• „Herzgrab“ | Andreas Gruber

    Autor:  Andreas Gruber
    Verlag:  Goldmann Verlag
    Genre:  Thriller
    Seitenzahl:  540
    ISBN:  978-3-442-48017-3

    Eine Frau reist zum Begräbnis ihrer Brüder in die Toskana – und verschwindet spurlos. Ein berühmter Maler wird vermisst – und sein dubioser Abschiedsbrief legt eine falsche Fährte. Eine Privatdetektivin und ein Kommissar erkennen, dass die Fälle auf äußerst perfide und blutige Weise zusammenhängen – uns sie ihnen auch gemeinsam kaum gewachsen sind …

    Meine Meinung

    „Herzgrab“ ist im Jahre 2013 im Goldmann Verlag erschienen und bis dato der einzige alleinstehende Thriller aus der Feder der österreichischen Bestsellerautoren Andreas Gruber.

    Auf der italienischen Familie De Vecchio scheint ein Fluch zu liegen. Das Wiener BKA schickt Peter Gerink und seinen Kollegen Dino Scatozza nach Italien, um nach der in Wien lebenden Teresa De Vecchio zu suchen, die bei der Trauerfeier ihrer beiden Brüder kürzlich spurlos verschwand. Währenddessen beauftragt Teresas Nichte Monica die Privatdetektivin Elena Gerink, Peters Frau, mit der Suche nach ihrem seit einem Jahr verschwundenen Vater, den berühmten Maler Salvatore De Vecchio. Schon bald müssen Peter und Elena feststellen, dass ihre Fälle miteinander in Zusammenhang stehen und sie einem gefährlichen Gegner auf der Spur sind!

    Von Andreas Gruber bin ich ja bisher nur gute Unterhaltung gewohnt, dennoch bin ich was seine Bücher angeht eine richtige Memme! Ich habe zwar alle Thriller in meinem Regal stehen, bis jetzt konnte ich mich aber nie dazu durchringen, eine andere Reihe als die von Maarten S. Sneijder und Sabine Nemec zu lesen. Nicht weil die Geschichten mir nicht gefallen, ganz im Gegenteil gehört der Autor zu meinen ganz großen Favoriten, aber ich wollte Sabine und Maarten einfach nicht in den Rücken fallen …
    Auch in „Herzgrab“ wird uns ein spannender, undurchschaubarer Thriller mit sympathischen Ermittlern, imposanten Gefahrensituationen und viel gutem Humor geliefert. Der Fall ist komplex, die Ermittler unkonventionell und der Täter perfide!

    Wir lernen hier Peter Gerink und Dino Scatozza näher kennen. Die Beiden sind Ermittler im Wiener BKA und gerade in einer eher schwierigen Situation:  Bereits seit 7 Jahren sind die Beiden ein eingespieltes Team … bis Dino seine Finger nicht von Gerinks Frau Elena lassen konnte. Der Betrug sitzt auf tief und die Spannung, die Enttäuschung und der Unglaube zwischen den Dreien ist für den Leser greifbar.

    Das Buch spielt überwiegend in Italien und beschäftigt sich natürlich auch mit der Mentalität der Italiener im Vergleich zu den bürokratisch handelnden Österreichern. Die jeweiligen Handlungsorte sind sehr gut beschrieben. Der Schreibstil ist gewohnt leicht und mitreißend und auch an Spannung und überraschenden Wendungen wird nicht gespart. Bis zum Schluss überschlagen sich die Ereignisse und sorgen immer wieder für sprachlose Momente. Manchmal erinnert die Geschichte ein wenig an James Bond und seine Bösewichte, die niemals sterben wollen.
    Wenn man das „Dolce Vita“ also zu schätze weiß, wird man sehr viel Spaß mit diesem Buch haben …

    Andreas Gruber wagt es, zwei Erzählstränge über mehrere private Verbindungen zusammenzuführen. Kein uninteressanter Ansatz, man sollte sich allerdings gleich von Beginn an darauf einstellen, dann bekommt man am Ende sogar ein doppeltes „Happy End“ präsentiert!

