• „Das Leuchten jenes Sommers“ | Nikola Scott

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Titel im Original:  „Summer of Secrets“
    Autor:  Nikola Scott
    Aus dem Englischen übersetzt von Nicole Seifert
    Verlag:  Wunderlich Verlag
    Genre:  Roman
    Seitenzahl:  484
    ISBN:  978-3-8052-0038-7

    August 1939: Auf dem malerischen Anwesen Summerhill in Cornwall lebt die junge Maddy zurückgezogen von der Welt und dem drohenden Krieg. Als ihre geliebte Schwester Georgiana von einer langen Reise zurückkehrt bringt sie ihren neuen Freund Victor mit. Maddy ist der düstere junge Mann auf Anhieb unsympathisch. Aber sie ahnt nicht, wie groß die Gefahr wirklich ist.

    Siebzig Jahre später führt ein Auftrag die junge Fotografin Chloe nach Summerhill. Sie hat gerade erfahren, dass sie schwanger ist. Eigentlich eine freudige Nachricht, aber Chloes Gefühle sind gespalten. In Summerhill stößt sie auf ein Geheimnis, das Jahrzehnte zurückliegt – und das die Kraft hat, ihr ganzes Leben auf den Kopf zu stellen …

    Meine Meinung

    „Das Leuchten jenes Sommers“ war mein erster Roman von Nikola Scott. Eine für mich doch sehr schwergewichtige Geschichte …
    Zwar wird der Roman eher leise erzählt, konfrontiert seine Leser aber von der ersten Seite an, mit den vielschichtigen Auswirkungen der Liebe. Sie kann sowohl Geschenk als auch Bürde sein! Und dabei ist es egal, ob es sich um die Liebe zwischen zwei Geschwistern handelt, der Liebe zwischen Mann und Frau oder auch der Liebe innerhalb einer Familie.

    August 1939, kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Maddy lebt mi ihren 16 Jahren sehr zurückgezogen auf dem familiären Anwesen in Summerhill. In Anbetracht der Lage herrscht eine bedrückte Stimmung aus Angst und Unsicherheit, als ihre lebenslustige ältere Schwester Georgiana von ihrem Aufenthalt in London zurückkehrt und ihren neuen Freund Victor mitbringt. Dieser wirkt weltgewandt, höflich und schmeichelt mit Komplimenten. Kaum einer realisiert, wie er für Maddy zunehmend zur Bedrohung wird …
    Siebzig Jahre später gelangt Chloe durch einen Auftrag ihres Verlegers nach Summerhill. Sie soll sich um die aktuellen Fotos der Autorin Madeleine Hamilton kümmern, die ein neues Kinderbuch herausbringt. Für Chloe ist die Begegnung mit der betagten Dame etwas ganz Besonderes, da als Kind eines ihrer Bücher um den „grandiosen Fuchs Foxy“ zu ihren Liebsten zählte und sie bis heute noch die alte Ausgabe ihres Vaters von 1956 besitzt. Es ist Chloes erste Auftrag, den sie seit Langem angenommen hat und für ihren Ehemann Aidan völlig unverständlich, schließlich muss sie seiner Ansicht nach nicht mehr arbeiten. Er schränkt Chloe zunehmend ein, so dass sie sich auch nicht auf die von ihm lang ersehnte Schwangerschaft und das gemeinsame Kind freuen kann!

    „Das Leuchten jenes Sommers“ erzählt, voller Empathie, die Geschichte zweier Frauen, die hin und her gerissen zwischen Ängsten und Mut, für sich selbst einstehen. Aber auch eine Geschichte über emotionale Abhängigkeit und Obsession, die am Ende eine fesselnde Dynamik entwickelt. Eine perfekte Mischung aus Familiendrama und Spannungsroman, der die Vergangenheit und Gegenwart geschickt miteinander verbindet.

    Nikola Scott schreibt sehr detailreich und bildlich, nimmt den Leser aber auch durch viele spannende und nervenaufreibende Szenen mit. Gerade in Chloes Geschichte musste ich mich einige Male in Grund und Boden ärgern.
    Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und ist jeweils aus der Sicht einer der beiden jungen Frauen geschrieben. Dabei stellen Chloes Liebe zur Fotografie und Madeleines wunderbare Zeichnungen die Verbindung zwischen den Zeitebenen da. Beide Frauen haben früh ihre Eltern verloren und stehen dominanten Männern gegenüber, die versuchen sie einzuschüchtern und ihnen die Luft zum Atmen zu nehmen. Über die Generationen hinweg entwickelt sich zwischen ihnen eine Freundschaft, bei der sich Madeleine mit ihrer Vergangenheit konfrontiert sieht und beiden die dunkle Seiten der Liebe bewusst wird.

