• „Meine Schwester, die Serienkillerin“ | Oyinkan Braithwaite

    Titel im Original:  „My Sister, the Serial Killer“
    Autor:  Oyinkan Braithwaite
    Aus dem Englischen übersetzt von Yasemin Dincer
    Verlag:  Blümenbar
    Genre:  Roman
    Seitenzahl:  236
    ISBN:  978-3-351-05074-0

    Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Ayoola ist das Lieblingskind, unglaublich schön – und sie hat die Angewohnheit, ihre Männer umzubringen. Korede ist eher praktisch veranlagt und dafür zuständig, hinter ihrer Schwester aufzuräumen: Die Krankenschwester kennt die besten Tricks, um Blut zu entfernen, und ihr Kofferraum ist groß genug für eine Leiche. Dann verknallt sich natürlich auch Tade in Ayoola, der hübsche Arzt aus dem Krankenhaus, der doch eigentlich für Korede bestimmt ist. Jetzt muss die sich fragen, wie gefährlich ihre Schwester wirklich ist – und wen sie hier eigentlich vor wem beschützt.

    Meine Meinung

    Ayoola und Korede sind Schwestern. Zwei moderne junge Frauen mit Ecken und Kanten, wobei Ayoola ohne Zweifel die hübschere der Beiden ist. Klein, zierlich und mit einer Haut wie flüssiges Karamell liegen ihr die Männer zu Füßen. Doch manchmal bleiben sie da auch, dank dem Messer in ihrem Rücken. Die junge Frau hat ein wankendes Gemüt, da kann es schon einmal vorkommen, dass die Trennung von einem Mann endgültiger ist, als es sich dieser hätte vorstellen können!
    Zum Glück hat Ayoola die zuverlässige und pragmatische Korede auf ihrer Seite.  Die Krankenschwester ist systematisch, clever und tut alles, um ihre Schwester vor der Polizei zu schützen. Doch wo sollte Geschwisterliebe aufhören und das Gesetz beginnen?

    „Meine Schwester, die Serienmörderin“ wartet kaum mit Spannung auf, denn von Anfang an wissen wir wer hier die Täterin ist und auch was passieren wird und doch konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Oyinkan Braithwaite erzählt temporeich, ohne großartiger Schnörkel und Wendungen und bleibt dabei nah an ihren Figuren. Sie charakterisiert die männermordende Schönheit und ihre unscheinbare, hinter ihr aufräumenden Schwester mit viel Geschick und Feinheit, wobei sie aber auch nicht davor zurückschreckt, ihre Charaktere für den Leser in manchen Szenen absolut unsympathisch zu machen. Korede darf eine ironische oder gar sarkastische Distanz zu sich selbst einnehmen. Ayoola wäre dazu nicht fähig. Aus beidem heraus entwickelt sich oft eine Situationskomik, bei der einem schon im nächsten Moment das Lachen im Halse stecken bleiben kann. Ich persönlich mochte diesen ungewöhnlichen Humor sehr.
    Der lockere Erzählstil, der den Schwestern viel Ernsthaftigkeit nimmt, trägt dazu bei, dass man keinerlei Mitleid empfindet. Nicht für die Opfer, nicht für Ayoola und auch ganz sicher nicht für Korede.

    Ehrlich und auf den Punkt gebracht erzählt die Autorin, wie die beiden Frauen diese gefährliche Lage meistern. Dabei erfährt man als Leser ganz nebenbei auch eine Menge über die nigerianische Gesellschaft.
    In einigen Rezensionen wurde kritisiert, dass der spezielle Hintergrund in ihrem Land nicht explizit genug in die Geschichte eingewoben wurde. Dazu muss ich sagen, dass mir gerade das an dem Roman gefallen hat. Es kann doch nicht die Aufgabe von afrikanischen Autoren sein, westlichen Lesern ständig ihr jeweiliges Land zu erklären, historische Hintergründe darzulegen oder eine grundlegende Sozialdebatte über Reich und Arm zu führen. Oyinkan Braithwaite versucht das erfreulicherweise erst gar nicht. Die Reibungspunkte zwischen traditionellen und modernen Werten fließen ganz von selbst mit ein, ohne dass die Autorin diese immer wieder breittreten muss.