  • „Todesmal“ | Andreas Gruber

    Autor:  Andreas Gruber
    Verlag:  Goldmann
    Genre:  Thriller
    5. Fall von Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez
    Seitenzahl:  592
    ISBN:  978-3-442-48656-4

    Eine geheimnisvolle Nonne betritt das BKA-Gebäude in Wiesbaden und kündigt an, in den nächsten 7 Tagen 7 Morde zu begehen. Über alles Weitere will sie nur mit dem Profiler Maarten S. Sneijder sprechen. Doch der hat gerade gekündigt, und so befragt Sneijders Kollegin Sabine Nemez die Nonne. Aber die schweigt beharrlich – und der erste Mord passiert. Jetzt hat sie auch Sneijders Aufmerksamkeit. Und während die Nonne in U-Haft sitzt, werden Sneijder und Nemez Opfer eines raffinierten Plans, der gnadenlos ein Menschleben nach dem anderen fordert und dessen Ursprung in einer grausamen, dunklen Vergangenheit liegt …

    Meine Meinung

    „Todesmal“ ist im August 2019 erschienen und steht seinen Vorgängern qualitativ in nichts nach!

    Nachdem Maarten S. Sneijder mit seinen Sonderwünschen nicht beim neuen Direktor des BKA Wiesbaden durchkommt, kündigt er seinen Job! Ein für alle Mal, er hat die Nase von diesem gestriegelten Bürokraten wirklich voll! Sabine Nemez steht mit einer Nonne vor dem Fahrstuhl der Akademie, als der wutentbrannte Sneijder das Gebäude verlassen will. Eigenartigerweise ist sich die Nonne absolut sicher, dass er zurückkommen wird, wenn er erstmal erfährt, was sie ihm zu sagen hat …
    Und genauso kommt es auch, kündigt sie doch 7 Morde in den kommenden 7 Tagen an!

    So beginnt das neue Buch rund um Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez. Von Anfang an nimmt der Roman rasant an Fahrt auf und wird dem Prädikat „Thriller“ mehr als gerecht. Als die ersten Leichen auftauchen können die beiden Ermittler schnell eine Verbindung zu einem Ursulinenkloster in Oberösterreich herstellen. Doch wie kann es sein, dass die Nonne die grausamen Morde alleine plant und durchführt, wo sie doch in Wiesbaden in Untersuchungshaft sitzt? Und vor allem warum?

    Sneijder und Nemez jagen den doch sehr wagen Hinweisen der Nonne hinterher, die diese als Tätowierung auf ihrer Haut trägt. Erst als eine grausame Entdeckung im Kloster gemacht wird, gehen die Ermittlungen endlich in die richtige Richtung …

    Muss ich nach vier schwärmenden Rezensionen noch dazu sagen, dass Andreas Gruber einen tollen und einzigartigen Schreibstil hat? Ja, den hat er! Die Geschichte wird rasant und spannend erzählt. Eine Wendung folgt der Nächsten und viele Zusammenhänge wurden auch mir erst mit der Erklärung unserer Ermittler bewusst. Man kann den Roman kaum aus der Hand legen so spannend und kurzweilig ist er geschrieben!
    Zu Beginn waren die eingeschobenen Kapitel, um eine österreichische Gebirgsjägerin und einem deutschen Soldaten etwas befremdlich, wenn die Räder aber beginnen zusammen zu greifen, wird das Bild jedoch sehr schnell schlüssig und ich wurde eines besseren belehrt!

    Auch wenn die Geschichte hinter „Todesmal“ fiktiv ist, haben mich die Geschehnisse, die zu der Tat der Nonne führten, sehr entsetzt. Eine Geschichte die durchaus so aus dem Leben gegriffen sein könnte, wenn man die Grausamkeit und die Gier der Menschen bedenkt!

     

  • „Todesreigen“ | Andreas Gruber

    Autor:  Andreas Gruber
    Verlag:  Goldmann
    Genre:  Thriller
    4. Fall von Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez
    Seitenzahl:  572
    ISBN:  978-3-442-48313-6

    Die Sünden der Vergangenheit fordern Vergeltung – ein blutiger Reigen aus Blut und Rache!

    Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nemez – Kommissarin beim BKA – misstrauisch. Sie bittet den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sonder auch einigen mächtigen Männern, die alles tun würden, um die Sünden ihrer Vergangenheit endgültig auszulöschen …

    Meine Meinung

    Als eine Reihe von Selbstmorden das Bundeskriminalamt in Wiesbaden erschüttert und zeitgleich mysteriöse Todesfälle von engen Familienmitgliedern folgen, werden die beiden Ermittlerinnen Sabine Nemez und Tina Martinelli an die Geschehnisse angesetzt. War es wirklich Selbstmord? Die beiden Frauen stoßen, trotz einer Mauer aus Schweigen und etlichen Behinderungen auf Zusammenhänge, die nunmehr 20 Jahre zurück liegen.
    Sabine bittet Maarten S. Sneijder um Hilfe. Sein einziger Rat jedoch ist, diesen Fall sofort ruhen zu lassen …

    Nach den Geschehnissen im letzten Band, wurde Maarten S. Sneijder vom BKA suspendiert und ist dank Sabine Nemez nur knapp einer Haftstrafe entgangen. Statt Verbrecher zu jagen, unterrichtet er nun an der Universität. Wie immer umgibt ihm ein süßlicher Duft, von dem man nicht genau weiß, ob es der Vanilletee oder das konsumierte Marihuana ist und auch wenn er seine Genialität derzeit nicht zur Gänze ausschöpfen kann, so hat sich sein Benehmen den Menschen gegenüber kein bisschen verändert.
    Gleich zu Beginn des Buches, merkt man bei Nemez bereits eine starke Weiterentwicklung. Die vergangenen Jahre habe sie geprägt und es ist offensichtlich dass sie viele Verhaltenszüge in ihrer Arbeit von ihrem Mentor übernommen und für sich selbst perfektioniert hat. Nach Sneijders Abgang übernimmt sie die weitere Ausbildung und den Unterricht an der Akademie.

    „Todesreigen“ besteht aus insgesamt sechs Teilen und mehreren Erzählsträngen. Jede dieser Sichtweisen ist gleichermaßen spannend und Andreas Gruber zeigt den Wechsel in der erzählenden Person auch durch unterschiedliche Erzählarten, was das Buch nochmal interessanter machte.
    In einem dieser Stränge begleiten wir Hardy, der gerade nach 20 Jahren aus der Haft entlassen wurde. Seine Geschichte beginnt wenige Tage vor den eigentlichen Geschehnissen. Er ist um die 50 und hat eine gehörlose Bekannte, die er schon aus Kindestagen kennt und von der er weiß, dass sie ihn mindestens genau so lange liebt, wie er sie. Er ist ein durchaus belesener Mann und wirkte auf mich sehr sympathisch. Leider hat ihn die Zeit im Gefängnis alles Andere als geläutert, was Sabine Nemez und ihr Team auf den Plan ruft!

    Das Grundgerüst dieses Romans hat man schnell durchschaut, denn man bekommt ziemlich viele Puzzleteile präsentiert. Wie diese dann zu der Feinarbeit passen und wie die kleinen Zahnräder ineinander greifen, ist dann schon eine ganz andere Herausforderung!

    „Todesreigen“ ist ein verdammt gut konstruierter Thriller, dessen Auflösung einen ziemlich erstaunt zurücklässt und in dem unseren beiden Ermittlern wieder Höchstleistungen abverlangt werden. Allen voran Sabine Nemez!

  • „Todesmärchen“ | Andreas Gruber

    Autor:  Andreas Gruber
    Verlag:  Goldmann
    Genre:  Thriller
    3. Fall von Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez
    Seitenzahl:  542
    ISBN:  978-3-442-48312-9

    Und wenn sie nicht gestorben sind …
    In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und die BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein – doch der Killer ist ihnen immer einen Schritt voraus.

    Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah in einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher auf Piet van Loon. Der wurde einst von Sneijder hinter Gittern gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel …

    Meine Meinung

    Nach diesem treffenden Klappentext möchte ich zum Inhalt des Buches gar nicht mehr sagen. Der gesuchte Mörder ist ein „Märchenerzähler“, der sich an den Geschichten von Hans-Christian Andersen orientiert. Diese sind ja schon von Grund auf leicht brutal und enden so gut wie nie mit einem Happy-End. In „Todesmärchen“ perfektioniert und modernisiert er die Märchen nach seinen eigenen Vorstellungen. Er ist auf einer Mission, getrieben von Rache!
    Den Killer verbindet nicht nur die hohe Intelligenz mit den Profilern des BKA Wiesbaden, er hat auch eine gemeinsame Vergangenheit mit Maarten S. Sneijder. Mit Abstand ist dies der persönlichste Fall für unseren Ermittler …

    Wie schon bei den beiden Vorgängerbänden ist Andreas Grubers Schreibstil einfach genial. Rasant, fesselnd und bildgewaltig, mit viel und Atmosphäre und schwarzem Humor. Die Spannung verläuft anfangs eher ruhig, steigert sich im Verlauf jedoch ins Unermessliche. Die Handlung ist toll aufgezogen und hält einiges an Überraschungen bereit. Zudem ließ mir der Showdown im letzten Drittel des Buches den Atem stocken.
    Andreas Gruber hat für mich mittlerweile absoluten Wiedererkennungswert!