    Im Nachwort schreibt die Autorin, sie wollte einen Roman über die Liebe schreiben, aber keinen Liebesroman. Dies ist ihr absolut gelungen! Es gibt hier so viele Facetten zu entdecken, die den Leser gerade zum Ende hin durch die Kapitel fliegen lassen. „Das Leuchten jenes Sommers“ war für mich oft spannender als so mancher Psychothriller!

  • „Wir träumten von Kuba“ | Chanel Cleeton

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Titel im Original:  „When we left Cuba“
    Autor:  Chanel Cleeton
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Jens Plassmann
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Roman
    Kuba-Saga, Band 2
    Seitenzahl:  490
    ISBN:  978-3-453-42380-0

    Palm Beach, 1960: Schon seit einiger Zeit lebt Beatriz Perez mit ihrer Familie in Florida im Exil. Und doch kann sie ihn nicht verwenden – den Verlust ihrer Heimat, ihrer Freunde und den ihres Bruders. Sie ist getrieben von der Sehnsucht nach Havanna und dem Wunsch nach Vergeltung an Castro und seinem Regime. Während die Kluft zwischen Amerika und Kuba immer größer wird, gerät Beatriz zwischen die politischen Fronten, und dann verliebt sie sich auch noch in einen mächtigen Mann, auf den sie sich niemals einlassen darf …

    Meine Meinung

    Die Kuba-Saga geht in die zweite Runde! Ging es im ersten Band der Reihe noch speziell um Elisa Perez und die letzten Tage der Revolution in Kuba, so widmet sich „Wir träumten von Kuba“ ihrer älterer Schwester Beatriz. Die wohl schillerndste und selbstbewussteste der Perez-Schwester!

    Die Familie landet 1960 in Palm Beach, zu einem Leben im Exil verdonnert! Vor allem Beatriz ist getrieben von der Sehnsucht nach Havanna und zerfressen von der Vergeltung an Fidel Castro und dessen Regime, der ihr alles genommen hat: nicht nur das Vermögen und ihr Land, sie macht ihn vor allem für den Tod ihres Bruders verantwortlich.
    Doch Beatriz ist intelligent, schön, und leidenschaftlich! Es dauert nicht lange, bis die ersten wichtigen und einflussreichen Männer der jungen Frau ihre Aufmerksamkeit schenken. Und nicht nur die leidenschaftliche Affäre mit einem Senator, bringt sie in ernste Schwierigkeiten …

    Auch wenn es bereits einige Monate her ist, dass ich „Nächstes Jahr in Havanna“ gelesen habe, bin ich doch wieder wunderbar in die Geschichte hineingerutscht. Der Schreibstil ist nicht nur spannend und mitreißend, er ist bildlich und detailverliebt, dennoch fesselt er den Leser unheimlich in der Erzählung.
    Wie schon im ersten Teil merkt man die persönliche und innige Bindung der Autorin zu ihrem Land. Chanel Cleetons Familie stammt ursprünglich aus Kuba. Wenn ich die Augen schließe, befinde ich mich auf dem Anwesen der Perez. Erlebe Beatriz inmitten ihrer Familie unter der strengen Hand ihrer Mutter. Doch anders als ihre Schwestern ist sie nicht auf eine Heirat und Familie aus. Sie hat ein einziges Ziel – Rache!

    Leider waren aber gerade das die Szenen, die mich etwas zum Nachdenken gebracht haben. Beatriz scheut keine Mittel um an ihr Ziel zu kommen, auch nicht die Zusammenarbeit mit einschlägigen Geheimverbindungen zur amerikanischen Regierung. Beatriz soll zwar nicht die Welt retten, à la James Bond, sie wird aber dennoch als ausschlaggebendes Rädchen im Getriebe dargestellt. Mir persönlich hat die Art und Weise und auch die Wuchtigkeit, die dieses Thema in dem Buch einnimmt leider gar nicht gefallen. Für mich machte es den Anschein, dass unsere Protagonisten mit Evita Perron verglichen werden sollte.

