• „Gott der Barbaren“ | Stephan Thome

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Autor: Stephan Thome
    Verlag: Suhrkamp Verlag
    Genre: Historischer Roman
    Shortliste „Deutscher Buchpreis“ 2018
    Seitenzahl:  708
    ISBN: 978-3-518-42825-2

    Mitte des 19. Jahrhunderts überzieht eine christliche Rebellion das chinesische Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der voller Idealismus bei der Modernisierung des Landes helfen will, gerät zwischen die Fronten eines Krieges und droht alles zu verlieren, was ihm wichtig ist.

    Meine Meinung

    Heutzutage scheint China allgegenwärtig zu sein. Ein Land, das jeder kennt …
    Doch was weiß man von seiner Geschichte?

    „Gott der Barbaren“ thematisiert die Taiping-Rebellion und den Opiumkrieg Mitte des 19. Jahrhunderts, die in 15 Jahren der Kampfandlungen 30 Milliarden Menschen das Leben gekostet haben.
    In den Jahren 1851 bis 1864 versuchten die Rebellen die Qing-Dynastie zu stürzen, die von den Mandschu, die allgemein als grausam und korrupt galten, begründet worden war. Die Ideologie dieser neuen Bewegung gründete sich neben Anderen zu großen Teilen auf christlichen Idealen, die der Gründer Hong Xiuquan vermutlich durch einen Missionar vermittelt bekam.

    Wir verfolgen hier vier Hauptpersonen als Ich-Erzähler. Zwei mächtige Befehlshaber, die sich auf den jeweiligen Seiten gegenüberstehen und zwei Zivilisten. Zum Einen lernen wir da den deutsche Missionar Philipp Neukamp kennen, der schon bei der deutschen Revolution 1848 aktiv war. Seine Wege kreuzen sich mit denen der Chinesin Huang Shua, die uns als einzige weibliche Erzählerin ihre Sicht näher bringt und einfach nur überleben will. Zu den Mächtigen gehört der General und Gelehrte Zeng Guofan, der Anführer einer privaten Söldnertruppe und der englische Gesandte Lord Elgin, der das englisch-französische Expeditionskorps anführt. Ein erfahrener Diplomat der britischen Krone mit starkem Überlegenheitsgefühl, der noch heute die oberen Zehntausend in England prägt.

    Obwohl das Buch geschichtlich total auf meiner Wellenlänge war, habe ich für die knapp 700 Seiten wirklich lange gebraucht. Stephan Thome hat die Geschichte nicht als Tatsachenbericht geschrieben, sondern als Roman, was nur bedingt tiefere Einblicke zulässt und das Gelesene an manchen Stellen doch etwas zu sachlich wirken lässt. Seitenlange Monologe über die chinesische Philosophie sind zwar interessant, aber gerade abends doch eher ermüdend. Dennoch habe ich das Buch sehr gern gelesen. Der Autor hat eine unheimliche Recherchearbeit geleistet und verfügt über beeindruckende Kenntnisse der chinesischen Geschichte.

    Bei seiner Veröffentlichung wurde „Gott der Barbaren“ stark im literarischen Quartett diskutiert und zudem in vielen deutschen Zeitungen besprochen. Hier schwanken die Beurteilungen doch erheblich, was ich persönlich gar nicht verstehen kann.
    Es hat mir großen Spaß gemacht, dieser tiefgründigen und feinen Geschichte zu folgen. Man versinkt in den Geschehnissen und folgt den Überlegungen. Nach und nach entsteht ein üppiges und farbenprächtiges Gemälde der damaligen Zeit mit all den historischen Ereignissen, Besonderheiten und Tücken. Ob es um die gebunden Füße der chinesischen Frauen und ihrer Stellung in der Gesellschaft geht. Oder um die Rebellen und ihr Streben nach Macht. Bei all dem ist man hautnah dabei! Opium wird reichlich konsumiert und natürlich rollen auch Köpfe …

  • „Bitterherz“ | Samuel Bjørk

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Titel im Original: „Gutten som elsket radyr“
    Autor: Samuel Bjørk
    Aus dem Norwegoschen übersetzt von Gabriele Haefs
    Verlag: Goldmann Verlag
    Genre: Thriller
    3. Fall von Holger Munch & Mia Krüger
    Seitenzahl: 414
    ISBN: 978-3-442-48227-6