    In „Todesmärchen“ begleiten wir zum einen Sabine Nemez, die uns bei der komplexen Ermittlungsarbeit zusehen lässt. Nachdem sie ihre Ausbildung am BKA zur Fallanalytikerin abgeschlossen hat, arbeitet sie nun im Außendienst und befasst sich mit den besonders schweren Fällen. Nachdem einige Ermittler schwer verletzt wurden, stellt Polizeidirektor Hess nur noch 2er Teams zusammen und natürlich ist gerade sie es, der Maarten S. Sneijder zugeteilt wird – auf seinen eigenen persönlichen Wunsch hin!
    Auf der anderen Seite erfahren wir die Perspektive von Hannah, einer gebürtigen Niederländerin, die ihre erste Stelle als Psychologin in einem abgelegenen Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher annimmt, wo sie auch auf den brutalen Serienkiller Piet van Loon trifft.
    Im Laufe der Geschichte verknüpfen sich auch hier wieder die Perspektiven zu einem schlüssigen Ganzen!

    Während dieser Geschichte lernen wir den großartigen Maarten S. Sneijder von einer ganz privaten Seite kennen. Natürlich ist er immer noch der altbekannte Griesgram, der es binnen kürzester Zeit schafft jeden gegen sich aufzubringen, in diesem Buch werden aber viele Geschehnisse aus seiner Vergangenheit thematisiert, die dem Leser ein ganz neues Bild auf den Profiler geben.

     

  • „Todesurteil“ | Andreas Gruber

    Autor:  Andreas Gruber
    Verlag:  Goldmann
    Genre:  Thriller
    2. Fall von Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez
    Seitenzahl:  573
    ISBN:  978-3-442-48025-8

    Wen eine falsche Spur direkt in den Abgrund führt …
    In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Als sie ein Jahr später völlig verstört am nahen Waldrand wieder auftaucht, ist ihr gesamter Rücken mit Motiven aus Dantes „Inferno“ tätowiert – und sie spricht kein Wort.

    Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen den Fällen – doch das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Und die Spur führt nach Wien …

    Meine Meinung

    Ein Jahr ist es nun her, dass die 10jährige Clara plötzlich in Wien verschwand. Doch wie aus dem Nichts taucht das Mädchen wieder am Waldrand auf und ist völlig verstört. Ihr Rücken ist von einer riesigen Tätowierung entstellt und auch ihr Ernährungszustand ist alles andere als gut. Die Staatsanwältin Melanie Dietz entdeckt ungeheuerliche Zusammenhänge, nicht zuletzt, da sie in Clara die Tochter einer verstorbenen Freundin wiedererkennt und deshalb besonders engagiert an den Fall herangeht.
    Zeitgleich nimmt Sabine Nemez ihr Studium an der Akademie des BKA in Wiesbaden auf. Dort wird sie von Maarten S. Sneijder, mit dem Sabine bereits vor 2 Jahren an einem Fall in München und Wien zusammengearbeitet hat, unterrichtet. Er nimmt mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle aus den letzten Jahren durch und versucht das Besondere, das die Fallanalyse braucht, aus seinen Schülern heraus zu kitzeln. Sabine gehört zu den Besten und so ist es auch sie, die einen Zusammenhang zwischen den besprochenen Fällen erkennt …

    Andreas Gruber erzählt die beiden Handlungsstränge in Wien und Wiesbaden immer abwechselnd bis schließlich alle Fäden zusammenlaufen. Durch den lebhaften und mitreißenden Schreibstil steht „Todesurteil“ seinen Vorgängen weder in Spannung noch in Genialität etwas nach. Jedoch konnten wir hier den Täter nicht von Beginn an begleiten. Trotzdem bleibt viel Spielraum für eigene Ermittlungen und Vermutungen. Ich hatte absolut keinen Plan! Nicht auch nur ansatzweise!!

    Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez sind zwar vom Charakter her total unterschiedlich, ticken was ihre Arbeit betrifft aber absolut gleich. Kaum ein Anderer kann sich vergleichbar in die Gedankenwelt eines Verbrechers hineinversetzen wie diese Beiden.
    Sneijder versprüht wie immer seinen ganz eigenen Charme und sorgte bei mir für so manches Schmunzeln. Auch die Beziehung zwischen den Beiden hat sich im Laufe der Geschichte weiterentwickelt und so merkt man doch immer mehr eine harmonische Verbindung. Die Art und Weise gefiel mir wirklich gut!

    Auch was die Nebencharaktere betrifft konnte sich Andreas Gruber verbessern und ließ viele andere Person des Öfteren zu Wort kommen. Er konnte sie sehr gut in die aktiv fortschreitende Geschichte eingebettet und dem Leser sympathisch näher gebracht.

    „Todesurteil“ ist ein rasanter und sehr komplexer Thriller, voller Spannung, einigen blutigen Szenen und überraschenden Wendungen. Andreas Gruber ist ein wirklich fantastischer Erzähler!

  • „Todesfrist“ | Andreas Gruber

    Autor:  Andreas Gruber
    Verlag:  Goldmann
    Genre:  Thriller
    1. Fall von Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez
    Seitenzahl:  410
    ISBN:  978-3-442-47866-8

    Weh! Jetzt geht es Klipp und Klapp! Mit der Scher`die Daumen ab …
    „Wenn sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie!“ Mit dieser Botschaft beginnt das perverse Spiel eines Serienmörders. Er lässt seine Opfer verhungern, ertränkt sie in Tinte oder umhüllt sei bei lebendigen Leib mit Beton.

    Verzweifelt sucht die Münchner Kommissarin Sabine Nemez nach einer Erklärung, einem Motiv. Erst als sie einen niederländischen Kollegen hinzuzieht, entdecken sie zumindest ein Muster: Ein altes Kinderbuch dient dem Täter als grausame Inspiration – und das bringt noch viele Ideen …

    Meine Meinung

    Andreas Gruber ist in meinen Augen einer der besten Autoren im deutschsprachigen Raum. Mit seinen Thrillern aus der „Todes-Reihe“ und den darin agierenden BKA-Ermittlern Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez konnte der Österreicher mein Herz im Sturm erobern.

    Ein Serienmörder treibt sein Unwesen und ein alter Kinderbuchklassiker dient ihm als grausame Vorlage. Er entführt sein Opfer und gibt dessen Angehörigen die Möglichkeit zu erraten, wen er aus dessen Umfeld bei sich hat. Um das Rätsel zu lösen haben sie 48 Stunden Zeit …
    Hinter diesem Spiel verfolgt der Mörder natürlich einen perfiden, aber auch genialen Plan!

    „Todesfrist“ ist spannend, bildgewaltig und mitreißend erzählt, mit actionreichen Wendungen, die mich selbst nicht nur einmal verwirrt zurückgelassen haben. Die Geschichte wird mit viel Geschick für Details und kreativen Szenen erzählt und der Autor zeigt großes Wissen was die Psychologie des Menschen betrifft.
    Natürlich kannte auch ich das Kinderbuch aus meiner Jugend und konnte mich sogar noch an den knallig gelben Einband erinnern, aber die entsprechenden Verbindungen zu den Morden hätte ich im Leben nicht ziehen können! Ich muss auch ehrlich gestehen, dass mich die Grausamkeit der Kinderreime doch etwas schockiert hat! Das hat mir meine Mama als Kind vorgelesen? Öhaaa!

    Wir verfolgen Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez bei ihrer Arbeit. Zwei Ermittler, die nicht unterschiedlicher sein können und doch sooooo gut zusammen agieren! Sabine Nemez arbeitet bei der Münchner Polizei und wird aus privaten Gründen in den Fall hineingezogen. Aufgrund der besonderen Schwere wird das BKA Wiesbaden verständigt und der Niederländer Maarten S. Sneijder übernimmt die Ermittlungen. In dem Sektor der Fallanalytik und der forensischen Psychologie kann ihm so schnell keiner das Wasser reichen, dennoch ist er einer der schrägsten Köpfe in der Geschichte der Kriminalliteratur. Er kifft wo er geht und steht, versucht seine Cluster-Kopfschmerzen mit Hilfe von Selbst-Akupunktur zu bekämpfen und sein Verhalten den Kollegen und Zeugen gegenüber ist in der Regel grobschlächtig und verletzend. Seine Verbalattacken strotzen vor Zynismus und er hat so und so in Allem recht! Ein echter Kotzbrocken eben!
    Ich liebe Maarten S. Sneijder! Natürlich muss ich nicht dezidiert hinzufügen, dass hinter der harten Fassade ein hochsensibler und liebevoller Charakter steckt, das ist sonnenklar! Was auch Sabine Nemez sehr schnell zu spüren bekommt! Zusammen sind die Beiden in meinen Augen ein unschlagbares Team!

    Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt und man bekommt als Leser nicht nur einen guten Eindruck auf den Stand der Ermittlungen, sondern auch vom Treiben des Mörders. Die wechselnden Tatorte werden wunderbar bildlich dargestellt und auch die Morde an sich bekommen ihre Aufmerksamkeit.

    Andreas Gruber ist ein Meister darin, den Leser zu schockieren, zu verwirren und einen am Ende völlig fertig sitzen zu lassen! Ein absolut gelungener Start der Reihe!

  • „Brennendes Grab“ | Linda Castillo

    Titel im Original:  „A Gathering of Secrets“
    Autor:  Linda Castillo
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Helga Augustin
    Verlag:  Fischer Verlag
    Genre:  Thriller
    10. Fall von Kate Burkholder
    Seitenzahl:   350
    ISBN:  978-3-596-70426-2

    Der 18jährige Sohn der Familie Gingerich verbrennt bei lebendigem Leib in der Scheune. Daniel galt als tüchtig, freundlich und zuverlässig. Doch die Ermittlungen bringen auch seine dunkle Seite ans Licht. Eine Seite, von der die amische Gemeinde nichts wissen will, aber hinter vorgehaltener Hand wird getuschelt.

    Als Kate Burkholder den Dingen auf den Grund geht, finden sich plötzlich viele Verdächtige. Jemand muss Daniel Gingerich grenzenlos gehasst haben. So sehr, dass er ihn in die Scheune lockte!

    Meine Meinung

    Der junge Amische Daniel Gingerich ist voller Vorfreude auf die romantischen Stunden in der Sattelkammer der elterlichen Scheune. Stattdessen wird er von einem Fremden dort eingeschlossen und das ganze Gebäude in Brand gesteckt. Unter unvorstellbaren Qualen verbrennt er bei lebendigem Leib!
    Natürlich werden Polizeichef Kate Burkholder und ihr Team sofort zu den Ermittlungen hinzugezogen und findet schnell heraus, dass Daniel alles andere als der harmlose freundliche junge Mann von Nebenan war, für den ihn viele hielten …

    Auch wenn Linda Castillos Schreibstil wie gewohnt spannend und leicht von der Seele geht, wirkt die Stimmung doch etwas gedämpfter als gewohnt. Sie verzichtet auch in diesem Buch wieder auf effektheischende Auftritte oder blutige Details und bringt ihrem Leser doch das ganze Grauen der Tat bildlich nahe!
    Wir wissen ja schon von der ersten Stunde an, das Kate so ihre Päckchen zu tragen hat und diese Wunden reißen in „Brennendes Grab“ leider wieder auf. Der Thriller geht also aufgrund seiner Thematik und den Beweggründen der Protagonisten unter die Haut.

    Die Handlung ist in der Erzählweise sehr geradlinig und man bekommt als Leser schnell einen guten Einblick darauf, auf welches Finale wir wohl zusteuern. Dennoch gelingt es der Autorin immer noch, mich mit dem Ausgang der Geschichte zu überraschen …

    Auch Kates Privatleben mit John Tomasetti kommt nicht zu kurz, dem wird aber merkbar weniger Bedeutung beigemessen. Die Beiden haben zu einem geregelten Alltag gefunden und genau so wirkt auch ihr Umgang miteinander. Sie ergänzen sich wunderbar und es war für mich wieder schön, ihnen zu folgen!