    Auch Geschichtlich betrachtet können wir hier von der Autorin wieder einiges lernen. Zwar nicht so ausschweifend und geradlinig wie noch im ersten Band, aber für Interessierte ist sicher einiges dabei! Gerade was die Machtübername Castros und das Einwirken des frisch gewählten Präsidenten Kennedys auf Kuba angeht, wird in diesem Buch einiges klarer …

  • „Wie angelt man sich einen Vampir“ | Kerrelyn Sparks

    Abgebrochenes Buch!

    Titel im Original:  „How to marry a Millionaire Vampire“
    Autor:  Kerrelyn Sparks
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Justine Kapeller
    Verlag:  Mira Verlag
    Genre:  Fantasy
    Seitenzahl:  460
    ISBN:  978-3-89941-450-9

    Ausgerechnet beim Biss in eine Gummipuppe bricht dem Vampir Roman Draganesti einer seiner Fangzähne ab. In den schwarzen Seiten findet er keinen Vampirzahnarzt, seine letzte Hoffnung ist ein normalsterblicher Arzt – vielmehr eine Ärztin! Doch ehe die hinreißende Dr. Shanna Whelan sich um seinen Zahn kümmern kann, muss er sie plötzlich vor einem gefährlichen Auftragskiller retten. Als wäre das nicht schon Aufregung genug für einen Ruhe liebenden Untoten wie Roman, verwirren ihn seine Gefühle für Shanna von Tag zu Tag mehr: Hat er sich am Ende etwa verliebt? In eine Sterbliche, die zu allem Überfluss auch noch kein Blut sehen kann?

    Meine Meinung

    Bei „Wie angelt man sich einen Vampir“ handelt es sich um den ersten Band einer Vampir-Reihe, in der die Romantik und der Humor an erster Stelle stehen. Das Blutvergießen findet hier eher sporadisch statt.

    Die Zahnärztin Shanna Wheelan befindet sich nach einer Aussage vor Gericht im Zeugenschutzprogramm. Als sie eines Nachts in der Zahnklinik angegriffen wird und nur noch in letzter Sekunde von dem Vampir Roman gerettet werden kann, wird ihr klar, dass sie auch in ihrem neuen Leben nicht Sicher ist. Daweil wollte sich Roman Draganesti nur einen seiner Fangzähne reparieren lassen. Er stellt Shanna unter seinen Schutz, da ein gefährlicher Vampir auf sie angesetzt wurde, mit dem er selbst noch eine Rechnung offen hat …
    Allerdings ist es gar nicht so einfach einen Menschen zu beschützen, wenn dieser nicht merken soll, dass er von Vampiren umgeben ist! Erst recht nicht , wenn man für diesen Menschen Gefühle entwickelt!

    Die „Love at Stake“-Reihe habe ich bereits mit Anfang 20, also vor guten 10 Jahren begonnen zu lesen und in meinem Hinterkopf war gerade der erste Band um Shana und Roman immer ein absolutes Highlight. Nachdem ich in den letzten Wochen doch sehr stressige Zeiten und keinen Kopf für schwere Literatur hatte, hätte mir „Wie angelt man sich einen Vampir“ ein leichtes und lustiges Vergnügen bereiten sollen. Aber was soll ich sagen? Ich dürfte aus dieser Reihe wirklich herausgewachsen sein …

    Die Geschichte ist angenehm zu lesen und man ist schnell im Geschehen drin. Man lacht und leidet mit den beiden Protagonisten mit, die definitiv noch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben, aber nach einigen Kapiteln merkt man doch, dass dieses Leiden nicht mehr aufhört und Shanna und Roman jede noch so kleine Unstimmigkeit sofort auf sich selbst und ihre Probleme beziehen. Das wird mit der Zeit sehr sehr anstrengend.

    Zudem bin ich einfach kein Fan davon, sich Hals über Kopf in einen Fremden zu verlieben. Anziehung und Lust in Ehren, aber dieses Ewige hin und her ist wirklich nicht mein Fall. Sollte nicht ein 200 Jahre alter Vampir etwas vom Werben und Umgarnen einer Frau verstehen? Noch dazu, wenn er vorher in einem Kloster gelebt hat?

