• „Der Totenkünstler“ | Chris Carter

    Titel im Original: „The Death Sculptor“
    Autor: Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Thriller
    4. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  443
    ISBN: 978-3-548-28539-9

    Die Angst geht um beim Los Angeles Police Department. Wer von ihnen wird das nächste Opfer sein?
    Ein brutaler Killer tötet Polizisten und formt aus ihren Körpern abscheuliche Figuren. Er versteht sich als Künstler. Und genau da setzen Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia mit ihren Ermittlungen an. Hunter weiß, wie Mörder denken. Und das könnte sein Todesurteil sein.

    Meine Meinung

    Nach einigen Wochen Pause kommt bei mir endlich wieder ein Chris Carter an die Reihe …

    Robert Hunter und Carlos Garcia werden zu einem schrecklichen Tatort gerufen: Ein ehemaliger, im Sterben liegender Staatsanwalt wurde auf brutale Art und Weise ermordet. Am Tatort befindet sich eine Skulptur, die aus einigen seiner Körperteile gefertigt wurde. Nicht nur das die Tat vollkommen absurd erscheint, da das Opfer wegen seines Lungenkrebses so und so nur noch wenige Wochen zu leben hatte, auch die Ausführung der Tat wurde vom Täter extrem durchdacht und war auf ein langes Leiden des Opfers ausgerichtet.

    Wieder mal brilliert Chris Carter mit seiner tollen Art zu schreiben. Wir werden ohne viel umschweifen direkt ins Geschehen geworfen und die Spannung ist zum Greifen nahe. Die Formulieren sind toll gewählt und auch die Sätze sind klar und bildhaft. Chris Carter arbeitet geschickt mit Cliffhangern, denen man sich einfach nicht entziehen kann und die den Spannungsbogen immer weiter steigern. Seine Hauptfiguren Robert Hunter und Carlos Garcia haben ja schon so Einiges gesehen, aber jedes Mal wird’s ein bisschen blutiger.
    Auch die Wendungen waren wieder großartig und bei mir hat das Verwirrspiel diesmal total zugeschlagen, denn ich musste meine Vermutungen, wer als Täter dahinter steckt mehr als einmal über den Haufen werfen.

    Die Ermittler tappen lange Zeit im Dunkeln und der Täter treibt weiter sein perfides Spiel. Es scheint, dass er immer brutaler wird! Bei den Beschreibungen, wie der Totenkünstler seinen Opfern die Köperteile abnimmt und auch wie die Tatort und das Auffinden der Skulpturen beschrieben wurde, sind meine eigenen Gesichtszüge vermutlich auch des Öfteren entglitten, aber das sind wir ja bei Chris Carter schon alle gewohnt.

    Da das Opfer ein Mann des öffentlichen Rechtsstaats war, bekommen Hunter und Garcia die beste Unterstützung zur Verfügung gestellt, die die Staatsanwaltschaft aufbieten kann. Ihr Name ist Alice und sie ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Recherche und Hackerei. Ich fand großartig, dass sie nach der anfänglichen Skepsis toll ins Team aufgenommen wurde. Es brechen keinerlei Machtspielchen zwischen den Protagonisten aus und auch die Messer werden nicht hinterher geworfen. Ganz im Gegenteil macht sich die gute Zusammenarbeit schnell bemerkbar und führt zu ersten Ergebnissen! Toll umgesetzt!

    Ich war wie immer begeistert und Chris Carter hat sich mal wieder selbst übertroffen …

  • „Der Knochenbrecher“ | Chris Carter

    Titel im Original: „The Night Stalker“
    Autor: Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Thriller
    3. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  415
    ISBN: 978-3-548-28421-7

    Er ist ein Mann ohne Gesicht. Er ist ein Killer. Und er wird dich kriegen!

    Eine nicht identifizierte Frauenleiche wird in die Rechtsmedizin des Los Angeles County gebracht. Die Todesursache: unklar! Der Körper scheint unverletzt – bis auf die Vagina, die zugenäht worden ist. Was den Pathologen noch mehr schockiert: Bevor die Frau zugenäht wurde, hat der Täter ein Objekt in ihr platziert!

