• „Bluthölle“ | Chris Carter

    Titel im Original:  „Written in Blood“
    Autor:  Chris Carter
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag:  Ullstein Verlag
    Genre:  Thriller
    11. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  412
    ISBN:  978-3-548-29192-5

    Robert Hunter, Profiler beim LAPD, wird ein entsetzliches Buch zugespielt, mit Skizzen und Fotos von Folter-Morden, so grausam wie spektakulär. Noch bevor Hunter das erste Opfer identifizieren kann, meldet sich der Killer bei ihm. Er will seine Aufzeichnungen zurück. Und er droht: Wer sein Buch gesehen hat, muss sterben. Auch Robert Hunter …

    Meine Meinung

    Robert und Carlos sind zurück! Und ein Jahr kann verdammt lang sein …

    Wer nach den letzten Bänden um Lucien Folder schon meinte, dass bei den Ermittlungen und der Spannung nicht mehr viel zu holen sei, wird sich bei „Bluthölle“ wirklich wundern. Chris Carter hat einen neuen bösartigen und psychopatischen Gegenspieler erschaffen, bei dem man immer wieder überrascht ist, wie tief ein menschlicher Abgrund überhaupt sein kann.

    Als Angela Wood wie so oft durch die Straßen von Los Angeles streift, ahnt sie noch nicht, wie dieser Tag für sie enden wird. Wie es ihre eigensinnige Tätigkeit als Taschendiebin verlangt, sucht sie auch heute nach einem möglichen Opfer. Normalerweise zielt sie dabei nur auf Bargeld ab, doch als sie die Bar betritt und ihr schon nach kurzer Zeit der rüpelhafte Gast ins Auge fällt, der wohl von guter Kinderstube noch nie etwas gehört hat, erbeutet sie etwas viel Wertvolleres: Ein Tagebuch. Eine wahre Enzyklopädie des Grauens!

    Beim Durchblättern fallen Angela Skizzen und Fotos von 16 Foltermorden auf. 16 Polaroids, 16 Opfer, 16 DNA-Analysen! Aus lauter Panik schickt sie das Buch an die Gerichtsmedizinerin des LAPD, die natürlich sofort zu Robert Hunter und Carlos Garcia weitergeleitet wird. Schnell wird für die Ermittler klar, dass der sadistische Täter ein Experte sein muss …
    Und er will sein Buch um jeden Preis zurück!

    Dieser Fall konnte mich wieder unglaublich mitreißen und begeistern. Natürlich bekommt man auch in „Bluthölle“ die gewohnt blutigen Szenen, die für zartbesaitete Leser sicherlich nicht leicht zu verdauen sind, aber auch die düstere Atmosphäre ist Chris Carter wieder wunderbar gelungen und zieht sich konstant durch die Geschichte.
    Zwar erfindet er seinen Protagonisten und die Reihe rundherum nicht neu, aber bleibt seinem Schema und auch dem Brutalen und Reißerischen treu. Sein Schreibstil und der Erzählton sind auch diesmal wieder rasant und aufwühlend, aber auch detailliert und ungeschönt.

    Ich fand auch die Nebencharaktere sehr gut gelungen. Neben Robert Hunter und Carlos Garcia nimmt auch Angela Wood einen großen Teil der Rahmenhandlung ein und beeinflusst die Geschichte maßgeblich. Für manche Leser mag ihr Charakter vielleicht ein wenig nervig anmuten, in meinen Augen ergibt ihre Figur aber ein schönes Gegengewicht zu den beiden gradlinigen Ermittlern. Alles in Allem ein Charakter, der die Geschichte auffrischt. Ich wurde Zeugin eines rasanten Katz-und-Maus-Spiels!

  • „H wie Habicht“ | Helen Mcdonald

    Titel im Original:  „H for Hawk“
    Autor:  Helen Macdonald
    Aus dem Englischen übersetzt von Ulrike Kretschmer
    Verlag:  Ullstein Verlag
    Genre:  Roman | Autobiographie
    Seitenzahl:  388
    ISBN:  978-3-7934-2298-3

    Schon als Kind beschloss Helen Macdonald, Falknerin zu werden. Ihr Vater unterstützte sie in dieser ungewöhnlichen Leidenschaft, er lehrte sie Geduld und Selbstvertrauen und blieb eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben. Als er stirbt, setzt sich ein Gedanke in Helens Kopf fest: Sie muss ihren eigenen Habicht abrichten.
    Sie ersteht einen der beeindruckenden Vögel, ein Habichtweibchen, das sie auf den Namen Mabel tauft, und begibt sich auf die abenteuerliche Reise, das wilde Tier zu zähmen.