    Natürlich sind einige Teile der Handlung absurd, grotesk und überzeichnet, aber über weite Strecken wird das Tun und Lassen der Hauptfiguren psychologisch schlüssig und entwirrt am Ende eine fantastische Geschichte!

  • „Aleph“ | Paulo Coelho

    Titel im Original:  „O Aleph“
    Autor:  Paulo Coelho
    Aus dem Brasilianischen übersetzt von Maralde Meyer-Minnemann
    Verlag:  Diogenes Verlag
    Genre:  Roman
    Seitenzahl:  308
    ISBN:  978-3-257-06810-8

    In der Transsibirischen Eisenbahn begegnet ein Schriftsteller einer jungen Stargeigerin – und gleichzeitig einer dunklen Seite seines früheren Lebens. Er gerät in ein Paralleluniversum, in dem Zeit und Raum zusammenfallen – Das Aleph!
    Und er erkennt seine Chance, eine alte Schuld wiedergutzumachen und sein Leben noch einem neu zu beginnen.

    Meine Meinung

    Kann man sich in einen Zug setzen und in die eigene Vergangenheit reisen?
    Kann man sein Leben neu entdecken, genauso wie ein fernes Land?
    Der Bestsellerautor Paulo Coelho kann das!

    Sein autobiografisch geprägter Roman „Aleph“ ist eines seiner intimsten Bücher, dass der Brasilianer je geschrieben hat. Zwar erwähnt er den persönlichen Bezug der Geschichte zu seinem Leben nicht explizit, der Leser erfährt jedoch gegen Ende sehr deutlich, dass er den Protagonisten des Buches selbst verkörpert.

    In „Aleph“ begleiten wir einen 59-jährigen, international sehr erfolgreichen Schriftsteller, der schon lange das Gefühl hat, innerlich stillzustehen. Er sehnt sich danach, wieder „König in seinem eigenen Reich“ zu sein und die Welt um sich herum, neu zu spüren. Er fühlt sich nicht nur in seiner spirituellen Entwicklung blockiert, er ist sich auch sicher, dass er nur mit Hilfe fremder Menschen weiterwachsen kann. So lässt er sich von seinem Dolmetscher und Freund Yao überreden, die Einladung eines russischen Verlags zu einer zweiwöchigen Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn anzunehmen. Dabei drängt sich die 21-jährige Hilal in seinen Begleittrupp: Sie ist eine aufstrebende Stargeigerin in einem Moskauer Konservatorium und fühlt sich von der ersten Sekunde zu ihm hingezogen. Ist sie seine Seelenverwandte? Um dies herauszufinden, weicht sie dem Schriftsteller nicht mehr von seiner Seite. Anfangs fühlt er sich dabei von ihr belästigt. Später weiß er, dass sie der Schlüssel zu einer Tür ist, die er öffnen muss, um zu sich selbst zu finden …

    Als Mann findet er Hilal sexuell begehrenswert – insbesondere, wenn sie halb nackt unter seine Bettdecke schlüpft. Als spirituell Suchender überwindet er dieses erotische Begehren, denn er spürt, dass es um weit mehr geht als nur um Sex!

    „Aleph“ war mein erstes Buch von Paulo Coelho. Zwar war mir der Autor schon lange ein Begriff, zu seinen Geschichten hat es mich aber noch nie hingezogen. Das sollte sich jetzt aber ändern!
    Ich muss ehrlich gestehen, wenn einem das Thema des spirituellen Ichs und der Suche nach dem eigenen Selbst nicht unbedingt liegt, sollte man sich vielleicht ein anderes Buch für den Einstieg aussuchen. Der Autor hat einen tollen Schreibstil und erzählt diese Geschichte wirklich interessant, er vertieft sich aber sehr geradlinig in die Handlung und weicht von seinem Schwerpunkt keinen Millimeter ab. Daher finde ich es auch schwierig, dieses Buch als Roman einzugliedern. Autobiografie würde da schon besser passen!
    Im titelgebenden „Aleph“, dem Punkt im Universum, in dem die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft aufgehoben sind, reist Coelho in seine früheren Leben und wird dort fündig. Hilal und er sind sich bereits 1492 im spanischen Córdoba begegnet, wo Coelho als Handlanger der Inquisition junge Mädchen gefoltert hat. Hilal starb dabei auf dem Scheiterhaufen. Mit einem einzigen Wort hätte er ihren Tod verhindern können, doch er schwieg und die große Schuld belastet seine Seele noch heute!

