• Literarische Helden | Carlos Ruiz Zafón

    Carlos Ruiz Zafón

    25. September 1964 in Barcelona
    Spanischer Schriftsteller

    Carlos Ruiz Zafón wurde in Barcelona geboren und wuchs auch dort auf. Er besuchte die Jesuitenschule „Col-legi de Sant Ignasi“, die mit ihrem Sitz in einem gotischen Schloss aus roten Backsteinziegeln, mit seinen in den Himmel ragenden Türmen und geheimen Gängen, schon sehr früh die Fantasie des Schriftstellers ankurbelte. Bereits als Schüler schrieb er seine ersten Schauergeschichten, die er in Groschenheften veröffentlichte und an Mitschüler und Lehrer verkaufte.

    Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Ausbildung zum Journalisten. Seine berufliche Laufbahn begann er als Texter in der Werbeagentur „Lorente Grupo de Comunicación“, ging aber 1994 nach Los Angeles um sich dort voll und ganz auf das Schreiben zu konzentrieren. Neben seinen Romanen, ist er auch als Drehbuchautor und durch seine journalistische Arbeit für die spanischen Zeitungen „El País“ und „La Vanguardia“ bekannt geworden. Obwohl er später einmal in einem Interview sagte, dass er die Filme, an denen er mitarbeitete, von Anfang an für wertlos gehalten habe.

    1993 erschien sein erstes Buch „Der Fürst des Nebels“, von dem mehr als 150.000 Exemplare verkauft wurden. Danach entstanden noch drei weitere Jugendbücher, bevor er mit „Der Schatten des Windes“ im Jahre 2001 endgültig seinen großen internationalen Durchbruch feierte. Obwohl es in Spanien keine große Aufmerksamkeit bekam, wurde das Buch in kurzer Zeit zu einem Bestseller und hielt sich wochenlang auf den Bestsellerlisten. Er wurde damit als die literarische Sensation des Jahres 2002 gefeiert!
    Auch in Deutschland wurde „Der Schatten des Windes“ schnell bekannt und schaffte es unter anderem auf die Nummer 1 der Spiegel-Bestsellerliste!

    Übrigens hat sich Carlos Ruiz Zafón auch selbst das Klavierspielen beigebracht.

    Für mich persönlich ist Carlos Ruiz Zafón einer der grandiosesten Autoren unserer Zeit.
    Seine Sprache ist einzigartig. Mit seiner Mischung aus klarer Erzählkunst und leichter Lyrik, der immer eine große Portion Mystik anhängt, erzeugt er Bilder in unseren Köpfen, wie ich es nur sehr selten bei anderen Autoren entdeckt habe.
    Wenn ich ein neues Buch von ihm zur Hand nehme, ist das jedes Mal ein Gefühl für mich, wie nach Hause kommen. Ich kann mich in seine Geschichten hineinfallen lassen und genieße die Gänsehaut, die jede Einzelne bisher in mir hervorgerufen hat! Einfach wunderbar!

    1993  |  Nebel-Trilogie #1  |  „Der Fürst des Nebels“
    1994  |  Nebel-Trilogie #2  |
    „Der Mitternachtspalast“
    1995  |  Nebel-Trilogie #3  |  „Der dunkle Wächter“
    1999  |  „Marina“
    2001  |  Friedhof der vergessenen Bücher #1  |
    Der Schatten des Windes“
    2008  |  Friedhof der vergessenen Bücher #2  |
    „Das Spiel des Engels“
    2011  |  Friedhof der vergessenen Bücher #3  |
    „Der Gefangene des Himmels
    2012  |  Friedhof der vergessenen Bücher #3,5  |
    „Der Fürst des Parnass“
    2016  |  Friedhof der vergessenen Bücher #4  |
    „Das Labyrinth der Lichter“

     

  • Literarische Helden | Ferdinand von Schirach

    Ferdinand von Schirach

    12. Mai 1964 in München
    Deutscher Strafverteidiger, Schriftsteller und Dramatiker

    Ferdinand von Schirach war im Jahre 2019 nicht nur meine absolute Neuentdeckung was seine Bücher betrifft, auch menschlich ist er in meinen Augen eine deutsche Institution mit einer schwierigen Vergangenheit, der sich aber nie von seinem Elternhaus beeinflussen lies, sondern aus seinem Leben wirklich das Beste und Zielführendste heraus geholt hat.

