    Ok, wenn man es jetzt ganz genau nimmt, müsste dieses Buch eigentlich „Fuks 8“ heißen, denn der Fuks, der spricht zwar die Sprache der Menschen, sonst könnte er uns seine Geschichte ja auch gar nicht erzählen, doch sprechen und schreiben sind, wie wir sicher noch alle aus unseren Kindertagen wissen, zwei völlig unterschiedliche Dinge …
    „Fuchs 8“ ist ohne Ausnahme im „Mänschisch“ unseres rotfelligen Protagonisten verfasst. An dieser Stelle muss man wirklich die Leistung des Übersetzers Frank Heibert loben, der bereits mit Lincoln im Bardo kein leichtes Spiel hatte, aber in „Fuchs 8“ wirklich glänzt. Es sind Sätze wie: „Zuers möchte ich sagen, Enschuldigung für alle Wörter di ich falsch schreibe.“, an deren Schreibart man sich erst gewöhnen muss. Wenn man aber erstmal im Klang und Rhythmus drinnen ist, fließt die Geschichte wie von selbst …

    Die Handlung verläuft zu Beginn recht unspektakulär, trotz allem aber recht amüsant, da die Erklärungsversuche des Fuchses über das menschliche Leben aus unserer Sicht doch sehr einzigartig sind. Traurig wird es dann an der Stelle, als Fuchs 8 mit seinem besten Freund Fuchs 7 die Menschen von ihrer anderen Seite kennenlernen muss. Für jeden Tierfreund absolut keine schöne Szene, davor muss ich euch wirklich warnen …
    Er ist so schockiert, so gekränkt und traurig, dass er all seinen Mut zusammennimmt und einen Brief an die Menschen schreibt!

    Natürlich ist das ganze realitätsfremd, doch darauf kommt es nicht an. Man vergisst beim Lesen völlig, dass es sich hier um den Erzähler George Saunders handelt. Man rutscht unwillkürlich in den Gedanken ab, dass man sich in einer Konversation mit dem Tier befindet. Von der literarische Leistung mal ganz abgesehen, ist es gar nicht so abstrus zu denken, dass die Gedankengänge, die dem Fuchs hier in den Mund gelegt werden, nicht auch so ablaufen würden, wenn er denn auch so denken könnte wie der Mensch.
    Wir werden hier nicht mit einem Sachbuch über Fuchse konfrontiert, hier geht es ganz klar um das Mensch-Tier-Verhältnis und die Frage danach, warum die Menschen ihre scheinbare Überlegenheit gegenüber der Tierwelt auf so schamlose und grausame Art und Weise ausnützen. In der puren Absicht auch Grausamkeiten zu verrichten. Ich habe beim Lesen regelrechte Aggressionen gegen die beiden Männer entwickelt, die die Tierquälerei so lapidar und hirnlos begangen haben.

    So komisch das Buch auf der einen Seite ist, so traurig ist es auf der Anderen. Saunders bricht hier eine Lanze für die Tierwelt. Vielen vielen Dank!
    Dieses Buch ist einfach ein kleines Meisterwerk! Auch mir standen die Tränen in den Augen!

  • „Das Café am Rande der Welt“ | John Strelecky

    Titel im Original:  „The why are you here Café“
    Autor:  John Strelecky
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Bettina Lemke
    Mit Illustrationen von Root Leeb
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Kurzroman
    Seitenzahl:  128
    ISBN:  978-3-423-20969-4

    Ein kleines Café mitten im Nirgendwo wird zum Wendepunkt im Leben von John, einem Werbemanager, der stets in Eile ist. Eigentlich will er nur kurz Rast machen, doch dann entdeckt er auf der Speisekarte neben dem Menü des Tages drei Fragen: »Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben?« Wie seltsam – doch einmal neugierig geworden, will John mit Hilfe des Kochs, der Bedienung und eines Gastes dieses Geheimnis ergründen.

    Meine Meinung

    Lässt sich der Sinn des Lebens wirklich auf drei Fragen reduzieren?
    „Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben?“
    Oder kurz gesagt: Was ist der Zweck deiner Existenz?

