• „Der Totschläger“ | Chris Carter

    Titel im Original:  „One by One“
    Autor:  Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag:  Ullstein Verlag
    Genre:  Thriller
    5. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  462
    ISBN:  978-3-548-28576-4

    Er sagt, du hast keine Wahl! Er sagt, du kannst nur zusehen! Es liegt nicht in deiner Macht, die Morde zu verhindern …
    Detective Robert Hunter erhält einen Anruf. Spiel mit mir, sagt die anonyme Stimme. Doch Mord ist für Hunter kein Spaß – Zug um Zug wird er zum echten Spielverderber!

    Meine Meinung

    Herzlich Willkommen in einem intelligenten und tiefgründigen Thriller über die Reize des Morbiden und die Anonymität im Internet!

    Im 5. Fall des Morddezernat 1 bekommen Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia anonyme Anrufe. Die Stimme dahinter fordert sie auf, eine eigens für sie eingerichtete Homepage aufzurufen. Nachdem Hunter vor die Wahl gestellt wurde, ob verbrennen oder ertrinken, müssen sie mitansehen, wie der Mann vor der Kamera grausam zu Tode gefoltert wird. Von diesem Zeitpunkt an, sind unsere beiden Ermittler die Hauptakteure in einem bestialisch-perfiden Spiel …
    Der Mörder ist perfekt vorbereitet und macht es dem Morddezernat alles andere als leicht. Seine Spuren sind perfekt getarnt und es gibt keinerlei Hinweise auf die Opfer oder auf seine Motive. Und der Täter wartet nicht lange:  Er hat schon sein nächstes Opfer auserkoren und wartet nur noch darauf, wieder online zu gehen …

    Wir alle kennen Autoren, die nach einigen guten Büchern zu schwächeln anfangen. Chris Carter gehört nicht dazu! Wie auch schon die Vorgängerbände ist dieser Thriller extrem spannend und flüssig zu lesen. Die Wechsel zwischen den Szenen sind an genau den richtigen Stellen und haben dennoch oft einen fiesen Cliffhanger.
    Die Szenen sind klar und stark erzählt, wenn auch der brutalitätsgrad für mich in diesem Buch nochmal um einen guten Deut in die Höhe gegangen ist. In diesem Sinne war der „Totschläger“ echt High-Level und ich bekam mehr als einmal Herzklopfen beim Lesen! Wahnsinn! Die Gänsehaut ist hier absolut vorprogrammiert!
    Zudem wird der Mörder in diesem Buch sehr persönlich, was für mich auch ein Faktor war, immer weiterlesen zu wollen …

    Chris Carter verarbeitet in diesem Buch ganz klar die leichtfertige Grausamkeit unbedarfter Menschen. Geschwollen ausgedrückt, sorry! Es gibt nur wenig, was schlimmer sein könnte als ein skrupelloser Mörder. Abertausende Internetnutzer ohne Gewissen, die aus morbiden Spaß an der Wahl über Leben und Tod eines Menschen entscheiden gehören aber definitiv dazu.

    Wie bereits angesprochen, bekommt dieser Fall bald eine sehr persönliche Note, die überwiegend Carlos Garcia und seine Frau betrifft. Der Schluss ließ mich daher etwas atemlos und ängstlich zurück. Ich bin wirklich gespannt, wie Chris Carter nun weitermacht …

  • „Der Totenkünstler“ | Chris Carter

    Titel im Original: „The Death Sculptor“
    Autor: Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Thriller
    4. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  443
    ISBN: 978-3-548-28539-9

    Die Angst geht um beim Los Angeles Police Department. Wer von ihnen wird das nächste Opfer sein?
    Ein brutaler Killer tötet Polizisten und formt aus ihren Körpern abscheuliche Figuren. Er versteht sich als Künstler. Und genau da setzen Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia mit ihren Ermittlungen an. Hunter weiß, wie Mörder denken. Und das könnte sein Todesurteil sein.