    Meine Meinung

    „H wie Habicht“ ist eine wunderbare Geschichte mit autobiographischem Hintergrund, die seinen Leser in die Welt der Falknerei entführt!
    Um den plötzlichen Tod ihres geliebten Vaters zu verarbeiten, nimmt die Autorin Helen Mcdonald einen jungen Habicht bei sich auf. Durch ihren Vater lernte sie die Greifvögel zu verstehen und zu lieben und sein plötzlicher Tod zieht Helen nun rasend schnell den Boden unter den Füßen weg. Sie droht den Halt zu verlieren!
    Sie tauft das junge Habicht-Weibchen auf den Namen „Mabel“. Wir begleiten ihre Aufzucht und das nervenaufreibende Training, das der Autorin in dieser schwierigen Zeit eine große Stütze bietet. Für Helen ist „Mabel“ genau der richtige Weg aus ihrer Trauer: Je zahmer der Habicht wird, desto mehr nimmt Helen wieder an der realen Welt teil. Sie gibt ihr einen Lebenssinn, ist aber dennoch kein Heilversprechen. Sie ist auch kein Beziehungsersatz, sondern eher eine Überlebensstrategie!

    Helen Mcdonald bedient sich in diesem Roman einer sehr schwankenden Sprache. Sie wechselt immer wieder zwischen einer sachlichen und klaren Ausdrucksweise um den Leser ihre Leidenschaft und ihr Wissen zu vermitteln, verliert sich dann aber auch immer wieder in verträumte und bildlich ausgeschmückte Erzählungen. Ein Erzählstil der mir sehr gut gefallen hat.

    Eine Beziehung zu einem so ursprünglichen Tier wie einem Habicht aufzubauen, ist ein zeitloses Unterfangen. Die Arbeit mit Mabel wird so detailliert und genau beschrieben, das man als Leser meinen könnte, der Habicht sitzt bei einem im Zimmer. Wir begleiten Helen bei ihrem Training und fiebern mit, wenn sie Mabel das erste Mal frei fliegen lässt. Viele Szenen sind gewollt roh beschrieben und für den unerfahrenen Leser sicher befremdlich, für mich wirkten sie aber gleichzeitig erstaunlich nah!
    Ganz besonders gut beschrieben, fand ich die Szenen, in denen Helen Mcdonald die majestätische Schönheit ihres Habichts einfängt. Man spürt beim Lesen, wie das Tier ein Opfer fixiert. Wenn „Mabel“ alle Nerven angespannt, bis endlich der erlösende Sturzflug einsetzt. Alle Geräusche des Alltags treten zurück und außer der Beute ist alles unwichtig …

    Neben der eigentlichen Geschichte erfahren wir von Helen Mcdonald auch viele Einzelheiten über den Autor T. H. White, der unter Anderem „Das Schwert in Stein“ (1938) und „Der König auf Camelot“ (1958) geschrieben hat. Seine Bücher begleiteten Helen durch ihre Kindheit. In seinem Buch „Goshawk“ (1951) lesen wir über seinen Versuch, ebenfalls einen Habicht abzurichten, was ihm aber kläglich misslingt. Der Autor ist innerlich zu kaputt, um es richtig zu machen und der Habicht „Gos“ entkommt. Die Autorin zieht immer wieder Beispiele von T. H. White heran und versucht aufzuzeigen, warum seine Methode zum Scheitern verurteilt war und wie sie es bei „Mabel“ besser machen möchte.

    Helen Macdonald lernt in diesem Buch, was „L wie Leben“ bedeutet und lernt, dass in ihren Wurzeln auch die Fähigkeiten zur Freiheit und zum Loslassen verankert sind!