    Diesen Fragen muss sich John stellen, als er schwer genervt aus einem Stau abfährt. Prompt verfährt sich der Werbemanager und scheint binnen Minuten von jeglicher Zivilisation abgeschnitten zu sein. Sein Hunger und der akute Benzinmangel lassen ihn in einem kleinen Café irgendwo im Nirgendwo einkehren. Auch die Speisekarte klingt in jeder Hinsicht vielversprechend, denn dort gibt es neben den leckeren Gerichten auch eine Menge Fragen. Fragen, auf die die Philosophen des Alltags, nämlich die Bedienung Casey, der Koch Mike und Johns Tischnachbarin Anne eine Fülle an Antworten und Erklärungen parat haben.

    „Das Café am Rande der Welt“ war eine meiner ältesten Leseleichen im Regal, die ich mir nun endlich zu Gemüte geführt habe …

    Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir durch die ganzen begeisterten Stimmen, doch ein bisschen etwas anderes vorgestellt habe …
    Das Buch eignet sich besonders gut zum Einstieg in die Lebenssinnliteratur. Es ist ein toller Wegbereiter, wenn man das Gespür für die eigenen Bedürfnisse verloren hat. Wenn man nicht mehr weiß was man im Leben oder von sich selbst erwartet und auch der Plan für die weitere Zukunft verloren gegangen ist. Wenn man sich selbst sucht und finden möchte!

    „Das Café am Rande der Welt“ lässt sich wunderbar in einem Rutsch lesen und ist nicht sonderlich anspruchsvoll. Entweder berührt es dich oder nicht! In meinem Fall, blieb das Buch leider sehr blass! Weder die Geschichten und Erklärungen zu den einzelnen Fragen konnten mich bewegen oder zum Nachdenken anregen, noch konnte ich die Protagonisten greifen. Wenn ein Leser aber gerade in dieser doch sehr anstrengenden und bewegenden Lebensphase steckt, wird es ihn aber sicher berühren können und ihm einen ordentlichen Motivationsschub verpassen, davon bin ich überzeugt!

    Es wird in unserer Umgebung immer jemanden geben, der durch Bücher dieser Art eine Entwicklung durchmacht, die anders niemals ihre Richtung oder Intensität gefunden hätte!

  • „Strafe“ | Ferdinand von Schirach

    Autor: Ferdinand von Schirach
    Verlag: Luchterhand Verlag
    Genre: Kurzroman
    Seitenzahl: 189
    ISBN: 978-3-630-87538-5

    Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem Buch „Strafe“ zwölf Schicksale. Wie schon in den beiden Bänden „Verbrechen“ und „Schuld“ zeigt er, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden, und wie voreilig unsere Begriffe von „gut“ und „böse“ oft sind.

    Rezensionsexemplar – Vielen Dank an den Verlag!

    Meine Meinung

    „Krimis“ der etwas anderen Art!

    Auch in „Strafe“ präsentiert uns Ferdinand von Schirach wieder 12 fesselnde Kurzgeschichten, die schlicht erzählt und doch so packend sind, dass man das Buch direkt in einem Schwung durchlesen muss. An Pausen ist hier wirklich nicht zu denken!
    Wunderliche, wunderbare, aber auch oft tragische und manchmal leicht humorvolle Geschichten aus seinem Fundus ausgefallener Rechtsfälle!

    Ohne den Inhalt vorwegzunehmen, möchte ich doch so viel verraten, dass dieses Buch sehr stark von der Einsamkeit der Menschen geprägt ist. Obwohl mich bisher alle seiner gelesenen Bücher stark zum nachdenken angeregt haben, steigert der Autor mit „Strafe“ diese Stimmung nochmal deutlich.

    Ferdinand von Schirach schreibt in einem lakonischen und doch immer wieder ergreifenden Stil, der in seiner Schlichtheit oft mehr sagt als blumige Ausschmückungen. Ewig lange Schachtelsätze sucht man hier vergebens, hier besticht tatsächlich der prägnante Ausdruck. Das heißt für den Leser klare, ausdrucksstarke Worte, die Situationen beschreiben. Der Autor fügt keinerlei moralische Erläuterungen bei, sondern lässt die Handlungen und Charaktere für sich alleine sprechen.

