• „Jagd auf die Bestie“ | Chris Carter

    Titel im Original:  „Hunting Evil“
    Autor:  Chris Carter
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag:  Ullstein Verlag
    Genre:  Thriller
    10. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  413
    ISBN:  978-3-548-29191-8

    Robert Hunter weiß, wie Mörder denken. Der Profiler des LAPD jagt die grausamsten Killer. Der schlimmste von allen war Lucien Folter – hochintelligent und gewaltverliebt. Als Lucien aus der Sicherheitsverwahrung ausbricht, folgt Hunter seiner blutigen Spur. Und der Killer lockt den Widersacher mit einem perfiden Spiel in seine Nähe: Wer ist der Klügere? Wer wird gewinnen?

    Meine Meinung

    Nachdem „Blutrausch“ mit dem überraschenden Ausbruch Lucien Folters aus  dem Hochsicherheitsgefängnisses geendet hat, verfolgen wir in diesem Band nun das „Katz und Maus“-Spiel zwischen den beiden Kontrahenten. Denn Lucien hat Rache geschworen!
    Eigentlich können die Bände dieser Reihe auch unabhängig voneinander gelesen werden. Bei diesem Thriller empfiehlt es sich jedoch, wenigstens den 6. Fall zu kennen, da dieser darauf aufbaut …

    Da Lucien Folter und Robert Hunter absolut ebenbürtige Gegner sind, konnte ich das Erscheinen des 10. Falls um die beiden Ermittler Hunter und Garcia gar nicht mehr erwarten. Alles in Allem ist das Buch ein deutlicher Ausbruch aus Chris Carters sonstiger Schreibroutine, die nicht nur qualitativ hochwertig zu lesen ist, sondern in meinen Augen auch eine ganz neue Sichtweise auf unsere Hauptcharaktere bringt.

    Chris Carter ist bekannt für seine brutalen und grausamen Thriller, bei denen man sich immer wieder fragt, wie er auf solch abartige Tötungsarten kommt. Und auch in diesem Buch lässt er uns, was das betrifft, wirklich nicht im Regen stehen …

    „Jagd auf die Bestie“ liest sich thematisch ebenso rasant und mitreißend, wie bereits seine Vorgänger, die Geschichte an sich, wirkt aber bedeutend ruhiger. Was unter Anderem auch dem Seelenleben von Robert Hunters geschuldet ist: Wir begleiten die Geschichte abwechselnd aus der Sicht unserer Ermittler und der Luciens. Hunter nimmt sich den Ausbruch seines ehemaligen Freundes und die daraufhin folgenden Morde sehr zu Herzen, hatte er doch schon vor 3 Jahren die Möglichkeit, Lucien ein für alle Mal aus dem Gefecht zu ziehen. Er wird immer mehr von Schuldgefühlen zerfressen, er steht den Ereignissen total hilflos gegenüber und man kann seine Angst darauf, was wohl kommen mag wenn das Handy wieder läutet, deutlich spüren.
    Dennoch hat es Chris Carter auch in diesem Buch wieder geschafft, die Kapitel extrem spannend enden zu lassen und ich konnte die Geschichte nur schwer aus der Hand legen!

    Leider hatte ich mit Lucien dann doch so meine Schwierigkeiten. Wenn ich schon einem so komplexen Charakter wie ihm gegenüberstehe, möchte ich ganz genau in seinen Kopf schauen und seinen Wahnsinn hautnah erleben. Leider wirkte aber gerade seine Perspektive gefiltert, übertrieben blumig bzw. pathetisch und in einigen Fällen auch nicht ganz schlüssig. Lucien beschreibt sehr gerne und sehr ausschweifend. Er möchte auffallen! Sich brillieren! Leider waren die daraus resultierenden Dialoge dann aber doch etwas langatmig …

    Im Nachhinein betrachtet hatte ich auf jeden Fall sehr hohe Erwartungen und Vorstellungen an „Jagd auf die Bestie“, die bei einem ganzen Jahr Weitezeit, in denen man sich die besten Schauergeschichten zusammenreimen konnte, natürlich nicht erfüllt wurden. Wie bereits gesagt: Der Thriller fällt total aus der Routine und zeigte mir ein ganz neues Bild meines heißgeliebten Robert Hunters. Dennoch bin ich alles andere als Enttäuscht und freue mich schon auf nächstes Jahr!