    Meine Meinung

    Bisher war Chris Carter für mich ein Garant für guten Lesestoff, daher konnte ich auch im Januar nicht lange mit dem nächsten Buch der Reihe warten. Mich hat es einfach zu sehr in den Fingern gejuckt …

    Ein weiterer grausamer Mörder macht Los Angeles unsicher und ruft Detective Robert Hunter und seinen Kollegen Carlos Garcia auf den Plan. Die Opfer sind ausnahmslos hübsche brünette junge Frauen, die an unterschiedlichen, abgelegenen Orten gefunden werden. Sie sind äußerlich so gut wie unversehrt, nur deren Mund und die Vagina wurden zugenäht.
    Während sich Detective Hunter und sein Partner an die Fersen des Täters heften, werden die Abstände, in denen die Frauen aufgefunden werden immer kürzer. Der Täter verliert zunehmend die Kontrolle! Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

    Wer auf spektakuläre und bizarre Mordfälle steht und spannende Ermittlungen verfolgen möchte, ist auch in diesem Buch wieder an genau der richtigen Adresse. Chris Carter konnte seinen flüssigen und mitreißenden Schreibstil halten und diesen in meinen Augen sogar deutlich verbessern. Die Art und Weise, wie er seine Täter anlegt und sie sich im Verlauf der Geschichte steigern, finde ich einfach hervorragend! Auch wenn ich erst mein drittes Buch von ihm lese, sind mir schon jetzt einige seiner Eigenheiten ins Auge gefallen und ich musste öfters mit einem „Typisch Carter“ im Kopf schmunzeln.

    Wie schon in den anderen Büchern, werden wir recht schnell in die Geschichte geworfen, die spannend und flott voran geht. Die Szenen wurden sehr detailliert beschrieben und auch Robert Hunters Erklärungen und Schlussfolgerungen sind exakt und für jeden Leser verständlich.

    Leider ist „Der Knochenbrecher“ ein sehr verwirrender Titel, denn in diesem Buch passiert so unheimlich viel, aber Kochen brechen hier keine!

    Anders als in den beiden Vorgängerbänden fand ich unsere Ermittler bei diesem Fall etwas distanzierter, wenn nicht sogar ein bisschen flacher dargestellt. Natürlich sind die Beiden mit Feuereifer bei der Sache und versuchen mit allen Mitteln den Mörder zu fassen, aber sie bleiben doch sehr professionell. Der Autor spart diesmal sehr mit den privaten Szenen, daher stellt man auch nur wenig Weiterentwicklung bei den Charakteren fest. Sicher ist das kein Muss bei einem Thriller, aber gerade bei einer so langen Reihe hätte ich es schon sehr schön gefunden!

  • „München“ | Robert Harris

    Titel im Original: „Munich“
    Autor: Robert Harris
    Aus dem Englischen übersetzt von Wolfgang Müller
    Verlag: Heyne
    Genre: Thriller
    Seitenzahl:  426
    ISBN: 978-3-453-27143-2

    September 1938. Die Welt auf Kollisionskurs.
    Wie weit muss man gehen, wenn man den drohenden Krieg verhindern will?

    In München treffen sich Hitler, Chamberlain, Mussolini und Daladier zu einer kurzfristig einberufenen Konferenz. De Weltfrieden hängt am seidenen Faden. Im Gefolge des britischen Premierministers Chamberlain befindet sich Hugh Legat aus dem Außenministerium, der ihm als Privatsekretär zugeordnet ist. Auf der deutschen Seite gehört Paul von Hartmann aus dem Auswärtigen Amt in Berlin zum Kreis der Anwesenden. Insgeheim ist er Mitglied einer Widerstandszelle gegen Hitler!

    Meine Meinung

    Dass Robert Harris ein Meister seines Fachs ist, müsste bei den Lesern von Kriminalromanen und Thrillern ja bereits weitgehend bekannt sein. In „München“ verarbeitet er die vergeblichen Bemühungen, Adolf Hitler von dem drohenden Krieg abzuhalten.