    Der Schluss brachte nochmal eine sehr rasante und emotionale Wendung mit sich und ich musste mir nach dem Lesen der letzten Szenen doch selbst Gedanken darüber machen, wie ich entschieden hätte, wäre ich an Kate Burkholders Stelle. Gesetzlich gesehen, hat sie definitiv völlig korrekt gehandelt, aber menschlich? Würde meine Entscheidung genauso ausfallen? … und könnte ich auf lange Sicht damit leben?
    Die, die das Buch gelesen haben, wissen vielleicht, was ich meine …

  • „Jagd auf die Bestie“ | Chris Carter

    Titel im Original:  „Hunting Evil“
    Autor:  Chris Carter
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag:  Ullstein Verlag
    Genre:  Thriller
    10. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  413
    ISBN:  978-3-548-29191-8

    Robert Hunter weiß, wie Mörder denken. Der Profiler des LAPD jagt die grausamsten Killer. Der schlimmste von allen war Lucien Folter – hochintelligent und gewaltverliebt. Als Lucien aus der Sicherheitsverwahrung ausbricht, folgt Hunter seiner blutigen Spur. Und der Killer lockt den Widersacher mit einem perfiden Spiel in seine Nähe: Wer ist der Klügere? Wer wird gewinnen?

    Meine Meinung

    Nachdem „Blutrausch“ mit dem überraschenden Ausbruch Lucien Folters aus  dem Hochsicherheitsgefängnisses geendet hat, verfolgen wir in diesem Band nun das „Katz und Maus“-Spiel zwischen den beiden Kontrahenten. Denn Lucien hat Rache geschworen!
    Eigentlich können die Bände dieser Reihe auch unabhängig voneinander gelesen werden. Bei diesem Thriller empfiehlt es sich jedoch, wenigstens den 6. Fall zu kennen, da dieser darauf aufbaut …

    Da Lucien Folter und Robert Hunter absolut ebenbürtige Gegner sind, konnte ich das Erscheinen des 10. Falls um die beiden Ermittler Hunter und Garcia gar nicht mehr erwarten. Alles in Allem ist das Buch ein deutlicher Ausbruch aus Chris Carters sonstiger Schreibroutine, die nicht nur qualitativ hochwertig zu lesen ist, sondern in meinen Augen auch eine ganz neue Sichtweise auf unsere Hauptcharaktere bringt.

    Chris Carter ist bekannt für seine brutalen und grausamen Thriller, bei denen man sich immer wieder fragt, wie er auf solch abartige Tötungsarten kommt. Und auch in diesem Buch lässt er uns, was das betrifft, wirklich nicht im Regen stehen …

    „Jagd auf die Bestie“ liest sich thematisch ebenso rasant und mitreißend, wie bereits seine Vorgänger, die Geschichte an sich, wirkt aber bedeutend ruhiger. Was unter Anderem auch dem Seelenleben von Robert Hunters geschuldet ist: Wir begleiten die Geschichte abwechselnd aus der Sicht unserer Ermittler und der Luciens. Hunter nimmt sich den Ausbruch seines ehemaligen Freundes und die daraufhin folgenden Morde sehr zu Herzen, hatte er doch schon vor 3 Jahren die Möglichkeit, Lucien ein für alle Mal aus dem Gefecht zu ziehen. Er wird immer mehr von Schuldgefühlen zerfressen, er steht den Ereignissen total hilflos gegenüber und man kann seine Angst darauf, was wohl kommen mag wenn das Handy wieder läutet, deutlich spüren.
    Dennoch hat es Chris Carter auch in diesem Buch wieder geschafft, die Kapitel extrem spannend enden zu lassen und ich konnte die Geschichte nur schwer aus der Hand legen!

    Leider hatte ich mit Lucien dann doch so meine Schwierigkeiten. Wenn ich schon einem so komplexen Charakter wie ihm gegenüberstehe, möchte ich ganz genau in seinen Kopf schauen und seinen Wahnsinn hautnah erleben. Leider wirkte aber gerade seine Perspektive gefiltert, übertrieben blumig bzw. pathetisch und in einigen Fällen auch nicht ganz schlüssig. Lucien beschreibt sehr gerne und sehr ausschweifend. Er möchte auffallen! Sich brillieren! Leider waren die daraus resultierenden Dialoge dann aber doch etwas langatmig …

    Im Nachhinein betrachtet hatte ich auf jeden Fall sehr hohe Erwartungen und Vorstellungen an „Jagd auf die Bestie“, die bei einem ganzen Jahr Weitezeit, in denen man sich die besten Schauergeschichten zusammenreimen konnte, natürlich nicht erfüllt wurden. Wie bereits gesagt: Der Thriller fällt total aus der Routine und zeigte mir ein ganz neues Bild meines heißgeliebten Robert Hunters. Dennoch bin ich alles andere als Enttäuscht und freue mich schon auf nächstes Jahr!