  • „Blutrausch – Er muss töten!“ | Chris Carter

    Titel im Original:  „Gallery of the Death“
    Autor:  Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag:  Ullstein Verlag
    Genre:  Thriller
    9. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  445
    ISBN:  978-3-548-28953-3

    Das Schlafzimmer der jungen Frau ist auf drei Grad runtergekühlt. Doch der Geruch nach Blut ist überwältigend. Die Tote wurde brutal verstümmelt, in ihre Haut ist eine Botschaft geritzt:  „Schönheit umgibt sie“. Profiler Robert Hunter jagt einen Killer mit Künstlerseele, der seine Opfer wie Ausstellungsstücke darbietet. Und der jeden Schritt von Hunter zu kennen scheint.

    Meine Meinung

    Ein verzwickter Fall, ein interessantes Ermittlerteam und ein gerissener Psychopath, der den Ermittlern immer einen Schritt voraus ist …
    Während eines Vortrages wird Robert Hunter zu einem neuen Fall gerufen. Am Tatort wurde eine gehäutete weibliche Leiche mit abgetrennten Händen und Füßen aufgefunden, deren Rücken außerdem eine Botschaft in Latein ziert: „Schönheit umgibt sie“! Der ganze Raum ist in Blut getränkt. Robert Hunter und Carlos Garcia sind schockiert, bietet sich ihnen am Tatort doch ein Bild, das man nur schwer wieder aus dem Kopf bekommt. Allerdings bestätigt die Obduktion, dass die junge Frau erstickt wurde und die Verstümmelungen erst nach ihrem Tod erfolgten. Das macht die Tat zwar nicht besser, aber wenigstens musste das junge Model nicht leiden.
    Nur wenige Stunden später wird die Leiche eins afroamerikanischen Mannes gefunden, jedoch können Hunter und Garcia bis auf den lateinischen Text im Rücken der beiden Opfer keine weiteren Gemeinsamkeiten finden …
    Als wären die Ermittlungen nicht schon knifflig genug, taucht auch noch das FBI auf und erzählt von weiteren Morden. Seltsamerweise reißen die Agenten die Ermittlungen nicht komplett an sich, sondern bitten Hunter und seinen Partner um Hilfe. Für beide Seiten keine einfaches Unterfangen. Und die Uhr tickt!

    „Blutrausch“ wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, so beschreibt der Autor Szenen aus verschiedenen Sichten und lässt uns auch in die Gedankenwelt des Killers eindringen. Der Schreibstil ist leicht und lebendig, mit starken Wendungen und Aha-Momenten und hat mir auch in diesem Band wieder sehr gut gefallen.
    Toll fand ich auch, dass er häufig Roberts Gedankengänge offen lässt und erst einige Kapitel später erläutert. Das regt den Leser zum Nachdenken an und man rätselt unwillkürlich mit …

    Zu der schon bekannten Wortgewandtheit, wirft Chris Carter hier sehr viel Ironie in die Geschichte: Das Carlos Garcia mit seiner flapsigen und sarkastischen Art bei mir immer punkten kann, war ja irgendwie klar, aber in diesem Buch nimmt sein Verhalten neue Formen an. Hier wird das FBI mit seinen Handlungsweisen von der ersten Seite der Zusammenarbeit ins lächerliche gezogen. Agenten, die in der Ermittlungsarbeit durchgehend weit hinter dem LAPD stehen und oft noch nicht mal die klarsten Schlüsse ziehen können. Sie fallen sogar auf die einfachsten Verhörtricks rein. Dennoch strotzen die beiden Agenten vor Arroganz und Überheblichkeit. Wen wundert es da, dass Carlos immer einen passenden Spruch auf den Lippen hat?