    Meine Meinung

    Nach einigen Wochen Pause kommt bei mir endlich wieder ein Chris Carter an die Reihe …

    Robert Hunter und Carlos Garcia werden zu einem schrecklichen Tatort gerufen: Ein ehemaliger, im Sterben liegender Staatsanwalt wurde auf brutale Art und Weise ermordet. Am Tatort befindet sich eine Skulptur, die aus einigen seiner Körperteile gefertigt wurde. Nicht nur das die Tat vollkommen absurd erscheint, da das Opfer wegen seines Lungenkrebses so und so nur noch wenige Wochen zu leben hatte, auch die Ausführung der Tat wurde vom Täter extrem durchdacht und war auf ein langes Leiden des Opfers ausgerichtet.

    Wieder mal brilliert Chris Carter mit seiner tollen Art zu schreiben. Wir werden ohne viel umschweifen direkt ins Geschehen geworfen und die Spannung ist zum Greifen nahe. Die Formulieren sind toll gewählt und auch die Sätze sind klar und bildhaft. Chris Carter arbeitet geschickt mit Cliffhangern, denen man sich einfach nicht entziehen kann und die den Spannungsbogen immer weiter steigern. Seine Hauptfiguren Robert Hunter und Carlos Garcia haben ja schon so Einiges gesehen, aber jedes Mal wird’s ein bisschen blutiger.
    Auch die Wendungen waren wieder großartig und bei mir hat das Verwirrspiel diesmal total zugeschlagen, denn ich musste meine Vermutungen, wer als Täter dahinter steckt mehr als einmal über den Haufen werfen.

    Die Ermittler tappen lange Zeit im Dunkeln und der Täter treibt weiter sein perfides Spiel. Es scheint, dass er immer brutaler wird! Bei den Beschreibungen, wie der Totenkünstler seinen Opfern die Köperteile abnimmt und auch wie die Tatort und das Auffinden der Skulpturen beschrieben wurde, sind meine eigenen Gesichtszüge vermutlich auch des Öfteren entglitten, aber das sind wir ja bei Chris Carter schon alle gewohnt.

    Da das Opfer ein Mann des öffentlichen Rechtsstaats war, bekommen Hunter und Garcia die beste Unterstützung zur Verfügung gestellt, die die Staatsanwaltschaft aufbieten kann. Ihr Name ist Alice und sie ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Recherche und Hackerei. Ich fand großartig, dass sie nach der anfänglichen Skepsis toll ins Team aufgenommen wurde. Es brechen keinerlei Machtspielchen zwischen den Protagonisten aus und auch die Messer werden nicht hinterher geworfen. Ganz im Gegenteil macht sich die gute Zusammenarbeit schnell bemerkbar und führt zu ersten Ergebnissen! Toll umgesetzt!

    Ich war wie immer begeistert und Chris Carter hat sich mal wieder selbst übertroffen …

  • „Der Knochenbrecher“ | Chris Carter

    Titel im Original: „The Night Stalker“
    Autor: Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Thriller
    3. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  415
    ISBN: 978-3-548-28421-7

    Er ist ein Mann ohne Gesicht. Er ist ein Killer. Und er wird dich kriegen!

    Eine nicht identifizierte Frauenleiche wird in die Rechtsmedizin des Los Angeles County gebracht. Die Todesursache: unklar! Der Körper scheint unverletzt – bis auf die Vagina, die zugenäht worden ist. Was den Pathologen noch mehr schockiert: Bevor die Frau zugenäht wurde, hat der Täter ein Objekt in ihr platziert!

    Meine Meinung

    Bisher war Chris Carter für mich ein Garant für guten Lesestoff, daher konnte ich auch im Januar nicht lange mit dem nächsten Buch der Reihe warten. Mich hat es einfach zu sehr in den Fingern gejuckt …

    Ein weiterer grausamer Mörder macht Los Angeles unsicher und ruft Detective Robert Hunter und seinen Kollegen Carlos Garcia auf den Plan. Die Opfer sind ausnahmslos hübsche brünette junge Frauen, die an unterschiedlichen, abgelegenen Orten gefunden werden. Sie sind äußerlich so gut wie unversehrt, nur deren Mund und die Vagina wurden zugenäht.
    Während sich Detective Hunter und sein Partner an die Fersen des Täters heften, werden die Abstände, in denen die Frauen aufgefunden werden immer kürzer. Der Täter verliert zunehmend die Kontrolle! Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