    Das Buch ist wie eine Unterhaltung mit einem guten alten Freund, der nicht nur von seiner Reise mit der transsibirischen Eisenbahn berichtet, sondern auch von einer Reise zu sich selbst. Mitgebracht hat er spannende Begegnungen mit fremden Menschen und Kulturen, sowie tiefe spirituelle Einsichten in die Liebe, die Vergebung, den Tod und die Fähigkeit, sich selbst zu finden!

    „Aleph“ ist durchaus lesenswert, ich hätte mir nur persönlich eine ganz andere Geschichte darunter vorgestellt! Mal sehen, was der nächste Paulo Coelho für mich bereithält!

  • „Eine unbeugsame Braut“ | Simona Ahrnstedt

    Titel im Original:  „Betvingade“
    Autor:  Simona Ahrnstedt
    Aus dem Schwedischen übersetzt von Corinna Roßbach
    Verlag:  LYX Verlag
    Genre:  Historischer Roman
    Seitenzahl:  467
    ISBN:  978-3-7363-0702-5

    Illiana Henriksdotter ist entsetzt, als sie gezwungen wird, den berüchtigten Ritter Markus Järv zu ehelichen. Markus ist ein Mann des Krieges, vom Leben gezeichnet, weithin gefürchtet und das genaue Gegenteil des freundlichen Bauernsohnes, den die junge Heilerin heiraten wollte. Doch sosehr sie ihn auch verabscheut – das Schicksal hat seine eigenen Pläne. An der Seite des düsteren Ritters beginnt für Illiana eine abenteuerliche Reise, während der sie sich nicht nur einem tödlichen Feind stellen müssen, sondern auch der Tatsache, dass Hass und Liebe manchmal sehr nah beieinander liegen …

    Meine Meinung

    Kaum steht die kalte Jahreszeit vor der Tür, bekomme ich sofort wieder Lust auf historische Liebesgeschichten! Ganz klar, dass da mein erster Griff zu Simona Ahrnstedt geht …

    Die junge, aber noch sehr naive Illiana Henriksdotter trifft durch eine unglückliche Verwechslung auf den berüchtigten Ritter Markus, dessen Ruf als gnadenloser und brutaler Kämpfer weit über das Land hinaus bekannt ist. Die Missverständnisse nehmen ihren Lauf und Markus und Illiana werden gezwungen eine Ehe miteinander einzugehen, was zunächst keinem von beiden wirklich gefällt. Markus ist auf dem Schlachtfeld zuhause und Illiana freut sich auf ihre Verlobung mit dem Nachbarsbauern, dennoch folgt sie ihrem Mann auf eine abenteuerliche Reise nach Stockholm an den Königshof und zu seiner einsamen Burg. Im Verlauf der Reise reift das junge Mädchen zu einer starken, eigenwilligen und klugen Frau heran und wächst am Ende weit über sich hinaus.
    Auch Markus wird von seiner Vergangenheit eingeholt, die ihm das Leben kosten könnte …

    Der Roman ließ sich flüssig und spannend lesen und ich konnte toll in die Geschehnisse eintauchen. Auch in „Eine unbeugsame Braut“ lässt sich schnell Simona Ahrnstedts einzigartiger Erzählstil erkennen, der mich immer wieder aufs Neue gefangen nimmt.
    Leider kam es in diesem Buch gleich zu Beginn zu einigen kleineren Unstimmigkeiten in der Handlung und auch in Illianas Charakterzeichnung, was allerdings eher dem flotten Erzählton geschuldet ist. Bereits auf den ersten Seiten passiert so viel, dass man kaum zum Luftholen kommt. Vielleicht hätte man hier 50 Seiten mehr investieren müssen, dann wären einige doch wichtige Szenen nicht ganz so oberflächlich ausgefallen. So aber bleibt ein schlimmer Streit schnell vergessen oder über den Tod einer geliebten Figur wird zügig und relativ gefühllos hinweggegangen. Das hat mir nicht so gut gefallen! Durch viele Andeutungen und Geheimnisse, ganz besonders was Markus Vergangenheit angeht, bleibt der Spannungsbogen aber sehr gut erhalten und auch die Perspektivwechsel haben die Geschichte noch mal schön aufgelockert.