    In manchen Situationen habe ich mich aber doch gefragt, wie Robert immer wieder zu seinen plötzlichen Geistesblitzen kommt. Auch wenn er immer eine gute und glaubwürdige Begründung für seine Ausführungen hat!

    Anders als in seinen bisherigen Büchern haben wir am Ende des Bandes eines ziemlich fiesen Cliffhanger auf sein neues Buch! Wann wird es endlich wieder Juli?? … ich kann`s kaum erwarten!

  • „Death Call – Er bringt den Tod“ | Chris Carter

    Titel im Original:  „The Caller“
    Autor:  Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag:  Ullstein Verlag
    Genre:  Thriller
    8. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  412
    ISBN:  978-3-548-28952-6

    Tanya Kaitlin bekommt einen Videoanruf von ihrer besten Freundin. Was sie sieht ist ein Alptraum: Ihre Freundin ist gefesselt und geknebelt. Um sie zu retten, muss Tanya zwei Fragen richtig beantworten. Doch sie scheitert und ihre Freundin wird vor ihren Augen brutal ermordet!
    Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia suchen einen Serienmörder, der seinen Opfer in den sozialen Medien auflauert. Er studiert ihre Fehler und nutzt sie für sein perfides Spiel. Und das hat gerade erst begonnen.

    Meine Meinung

    „Death Call“ reiht sich nahtlos in die Riege der rasanten und rundum gelungenen Thriller von Chris Carter ein. In diesem Buch geht es um einen perfiden, aber überaus cleveren Serienmörder, der seine Opfer in den sozialen Medien ausfindig macht und ein unglaubliches Spiel mit ihnen treibt. Per Videochat lässt er ihre engsten Angehörigen und Freunde live an seiner grausamen Tat teilhaben: Schaffen sie es, zwei Fragen zu beantworten, lässt er seine Opfer frei. Liegen sie mit ihren Antworten falsch, müssen sie die Tötung mitansehen. Dieses teuflische Spiel zu gewinnen ist unmöglich!
    Die Leichen sind erschreckend zugerichtet, daher ziehen die Behörden schnell die Detectives des Morddezernats zu den Ermittlungen hinzu. Robert Hunter und Carlos Gracia stürzen sich auf den Fall! Die Jagd nach dem Mörder beginnt…

    Die Spannung wird direkt zu Beginn des Buches aufgebaut und hält sich konstant bis zum Schluss. Der Schreibstil ist fesselnd und leicht, dennoch bekommen wir auch hier wieder eine auffallend gute Wortgewandtheit, die mir mehr als einmal ein Schmunzeln heraus gekitzelt hat. Zudem war der Verlauf der Geschichte für mich keineswegs vorhersehbar und auch mit diesem Ausgang bzw. der Identität des Täters hätte ich nicht gerechnet.

    Wie immer wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt und die einzelnen Kapitel sind recht kurz gehalten. Ganz Besonders gut gefallen hat mir die Verstrickung zwischen dem Serienmörder und einer außenstehenden Person, die zwar als Angehöriger in die Geschichte hineingezogen wurde, recht schnell aber eine ganz andere – aggressivere – Rolle in dem Buch einnimmt.

    Chris Carter nimmt sich hier eines sehr aktuellen Themas an, dass schonungslos die Schattenseiten der sozialen Medien aufgezeigt. Welche Informationen darf ich als Privatmensch im Internet preisgeben? Und wie schnell können diese gegen mich verwendet werden? Wie gefährlich können ganz locker ausgesprochene Aussagen über andere Personen von Dritte verwendet werden?
    Soziale Medien wie Facebook, Instagram und Co. sind auch für mich nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken, dennoch sollten sie mit Hirn und  einer guten Portion Voraussicht verwendet werden. Auch wenn es im Internet oft so suggeriert, wir sind nicht mehr unangreifbar im World Wide Web!

    Insgesamt wieder ein sehr gut geschriebener Thriller ohne unnötige Längen, mit überraschenden Wendungen und einer abwechslungsreichen Handlung!