  • „Miss Gladys und ihr Astronaut“ | David M. Barnett

    Titel im Original: „Calling Major Tom“
    Autor: David M. Barnett
    Aus dem Englischen übersetzt von Wibke Kuhn
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Roman
    Seitenzahl: 410
    ISBN: 978-3-548-28954-0

    Die gute Miss Gladys kann sich nicht mehr alles merken, aber dieser Telefonanruf ist unvergesslich: Der Astronaut Thomas Major ist am Apparat, gerade auf dem Weg zum Mars. Er hat sich natürlich verwählt und will am liebsten gleich wieder auflegen. Aber Miss Gladys und ihre Enkel brauchen seine Hilfe. Zögerlich und leise fluchend wird der Mann im All zum Helfer in der Not. Tausende Kilometer entfernt, führt er die drei auf seine ganz eigene Art durch schwere Zeiten, denn die Familie droht ihr Zuhause zu verlieren. Miss Gladys und ihr Astronaut brauchen einen galaktisch guten Plan …

    Meine Meinung

    Durch die Verstrickung einiger seltsamer Ereignisse soll Thomas Major, der eigentlich im Laborkittel Zuhause ist, als erster Mensch den Mars besiedeln. Von der Welt als „Major Tom“ gefeiert, kehrt er der Erde den Rücken und genießt die Einsamkeit in seinem kleinen Raumschiff.
    Allerdings ist es mit der Ruhe schnell vorbei, als die Kommunikation mit der Erdbasis unterbrochen wird und er die Gunst der Stunde nutzt um seine Ex-Frau anzurufen. Aus Versehen erwischt er jedoch Miss Gladys! … und diese lässt sich nicht mehr ganz so einfach abschütteln! So wird Thomas schnell in die Probleme ihrer Familie mit hineingezogen …

    Ich muss ja gestehen, dass ich bei „Miss Gladys und ihr Astronaut“ auf einen eher leichten, aber amüsanten Roman gehofft habe. Die lockeren und saloppen Sprüche von Major Tom haben auch genau das geschafft, aber Alles in Allem bringt dieses Buch eine gehörige Portion Dramatik und Ernst mit sich. Zwar bekommen wir immer wieder humorvolle Szenen mit mitreißenden Dialogen, aber im Grunde geht es um einen vom Leben gebeutelten Mann, der die Menschen auf der Erde rigoros satt hat und eine Familie, der nicht nur die Obdachlosigkeit droht, sondern sich auch noch vor dem Sozialamt fürchten muss.

    David M. Barnett zeichnet Charaktere, die einem im Gedächtnis bleiben. Miss Gladys, Thomas Major und auch die Kinder sind – jede für sich – zwar schrullig und schräg, aber nie abgedreht oder weltfremd. Gerade die 15-jährige Ally konnte mich sehr von sich überzeugen. Ein starker Charakter, der ungewollt schnell erwachsen werden und die Verantwortung für ihre Familie übernehmen musste. Auch Miss Gladys konnte mich mit ihrer aufkeimenden Vergesslichkeit und ihrer übertrieben britischen, aber lustigen Art fesseln. Einzig Major Tom wurde mir nach einer gewissen Zeit etwas zu viel. Mir ist schon bewusst, dass schlechte Erfahrungen einen Menschen sarkastisch und bösartig werden lassen, und der Autor hat dies auch versucht gut in Major Toms Handeln und seinen Dialogen umzusetzen, aber hier ist er doch ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen.

    Der Schreibstil nimmt einen von der ersten Zeile an gefangen und auch die Reminiszenzen sind gerade für die Leser gut gewählt, die sich in Thomas Alter befinden und sich noch selbst an die Zeit von Star Wars und David Bowie erinnern können. Musik und Filme, die Meilensteine bedeuten und ihrem Genre einen Stempel aufsetzen, der noch bis in die heutige Zeit sichtbar ist.

    Ich wurde von dem Buch großartig unterhalten. Ich habe Tränen gelacht und Ohrwürmer singen hören. Und ich habe mir definitiv eine Version zu viel von „Space Oddity“ angehört …
    „Miss Gladys und ihr Astronaut“ ist ein Buch, das uns Herzschmerz und unkontrolliertes Kichern gleichermaßen erleben lässt …!

    Warum der deutsche Titel aus einer gestandenen Großmutter ein Fräulein macht, weiß ich nicht, aber der Schuldige sollte sich vor Gladys und ihrem Nudelholz in Acht nehmen!