    Wer hier einen Roman mit historischen Fakten erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein. Die Geschichte bietet uns zwar einen Einblick in das 14. Jahrhundert, man erfährt aber keine näheren Details. Hier werden rein die Stimmung und das Flair der damaligen Zeit verschönt weitergegeben.

    Trotz seiner Schwächen hat mir der Roman gut gefallen. „Eine unbeugsame Braut“ ist definitiv ein Buch, das man schlecht aus der Hand legen kann und dass einfach Spaß macht!

  • „Die kleine Straße der großen Herzen“ | Manuela Inusa

    Autor:  Manuela Inusa
    Verlag:  Blanvalet
    Genre:  Roman
    Valerie Lane, Band 6
    Seitenzahl:  282
    ISBN:  978-3-7341-0724-5

    In den letzten drei Jahren ist viel passiert in der Valerie Lane. Die kleine Tochter von Lorie, der Besitzerin des Teeladens, hat ein Geschwisterchen bekommen, Chocolatière Keira hat sich getraut und Orchid ist ihrer großen Liebe gefolgt. Doch auch wenn nicht mehr alle beisammen sind und sich vieles verändert hat, herrscht doch Zufriedenheit in der kleinen Straße im Herzen Oxfords, denn nach wie vor halten alle zusammen und versuchen Gutes zu tun. Doch dann passiert etwas, mit dem niemand gerecht hätte, und die Frauen der Valerie Lane erfüllen einer lieben alten Freundin
    einen großen Wunsch …

    Meine Meinung

    „Die kleine Straße der großen Herzen“ ist ein gelungener, aber emotionaler Abschied von der Valerie Lane. Leider erreicht die Freundinnen gleich zu Beginn eine schlimme Nachricht, die für den Moment das Leben in der heimeligen Einkaufsstraße zum Stillstand bringt. Der Schock sitzt tief, doch zusammen erfüllen sie einer herzensguten und geliebten Freundin ihren letzten Wunsch!

    Es geschieht nicht sehr oft, dass man als Leser noch einmal erfährt, was eigentlich mit den liebgewonnenen Charakteren passiert, nachdem die wichtigsten Kapitel aus deren Leben erzählt wurden. Doch Manuela Inusa nimmt uns mit und verrät nicht nur wie es mit den Ladenbesitzerinnen Laurie, Keira, Ruby, Susan und Orchid weitergeht, auch die Leben der weniger präsenten Charaktere werden aufs genauestens beleuchtet. Rundum findet alles ein harmonisches Ende. In den letzten drei Jahren ist wirklich sehr viel passiert. Die Geschichte hält einige überraschende Wendungen für den Leser bereit.

    Auch in diesem Buch habe ich wieder mit den Freundinnen gelacht und gehofft, aber auch dicke Tränen vergossen. Wie gewohnt ist Manuela Inusas Schreibstil wieder locker und leicht und lässt sich sehr flüssig lesen. Trotz der bedrückenden Szenen, schreibt sie sehr einfühlsam und mit der richtigen Portion Humor.

    Wie schon in den Vorgängerbänden konnte ich mir auch hier wieder in die kleine romantische Straße bildgewaltig hineinlesen. Ein fabelhaftes Setting im wunderbar herbstlichen Oxford!

    Am Ende hatte ich wirklich Mühe, mich von der Valerie Lane zu trennen. Gerade in der heutigen Zeit tut es einfach gut, sich in solch schönen Geschichten fallen zu lassen und die Umwelt für kurze Zeit zu vergessen. Ein sehr bewegendes und emotionales Finale.