  • „I am Death. Der Totmacher.“ | Chris Carter

    Titel im Original: „I am Death“
    Autor: Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Thriller
    7. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  381
    ISBN: 978-3-548-28173-3

    Denn ich bin der Tod …
    Vor dem Los Angeles International Airport wird eine brutal zugerichtete Leiche gefunden. In ihrem Hals steckt ein Zettel mit einer Botschaft:  Ich bin der Tod. Profiler Robert Hunter ist der Einzige, der den Täter finden kann. Bald hat er einen Verdacht. Doch da taucht eine weitere Leiche auf. Ein grausames Spiel beginnt …

    Meine Meinung

    Eine bestialisch misshandelte Frauenleiche wird in der Nähe des Los Angeles International Airport aufgefunden. In ihr hat der Mörder eine Botschaft hinterlassen: „Ich bin der Tod“!
    Kaum ist Robert Hunter von seinem „Urlaub“ zurück, erwartet ihn und seinen Partner Carlos Garcia bereits ein neuer grausamer Fall. Sie müssen einen an Brutalität kaum zu übertreffenden Mörder fassen. Dieser scheint keine Spuren zu hinterlassen, während er immer wieder den Kontakt zu den Ermittlungsbehörden sucht. Der Totmacher wütet in Los Angeles und stellt die Ermittler vor ein großes Rätsel.

    Der Schreibstil ist wie immer flüssig und leicht, jedoch haben mich die Spannungsbögen in diesem Band etwas im Stich gelassen. Die kurzen Kapitel laden zum Weiterlesen ein und es folgt ein Cliffhanger nach dem Anderen. Auch die brutalen Szenen fand ich wie gewohnt markerschütternd, die Geschichte wird aber deutlich ruhiger und sachlicher erzählt. Meiner Wahrnehmung nach, gehen wir dafür aber etwas tiefer in die Details der Ermittlungsarbeit.
    Man fragt sich ständig „wer ist „der Tod“?“ und wie kommt er auf seine perfiden Ideen. Zeitgleich bangt man mit den Opfern und hofft doch, dass die Frauen der Entführung und den Qualen noch entkommen können …

    Anders als erwartet und auch von den bisherigen Bänden gewohnt, kam das Ende für mich sehr plötzlich und eher lauwarm. Normalerweise werden gerade die Schlussszenen von Chris Carter besonders zelebriert. In „I am Death“ kamen sie Schlag auf Schlag und der große Showdown bleibt eher unaufgeregt. Dennoch ist das Ende logisch nachvollziehbar und wie immer total unerwartet. Der Hintergrund der Taten ist dramatisch und ging mir sehr ans Herz!

    Robert Hunter und Carlos Garcia sind wie immer professionell bei der Arbeit. Ihr Verhältnis ist merkbar innig, jedoch werden weder Schnulz noch übertriebenes Freundschaftsgeplänkel an den Leser weitertransportiert. Sie sind einfach zwei tolle und sympathische Ermittler, die „nur“ ihren Job machen.

  • „Die stille Bestie“ | Chris Carter

    Titel im Original:  „An Evil Mind“
    Autor:  Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag:  Ullstein Verlag
    Genre:  Thriller
    6. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  443
    ISBN:  978-3-548-38712-6

    Profiler Robert Hunter vertraute immer nur wenigen Menschen. Eigentlich nur einem: Lucien Folter, seinem Freund aus Studientagen. Bis dieser plötzlich verschwand. Jahre später kommt ein Anruf:  Die Körperteile unzähliger Mordopfer sind aufgetaucht, grausige Trophäen. Angeklagt ist Lucien Folter. Und er will nur mit einem reden:  Robert Hunter!

    Meine Meinung

    Sommer, Sonne, Strand und Meer! Nach seinem letzten nervenaufreibenden Fall sehnt sich Detective Robert Hunter einfach nur noch nach einer Pause! Der Flug nach Hawaii ist bereits gebucht, als ihn ein Anruf seiner Chefin erreicht: Bei einem Autounfall, auf dem Parkplatz eines Dinners, werden im Kofferraum zwei Frauenköpfe gefunden. Nach seiner Verhaftung will der vermeintliche Täter ausschließlich mit Robert Hunter sprechen …
    Überrascht muss dieser feststellen, dass es sich um niemand geringeren als seinen alten Studienfreund Lucien Folter handelt. Er bittet ihn darum, seine Unschuld zu beweisen …
    Zusammen mit dem FBI soll Robert Hunter in Luciens Haus nach Beweisen suchen, doch was sie dort finden, lässt ihm den Atem stocken!