    Die Handlung erstreckt sich über die vier ereignisreichen Tage der Münchner Konferenz im September 1923. Wir begleiten unsere beiden Protagonisten Hugh Legat auf der britischen und Paul von Hartmann auf der deutschen Seite, welche sich von ihrem gemeinsamen Studium in Oxford kennen. Legat arbeitet als einer der Privatsekretäre des englischen Premierministers Neville Chamberlain, der die schwierige und angespannte Lage mit seiner Appeasement-Politik retten möchte. Aber auch im deutschen Lager bekommt der Führer Gegenwind: Von Hartmann hat sich einer Gruppe Aufständiger angeschlossen, die scharf gegen die machthungrige und unmenschliche Führung der Nationalsozialisten vorgehen möchten.

    Robert Harris liefert seinen Lesern auch in diesem Buch wieder gut recherchierte und sehr klar ausformulierte Schilderungen der politischen Lage der damaligen Zeit. Ich würde dieses Buch nicht als Thriller, sondern eher als Kriminalroman bzw. als Politkrimi einstufen, ist das Buch doch sehr ruhig und sachlich gehalten. Wer aber Interesse an den Vorgängen des 2. Weltkrieges zeigt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

    Der Roman ist klug konstruiert, spannend erzählt und besticht durch seine klare und schöne Sprache. Die Recherchen sind glaubwürdig, detailreich und zeugen von der Kenntnis des Autors. Auch Atmosphärisch ist er sehr dicht. Die Spannung wurde vielschichtig aufgebaut und hielt mich trotz der sachlichen Ruhe sehr gut in der Geschichte!

    Robert Harris gelingt es wie keinem Anderen, historische Ereignisse und Personen zum Leben zu erwecken!

    Der spätere Premierminister Churchill zieht mit seinem Kommentar ein sehr klares Resümee aus der Münchner Konferenz: „Sie (Neville Chamberlain) hatten die Wahl zwischen Krieg oder Schande. Sie haben die Schande gewählt und werden den Krieg bekommen!“

  • „Ewige Schuld“ | Linda Castillo

    Titel im Original: „Down a Dark Road“
    Autor: Linda Castillo
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Helga Augustin
    Verlag: Fischer Verlag
    Genre: Thriller
    9. Fall von Kate Burkholder
    Seitenzahl:   365
    ISBN: 978-3-596-29802-0

    Seit zwei Jahren sitzt Joseph King wegen des Mordes an seiner Frau Naomi hinter Gittern. Er gilt als ein „gefallener“ Amischer, einer der ständig mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Jetzt ist er ausgebrochen und hat seine fünf Kinder als Geiseln genommen. Als Kate Burkholder die Kinder auf eigene Faust befreien will, wird sie von King überwältigt. Seine Forderung lautet: Du kannst gehen, aber finde den Mörder meiner Frau!

    Meine Meinung

    Joseph King – ein Nachbar und Jugendfreund von Kate Burkholder – sitzt wegen dem Mord an seiner Frau seit zwei Jahren im Gefängnis. Obwohl er die Tat von der ersten Minute an und auch noch die Jahre danach bestreitet, wird er Schuldig gesprochen. Die Gemeinde der Amischen verstößt ihn und auch sonst will ihm Niemand zuhören …
    Als sich die Möglichkeit ergibt, flieht Joseph kurzerhand aus dem Gefängnis. Er kehrt nach Painters Mill zurück um seine Kinder zu sehen und nimmt Kate, die bereits vor der Farm seiner Familie auf sein Auftauchen wartet, als Geisel. Mit ihrer Hilfe möchte er seine Unschuld beweisen!
    Alle – auch Kate – sind von seiner Schuld überzeugt, doch sie hält ihr Versprechen und forscht nach!

    Obwohl man schon recht früh in der Geschichte ahnt, wie der Hase am Ende läuft, waren die Zusammenhänge und die Ermittlungsarbeit toll und bis zur letzten Seite spannend beschrieben. Kate Burkholder sticht bei ihren Nachforschungen geradewegs in ein Nest aus Korruption, Vertuschung und Skrupellosigkeit, was allerdings nicht ungefährlich für sie ist. Ziemlich rasant jagt sie von einer Gefahr zur Nächsten und auch in diesem Buch bekamen wir wieder einige dieser fiesen Schockmomente, in denen einem beim Lesen die Luft stehen bleibt und man sich reflexartig an den Kopf fasst.