  • „Jagd auf die Bestie“ | Chris Carter

    Titel im Original:  „Hunting Evil“
    Autor:  Chris Carter
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag:  Ullstein Verlag
    Genre:  Thriller
    10. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  413
    ISBN:  978-3-548-29191-8

    Robert Hunter weiß, wie Mörder denken. Der Profiler des LAPD jagt die grausamsten Killer. Der schlimmste von allen war Lucien Folter – hochintelligent und gewaltverliebt. Als Lucien aus der Sicherheitsverwahrung ausbricht, folgt Hunter seiner blutigen Spur. Und der Killer lockt den Widersacher mit einem perfiden Spiel in seine Nähe: Wer ist der Klügere? Wer wird gewinnen?

    Meine Meinung

    Nachdem „Blutrausch“ mit dem überraschenden Ausbruch Lucien Folters aus  dem Hochsicherheitsgefängnisses geendet hat, verfolgen wir in diesem Band nun das „Katz und Maus“-Spiel zwischen den beiden Kontrahenten. Denn Lucien hat Rache geschworen!
    Eigentlich können die Bände dieser Reihe auch unabhängig voneinander gelesen werden. Bei diesem Thriller empfiehlt es sich jedoch, wenigstens den 6. Fall zu kennen, da dieser darauf aufbaut …

    Da Lucien Folter und Robert Hunter absolut ebenbürtige Gegner sind, konnte ich das Erscheinen des 10. Falls um die beiden Ermittler Hunter und Garcia gar nicht mehr erwarten. Alles in Allem ist das Buch ein deutlicher Ausbruch aus Chris Carters sonstiger Schreibroutine, die nicht nur qualitativ hochwertig zu lesen ist, sondern in meinen Augen auch eine ganz neue Sichtweise auf unsere Hauptcharaktere bringt.

    Chris Carter ist bekannt für seine brutalen und grausamen Thriller, bei denen man sich immer wieder fragt, wie er auf solch abartige Tötungsarten kommt. Und auch in diesem Buch lässt er uns, was das betrifft, wirklich nicht im Regen stehen …

    „Jagd auf die Bestie“ liest sich thematisch ebenso rasant und mitreißend, wie bereits seine Vorgänger, die Geschichte an sich, wirkt aber bedeutend ruhiger. Was unter Anderem auch dem Seelenleben von Robert Hunters geschuldet ist: Wir begleiten die Geschichte abwechselnd aus der Sicht unserer Ermittler und der Luciens. Hunter nimmt sich den Ausbruch seines ehemaligen Freundes und die daraufhin folgenden Morde sehr zu Herzen, hatte er doch schon vor 3 Jahren die Möglichkeit, Lucien ein für alle Mal aus dem Gefecht zu ziehen. Er wird immer mehr von Schuldgefühlen zerfressen, er steht den Ereignissen total hilflos gegenüber und man kann seine Angst darauf, was wohl kommen mag wenn das Handy wieder läutet, deutlich spüren.
    Dennoch hat es Chris Carter auch in diesem Buch wieder geschafft, die Kapitel extrem spannend enden zu lassen und ich konnte die Geschichte nur schwer aus der Hand legen!

    Leider hatte ich mit Lucien dann doch so meine Schwierigkeiten. Wenn ich schon einem so komplexen Charakter wie ihm gegenüberstehe, möchte ich ganz genau in seinen Kopf schauen und seinen Wahnsinn hautnah erleben. Leider wirkte aber gerade seine Perspektive gefiltert, übertrieben blumig bzw. pathetisch und in einigen Fällen auch nicht ganz schlüssig. Lucien beschreibt sehr gerne und sehr ausschweifend. Er möchte auffallen! Sich brillieren! Leider waren die daraus resultierenden Dialoge dann aber doch etwas langatmig …

    Im Nachhinein betrachtet hatte ich auf jeden Fall sehr hohe Erwartungen und Vorstellungen an „Jagd auf die Bestie“, die bei einem ganzen Jahr Weitezeit, in denen man sich die besten Schauergeschichten zusammenreimen konnte, natürlich nicht erfüllt wurden. Wie bereits gesagt: Der Thriller fällt total aus der Routine und zeigte mir ein ganz neues Bild meines heißgeliebten Robert Hunters. Dennoch bin ich alles andere als Enttäuscht und freue mich schon auf nächstes Jahr!