    „Die stille Bestie“ von Chris Carter ist anders, denn der Fall gehört sicher zu Roberts persönlichsten!
    Da es sein Partner Carlos Garcia noch rechtzeitig in den wohlverdienten Urlaub geschafft hat, muss der Detective diesmal alleine ermitteln. Anders als bisher steht der Täter von Anfang an fest und Hunter versucht herauszufinden, was aus seinem alten Freund in den vergangenen Jahren geworden ist.
    Auch in diesem Buch wird uns die Geschichte, wieder von einem auktorialen Erzähler geschildert. Man erfährt dabei nicht nur, wie Detective Hunter seine Ermittlungen angeht, sondern bekommt zudem noch einen guten Einblick in die Denkweise des Täters. Dieser rückt nur mit Informationen raus, wenn er im Gegenzug Fragen stellen darf. Und die betreffen vor allem die Vergangenheit seines Freundes. Aus den vorherigen Fällen wissen wir ja bereits, dass Robert Hunter nicht zu Emotionen oder Ausbrüchen neigt, sondern fast unterkühlt und rational wirkt. In diesem Thriller ist es ganz ähnlich und doch so anders!

    Ich muss gestehen, ich habe mich von Anfang an ziemlich an der Nase herumführen lassen. Chris Carter schickt den Leser mal wieder auf einige falsche Fährten, die sich dann überraschenderweise doch wieder als Sackgassen entpuppen. Die Geschichte erinnert ein bisschen an „Das Schweigen der Lämmer“. Allerdings fand ich die Beschreibungen der Gräueltaten in diesem Band wesentlich angenehmer und erträglicher, das Buch fordert dafür mehr Kopfarbeit. Robert Hunter muss mit sein ganzes Können als Profiler und Psychologe aufwarten, um Lucien Folter auf die Schliche zu kommen. Und dieser versucht mit aller Macht seinen alten Freund aufs Glatteis zu führen. Auch er ist ein hochintelligenter Kopf und hat mit der Planung seiner Morde augenscheinlich schon sehr früh begonnen …

    Und so kam es, dass ich das erste Mal bei einem knallharten und zum Ende hin richtig blutigen Thriller geheult habe wie ein Schlosshund …

  • „Der Totschläger“ | Chris Carter

    Titel im Original:  „One by One“
    Autor:  Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag:  Ullstein Verlag
    Genre:  Thriller
    5. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  462
    ISBN:  978-3-548-28576-4

    Er sagt, du hast keine Wahl! Er sagt, du kannst nur zusehen! Es liegt nicht in deiner Macht, die Morde zu verhindern …
    Detective Robert Hunter erhält einen Anruf. Spiel mit mir, sagt die anonyme Stimme. Doch Mord ist für Hunter kein Spaß – Zug um Zug wird er zum echten Spielverderber!

    Meine Meinung

    Herzlich Willkommen in einem intelligenten und tiefgründigen Thriller über die Reize des Morbiden und die Anonymität im Internet!

    Im 5. Fall des Morddezernat 1 bekommen Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia anonyme Anrufe. Die Stimme dahinter fordert sie auf, eine eigens für sie eingerichtete Homepage aufzurufen. Nachdem Hunter vor die Wahl gestellt wurde, ob verbrennen oder ertrinken, müssen sie mitansehen, wie der Mann vor der Kamera grausam zu Tode gefoltert wird. Von diesem Zeitpunkt an, sind unsere beiden Ermittler die Hauptakteure in einem bestialisch-perfiden Spiel …
    Der Mörder ist perfekt vorbereitet und macht es dem Morddezernat alles andere als leicht. Seine Spuren sind perfekt getarnt und es gibt keinerlei Hinweise auf die Opfer oder auf seine Motive. Und der Täter wartet nicht lange:  Er hat schon sein nächstes Opfer auserkoren und wartet nur noch darauf, wieder online zu gehen …