    Ein alter Mann fährt auf einer einsamen Straße in den norwegischen Bergen. Plötzlich taucht aus dem Dunkeln eine Gestalt auf und er schafft es gerade noch, zu bremsen. Noch unter Schock kann er nicht glauben, was er sieht: Vor ihm steht ein kleiner Junge mit einem Geweih auf dem Kopf.
    14 Jahre später wird in einem nahegelegenen Bergsee eine Leiche gefunden. Die junge Frau trägt ein Ballettkostüm und am Ufer steht eine Kamera, in deren Linse ein „4“ eingeritzt ist. Kommisar Holger Munch und seine Kollegin Mia Krüger stehen vor dem rätselhaftesten Fall ihrer Karriere …

    Meine Meinung

    Nachdem meine beiden Rezensionen am Donnerstag und am Freitag so gut bei euch angekommen sind, möchte ich euch heute auch noch den dritten und aktuellsten Band der Reihe um Holger Munch und Mia Krüger vorstellen …

    Leider sagt der Klappentext schon sehr viel über den Inhalt des Buches aus, daher möchte ich euch dahingehend gar nicht mehr erzählen. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass dieser Fall der Rätselhafteste in den Karrieren unserer beiden Ermittler war, der Täter gibt ihnen aber einige perfide Rätsel auf, die erstmal zu entwirren sind. Einerseits möchte er sie ganz gezielt an der Nase herumführen, andererseits wirft er ihnen dann aber doch immer wieder kleine Hinweise zu, die sie in ihren Ermittlungen weiterbringen …

    Auch in „Bitterherz“ konnte mich Samuel Bjørk wieder von sich überzeugen. Er ist seinem auffälligen Erzählstil treu geblieben, wirkt aber um Welten gesetzter und schreibt hier deutlich tiefgründiger und spannender. Dennoch liest sich das Buch flüssig und leicht weg und konnte mich sehr schnell in den Bann ziehen! Ich würde sagen, der Autor ist endlich angekommen!

    Eine deutliche Steigerung merkt man auch am Showdown und an der Auflösung der Geschichte. Ich persönlich nehme es mir eigentlich nie zum Ziel schon vor dem Ende des Buches den Täter zu entlarven. Einfach weil es mir oft die Freude am Lesen nehmen würde, hier hat uns der Autor aber ganz gezielt bei der Aufklärung mitgenommen. Auf den Täter wäre ich zwar trotzdem nie gekommen, aber der Aha-Moment, war wirklich toll ausgearbeitet und super gut geschrieben!

    Mia Krüger hat sich in den letzten beiden Büchern ja schon ein bisschen als mein Liebling herauskristallisiert, in „Bitterherz“ bekommt ihre Wertigkeit aber nochmal einen steilen Anstieg. Nicht nur, dass sie sich endlich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzt, die zwar immer wieder thematisch aufgegriffen wird, in der Geschichte aber nie überhandnimmt, hat sie nach etlichen Monaten aktiver Therapie endlich den Absprung aus ihrer misslichen Lage geschafft und wirkte auf mich viel frischer, aktiver und schlagfertiger. Aber auch andere Kollegen bekommen in diesem Buch einen größeren Auftritt. Vielleicht nicht immer im positivsten Sinne, aber doch menschlich und nachvollziehbar! Ich glaube mit den Mitgliedern aus der Sonderkommission werden wir noch unsre Freude habe …

    Alles in Allem ist auch „Bitterherz“ ein sehr gelungener Thriller. Ruhig und mitreißend, mit einem ganz außergewöhnlichen Hintergrund!