    Mir gefiel es auch, wieder etwas mehr aus Kats Vergangenheit bzw. ihrer Kindheit zu erfahren. Sie war schon damals ein kleiner Trotzkopf und wusste, wie sie mit ihren größeren Geschwistern mithalten konnte. Auch was ihre Freundschaft zu Joseph King anging!

    Natürlich mag ich John Tomasetti als Charakter sehr, aber ich hab es lieber, wenn er in den Büchern etwas zurückgenommen wird, was in „Ewige Schuld“ durchaus der Fall ist. Er hat natürlich seine Berechtigung in Kates Leben und bereichert die Geschichte durch seine liebevolle Art, er ist als Polizist aber doch ein sehr klischeebehafteter Charakter, der seine Lebensgefährtin mit aller Macht beschützen und behüten will.

    Kats Handlungen werden gefühlt von Band zu Band impulsiver und teilweise auch leichtsinniger, blieben für mich als Leser aber doch verständlich und nachvollziehbar. Linda Castillo hat eine tolle Art gerade dieses Stilmittel sehr gut an den Leser zu transportieren.
    Was den restlichen Schreibstil betrifft muss ich nicht mehr viel sagen, oder? Sie ist eine Meisterin ihres Fachs. Ich liebe ihre Art Spannung auf vollkommen unblutige Art und Weise aufzubauen und Szenen bildlich zu gestalten. Sie schreibt rasant und die Seiten fliegen nur so dahin!

  • „Der Vollstrecker“ | Chris Carter

    Titel im Original: „The Executioner“
    Autor: Chris Carter
    Aus dem Englsichen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Thriller
    2. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl: 488
    ISBN: 978-3-548-28110-0

    Los Angeles, kurz vor Weihnachten:  Ein katholischer Priester wird brutal ermordet. Vom Kopf des Toten fehlt jede Spur. Der Täter hat ihm stattdessen einen Hundekopf aufgesetzt. Als Hunter und Garcia an den Tatort, eine kleine Kirche, kommen, gibt ihnen nicht nur die Inszenierung der Leiche Rätsel auf. Kryptische Blutspuren befinden sich am Boden und auf der Brust des Toten steht, mit Blut geschrieben, die Zahl Drei. Beim Durchforsten der Tagebuchaufzeichnungen  des Toten stoßen sie auf ungeahnte Parallele.

    Meine Meinung

    „Der Vollstrecker“ … und w0er den ersten Band der Reihe um die Ermittler Robert Hunter und Carlos Garcia kennt, der weiß, dass Chris Carter für Spannung und Nervenkitzel garantiert.

    Ein brutaler und skrupelloser Killer macht Los Angeles unsicher! Hunter und Garcia werden zu früher Stunde an einem Tatort gerufen: Vater Fabian wird nach der Beichtstunde in seiner Kirche enthauptet. Und als ob das noch nicht brutal genug wäre, setzt ihm der Mörder einen Hundekopf auf. Alles deutet auf einem Ritualmord hin. Der Mörder ist schlau, gut durchdacht und auf jeden Fall ist er von der grausamen Sorte!
    Schon bald stoßen Robert Hunter und Carlos Garcia auf ein weiteres Opfer und es scheint eine Verbindung zwischen den beiden Toten zu geben …

    Nachdem Chief Bolten in seinen wohlverdienten Ruhestand geschickt wurde, ist mit Barbara Blake auch ein neuer Captain mit von der Partie. Eine starke Frau, die ihrem Job gewachsen ist. Sie wird gleich zu Dienstantritt mit dem grausamen Fall konfrontiert und greift bei den Mitarbeitern des Morddezernats streng durch, um ihre neue Linie durchzusetzen. Sie ist ihrem Team gegenüber durchaus ein loyaler Vorgesetzter und wirkt sehr sympathisch auf mich.

