• „Geliebte der Nacht“ | Lara Adrian

    Titel im Original:  „Kiss of Midnight“
    Autor:  Lara Adrian
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Beate Wiener
    Verlag:  LYX Verlag
    Genre:  Fantasy
    Midnight Breed Series, Band 1
    Seitenzahl:  461
    ISBN:  978-3-8025-8130-4

    Beim Verlassen eines Nachtclubs wird die Fotografin Gabrielle Maxwell Zeugin eines schrecklichen Verbrechens. Sechs Jugendliche töten einen Mann und saugen ihm das Blut aus. Doch die Polizei schenkt ihr keinen Glauben. Erst der gutaussehende Kommissar Lucan Thorne scheint Gabrielle ernst zu nehmen und verdreht der jungen Frau gehörig den Kopf. Gabrielle ahnt nicht, dass Thorne in Wahrheit ein Vampir ist …

    Meine Meinung

    „Geliebte der Nacht“ ist der Auftakt einer unheimlich langen, aber auch unterhaltsamen und lesenswerten Vampirchronik, die ich bereits vor vielen Jahren begonnen, aber irgendwann einfach nicht mehr weiterverfolgt habe. Dennoch möchte ich den Vampiren jetzt nochmal eine Chance geben. Und auch wenn mein Faible für Fantasy nicht mehr so ausgeprägt ist, hat mir die Geschichte auch nach 10 Jahren wieder sehr gut gefallen!

    Als die Fotografin Gabrielle Maxwell beim Verlassen eines Tanzclubs Zeugin eines bestialischen Überfalls wird, kann sie sich nur durch das Blitzlichtgewitter, das sie mit ihrem Fotohandy auslöst, in Sicherheit bringen. Völlig verstört, dass ihr noch nicht mal die Polizei Glauben schenkt, ist sie kurze Zeit später mehr als angenehm überrascht, als sie der attraktiven Detective Lucan Thorne um nähere Informationen bittet.
    Die introvertierte Gabrielle lebt für die Fotografie. Düstere und geheimnisvolle Orte faszinieren sie und sie versteht es meisterlich, diese Stimmung einzufangen. Auch Lucan, der sie regelrecht in seinen Bann zieht, ist von ihren Bildern – und nicht nur von diesen – beeindruckt. Allerdings aus einem anderen Grund als Gabrielle ahnen würde: Ihre Bilder zeigen Verstecke und Wohnorte der Vampire.

    Auch Lucan ist einer von ihnen. Er ist das Oberhaupt einer Reihe von Stammeskriegern, die schon seit Jahrhunderten im Verborgenen gegen die Rogues kämpfen: Vampire, die dem Blutdurst verfallen sind und die durch ihr Handeln zur Gefahr für ihr Volk wurden. Während er nun also um Schadensbegrenzung bemüht ist, fühlt er sich von der jungen Fotografin völlig in den Bann gezogen und macht recht bald eine Entdeckung, die ihn erschüttert und auch Gabrielle’s weiteres Leben verändern wird.

    Lara Adrians Schreibstil ist frisch und mitreißend und auch die Protagonisten werden lebendig beschrieben. Natürlich gibt es immer wieder Leser, die diese Art der Literatur als softpornografische Schundlektüre bezeichnet, dennoch macht die Autorin ihre Sache sicher besser als viele andere. Sie hält sich mit Kraftausdrücken zurück und auch die erotischen Szenen sind zwar bildhaft, aber alles andere als plump! Sie schreibt flüssig und detailliert und erschafft dadurch eine gelungene Mischung aus Brutalität und Erotik. Die Spannung verliert während des gesamten Romans nicht an Wirkung und auch der Wechsel der Sichtweisen lädt zum kontinuierlichen Weiterlesen ein.

    Was die Handlung an sich betrifft, ist die Idee sicher nicht neu. Vor allem nicht in diesem Genre! Eine Untergrundorganisation, die sich um die Sicherheit ihres eigenen Vampirstammes kümmert und Verstöße gegen die Geheimhaltung ahndet. Auf der anderen Seite aber auch einen knallharten Kampf gegen eine böse Gegenmacht führt. Naja!

