• „Der Kinderdieb“ | Brom

    Titel im Original:  „The Child Thief“
    Autor:  Brom
    Aus dem Englischen übersetzt von Jakob Schmidt
    Mit Illustrationen von Brom
    Verlag:  Drömer Knaur
    Genre:  Märchenadaption | Horror
    Seitenzahl:  655
    ISBN:  978-3-426-50688-2

    Leise wie ein Schatten streift ein Junge durch die Straße von New York. Er nennt sich Peter und ist auf der Suche nach Kindern und Teenagern, die dringend Hilfe brauchen. Peter rettet sie – und bietet ihnen an, sie in sein magisches Reich zu führen, in dem niemand je erwachsen werden muss. Doch er verrät ihnen nicht, dass dieses Land im Sterben liegt und dort nicht nur magische Geschöpfe und das Abenteuer ihres Lebens auf sie warten, sondern auch größte Gefahr …

    Meine Meinung

    Jedes Kind kennt und liebt wohl die das Märchen von Peter Pan: Der Junge, der niemals erwachsen werden wollte und seinem Nimmerland, wo er mit den verlorenen Kindern gegen den Bösewicht Kapitän Hook gekämpft hat. Und natürlich darf auch die kleine Fee „Naseweiß“ nicht fehlen.
    Mit „Der Kinderdieb“ bekommen wir eine Märchenadaption der düsteren Art. Mit vielen Horrorelementen und einer Verschmelzung aus dem Avalon-Mythos und der Arthus-Saga.

    Peter ist der Kinderdieb. Er hält im gegenwärtigen New York Ausschau nach hoffnungslosen Straßenkindern, die er durch den Nebel nach Avalon bringen kann. In eine Welt voller Magie, in der man niemals erwachsen wird. Dort begegnen wir Elfen, Trollen, Hexen, Feen und etlichen anderen wunderlichen Geschöpfen. Beherrscht wird diese Welt von der Dame des Sees: Der Göttin, die den Nebel erschuf um Avalon zu verbergen. Es ist von der Zerstörung bedroht, denn die Fleischfresser drohen alles zu vernichten …
    Peter bildet die gestohlenen Kinder zu seiner „Armee der Teufel“ aus. Wilde, skrupellose Krieger, mit dem Ziel, die Fleischfresser auszurotten und Avalon zu retten!

    „Der Kinderdieb“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gepackt und nur so durch die Geschichte laufen lassen. Zu Beginn bin ich nur sehr schwer in die Geschichte hineingekommen, da der Schreibstil sehr düster und grob ist und in keinster Weise beschönigt, aber wenn man sich erst daran gewöhnt hat, fliegen die Seiten nur so dahin. Die Szenen sind sehr detailliert beschreiben: Ja, auch die eher grauslichen!
    Die Geschichte ist rasant, actionreich, blutrünstig, brutal und bildgewaltig. Damit sollte man umgehen können. Der Autor hält sich nicht lange mit unwichtigen Details auf und beschreibt die Dinge genau so wie sie sind.

    Brom hat seinen Peter sehr lebendig geschrieben, mit seinen Taten, Gedanken und Gefühlen, die er allerdings nur sehr selten zeigt. Er ist keine nette Person, er versucht mit aller Gewalt sein Avalon zu retten, auch wenn dafür hundert Kinder sterben müssen. Ihm ist es egal!
    Peter ist definitiv einer der interessantesten Charaktere, der ich während meiner Leselaufbahn begegnen durfte!

    Zu Beginn eines jeden Kapitels finden wir Illustrationen von Brom. Tolle Bilder mit schönen Details.