    Mir hat der zweite Fall von Chris Carter sehr gut gefallen! Anders als das schlichte Cover, strotzt der Inhalt in diesem Buch wieder mit einem rasanten Schreibstil, der genau die richtigen Bilder in die Köpfe der Leser transportiert. Der Spannungsaufbau ist ebenso gelungen und zieht sich konstant durch das Buch. Auch die Geschichte, die letztendlich hinter allem steckt ist schlüssig, aber nicht so offensichtlich das man zu früh ahnt, wer hinter den Morden steckt. Es passieren immer wieder Situationen die den Leser zum nachdenken bringen!

    Und Chris Carter? Er ist ein wirklich guter Schriftsteller!
    Er weiß ganz genau wie er seine Leser auf das nächste Kapitel neugierig machen kann. Diese schließen meistens mit einem offenen Ende, was mich automatisch zum weiterlesen animiert hat. „Was haben die Ermittler herausgefunden?“, „Gibt es einen neuen Tatort?“ und „Wie geht es in der spannenden Nebengeschichte weiter?“
    SCHRECKLICH!! Mir fiel es immer wieder schwer das Buch zur Seite zu legen …

  • „Böse Seelen“ | Linda Castillo

    Titel im Original: „Among the Wicked“
    Autor: Linda Castillo
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Helga Augustin
    Verlag: Fischer Verlag
    Genre: Thriller
    8. Fall von Kate Burkholder
    Seitenzahl:   350
    ISBN: 978-3-596-29801-3

    Wenn das Böse im Verborgenen lauert!

    Polizeichefin Kate Burkholder, die selbst als Amische aufgewachsen ist, wird in eine abgelegenen Amisch-Gemeinde im Bundesstaat New York gerufen, um dort undercover zu ermitteln. Immer wieder tauchen von dort Gerüchte auf, dass es in diesem Ort nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Drei Mitglieder der Amisch-Gemeinde sind verschwunden. Und jetzt ist die 15-jährige Rachel Esh tot. Man fand sie erfroren im Wald. Allein und auf sich selbst gestellt taucht Kate in eine Welt ein, die voller Grausamkeit und Verbrechen ist.

    Meine Meinung

    Immer wieder gleich und doch sooooo gut!

    Aufgrund ihrer Vergangenheit in der amischen Gemeinde wird Polizeichefin Kate Burkholder gebeten, undercover im Fall eines toten amischen Mädchens in New York State zu ermitteln. Die 15-jährige Rachel Esh ist in tiefster Nacht erfroren, hatte ein starkes Schmerzmittel im Körper und der Gerichtsmediziner konnte frische Spuren eine Abtreibung feststellen. Für Kate sind dies genug Indizien, dass in der Amischen Gemeinde etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Alleine auf sich gestellt und unter widrigsten Voraussetzungen will Kate hinter die Geheimnisse kommen.
    Mit Unterstützung des dortigen Sheriffs nimmt sie die Tarnung einer amischen Witwe an und schon bald kommen die ersten Ungereimtheiten auf …

    Nach mittlerweile 8 Fällen gelingt es Linda Castillo immer noch, mich mit dem Ausgang der Geschichte zu überraschen. Auch wenn ich ganz klar gestehen muss, dass „Böse Seelen“ einer der schwächeren Bände der Reihe ist. Zum Einen hat das für mich ganz klar mit der unbekannten Umgebung außerhalb von Painters Mill zu tun, aber auch das liebgewonnen Team in Kates Heimatstadt habe ich beim Lesen sehr vermisst.
    Das Buch ist in der Erzählweise ruhiger bzw. geradliniger, dadurch fehlen die spannenden Wendungen und die Geschichte bekommt leider ab und an ihre Längen.

    Dennoch: Die nahe Ich-Perspektive aus Kates Sicht, deren Undercovereinsatz ein noch neues und unentdecktes Element in dieser Thriller-Reihe ist, konnte mich sehr gut am Ball halten und ich bin zügig durch das Buch gekommen. Man ist hautnah dabei und erlebt mit, wie erstaunlich leicht es ihr fällt ,wieder in ihr „altes Leben“ als Amische hineinzuschlüpfen. Durch die räumliche Entfernung zu Painters Mill ist auch John Tomasetti nicht unmittelbar mit von der Partie und so steht hier der Fall etwas mehr im Vordergrund und nicht so sehr die Beziehung der beiden.