  • „Federgrab“ | Samuel Bjørk

    Titel im Original:  „Uglen“
    Autor:  Samuel Bjørk
    Aus dem Norwegoschen übersetzt von Gabriele Haefs
    Verlag:  Goldmann Verlag
    Genre:  Thriller
    2. Fall von Holger Munch & Mia Krüger
    Seitenzahl:  478
    ISBN:  978-3-442-20525-7

    Aus einem Jungendheim bei Oslo verschwindet ein 17-jähriges Mädchen. Einige Zeit später wird sie tot im Wald gefunden – gebettet auf Federn, von Lichtern umkränzt und mit einer weißen Blume zwischen den Lippen. Die Ermittlungen des Teams um Kommissar Holger Munch und seine Kollegin Mia Krüger drehen sich im Kreis, bis sie von einem mysteriösen Hacker kontaktiert werden. Er zeigt ihnen ein verstörendes Video, das neue Details über das Schicksal des Mädchens enthüllt. Und am Rande der Aufnahme ist der Mörder zu sehen, verkleidet als Eule …

    Meine Meinung

    Mit „Federgrab“ legt uns Samuel Bjørk einen Thriller vor, der unter die Haut geht!

    In einem Waldstück wird die bizarr aufgebahrte Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Nicht nur, dass ihre Körperhaltung auf einen dunklen Ritus hinweist, das abgemagerte Opfer wurde von ihrem Peiniger auch auf Eulenfedern gebettet …
    Obwohl Mia Krüger mit den Nerven am Ende und krankgeschrieben ist, holt sie Holger Munch zurück in sein Team. Gerade bei einem so verstrickten Fall, kann der Chef der Sonderkommission nicht auf den Spürsinn seiner Kollegin verzichten. Als ein Hacker den Ermittlern auch noch ein Video zuspielt, das im DarkNet kursiert, gerät selbst der erfahrenste Polizist an seine Grenzen …

    Nachdem ich den ersten Fall direkt vor dem Zweiten gelesen habe, hatte ich doch sehr hohe Erwartungen an das Buch. Und in meinen Augen schneidet Samuel Bjørk wirklich sehr gut ab! „Engelskalt“ mag vielleicht ein bisschen eingängiger gewesen sein, der Autor nähert sich in diesem Buch aber gezielt dem düsteren Genre des „Nordic-Noir“ an, was mir sehr gut gefallen hat.

    Auch hier bekommen wir wieder einen sehr ruhigen und atmosphärischen Thriller, der mit einem spannenden und mitreißen Erzählstil aufwartet. In meinen Augen, hat der Autor die zwei Jahre zwischen „Engelskalt“ und „Federgrab“ sehr gut genutzt, kann man doch eine starke Steigerung in seinem Stil erkennen. Natürlich ist dieser immer noch eigen und für manche Leser auch sicher gewöhnungsbedürftig, die Geschichte ging mir aber viel leichter und intensiver ein.
    Samuel Bjørk konstruiert Fälle, die so durchaus das Leben schreiben könnte. Atmosphärisch dicht und düster zieht er den Leser immer tiefer in die Wirren des Verbrechens …

    Das Team rund um Holger Munch ist absolut einzigartig, mit hohem Wiedererkennungswert. Sie handeln menschlich und nachvollziehbar und trotz ihrer Ecken und Kanten werden sie mir von Buch zu Buch sympathischer. In „Federgrab“ bekommen ihre Persönlichkeiten deutlich mehr Platz. Liebenswert in ihren Schwächen und beängstigend echt in ihren dunklen Stunden! Klassisch nordisch, werden diese Themen aber nicht verweichlicht, sondern sehr sachlich und klar an den Leser weitergegeben. Vor allem Holger Munch ist ein weitaus komplexerer Charakter als es im ersten Fall vermuten lässt. Mehr als einmal mangelt es ihm an der richtigen Urteilsfähigkeit  um wichtige Situationen und Menschen einschätzen zu können.

    Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Trotzdem tritt das Team auf der Stelle. Einige Spuren erweisen sich als Nieten, bis sich der Hacker, der das Video entdeckt hat, nochmal bei Mia meldet …

  • „Engelskalt“ | Samuel Bjørk

    Titel im Original:  „Det henger en engel alene i skogen“
    Autor:  Samuel Bjørk
    Aus dem Norwegoschen übersetzt von Gabriele Haefs
    Verlag:  Goldmann Verlag
    Genre:  Thriller
    1. Fall von Holger Munch & Mia Krüger
    Seitenzahl:  539
    ISBN:  978-3-442-48225-2