    Aber ehrlich: Ich find`s gut!

  • „Honigtot“ | Hanni Münzer

    Autor:  Hanni Münzer
    Verlag:  Piper Verlag
    Genre:  Zeitgeschichtlicher Roman
    Honigtot-Saga, Band 1
    Seitenzahl:  470
    ISBN:  978-3-492-30725-3

    Wie weit geht eine Mutter, um ihre Kinder zu retten?
    Wie weit geht eine Tochter, um ihren Vater zu rächen?
    Wie kann eine tiefe, alles verzehrende Liebe die Generationen überdauern und alte Wunden heilen?

    Meine Meinung

    Hanni Münzers Historischer Roman „Honigtot“ führt uns ins Jahre 1920. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zunächst die gefeierte Sängerin Elisabeth Malpran und ihr Mann Gustav, ein jüdischer Arzt, der seine weitaus jüngere Ehefrau vergöttert. Ihr Glück ist perfekt, als ihre Tochter Deborah und der kleine Wolfgang geboren werden. Im Zuge ihrer Engagements begegnet Elisabeth dem jungen, aufstrebenden Adolf Hitler, der von der Münchner Gesellschaft gefördert wird, zwar immer wieder, doch vermögen weder sie noch ihr Mann seinen Idealen etwas abzugewinnen. Als sie erkennen, dass sich Deutschland im Würgegriff der Nationalsozialisten befindet, planen die Eheleute sich ins Ausland abzusetzen. Doch als ihr Aufbruch nach England unmittelbar bevorsteht, verschwindet Gustav spurlos …

    Elisabeth versucht verzweifelt, näheres über das Verschwinden ihres Mannes herauszufinden. In Berlin begegnet sie dabei Obersturmbandführer Albrecht Brunnmann, in den sie sich schließlich auch verliebt. Er bietet ihr Stärke in einer Zeit, in der alles um sie herum ins Wanken gerät. Nach Elisabeths frühem Tod übernimmt Deborah die tragende Rolle in der Familie und somit auch im Leben ihres Stiefvaters. Schnell lässt sich die junge Frau vom Luxus und ausschweifenden Leben blenden. Deborah, die als sanftes Mädchen galt, erweist sich schon bald als eine Frau mit intensiven Gefühlen, die auch bereit ist, mit allen Mitteln zu kämpfen!

    „Honigtot“ war mein erstes Buch von Hanni Münzer. Ein Buch mit viel Potential, in dem die Autorin eindrücklich beschreibt, wie sich die gehobene Gesellschaft zielgerade auf einen Alltag voller Angst und Misstrauen zubewegt. Sie zeigt, wie Menschen ihre Freunde nur ihrer Religion wegen plötzlich nicht mehr kennen und auch mit welcher unwürdigen Art Menschenverachtung in der Gesellschaft legitimiert wird.
    Leider kommt die Gestaltung der Figuren dabei viel zu kurz. In vielen Szenen wirken sie zu übertrieben auf mich. Gerade die weiblichen Charaktere, die für die Geschichte am wichtigsten sind, verlieren da oft an Glaubwürdigkeit. So entwickelt Elisabeth plötzlich unerwartete Stärke und zeigt große Durchsetzungskraft, um nur 100 Seiten später wieder in alte Muster zurückzufallen und vertraut sich einem Mann an, der alle Werte, an die sie und auch ihr Ehemann geglaubt haben, mit Füssen tritt. Auch Deborahs Entwicklung nimmt unglaubliche Züge an.

    Nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte unheimlich gut gefallen. Hanni Münzer schafft es, viele bekannte historische Figuren in ihren Roman einzubauen und ein schwieriges geschichtliches Konstrukt aufrecht zu halten. Da verzeiht man ihr auch schonmal „kleinere“ Schnitzer, wie die unerwartete Heilung einer Querschnittslähmung oder dem sehr saloppen Umgang mit den vertraulichen Protokollen der Wannseekonferenz.

    Hanni Münzer legt uns einen Roman vor, mit dem man sich einfach auseinandersetzen muss. Dass sie dabei einige moderne Aspekte beimischt, nimmt der Geschichte aber nicht ihren Flair!