    Leider wird auch Kate in diesem Band sehr weinerlich und oft unzufrieden dargestellt. Fast wirkt sie ein bisschen wehmütig, was ihre Vergangenheit betrifft! Diese Stimmungsschwankungen waren selbst mir etwas zu viel!

    Der Schreibstil von Linda Castillo ist jedoch gewohnt lebendig und es gab auch viele witzige und emotionale Momente!

  • „Mr. Mercedes“ | Stephen King

    Titel im Original: „Mr. Mecedes“
    Autor: Stephen King
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Bernhard Kleinschmidt
    Verlag: Heyne Verlag
    Genre: Thriller
    Bill Hodges-Trilogie, Band 1
    Seitenzahl:  590
    ISBN: 978-3-453-26941-5

    In den frühen Morgenstunden haben sich auf dem Parkplatz vor der Stadthalle Hunderte verzweifelte Arbeitssuchende eingefunden. Jeder will der Erste sein, wenn die Jobbörse ihre Tore öffnet. Im Morgendunst blendet ein Autofahrer auf. Ohne Vorwarnung pflügt er mit einem gestohlenen Mercedes durch die wartende Menge, setzt zurück und nimmt erneut Anlauf. Es gibt viele Tote und Verletzte, der Mörder entkommt!

    Noch Monate später quält den inzwischen pensionierten Detective Bill Hodges, dass er den Fall des Mercedes-Killers nicht aufklären konnte. Auf einmal bekommt er Post von Jemanden, der sich selbst der Tat bezichtigt und ein noch diabolischeres Verbrechen ankündigt!

    Meine Meinung

    Shame on me!  Natürlich war mir die Trilogie bekannt, ich nahm sie aber nie zur Hand, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass Stephen King seine Leser auch mit einem Thriller überzeugen kann! Nun kam dieses Jahr „Der Outsider“ auf den Markt und ich wurde von meinen Buchhändlern gleich vorgewarnt, dass ich unbedingt die Reihe um Bill Hodges und den Mercedes-Killer vorher lesen soll, damit ich mir nicht selbst etwas vorwegnehme. Na dann tun wir das doch mal ….

    Der Klappentext beschreibt die Ausgangssituation schon sehr präzise. In den Morgenstunden fährt ein Unbekannter mit einem gestohlenen Mercedes in eine wartende Menschenmenge. Ohne Vorwarnung reißt er die Menschen in den Tot, setzt zurück und fährt erneut drauf zu.
    Ein Jahr später sitzt der pensionierte Detective Bill Hodges auf dem Sofa und weiß sich mit seiner vielen Zeit nichts anzufangen. Seinen letzten Fall – den des Mercedes-Killers – konnten er und sein Partner nie aufklären und das macht ihn auch Monate später noch schwer zu schaffen. Da erreicht ihn ein Brief, in dem sich eben gerade Dieser zu erkennen gibt und ein Spiel mit ihm spielen möchte!

    Obwohl man von Beginn an weiß, wer der Mercedes-Killer ist, wurde die Geschichte sehr spannend erzählt! Im Wesentlichen verfolgen wir die beiden Kontrahenten Bill Hodges und Brady Hartsfield bei ihrem Schlagabtausch. Bill, der nach seiner Pensionierung in einer Krise steckt und sein Leben am liebsten beenden möchte, bekommt dank der sarkastischen Briefe des Killers neuen Aufschwung und stürzt sich mit Feuereifer in die Ermittlungen. Das diese im stillen und geheimen von Statten gehen müssen, erklärt sich von selbst!

    Stephen King macht kein großes Geheimnis um die Identität des Mörders. Wir wissen wie er heißt, wo er arbeitet und im Großen und Ganzen sogar, was seine Probleme sind. Warum es trotzdem irrsinnig spannend bleibt, liegt an der Tatsache, dass es unser Protagonist Bill Hodges nicht weiß!
    King verstand es immer schon meisterlich einen am Innenleben von Psychopathen teilhaben zu lassen. Er zelebriert das „Katz und Maus“-Spiel, lässt den Leser selbst mitfiebern und nicht nur einmal an krassen Situationen verzweifeln.