    Ein Spaziergänger findet im norwegischen Wald ein totes Mädchen, aufgehängt an einem Springseil. Kommissar Holger Munch beschließt, sich der Hilfe seiner Kollegin Mia Krüger zu versichern, deren Spürsinn unschlagbar ist. Er reist auf die Insel Hitra, um sie abzuholen. Was Munch nicht weiß: Mia hat sich dorthin zurückgezogen um sich umzubringen. Doch als sie die Bilder des toten Mädchens sieht, entdeckt sie ein Detail, das bisher übersehen wurde – und das darauf schließen lässt, dass es nicht bei dem einen Opfer bleiben wird …

    Meine Meinung

    „Engelskalt“ ist der erste Fall um den Ermittler Holger Munch, der sich zu Beginn des Buches selbst als „übergewichtigen, aber sympathischen Nerd“ beschreibt. Mit einem Faible für Schach, klassische Musik und Mathematik, der zwar keinen Tropfen Alkohol anrührt, dafür aber Raucht wie ein Schlot. Sein weiblicher Gegenpart ist die junge Mia Krüger, die mit ihrem indianischem Aussehen und den norwegischen Augen alle Blicke auf sich zieht. Natürlich trägt die auffällige Narbe über ihrem rechten Auge auch noch dazu bei. Sie ist das Superhirn in Munchs Sonderkommission, deren Arbeitsweise in manchen Situationen, denen eines geselligen Sheldon Cooper gleicht.

    Als zwei junge Mädchen, hübsch zurechtgemacht, an Springseilen im Wald aufgehängt gefunden werden, ist ganz Norwegen in Aufruhr. Holger Munch, der schon seit langer Zeit nicht mehr mit einem solch brutalen Fall konfrontiert war, weckt seine Sonderkommission aus dem Dornröschenschlaf und trommelt sein Team zusammen, mit denen er schon einige brisante Fälle lösen konnte. Dazu gehört auch Mia, die seit dem Tod ihrer Zwillingsschwester äußert labil ist, aber zu den besten Ermittlerinnen des Landes gehört. Das ganze Team arbeitet unter Hochdruck, denn es scheint, als sollten noch weitere Opfer folgen …

    „Engelskalt“ erzählt eine spannende Geschichte und hielt für mich einige interessante Wendungen parat. Dennoch war der Erzählstil von Samuel Bjørk sehr speziell und ich brauchte einige Zeit um in das Buch hineinzukommen. Es startet mit zahlreichen losen Handlungssträngen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Aus der Sicht des Täters selbst erfährt man nur sehr kurze Szenen, die für mich auch eher eingeworfen gewirkt haben. Vieles wird uns erst im Nachhinein von einem der Ermittler berichtet. Nach und Nach bekommen aber alle Puzzlestücke ihren Platz und die Handlung entwickelt sich zu einem runden Ganzen.

    Der Thriller ist sehr flüssig und mitreißend geschrieben. Samuel Bjørk nimmt sich viel Zeit, um dem Leser sein Team näher zu bringen. Dabei bleibt niemand blass und alle Charaktere wurden im Laufe der Geschichte für mich zugänglich und sympathisch. Besonders gut hat mir das Zusammenspiel zwischen Holger Munch und Mia Krüger gefallen, die trotz des großen Altersunterschiedes absolut auf einer Wellenlänge liegen und sich wirklich toll ergänzen.

    Ich fand es gut, dass der Autor nicht dem Trend folgt, dem Leser möglichst brutale und detailgenaue Beschreibungen der Taten entgegen zu bringen. Man erfährt natürlich im Nachhinein, dass den Mädchen Gewalt angetan wurde, ihre Leichen werden aber sauber und ohne äußerliche Einwirkungen aufgefunden, was für mich fast noch bedrohlicher wirkte. Die Gefahr ist stetig präsent und prägt dadurch auch die Atmosphäre des Buches.

    Als besonders gelungen fand ich auch die Szenen, in denen wir Mia Krügers Denkweisen folgen, die wie im Wahn einzelne Worte aus dem Fall miteinander kombiniert und erst scheinbar zusammenhanglose Details wahrnimmt, die sie dann immer weiter verfeinert.

    „Engelskalt“ ist ein hervorragend geschriebener Thriller, der zwar ein eher ruhiges Leseerlebnis bietet, aber dennoch fesselt und immer wieder aufs Neue überrascht!