    Wir alle kennen Autoren, die nach einigen guten Büchern zu schwächeln anfangen. Chris Carter gehört nicht dazu! Wie auch schon die Vorgängerbände ist dieser Thriller extrem spannend und flüssig zu lesen. Die Wechsel zwischen den Szenen sind an genau den richtigen Stellen und haben dennoch oft einen fiesen Cliffhanger.
    Die Szenen sind klar und stark erzählt, wenn auch der brutalitätsgrad für mich in diesem Buch nochmal um einen guten Deut in die Höhe gegangen ist. In diesem Sinne war der „Totschläger“ echt High-Level und ich bekam mehr als einmal Herzklopfen beim Lesen! Wahnsinn! Die Gänsehaut ist hier absolut vorprogrammiert!
    Zudem wird der Mörder in diesem Buch sehr persönlich, was für mich auch ein Faktor war, immer weiterlesen zu wollen …

    Chris Carter verarbeitet in diesem Buch ganz klar die leichtfertige Grausamkeit unbedarfter Menschen. Geschwollen ausgedrückt, sorry! Es gibt nur wenig, was schlimmer sein könnte als ein skrupelloser Mörder. Abertausende Internetnutzer ohne Gewissen, die aus morbiden Spaß an der Wahl über Leben und Tod eines Menschen entscheiden gehören aber definitiv dazu.

    Wie bereits angesprochen, bekommt dieser Fall bald eine sehr persönliche Note, die überwiegend Carlos Garcia und seine Frau betrifft. Der Schluss ließ mich daher etwas atemlos und ängstlich zurück. Ich bin wirklich gespannt, wie Chris Carter nun weitermacht …

  • „Der Totenkünstler“ | Chris Carter

    Titel im Original: „The Death Sculptor“
    Autor: Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Thriller
    4. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  443
    ISBN: 978-3-548-28539-9

    Die Angst geht um beim Los Angeles Police Department. Wer von ihnen wird das nächste Opfer sein?
    Ein brutaler Killer tötet Polizisten und formt aus ihren Körpern abscheuliche Figuren. Er versteht sich als Künstler. Und genau da setzen Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia mit ihren Ermittlungen an. Hunter weiß, wie Mörder denken. Und das könnte sein Todesurteil sein.

    Meine Meinung

    Nach einigen Wochen Pause kommt bei mir endlich wieder ein Chris Carter an die Reihe …

    Robert Hunter und Carlos Garcia werden zu einem schrecklichen Tatort gerufen: Ein ehemaliger, im Sterben liegender Staatsanwalt wurde auf brutale Art und Weise ermordet. Am Tatort befindet sich eine Skulptur, die aus einigen seiner Körperteile gefertigt wurde. Nicht nur das die Tat vollkommen absurd erscheint, da das Opfer wegen seines Lungenkrebses so und so nur noch wenige Wochen zu leben hatte, auch die Ausführung der Tat wurde vom Täter extrem durchdacht und war auf ein langes Leiden des Opfers ausgerichtet.

    Wieder mal brilliert Chris Carter mit seiner tollen Art zu schreiben. Wir werden ohne viel umschweifen direkt ins Geschehen geworfen und die Spannung ist zum Greifen nahe. Die Formulieren sind toll gewählt und auch die Sätze sind klar und bildhaft. Chris Carter arbeitet geschickt mit Cliffhangern, denen man sich einfach nicht entziehen kann und die den Spannungsbogen immer weiter steigern. Seine Hauptfiguren Robert Hunter und Carlos Garcia haben ja schon so Einiges gesehen, aber jedes Mal wird’s ein bisschen blutiger.
    Auch die Wendungen waren wieder großartig und bei mir hat das Verwirrspiel diesmal total zugeschlagen, denn ich musste meine Vermutungen, wer als Täter dahinter steckt mehr als einmal über den Haufen werfen.