    „Die kleine Straße der großen Herzen“ ist wiedermal ein Beweis dafür, wie nah Freude und Leid beieinander liegen …

  • „Der fabelhafte Geschenkeladen“ | Manuela Inusa

    Autor:  Manuela Inusa
    Verlag:  Blanvalet
    Genre:  Roman
    Valerie Lane, Band 5
    Seitenzahl:  299
    ISBN:  978-3-7341-0682-8

    Orchid liebt ihren kleinen Geschenkeladen, mit dem sie sich ihren Lebenstraum erfüllt hat. In „Orchid`s Gift Shop“ gibt es alles, was das Herz begehrt: wunderbare Düfte, Badeperlen und selbstgemachte Kerzen. Doch das größte Geschenk, das Orchid anderen gibt, ist ihre Zeit. Immer gut gelaunt hat sie ein offenes Ohr für jedermann. Nur ein Mensch vertraut sich ihr nicht an, und das ist ausgerechnet ihr Freund Patrick. Schon länger scheint es in ihrer Beziehung zu kriseln, doch selbst Orchids beste Freundinnen wissen keinen Rat. Und als sie endlich beschließt, Patrick vor die Wahl zu stellen, erfährt sie etwas, das sie nie für möglich gehalten hätte …

    Meine Meinung

    Und weiter geht’s mit den Mädels aus der Valerie Lane …

    In „Der fabelhafte Geschenkeladen“ verfolgen wir Orchids Geschichte, die sich mit ihrem Gift Shop einen Lebenstraum erfüllt hat. In ihrem kleinen Paradies bekommt man alles was das Herz begehrt, angefangen von wunderbaren Düften und ihren einzigartigen selbstgemachten Badeperlen. Sie ist ein fröhlicher und aufgeschlossener Mensch, nur bei ihrem Lebensgefährten Patrick stößt sie, was private Dinge betrifft, sehr oft auf Granit. Seinen Panzer kann sie einfach nicht durchbrechen, was ihre Beziehung nach all den Jahren schwer belastet. Nach langen Diskussionen setzt Orchid Patrick das Messer auf die Brust: Er soll sich entscheiden. Entweder ein Leben mit ihr! Oder ohne sie!

    Da man Orchid ja bereits aus den Vorgängerbänden kennt und so auch einen Teil ihrer Geschichte und Entwicklung mitbekommen hat, war ich doch sehr neugierig, was hinter ihrem fröhlichen Charakter steckt. Der Leser weiß bereits von ihrer langjährigen Beziehung zu Patrick, der allerdings ein nicht gelüftetes Geheimnis hütete. Die Beziehung beginnt zu kriseln, als Tobin – als einziger männlicher Ladenbesitzer – seinen Blumenladen in der Valerie Lane eröffnet und Orchids Herz mit seiner offenen und lockeren Art höher schlagen lässt. Untypisch für sie, überspielt sie ihre Gefühle mit Unfreundlichkeit und Ablehnung. Doch ihre Freundinnen durschauen sie natürlich sofort …

    Die anderen vier Freundinnen haben ja bereits ihr großes Glück gefunden. Nur Orchid kämpft noch und ihre Gefühle gegenüber ihrem Partner sind ja auch nicht ganz unberechtigt. Seine Vergangenheit steht greifbar zwischen den Beiden. Das Geständnis an sich, hat mich dann aber doch etwas ernüchtert zurück gelassen. In meinen Augen ist Manuela Inusa hier weit über die Grenze hinausgeschossen und hat die Geschichte für mich ins unglaubwürdige abrutschen lassen. Auch wenn die bisherigen Geschichten jede auf ihre eigene Art und Weise dramatisch waren, waren sie doch immer realistisch. Patriks Vergangenheit schlägt dagegen total aus der Reihe. Zudem hat die Autorin, für die Schärfe dieser Problematik, dann auch noch eine viel zu einfache Lösung gewählt. Sie würde die beteiligten Personen vor etliche Schwierigkeiten stellen, die sie hier nicht bedenkt bzw. berücksichtigt!

    Akzeptiert man aber diesen Faktor, macht auch die fünfte Geschichte aus der Valerie Lane einfach gute Laune. Orchid ist zwar nicht mein Lieblingscharakter, ich bin ihr aber wirklich gerne gefolgt!