    Wer auf spektakuläre und bizarre Mordfälle steht und spannende Ermittlungen verfolgen möchte, ist auch in diesem Buch wieder an genau der richtigen Adresse. Chris Carter konnte seinen flüssigen und mitreißenden Schreibstil halten und diesen in meinen Augen sogar deutlich verbessern. Die Art und Weise, wie er seine Täter anlegt und sie sich im Verlauf der Geschichte steigern, finde ich einfach hervorragend! Auch wenn ich erst mein drittes Buch von ihm lese, sind mir schon jetzt einige seiner Eigenheiten ins Auge gefallen und ich musste öfters mit einem „Typisch Carter“ im Kopf schmunzeln.

    Wie schon in den anderen Büchern, werden wir recht schnell in die Geschichte geworfen, die spannend und flott voran geht. Die Szenen wurden sehr detailliert beschrieben und auch Robert Hunters Erklärungen und Schlussfolgerungen sind exakt und für jeden Leser verständlich.

    Leider ist „Der Knochenbrecher“ ein sehr verwirrender Titel, denn in diesem Buch passiert so unheimlich viel, aber Kochen brechen hier keine!

    Anders als in den beiden Vorgängerbänden fand ich unsere Ermittler bei diesem Fall etwas distanzierter, wenn nicht sogar ein bisschen flacher dargestellt. Natürlich sind die Beiden mit Feuereifer bei der Sache und versuchen mit allen Mitteln den Mörder zu fassen, aber sie bleiben doch sehr professionell. Der Autor spart diesmal sehr mit den privaten Szenen, daher stellt man auch nur wenig Weiterentwicklung bei den Charakteren fest. Sicher ist das kein Muss bei einem Thriller, aber gerade bei einer so langen Reihe hätte ich es schon sehr schön gefunden!

  • „Der Vollstrecker“ | Chris Carter

    Titel im Original: „The Executioner“
    Autor: Chris Carter
    Aus dem Englsichen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Thriller
    2. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl: 488
    ISBN: 978-3-548-28110-0

    Los Angeles, kurz vor Weihnachten:  Ein katholischer Priester wird brutal ermordet. Vom Kopf des Toten fehlt jede Spur. Der Täter hat ihm stattdessen einen Hundekopf aufgesetzt. Als Hunter und Garcia an den Tatort, eine kleine Kirche, kommen, gibt ihnen nicht nur die Inszenierung der Leiche Rätsel auf. Kryptische Blutspuren befinden sich am Boden und auf der Brust des Toten steht, mit Blut geschrieben, die Zahl Drei. Beim Durchforsten der Tagebuchaufzeichnungen  des Toten stoßen sie auf ungeahnte Parallele.

    Meine Meinung

    „Der Vollstrecker“ … und w0er den ersten Band der Reihe um die Ermittler Robert Hunter und Carlos Garcia kennt, der weiß, dass Chris Carter für Spannung und Nervenkitzel garantiert.

    Ein brutaler und skrupelloser Killer macht Los Angeles unsicher! Hunter und Garcia werden zu früher Stunde an einem Tatort gerufen: Vater Fabian wird nach der Beichtstunde in seiner Kirche enthauptet. Und als ob das noch nicht brutal genug wäre, setzt ihm der Mörder einen Hundekopf auf. Alles deutet auf einem Ritualmord hin. Der Mörder ist schlau, gut durchdacht und auf jeden Fall ist er von der grausamen Sorte!
    Schon bald stoßen Robert Hunter und Carlos Garcia auf ein weiteres Opfer und es scheint eine Verbindung zwischen den beiden Toten zu geben …

    Nachdem Chief Bolten in seinen wohlverdienten Ruhestand geschickt wurde, ist mit Barbara Blake auch ein neuer Captain mit von der Partie. Eine starke Frau, die ihrem Job gewachsen ist. Sie wird gleich zu Dienstantritt mit dem grausamen Fall konfrontiert und greift bei den Mitarbeitern des Morddezernats streng durch, um ihre neue Linie durchzusetzen. Sie ist ihrem Team gegenüber durchaus ein loyaler Vorgesetzter und wirkt sehr sympathisch auf mich.