    Brady Hartsfield war für mich ein hervorragender Bösewicht! Dank seiner Vorgeschichte, bleibt er für den Leser sehr menschlich, auch wenn man seinen Wahnsinn aus jeder Hauptporen dampfen sieht. Je mehr Aufmerksamkeit er von Bill bekommt (wenn auch nicht immer in der Form, die er gerne hätte), desto extremere Züge legt er an den Tag und einige Gedankengänge ließen mir regelrecht die Haare im Nacken aufstehen!

    Allgemein ist die Charakterzeichnung in diesem Buch wieder gewohnt meisterlich. Jede Person hat seine Eigenheiten, geht dem Leser nahe und hat einen guten Grund ein Teil dieser Geschichte zu sein!

    Ich war wirklich erstaunt, wie intensiv Stephen King dieses leider doch sehr aktuelle Thema umgesetzt hat!

  • „Grausame Nacht“ | Linda Castillo

    Titel im Original: „After the Storm“
    Autor: Linda Castillo
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Helga Augustin
    Verlag: Fischer Verlag
    Genre: Thriller
    7. Fall von Kate Burkholder
    Seitenzahl:   398
    ISBN: 978-3-596-03263-1

    Als ein Tornado über Painters Mill in Ohio hinwegfegt, legt er nicht nur die halbe Stadt in Schutt und Asche. Er bringt auch etwas zum Vorschein, das besser in der Erde geblieben wäre. Unter einer eingefallenen Scheune werden die Überreste eines menschlichen Skeletts gefunden.
    Wer ist der Tote? Und warum lag er jahrelang hier vergraben?

    Meine Meinung

    Mittlerweile bin ich beim 7. Band der Reihe um Kate Burkholder angekommen.
    Die Autorin blieb ihrem spannenden und flüssigen Schreibstil treu und ich musste das Buch binnen kürzester Zeit weginhalieren.

    Die 9-jährige Sally Ferman weiß zwar nicht, ob die Gerüchte über die alte verfallene Scheune ihrer Nachbarn stimmen, aber kennen tut sie sie alle. Für sie gibt es keinen unheimlicheren Ort als dieses Gebäude mit seinem steinernen Fundament und den dunklen Fenstern!
    Als ein Tornado über Ohio hinwegfegt, legt er nicht nur die halbe Stadt in Schutt und Asche, er bringt auch die Überreste eines menschlichen Skeletts zum Vorschein. Als Doc Coblenz die Leiche obduziert, wird klar, dass der Mann keines natürlichen Todes gestorben ist und Polizeichefin Kate Burkholder muss einen 30 Jahre alten Fall neu aufrollen. Sie stößt auf ein altes Familiengeheimnis und ein ungesühntes Verbrechen!

    Die Gemeinschaft der Amischen machen es dem Team der Polizei nicht leicht. Die Ermittlungen ziehen sich hin und werden immer wieder durch Anschläge auf Kates Leben in den Hintergrund gedrängt. Haben die Schüsse etwas mit dem aktuellen Fall zu tun? Oder hat es ein Außenstehender auf sie abgesehen?

    Linda Castillo eröffnet ihren Lesern in diesem Buch einen etwas detaillierteren Blickwinkel auf die Amische Lebensweise: Wir erfahren viel über das Gedankengut der konservativen Mennoniten, die jeglichen modernen Schnickschnack in ihrem Leben ablehnen, aber auch die Unterschiede zu den Amischen der neuen Ordnung, die sich mit Hilfe von Autos und motorisierte Fuhrwerke die tägliche Arbeit erleichtern, werden aufgegriffen. Die Autorin ist dabei nie wertend, sondern schildert sehr sachlich wie die Mitglieder der Gemeinde ihr Leben gestalten.