    Der Strafverteidiger und Autor wurde in München geboren. Dort verbrachte er seine ersten vier Lebensjahre, dann zog seine Familie nach Stuttgart um. Er legte sein Abitur im Jesuitenkolleg St. Blasien ab und nach seinem Wehrdienst studierte er Jura in Bonn.
    Zwischen 1992 und 1994 folgten Referendariate am Oberlandesgericht Köln und am Berliner Kammergericht. In Berlin legte er dann auch sein Assessorexamen ab.

    Ferdinand von Schirach eröffnete anschließend in Berlin eine Rechtsanwaltskanzlei und spezialisierte sich auf Strafrecht. Neben viel beachteten Steuerstrafsachen stand beispielsweise auch der SED-Funktionär Günter Schabowski und dem BND-Spion Norbert Juretzko, sowie die Familie des Schauspielers Klaus Kinski auf seiner Mandantenliste.
    In einer der aufsehenerregendsten Steueraffären trat Ferdinand von Schirach auch gegen den Bundesnachrichtendienst an.

    Geht man aber weiter in seine Vergangenheit zurück …
    Ferdinand von Schirach ist der Sohn des Münchner Kaufmanns Robert von Schirach und Enkel des NS-Reichsjugendführer Baldur von Schirach und dessen Gattin Henriette. Einer seiner Urgroßväter war der Hitler-Fotograf Heinrich Hoffman, ein anderer Urgroßvater war Carl von Schirach, der sich als Intendant des Nationaltheaters in Weimar und des Staatstheaters Wiesbaden seinen Namen machte. Schirachs Mutter Elke (geb. Fähndrich) ist die Enkelin des Unternehmers und NS-Polikers Fritz Kiehn. Auf der weiblichen Seite finden wir aber auch Emma Lynah Tillou Bailey Middleton von Schirach, eine der Mitunterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade in seinen jungen Jahren, während der 60er und 70er Jahre, diese Erbe für den jungen Ferdinand nicht immer leicht zu verstehen und zu tragen gewesen sein muss …

    Über sein Verhältnis zu seinem Großmutter Henriette äußerte er sich:
    „Dass meine Großmutter auch nach dem Krieg, nach den Bildern der Befreiung von Auschwitz, Gegenstände und Kunstwerke von den Behörden herausforderte, die jüdischen Familien geraubt wurden, erfüllt mich mit Scham und Wut. Das ist eine zweite Schuld, eine Wiederholung der furchtbaren Verbrechen, ein erneuter Raub.“

    Mit 45 Jahren veröffentlichte er seine ersten Kurzgeschichten und bereits nach wenigen Jahren zählen seine Bücher weltweit als Bestseller.  Diese erschienen in 40 Ländern und in etlichen Übersetzungen.

    Für mich zählt Ferdinand von Schirach zu den besten Autoren Deutschlands! Er schafft es mit seinen Büchern immer wieder mein eigenes Gedankengut und teilweise auch meine Überzeugung auf den Kopf zu stellen, bringt mich zum nachdenken und zum zweifeln und lässt mich doch nie unbefriedigt zurück. Sein Schreibstil ist klar und prägnant, mit kurzen Sätzen, die genau das an den Leser weitergeben, was sie sollen. Er beschönigt nicht und doch nimmt er den Leser gedanklich immer auf seine Reise mit!

    2009  |  „Verbrechen“
    2010  |  „Schuld“
    2011  |  Der Fall Collini“
    2012  |  „Carl Tohrberg“
    2013  |  „Tabu“
    2014  |  „Die Würde ist antastbar“
    2016  |  „Terror“
    2017  |  „Die Herzlichkeit der Vernunft“
    2018  |  „Strafe“
    2019  |  „Kaffee und Zigaretten“