  • „Teufelsfrucht“ | Tom Hillenbrand

    Autor:  Tom Hillenbrand
    Verlag:  Kiepenheuer & Witsch
    Genre:  Kulinarischer Kriminalroman
    1. Fall von Xavier Kieffer
    Seitenzahl:  298
    ISBN:  978-3-462-04287-0

    Ein Glas Rivaner, ein Stück Rieslingpastete und bloß nicht zu viel Stress – der Koch Xavier Kieffer führt ein beschauliches Leben in der Luxemburger Unterstadt. Als eines Tages die Leiche eines Gastro-Kritikers in seinem Restaurant liegt, ist es mit der Ruhe vorbei. Der tote Tester, eine mysteriöse Brandserie und das Verschwinden seines ehemaligen Lehrmeisters zwingen Kieffer, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Bei seinen Recherchen, die ihn bis nach Paris und Genf führen, kommt er einem ungeheuerlichen kulinarischen Skandal auf die Spur – und gerät selbst in Lebensgefahr!

    Meine Meinung

    In „Teufelsfrucht“ liegt der wahre Genuss zwischen genormten Erdbeeren und milchfreiem Laborkäse!

    Quetscheflued, Gromperekichelcher, Huisenziwwi und Mummentaart.
    Wie, Sie verstehen nicht? Na, dann: Willkommen in Luxemburg! Dem Großherzogtum, dass kochtechnisch erst durch die Sterneköchin Lea Linster bekannt wurde, die weltweit als einzige Frau mit dem goldenen Bocuse ausgezeichnet wurde!

    „Teufelsfrucht“ war mein erster kulinarischer Krimi und ich bin absolut begeistert von dem Start in diese Reihe! Hauptprotagonist ist der liebenswerte und gemütliche Koch Xavier Kieffer, der trotz bester Prognosen und Voraussetzungen lieber exzellente Hausmannskost serviert, als sich mit den überbewerteten Sternen der Haute Cuisine herumzuplagen.

    Sein Restaurant „Zwei Kirchen“ gilt als Geheimtipp in der Luxemburgischen Unterstadt. Laufkundschaft verirrt sich hier nur sehr selten hin, umso erstaunter ist er, einen schlecht gelaunten Gastrokritiker an seinem Tische zu entdecken. Die Freude allerdings währt nur kurz, denn Agathon Ricard fällt im Schankraum einfach um und bleibt tot liegen. Zunächst tut sich die Polizei mit ihren Ermittlungen schwer, wäre da nicht die auffällige Spur zu Kieffers Ausbilder und Ziehvater. Eine Sackgasse, wie sich bald herausstellt, aber nicht für Xavier! In dessen Ferienhaus findet er in zwei Tupperdosen eine höchst bemerkenswerte Frucht … und damit nimmt die Geschichte erst so richtig Fahrt auf!

    Tom Hillenbrand hat hier einen gut durchdachten und spannenden Kriminalroman geschrieben, der uns tief in die Welt der Sterneküche, aber auch in eine Welt aus Schein und Intrigen hineinzieht.  Eine Geschichte mit sympathischen Protagonisten, einer spannenden und ungewöhnlichen Story und sehr viel Humor! Ähnlichkeiten mit dem einen oder anderen wohlbekannten Fernsehkoch sind garantiert und auch die knackigen Seitenhiebe auf die EU-Kommission und „Dr. Frankensteinkäse“ haben diesen Roman für mich zum hochkarätigen Genuss gemacht!

    Frank Rosin würde Xaviers Kochkünste wohl als „voll auf die Fresse gekocht“ bezeichnen, was er aber sicher als höchstes Lob gemeint hätte. Küche muss deftig und einfach sein und auch in Xaviers Restaurant wird einfach gut gekocht!