  • „Der Glanz der Dunkelheit“ | Mary E. Pearson

    Titel im Original:  „The Beauty of Darkness II“
    Autor:  Mary E. Pearson
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Barbara Imgrund
    Verlag:  Bastei Lübbe | One Verlag
    Genre:  Fantasy | Jugendbuch
    Chroniken der Verbliebenen, Band 4
    Seitenzahl:  448
    ISBN:  978-3-8466-0060-3

    Lia hat sich entschieden. Statt die Königin an Rafes Seite zu werden, kehrt sie nach Morrighan zurück. Sie muss ihrem Heimatland beistehen, auch wenn das bedeutet, dass sie in die Schlacht ziehen wird. Während sie einer ungewissen Zukunft entgegenreitet, quälen sie viele Fragen. Kann sie den Königreichen Morrighan, Venda und Dalbreck endlich Frieden finden? Wie soll sie im Kampf gegen den Komizar von Venda bestehen? Und wird es für sie und Rafe eine Zukunft geben?

    Meine Meinung

    Nachdem sich Lia und Rafe endgültig getrennt haben, macht sich die junge Frau nun zusammen mit Kaden auf den Weg zurück in ihre Heimat. Trotz anfänglichem Misstrauen hat er sich zu ihrem engsten Vertrauten entwickelt, der bedingungslos an ihrer Seite steht. Sowohl Dahlbreck, als auch Morrighan müssen vor dem bevorstehenden Krieg und den brutalen Machenschaften des Komizars gewarnt werden.
    Lias Ziel ist es, die Verschwörung und somit auch die Verräter an der Krone aufzudecken und die korrupten Mitglieder im Rat von Morrighan zu stürzen.

    Nachdem das Finale im letzten Band so grandios aufgebaut wurde, spitzt sich die Lage im Königreich Morrighan immer weiter zu. Freude, Liebe, Spannung, Angst und Trauer! Aber auch bitterböse Intrigen und blutige Kämpfe brechen hier Bahn! Viele Personen aus den Vorgängerbänden bekommen in „Der Glanz der Dunkelheit“ ihre große Stunde und ungeahnte Wendungen erschüttern unsere Protagonisten!

    Nach dem Ende der Chronik kann ich auch bestätigen, dass sich die Handlung der ganzen Buchreihe sehr stark auf einen Strang konzentriert und nicht groß in die Ferne abschweift. Gerade bei so vielen Seiten hätte sich die Geschichte viel weiter verzweigen und in die Länge ziehen können. Aber ganz im Gegenteil konzentriert sich Mary E. Pearson hier bewusst auf ihre Linie und besticht mit starken Beschreibungen und detaillierten Kampfszenen, die aber in keinster Weise langatmig oder schwerfällig auf mich gewirkt haben!

    Wie schon in den Vorgängerbänden gefällt mir auch ihr Schreibstil wieder sehr gut. Durch ihre bildgewaltige Art, erzeugt sie wunderbare Szenen und lässt in unseren Köpfen ganze Königreiche entstehen. Auch die häufigen Wechsel zwischen den Erzählperspektiven beleben die Geschichte und regen immer wieder zum Weiterlesen an.

    Rückblickend ist Lias Entwicklung einfach bemerkenswert. Ihr Handeln war zwar gerade zu Beginn der Geschichte nicht immer nachvollziehbar und wirkte eher trotzig, sie verändert sich aber mit jedem Band und wird mit der Zeit glaubhafter und deutlich bestimmter! Sie hat ihre Rolle angenommen und wirkt in dieser sehr authentisch.
    Die Liebesgeschichte, die im ersten Band der Reihe noch viel Platz eingenommen hat, wird im Laufe der Handlung immer mehr zur Nebensache und flackert nur zwischen den einzelnen Szenen kurz auf. Gerade Kaden macht hier einen großen Schritt nach vorne, der sich für mich zu meinem absoluten Liebling gemausert hat!

    „Der Glanz der Dunkelheit“ ist ein absolut gelungenes Ende der Reihe! Und doch bin ich irgendwie traurig, dass die Geschichte nun zu Ende ist!