    In „Grausame Nacht“ spielt auch die Hintergrundgeschichte der Hauptprotagonisten eine zentrale Rolle, was mir sehr gut gefallen hat. In Kates Privatleben mit John Tomasetti läuft nicht alles rund, so dass sie auch hier an einer harten Front zu kämpfen hat!

    Wie immer ein spannend geschriebenes Buch und kein bisschen langweilig!

  • „Der Kruzifix Killer“ | Chris Carter

    Titel im Original: „The Crucifix Killer“
    Autor: Chris Carter
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Maja Rößner
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Thriller
    1. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  477
    ISBN: 978-3-548-28109-4

    Er kennt keine Gnade. Er tötet grausam. Und er ist teuflisch intelligent.

    Die Leiche einer wunderschönen Frau, bestialisch verstümmelt. Keinerlei Spuren. Bis auf ein in den Nacken geritztes Kreuz: Das Zeichen eines vor Jahren hingerichteten Serienmörders. Detective und Profiler Robert Hunter wird schnell klar, dass der Kruzifix-Killer lebt. Er mordet auf spektakuläre Weise weiter. Und ist Hunter immer einen Schritt voraus – denn er kennt ihn gut. Zu gut!

    Meine Meinung

    Ich habe zwar schon viel Gutes über Robert Hunter und Carlos Garcia gehört, aber mit „Der Kruzifix Killer“ starte ich noch ganz frisch und unbescholten in diese Reihe.

    Los Angeles: Eine grausam zugerichtete Leiche wird in einem einsamen Häuschen im Wald gefunden. Der Killer hinterließ keine DNA, keine Spur … nur ein Zeichen an der toten Frau: ein Doppelkreuz, das tief in ihren Nacken geritzt wurde. Das Zeichen des Kruzifix-Killers! Aber wie kann das sein? Dieser wurde bereits vor über einem Jahr gefasst und hingerichtet. Dem damaligen Ermittler Robert Hunter und seinem neuen Partner Garcia wird schnell bewusst, dass der eigentliche Mörder noch lebt, und ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Er treibt ein gnadenlose Spiel …

    Chris Carter überzeugt bei seinem Debüt mit zwei starken Ermittlern und einem mitreißenden und direkten Schreibstil, der mir persönlich sehr liegt. Die Figuren sind bildgewaltig dargestellt und sehr sympathisch. Die Geschichte ist gut durchdacht und es blieben am Ende keine Fragen offen! Natürlich ist das Handlungsmuster „Guter Bulle jagt bösen Mörder“ jedem bekannt, aber Chris Carter hat sich für seine Morde wirklich was einfallen lassen … und scheinbar auch das dafür benötigte Wissen gut erarbeitet.
    Detective Hunter und sein mittlerweile verstorbener Partner haben den Kruzifix Killer schon vor einem Jahr hinter Gittern gebracht. Eine vernichtende Zeit, in der Beide fast daran zugrunde gegangen und in die Depression abgerutscht wären. Der hochintelligente Robert Hunter wirkt auf den ersten Blick kernig und verschlossen, lässt uns aber sehr schnell hinter seine Fassade blicken: Im Grunde seines Herzens ist er doch ein Guter Kerl mit weichem Kern. Carlos Garcia hingegen ist ein junger „Grünschnabel“, den man sofort und ohne zu zögern mag. Mit vollem Eifer tritt er seinen ersten Posten als Detective bei der Mordkommission des LAPD an und bringt frischen Wind in das ungleiche Gespann.

    Die Geschichte ist definitiv nichts für Zartbesaitete, aber ich persönlich fand gerade die grausigen Details und wie diese vom Autor beschrieben wurden toll. Natürlich fragt man sich, wie viel kranke Fantasie ein Mensch haben kann, wenn er so detailliert schreibt, aber wir wollen ja auch nicht darüber streiten, wie es mit unserer Fantasie ausschaut, wenn wir genau Diese ja so toll finden! Ein wenig verrückt geht immer!
    Der Täter agiert bis zum Schluss im Hintergrund, daher ist man nie direkt bei der Tat zugegen und kann bis zum Schluss nach der Identität des Killers forschen!

    Ich bin absolut im Carter-Fieber und habe mir gleich den zweiten Teil geordert!