  • „20.000 Meilen unter dem Meer“ | Jules Verne

    Titel im Original:  „Vingt Mille Lieues sous les mers“
    Autor:  Jules Verne
    Aus dem Französischen übersetzt von Volker Dehs
    Mit Illustrationen von Georg Roux
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Abenteuerroman
    Seitenzahl:  624
    ISBN:  978-3-423-13795-9

    Es ist das Jahr 1867, als sich Professor Aronnax und seine Gefährten auf hohe See begeben, um dem Geheimnis, das hinter zahlreichen Schiffsunglücken steckt, auf den Grund zu gehen. In den Schlagzeilen ist von einem riesigen Meerungeheuer die Rede, doch das Forscherteam macht auf seiner Expedition eine ganz andere Entdeckung.

    Meine Meinung

    Der französische Naturforscher Professor Aronnax erleidet zusammen mit seinem Diener Conseil und dem kanadischen Harpunier Ned Land Schiffbruch. Anstatt auf einem einsamen Strand angespült zu werden, verschlägt es die drei zunächst auf, dann in ein seltsames Unterwassergefährt, dass sich als riesiges hochmodernes U-Boot entpuppt. Jedoch macht ihnen der enigmatische Kapitän Nemo schnell klar, dass er nicht vorhat jemals wieder irgendwo an Land zu gehen. Seine unfreiwilligen Besucher haben also alle Freiheiten am Bord, können sich frei bewegen und werden bestens versorgt, müssen aber bis zu ihrem Lebensende mit ihm auf dem U-Boot ausharren.

    Ned Land ist wenig begeistert, der immer ruhige Conseil kommt damit klar und auch der anfangs sehr skeptische Professor kann sich zunehmend mit seinen Zukunftsaussichten anfreunden, gibt Kapitän Nemo ihm doch die unglaubliche Möglichkeit seine Unterwasser- und Meeresstudien so intensiv zu betreiben wie nie zuvor. Das U-Boot, die „Nautilus“, ist ein technisches Wunderwerk, dass es so noch nie gegeben hat und auch Ende des 19. Jahrhunderts eigentlich noch gar nicht geben darf. Kapitän Nemo hat ein Wassergefährt konstruiert, das so tief zu tauchen versteht, wie nichts und niemand zuvor, zugleich aber auch wendig und robust ist.

    Jules Verne ist ein Autor, der seine Ideen sehr nah an der Realität ausgerichtet hat. Die Vorstellung ein solches kurioses Gefährt wie die „Nautilus“ zu bewohnen wirkt nicht nur auf seine Leser atemraubend, die Erzählungen und Beschreibungen werden auch sehr realistisch und bildgewaltig wiedergegeben und verbinden sich so harmonisch mit dem Rest der Geschichte!

    Ein toller Roman, der wieder mal beweist, wieviel Wissen sich der Autor über Physik, Chemie, Biologie und Geologie angeeignet hat. Ein U-Boot ist aus heutiger Sicht vielleicht keine große Neuerung mehr, 1869 als der Roman erschienen ist, war diese Technologie aber noch brandneu und steckte noch in der Entwicklung. Der Autor konnte also noch gar nicht wissen, wie man mit einem solchen Gefährt umgeht, wie man daraus unter Wasser aussteigen kann oder auch nicht, wie es sich darin leben lässt. Und doch treffen seine Erklärungen den Punkt ziemlich gut auf den Kopf.

    Auch im Jahre 2020 ist „20.000 Meilen unter dem Meer“ immer noch aktuell und lesenswert. Auch wenn Kapitän Nemo ein wahrer Eremit ist, wie ihn Henry David Thoreau nicht besser hätte zeichnen können, vertritt er doch klar seine Meinung. Der lockere Umgang mit Waffen und auch der Akt des Tötens ist ihm zu Wieder. Und auch das sinnlose Sterben der Wale wird hier immer wieder thematisiert.

    Wie immer gefiel mir auch Jules Vernes Sprachgewalt und seine Art uns Leser an die Thematik heranzuführen wieder besonders gut! Kapitän Nemo und seine „Nautilus“ sind nicht um sonst auch heute noch jedem Leser ein Begriff!