    Die Ermittler tappen lange Zeit im Dunkeln und der Täter treibt weiter sein perfides Spiel. Es scheint, dass er immer brutaler wird! Bei den Beschreibungen, wie der Totenkünstler seinen Opfern die Köperteile abnimmt und auch wie die Tatort und das Auffinden der Skulpturen beschrieben wurde, sind meine eigenen Gesichtszüge vermutlich auch des Öfteren entglitten, aber das sind wir ja bei Chris Carter schon alle gewohnt.

    Da das Opfer ein Mann des öffentlichen Rechtsstaats war, bekommen Hunter und Garcia die beste Unterstützung zur Verfügung gestellt, die die Staatsanwaltschaft aufbieten kann. Ihr Name ist Alice und sie ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Recherche und Hackerei. Ich fand großartig, dass sie nach der anfänglichen Skepsis toll ins Team aufgenommen wurde. Es brechen keinerlei Machtspielchen zwischen den Protagonisten aus und auch die Messer werden nicht hinterher geworfen. Ganz im Gegenteil macht sich die gute Zusammenarbeit schnell bemerkbar und führt zu ersten Ergebnissen! Toll umgesetzt!

    Ich war wie immer begeistert und Chris Carter hat sich mal wieder selbst übertroffen …

  • „Der Knochenbrecher“ | Chris Carter

    Titel im Original: „The Night Stalker“
    Autor: Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Thriller
    3. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  415
    ISBN: 978-3-548-28421-7

    Er ist ein Mann ohne Gesicht. Er ist ein Killer. Und er wird dich kriegen!

    Eine nicht identifizierte Frauenleiche wird in die Rechtsmedizin des Los Angeles County gebracht. Die Todesursache: unklar! Der Körper scheint unverletzt – bis auf die Vagina, die zugenäht worden ist. Was den Pathologen noch mehr schockiert: Bevor die Frau zugenäht wurde, hat der Täter ein Objekt in ihr platziert!

    Meine Meinung

    Bisher war Chris Carter für mich ein Garant für guten Lesestoff, daher konnte ich auch im Januar nicht lange mit dem nächsten Buch der Reihe warten. Mich hat es einfach zu sehr in den Fingern gejuckt …

    Ein weiterer grausamer Mörder macht Los Angeles unsicher und ruft Detective Robert Hunter und seinen Kollegen Carlos Garcia auf den Plan. Die Opfer sind ausnahmslos hübsche brünette junge Frauen, die an unterschiedlichen, abgelegenen Orten gefunden werden. Sie sind äußerlich so gut wie unversehrt, nur deren Mund und die Vagina wurden zugenäht.
    Während sich Detective Hunter und sein Partner an die Fersen des Täters heften, werden die Abstände, in denen die Frauen aufgefunden werden immer kürzer. Der Täter verliert zunehmend die Kontrolle! Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

    Wer auf spektakuläre und bizarre Mordfälle steht und spannende Ermittlungen verfolgen möchte, ist auch in diesem Buch wieder an genau der richtigen Adresse. Chris Carter konnte seinen flüssigen und mitreißenden Schreibstil halten und diesen in meinen Augen sogar deutlich verbessern. Die Art und Weise, wie er seine Täter anlegt und sie sich im Verlauf der Geschichte steigern, finde ich einfach hervorragend! Auch wenn ich erst mein drittes Buch von ihm lese, sind mir schon jetzt einige seiner Eigenheiten ins Auge gefallen und ich musste öfters mit einem „Typisch Carter“ im Kopf schmunzeln.

    Wie schon in den anderen Büchern, werden wir recht schnell in die Geschichte geworfen, die spannend und flott voran geht. Die Szenen wurden sehr detailliert beschrieben und auch Robert Hunters Erklärungen und Schlussfolgerungen sind exakt und für jeden Leser verständlich.

    Leider ist „Der Knochenbrecher“ ein sehr verwirrender Titel, denn in diesem Buch passiert so unheimlich viel, aber Kochen brechen hier keine!