  • „Löwenzahnkind“ | Lina Bengtsdotter

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Titel im Original:  „Annabelle“
    Autor:  Lina Bengtsdotter
    Aus dem Schwedischen übersetzt von Sabine Thiele
    Verlag:  Penguin Verlag
    Genre:  Thriller
    1. Fall von Charlie Lager
    Seitenzahl:  420
    ISBN:  978-3-328-10381-3

    Gullspang, eine Kleinstadt in Westschweden. Als in einer heißen Sommernacht die 17jährige Annabelle spurlos verschwindet, ist schnell klar, dass Verstärkung angefordert werden muss. Mit Charlie Lager schickt die Stockholmer Polizei ihre fähigste Ermittlerin – doch was die Kollegen nicht wissen dürfen: Die brillante Kommissarin ist selbst in Gullspang aufgewachsen. Und je tiefer Charlie gräbt, desto mehr droht das Netz aus Lügen zu reißen, das sie um ihre eigene dunkle Vergangenheit gesponnen hat. Doch die Zeit drängt – sie muss Annabelle finden, bevor es für sie beide zu später ist …

    Meine Meinung

    In Gullspång, einer verschlafenen Kleinstadt im Schweden, verschwindet die 17-jährige Annabelle.
    Schnell ist für die Gemeinde klar, dass das lebenslustige Mädchen nicht einfach so von zu Hause weggelaufen sein kann, sodass die Stockholmer Polizei ihre beste Ermittlerin an diesen Fall setzen. Doch Charlie Lager stammt selbst aus Gullspång und verbindet nicht die besten Erinnerungen mit ihrer Heimatstadt!

    „Löwenzahnkind“ ist der erste Roman  aus der neuen Reihe von Lina Bingtsdotter rund um die Ermittlerin, jedoch würde ich die Geschichte eher als Kriminal- oder Spannungsroman einstufen. Für einen Thriller ist sie mir doch etwas zu ruhig …
    Lina Bingtsdotter zieht hier einige Klischees aus dem klassischen „Schwedenkrimi“ heran. Das beginnt schon bei ihrer Ermittlerin Charlie Lager: Auch wenn diese Gullspång bereits mit  14 Jahren verlassen hat, haben sie die Erinnerungen an ihre Kindheit geprägt. Sie wirkt nicht nur hart und verhärmt, auch der Alkohol und ihre Medikamentenabhängigkeit haben ihre Spuren hinterlassen und sie für mich zu einer eher unsympathischen Protagonistin gemacht. Und ich denke, das war auch ein sehr gekonnter Schachzug der Autorin. Was anfangs noch ziemlich stereotyp klingen mag wandelt sich im Laufe der Geschichte aber bald zu einem sehr clever durchdachten Spiel mit dem Leser. Wir werden nicht direkt über die Hintergründe aufgeklärt, die zu Charlies momentaner Lage geführt haben, wir erfahren dies Schritt für Schritt in fortwährenden Rückblenden.

    Das gesamte Gullspång und seine Bewohner waren ein einziges Rätsel. Seltsam, verschlossen und oftmals einfach nur sonderbar. Alle schienen etwas zu wissen, aber Niemand wollte mit der Sprache rausrücken. Was ist denn nun an dem Abend wirklich geschehen?
    Ich hatte da einige Dinge im Kopf, war mir aber nicht sicher. Leider wurde ich auch von der Auflösung stellenweise etwas enttäuscht. Da wäre wirklich noch Luft nach Oben gewesen.

    Selbst die Schreibweise spiegelt diesen Stil der Autorin wieder. Die Handlung wird zwar unaufgeregt, jedoch klar und direkt erzählt. Detailreich, aber nicht zu ausschweifend oder langwierig. Dennoch kommen die Bilder toll beim Leser an und ich war immer wieder neugierig, wie es denn weitergeht.

    Mir gefiel es sehr gut, wie sich im Laufe der Zeit die Spannung immer weiter mit der Handlung verdichtet und alle Stränge an Stimmung hinzu gewonnen haben.

    Auch wenn mich „Löwenzahnkind“ noch nicht vollkommen von sich überzeugen konnte, bin ich doch schon gespannt wie es mit Charlie Lager und ihren Kollegen weitergeht. Ein Erstlingswerk, das auf Mehr hoffen
    lässt …