  • „Unsterblich“ | Jens Lubbadeh

    Autor:  Jens Lubbadeh
    Verlag:  Heyne
    Genre:  Science Fiction
    Seitenzahl:  445
    ISBN:  978-3-453-31731-4

    Der Traum der Menschheit vom ewigen Leben ist Wirklich geworden: Dank Virtual-Reality-Implantaten können die Menschen als perfekte Kopien für immer weiterleben. Auch Marlene Dietrich ist als Star wiederauferstanden und wird weltweit gefeiert – bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Eigentlich unmöglich! Für den Versicherungsagenten Benjamin Kari wird aus der Suche nach ihrem digitalen Klon ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel.

    Meine Meinung

    „Unsterblich“ ist Jens Lubbadehs Debütroman und greift eine der vielen Möglichkeiten auf, wie unsere zunehmend automatisierte und digitalisierte Welt wohl in 20 Jahren aussehen könnte.

    2044. Die Welt hat sich maßgeblich verändert. Virtuelle Realitäten haben an Bedeutung gewonnen und bereits Verstorbene können mit Hilfe einer neuen Technologie auf der Erde weiterexistieren. Man kann sie zwar nicht körperlich anfassen, sie sind den Menschen aber dennoch nahe!
    In Amerika regiert wieder John F. Kennedy und Filmstars wie Marlene Dietrich drehen neue Filme. Selbst Otto Normalverbraucher können sich, mit dem richtigen Kleingeld, die Unsterblichkeit als „Ewiger“ sichern, dessen computergenerierte Nachbildungen nicht von den Verstorbenen zu unterscheiden sind und sich wie diese verhalten, fühlen und ebenso handeln.

    Benjamin Kari arbeitet für „Fidelity“, dem weltgrößten Versicherungskonzern, der eng mit „Immortal“ verstrickt ist. Jener Firma, die die Ewigen ermöglicht und kontrolliert. Er zertifiziert Jene, deren vorheriges Leben altersbedingt noch nicht auf Lebenstrackern gesichert werden konnte und überprüft, ob sie dem Original auch wirklich entsprechen. Schließlich wurden sie aus Videoaufnahmen, Interviews und sonstigen Aufzeichnungen zusammengesetzt.
    Nach dem Verschwinden der ewigen Marlene Dietrich wird Kari mit den Nachforschungen beauftragt und gerät in eine atemlose Jagd quer über den Planeten …

    „Unsterblich“ ist ein spannender Roman, dessen Autor den Vergleich mit anderen großen Autoren in diesem Genre nicht scheuen muss. Er weiß, wie man seine Geschichte erzählt und er weiß sicher auch, wovon er hier schreibt. Natürlich ist Jens Lubbadeh längst nicht der erste, der sich mit der Fortsetzung des Lebens als Mischung aus Daten und Algorithmen belletristisch auseinandersetzt, aber seine charmante, packende und fundierte Art hat mir sehr gut gefallen. Da verzeiht man ihm als Leser auch den einen oder anderen logischen Denkfehler.

    Die Geschichte nimmt sich immer wieder die Zeit, um zu reflektieren und zu erklären. Ich musste oft schmunzeln, da die Handlung in meiner Vorstellungskraft mit den heute populären Prominenten wirklich sehr verstörende Züge annehmen würde …

    Auch wenn es sich vielleicht so anhört, steht die reißende Action in dieser Geschichte nicht unbedingt im Vordergrund. Sie wird eher ruhig und sachlich erzählt, mit vielen Details zur Entwicklung der Menschheit. Der Roman befasst sich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens und damit natürlich auch mit der Frage nach dem Sinn des Todes! Was würde aus den Menschen werden, wenn sie tatsächlich ewig leben könnten? Wäre dieses Leben noch lebenswert? Was machen Erinnerungen aus? Hat Vergänglichkeit nicht auch ihre guten Seiten?

    Eine weitere Frage beschäftigt sich mit dem Einfluss der technologischen Großkonzerne, die auch heutzutage in Europa vermehrt auftreten und immer mehr zur Realität werden.

    Jens Lubbadeh gelingt eine großartige Mischung aus einem spannenden Thriller und der umfangreichen Idee der „digitalen Immortalität“, die für den Leser sicher einige neue Denkansätze bringen wird.