    Die „Love at Stake“-Reihe von Kerrelyn Sparks wird wohl mein Zuhause verlassen …

  • „Auf der Placa del Diamant“ | Mercè Rodoreda

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Titel im Original:  „La Placa del Diamant“
    Autor:  Mercè Rodoreda
    Aus dem Katalanischen übersetzt von Hans Weiss
    Verlag:  Suhrkamp Verlag
    Genre:  Roman
    Seitenzahl:  318
    ISBN:  978-3-518-46706-0

    Bei einem Tanzfest auf der Placa des Diamant lernt Colometa den exzentrischen Quiment kennen. Von dem Moment an legt die junge Frau die Verantwortung über ihr Leben ganz und gar in seine Hände. Doch Quiment bricht das Versprechen, aus ihr seine „Königin“ zu machen und für Colometa beginnt eine Zeit der Entbehrungen und Demütigung. Bis der Spanische Bürgerkrieg ausbricht und sich alles ändert.

    Meine Meinung

    Colometa lernt auf der Placa del Diamant ihren zukünftigen Ehemann kennen. Woher sie weiß, dass sie heiraten werden? Weil Quimet bestimmt, dass sie seine Frau wird. Das akzeptiert sie genauso, wie sie es hinnimmt, dass er sie Colometa nennt, obwohl sie sich ihm mit ihren richtigen Namen – Natàlia – vorgestellt hat. Das ist bezeichnend für ihren Charakter und so verläuft auch ihre Ehe …
    Traditionell nicht anders gewöhnt, fügt sich Colometa in ein Leben, das der Mann mit großer Selbstgefälligkeit bestimmt. Sie nimmt ihre eigene Person völlig zurück, erträgt die Ungerechtigkeiten ihres Mannes, seine Wutausbrüche, seine Unzuverlässigkeit und auch seine Taubenzucht, die er kurzerhand vom Dachboden in ihre eigene Wohnung verlegt und das Leben für seine Frau damit unerträglich macht. Doch dann kommt der Bürgerkrieg und Quimet schließt sich der Miliz an. Er kommt nicht zurück und von heute auf morgen, ist Colometa auf sich selbst gestellt. Sie muss sich und ihre Kinder trotz großer Entbehrungen durch den Krieg bringen … und vor allem muss endlich zu sich selbst finden!

    In „Auf der Placa del Diamant“ wird das Leben unserer Protagonistin in aller Eindringlichkeit erzählt. Dabei ist der Erzählstil alles andere als emotional: Zu Beginn wirkte er auf mich holzig und ohne Rhythmus. Ich brauchte doch einige Zeit um mich daran zu gewöhnen. Die Geschichte wird in kurzen, groben Sätzen erzählt, so als würde man selbst seine Erinnerungen aufschreiben und dabei fallen einem zwischendurch doch noch Dinge ein, die man hinzufügen möchte. Dennoch ist das Buch flüssig lesbar und fesselnd, mit einer schlichten, aber schönen Sprache verfasst.

    Oft hat man das Gefühl, die Geschehnisse betreffen Colometa gar nicht, so sehr nimmt sie sich aus ihrer Person heraus. Aber gerade das bewirkt beim Lesen diese Eindringlichkeit. Das Weglassen von Gefühlsregungen erzeugt hier große Emotionen. Man leidet mit ihr und möchte sie soft einfach nur schütteln!

    Colometa berichtet von ihren Erlebnissen vor und während der Revolution, die sie in den 1930ern in Barcelona erlebt. Dadurch erfährt man nur sehr wenig über die Geschehnisse außerhalb ihrer kleinen Welt. Ab und zu werden ihr Einzelheiten durch die Berichte Anderer nähergebracht, doch das sind nur kurze Randgeschehnisse, die sich auf ihr Leben nur wenig auswirken.

    Die Mühen, die Colometa auf sich nimmt, um ihre Kinder zu ernähren, lassen das Buch für mich lebensnah wirken und man fühlt mit ihr. Das Leben ist entbehrungsreich und hart, hat aber auch seine schönen Seiten, die Mercè Rodoreda fast schon nebensächlich einfließen lässt.

    Es ist genau diese Einfachheit, die besticht und die Stimmung der Zeit so dicht und spürbar macht! Ein sehr beeindruckendes Buch!