    Auch wenn ich mit dem Ausgang einige Geschichten nicht ganz einverstanden bin, so ist mir doch bewusst, dass das deutsche und österreichische Rechtssystem genauso skurril funktioniert.

    Über juristische Feinheiten kann ich persönlich natürlich kein Urteil abgeben, aber auch für einen Nichtjuristen lesen sich die Geschichten spannend und der tiefere Content kommt klar und deutlich zum Tragen.

    Kurzweilig, abwechslungsreich und absolut nicht vorhersehbar! Gerade deswegen ist „Strafe“ ein spannendes und tolles Buch für alle Bücherwürmer!

  • „Die Würde ist antastbar“ | Ferdinand von Schirach

    Autor:  Ferdinand von Schirach
    Verlag:  btb Verlag
    Genre:  Essay | Kurzroman
    Seitenzahl:  135
    ISBN:  978-3-442-71500-8

    „Die Würde des Menschen ist unantastbar, sagt das Grundgesetz. Aber das ist falsch. Denn sie wird jeden Tag angetastet“

    Ferdinand von Schirach beschäftigt sich mit den brisanten Themen unserer Zeit und gibt dabei Einblick in seine ganz persönlichen Gedanken, wie das Schreiben oder das Rauchen.

    Rezensionsexemplar – Vielen Dank an den Verlag!

    Meine Meinung

    „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“   Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

    In „Die Würde ist antastbar“ hinterfragt Ferdinand von Schirach den ersten Satz des Grundgesetzes. Nein, er seziert ihn geradezu und macht den Hintergrund dieses offiziellen Gedankengutes für uns greifbar. Er gibt anschauliche Situationen aus unserem Alltag wieder um die Gesetzeslage und auch deren Hintertürchen verständlicher und logischer aufzubereiten.

    Wie nicht anders von Ferdinand von Schirach zu erwarten, hat mich auch dieses Buch wieder schwer zum Nachdenken gebracht. Auch wenn es nur 135 Seiten hat, ist es definitiv kein seichtes Betthupferl, das man schnell weglesen kann. Der Autor hebt zwar selbst nie den moralischen Zeigefinger, er findet aber sehr klare und einschlagende Worte um uns seine Überlegungen näher zu bringen. Und ich möchte ihm meine tiefste Anerkennung dafür aussprechen, dass man die Realität, die er hier zeichnet, völlig problemlos nachvollziehen konnte.

    Auch wenn das Buch erst 2017 erschienen ist, bezieht sich der Inhalt auf das Jahr 2010. Dadurch sind manche Geschichten aus heutiger Sicht etwas überholt. So beschreibt von Schirach beispielsweise, wie er sich das allererste iPad gekauft hat und dass diese Technologie auf jeden Fall die Zukunft des Lesens sei. Wenn auch zeitlich veraltet, sind diese Vorhersagen dennoch präzise und wahrheitsgetreu, genau wie die Anekdoten über vergangene Zeiten.

    Auch die persönlichen Schilderungen über seinen Großvater haben mich sehr bewegt. Baldur von Schirach war ein Nationalsozialist, der ab 1931 Reichsjugendführer der NSDAP und ab 1941 Reichsstatthalter in Wien war, wo er für die Deportation der Wiener Juden verantwortlich war.
    Diese Erzählung vermittelt dem Leser ein sehr breites Bild des Autoren.

    Es ist auch immer wieder bewundernswert, dass Ferdinand von Schirach in Zeiten allgegenwärtiger Auftragspublikationen, diesen Weg nicht beschreitet!

    „Die Würde ist antastbar“ ist ein Buch für Leute, die, wenn auch sehr pathetisch ausgedrückt, sich noch Gedanken über den tieferen Sinn des Lebens machen wollen und wo sicher einige noch ihre eigene Meinung finden werden.