  • „Blutrausch – Er muss töten!“ | Chris Carter

    Titel im Original:  „Gallery of the Death“
    Autor:  Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag:  Ullstein Verlag
    Genre:  Thriller
    9. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  445
    ISBN:  978-3-548-28953-3

    Das Schlafzimmer der jungen Frau ist auf drei Grad runtergekühlt. Doch der Geruch nach Blut ist überwältigend. Die Tote wurde brutal verstümmelt, in ihre Haut ist eine Botschaft geritzt:  „Schönheit umgibt sie“. Profiler Robert Hunter jagt einen Killer mit Künstlerseele, der seine Opfer wie Ausstellungsstücke darbietet. Und der jeden Schritt von Hunter zu kennen scheint.

    Meine Meinung

    Ein verzwickter Fall, ein interessantes Ermittlerteam und ein gerissener Psychopath, der den Ermittlern immer einen Schritt voraus ist …
    Während eines Vortrages wird Robert Hunter zu einem neuen Fall gerufen. Am Tatort wurde eine gehäutete weibliche Leiche mit abgetrennten Händen und Füßen aufgefunden, deren Rücken außerdem eine Botschaft in Latein ziert: „Schönheit umgibt sie“! Der ganze Raum ist in Blut getränkt. Robert Hunter und Carlos Garcia sind schockiert, bietet sich ihnen am Tatort doch ein Bild, das man nur schwer wieder aus dem Kopf bekommt. Allerdings bestätigt die Obduktion, dass die junge Frau erstickt wurde und die Verstümmelungen erst nach ihrem Tod erfolgten. Das macht die Tat zwar nicht besser, aber wenigstens musste das junge Model nicht leiden.
    Nur wenige Stunden später wird die Leiche eins afroamerikanischen Mannes gefunden, jedoch können Hunter und Garcia bis auf den lateinischen Text im Rücken der beiden Opfer keine weiteren Gemeinsamkeiten finden …
    Als wären die Ermittlungen nicht schon knifflig genug, taucht auch noch das FBI auf und erzählt von weiteren Morden. Seltsamerweise reißen die Agenten die Ermittlungen nicht komplett an sich, sondern bitten Hunter und seinen Partner um Hilfe. Für beide Seiten keine einfaches Unterfangen. Und die Uhr tickt!

    „Blutrausch“ wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, so beschreibt der Autor Szenen aus verschiedenen Sichten und lässt uns auch in die Gedankenwelt des Killers eindringen. Der Schreibstil ist leicht und lebendig, mit starken Wendungen und Aha-Momenten und hat mir auch in diesem Band wieder sehr gut gefallen.
    Toll fand ich auch, dass er häufig Roberts Gedankengänge offen lässt und erst einige Kapitel später erläutert. Das regt den Leser zum Nachdenken an und man rätselt unwillkürlich mit …

    Zu der schon bekannten Wortgewandtheit, wirft Chris Carter hier sehr viel Ironie in die Geschichte: Das Carlos Garcia mit seiner flapsigen und sarkastischen Art bei mir immer punkten kann, war ja irgendwie klar, aber in diesem Buch nimmt sein Verhalten neue Formen an. Hier wird das FBI mit seinen Handlungsweisen von der ersten Seite der Zusammenarbeit ins lächerliche gezogen. Agenten, die in der Ermittlungsarbeit durchgehend weit hinter dem LAPD stehen und oft noch nicht mal die klarsten Schlüsse ziehen können. Sie fallen sogar auf die einfachsten Verhörtricks rein. Dennoch strotzen die beiden Agenten vor Arroganz und Überheblichkeit. Wen wundert es da, dass Carlos immer einen passenden Spruch auf den Lippen hat?

    In manchen Situationen habe ich mich aber doch gefragt, wie Robert immer wieder zu seinen plötzlichen Geistesblitzen kommt. Auch wenn er immer eine gute und glaubwürdige Begründung für seine Ausführungen hat!

    Anders als in seinen bisherigen Büchern haben wir am Ende des Bandes eines ziemlich fiesen Cliffhanger auf sein neues Buch! Wann wird es endlich wieder Juli?? … ich kann`s kaum erwarten!