  • „Für immer die Deine“ | Jana Voosen

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Autor:  Jana Voosen
    Verlag:  Heyne
    Genre:  Historischer Roman
    Seitenzahl:  348
    ISBN:  978-3-453-42311-4

    Altes Land, 1939: Es ist ein Skandal, der das Dorf Jork wochenland in Atem hält. Die erst 17-jährige Tochter des wohlhabenden Obstbauern Landahl erwartet ein Kind vom Sohn des Pfarrers. Das junge Paar ist glücklich, doch als der Zweite Weltkrieg ausbricht, muss Fritz an die Front, und Klara schlägt sich mit ihrem Sohn alleine in einer keinen Wohnung in Hamburg durch. Als sie entdeckt, dass der alte Mann in der Dachgeschosswohnung über ist nicht der ist, für den er sich ausgibt, trifft Klara eine folgenschwere Entscheidung.

    Hamburg, 2019: Die frisch getrennte Journalistin Marie stößt bei ihren Recherchen zu einem Artikel auf die Lebens- und Liebesgeschichte von Klara und Fritz Hansen. Sie ahnt nicht, dass die Begegnung mit den beiden ihr eigenes Leben maßgeblich beeinflussen wird.

    Meine Meinung

    Schon als Kinder waren Klara und Fritz unzertrennlich. Zusammen machten sie die heimischen Höfe unsicher, spielten „Vater-Mutter-Kind“ und Fritz versprach seiner Klara schon damals „Wenn ich groß bin heirate ich nur dich“. Aus diesem Versprechen wurde die ganz große Liebe! Doch der Beginn des Zweiten Weltkrieges setzt dem jungen Glück ein jähes Ende: Fritz muss an die Front!
    Klara bleibt alleine mit ihrem gemeinsamen Sohn Paul in Hamburg zurück und macht das Beste aus ihrer Situation. Sie freundet sich mit dem älteren Herrn aus der Wohnung über ihr an, doch muss sie schon bald feststellen, dass er nicht der ist, für den er sich ausgibt. Klara trifft eine folgenschwere Entscheidung die ihr Leben in den Grundfesten erschüttern wird!

    „Für immer die Deine“ ist ein wunderbarer zeitgeschichtlicher Roman, über die Liebe und deren Tücken. Die Handlung ist so gefühlvoll und herzschmeichelnd erzählt, dass sich mir viele Szenen ins Herz gebrannt haben!

    Die Geschichte wird dem Leser in Rückblenden aus Klaras Sicht während eines Interviews wiedergegeben. Wir begleiten Sie und ihren Mann durch alle Stationen ihres Lebens, erleben mit wie sich aus der Kinderfreundschaft zuerst Verliebtheit und danach die große Liebe entwickelt und am Ende beide für ihre Gefühle und ihre Zukunft kämpfen müssen.
    Vor der Kulisse des Zweiten Weltkrieges, der ja ohnehin schon viele Entbehrungen mit sich bringt, spinnt Jana Voosen eine sehr interessante und aufwühlende Geschichte. Dabei verlor Klara zwar bei mir einiges an Sympathie, die Autorin findet aber einen sehr guten Weg aus der Dramatik und konnte auch mich am Ende wieder mit unserer Protagonistin versöhnen.

    Fritz wird in Polen schwer verwundet und auch die Szenen im Lazarett konnte mir die Autorin sehr glaubwürdig näher bringen, was für einen Liebesroman in meinen Augen nicht alltäglich ist. Der Marsch der jüdischen Bewohner ins Ghetto, ein Schuss im Wald! Schmerzhaft realistisch dargestellt!

    Das natürlich auch die Journalistin Marie ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen hat, muss ich vermutlich nicht dazusagen. Ihre Geschichte ist zwar nicht direkt mit der von Fritz und Klara verstrickt, Marie steht aber vor vielen Entscheidungen und versucht aus Klaras Erzählungen für sich selbst eigene Antworten abzuleiten. So intensiv die Lebensgeschichte im Zweiten Weltkrieg dargestellt wurde, so oberflächlich und in meinen Augen auch falsch fand ich die Geschichte um Marie! Das Interview ist natürlich der Leitfaden durch das Buch, aber ich hätte mir mehr davon erwartet.

    „Für immer die Deine“ zeigt eine Liebe, die trotz aller schicksalhafter Wendungen niemals aufgehört hat zu bestehen und die uns vielleicht auch ein bisschen als Vorbild dienen sollte!