    Anders als in den beiden Vorgängerbänden fand ich unsere Ermittler bei diesem Fall etwas distanzierter, wenn nicht sogar ein bisschen flacher dargestellt. Natürlich sind die Beiden mit Feuereifer bei der Sache und versuchen mit allen Mitteln den Mörder zu fassen, aber sie bleiben doch sehr professionell. Der Autor spart diesmal sehr mit den privaten Szenen, daher stellt man auch nur wenig Weiterentwicklung bei den Charakteren fest. Sicher ist das kein Muss bei einem Thriller, aber gerade bei einer so langen Reihe hätte ich es schon sehr schön gefunden!

  • „Der Vollstrecker“ | Chris Carter

    Titel im Original: „The Executioner“
    Autor: Chris Carter
    Aus dem Englsichen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Thriller
    2. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl: 488
    ISBN: 978-3-548-28110-0

    Los Angeles, kurz vor Weihnachten:  Ein katholischer Priester wird brutal ermordet. Vom Kopf des Toten fehlt jede Spur. Der Täter hat ihm stattdessen einen Hundekopf aufgesetzt. Als Hunter und Garcia an den Tatort, eine kleine Kirche, kommen, gibt ihnen nicht nur die Inszenierung der Leiche Rätsel auf. Kryptische Blutspuren befinden sich am Boden und auf der Brust des Toten steht, mit Blut geschrieben, die Zahl Drei. Beim Durchforsten der Tagebuchaufzeichnungen  des Toten stoßen sie auf ungeahnte Parallele.

    Meine Meinung

    „Der Vollstrecker“ … und w0er den ersten Band der Reihe um die Ermittler Robert Hunter und Carlos Garcia kennt, der weiß, dass Chris Carter für Spannung und Nervenkitzel garantiert.

    Ein brutaler und skrupelloser Killer macht Los Angeles unsicher! Hunter und Garcia werden zu früher Stunde an einem Tatort gerufen: Vater Fabian wird nach der Beichtstunde in seiner Kirche enthauptet. Und als ob das noch nicht brutal genug wäre, setzt ihm der Mörder einen Hundekopf auf. Alles deutet auf einem Ritualmord hin. Der Mörder ist schlau, gut durchdacht und auf jeden Fall ist er von der grausamen Sorte!
    Schon bald stoßen Robert Hunter und Carlos Garcia auf ein weiteres Opfer und es scheint eine Verbindung zwischen den beiden Toten zu geben …

    Nachdem Chief Bolten in seinen wohlverdienten Ruhestand geschickt wurde, ist mit Barbara Blake auch ein neuer Captain mit von der Partie. Eine starke Frau, die ihrem Job gewachsen ist. Sie wird gleich zu Dienstantritt mit dem grausamen Fall konfrontiert und greift bei den Mitarbeitern des Morddezernats streng durch, um ihre neue Linie durchzusetzen. Sie ist ihrem Team gegenüber durchaus ein loyaler Vorgesetzter und wirkt sehr sympathisch auf mich.

    Mir hat der zweite Fall von Chris Carter sehr gut gefallen! Anders als das schlichte Cover, strotzt der Inhalt in diesem Buch wieder mit einem rasanten Schreibstil, der genau die richtigen Bilder in die Köpfe der Leser transportiert. Der Spannungsaufbau ist ebenso gelungen und zieht sich konstant durch das Buch. Auch die Geschichte, die letztendlich hinter allem steckt ist schlüssig, aber nicht so offensichtlich das man zu früh ahnt, wer hinter den Morden steckt. Es passieren immer wieder Situationen die den Leser zum nachdenken bringen!

    Und Chris Carter? Er ist ein wirklich guter Schriftsteller!
    Er weiß ganz genau wie er seine Leser auf das nächste Kapitel neugierig machen kann. Diese schließen meistens mit einem offenen Ende, was mich automatisch zum weiterlesen animiert hat. „Was haben die Ermittler herausgefunden?“, „Gibt es einen neuen Tatort?“ und „Wie geht es in der spannenden Nebengeschichte weiter?“
    SCHRECKLICH!! Mir fiel es immer wieder schwer das Buch zur Seite zu legen …