    Mir hat der zweite Fall von Chris Carter sehr gut gefallen! Anders als das schlichte Cover, strotzt der Inhalt in diesem Buch wieder mit einem rasanten Schreibstil, der genau die richtigen Bilder in die Köpfe der Leser transportiert. Der Spannungsaufbau ist ebenso gelungen und zieht sich konstant durch das Buch. Auch die Geschichte, die letztendlich hinter allem steckt ist schlüssig, aber nicht so offensichtlich das man zu früh ahnt, wer hinter den Morden steckt. Es passieren immer wieder Situationen die den Leser zum nachdenken bringen!

    Und Chris Carter? Er ist ein wirklich guter Schriftsteller!
    Er weiß ganz genau wie er seine Leser auf das nächste Kapitel neugierig machen kann. Diese schließen meistens mit einem offenen Ende, was mich automatisch zum weiterlesen animiert hat. „Was haben die Ermittler herausgefunden?“, „Gibt es einen neuen Tatort?“ und „Wie geht es in der spannenden Nebengeschichte weiter?“
    SCHRECKLICH!! Mir fiel es immer wieder schwer das Buch zur Seite zu legen …

  • „Der Kruzifix Killer“ | Chris Carter

    Titel im Original: „The Crucifix Killer“
    Autor: Chris Carter
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Maja Rößner
    Verlag: Ullstein Verlag
    Genre: Thriller
    1. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  477
    ISBN: 978-3-548-28109-4

    Er kennt keine Gnade. Er tötet grausam. Und er ist teuflisch intelligent.

    Die Leiche einer wunderschönen Frau, bestialisch verstümmelt. Keinerlei Spuren. Bis auf ein in den Nacken geritztes Kreuz: Das Zeichen eines vor Jahren hingerichteten Serienmörders. Detective und Profiler Robert Hunter wird schnell klar, dass der Kruzifix-Killer lebt. Er mordet auf spektakuläre Weise weiter. Und ist Hunter immer einen Schritt voraus – denn er kennt ihn gut. Zu gut!

    Meine Meinung

    Ich habe zwar schon viel Gutes über Robert Hunter und Carlos Garcia gehört, aber mit „Der Kruzifix Killer“ starte ich noch ganz frisch und unbescholten in diese Reihe.

    Los Angeles: Eine grausam zugerichtete Leiche wird in einem einsamen Häuschen im Wald gefunden. Der Killer hinterließ keine DNA, keine Spur … nur ein Zeichen an der toten Frau: ein Doppelkreuz, das tief in ihren Nacken geritzt wurde. Das Zeichen des Kruzifix-Killers! Aber wie kann das sein? Dieser wurde bereits vor über einem Jahr gefasst und hingerichtet. Dem damaligen Ermittler Robert Hunter und seinem neuen Partner Garcia wird schnell bewusst, dass der eigentliche Mörder noch lebt, und ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Er treibt ein gnadenlose Spiel …

    Chris Carter überzeugt bei seinem Debüt mit zwei starken Ermittlern und einem mitreißenden und direkten Schreibstil, der mir persönlich sehr liegt. Die Figuren sind bildgewaltig dargestellt und sehr sympathisch. Die Geschichte ist gut durchdacht und es blieben am Ende keine Fragen offen! Natürlich ist das Handlungsmuster „Guter Bulle jagt bösen Mörder“ jedem bekannt, aber Chris Carter hat sich für seine Morde wirklich was einfallen lassen … und scheinbar auch das dafür benötigte Wissen gut erarbeitet.
    Detective Hunter und sein mittlerweile verstorbener Partner haben den Kruzifix Killer schon vor einem Jahr hinter Gittern gebracht. Eine vernichtende Zeit, in der Beide fast daran zugrunde gegangen und in die Depression abgerutscht wären. Der hochintelligente Robert Hunter wirkt auf den ersten Blick kernig und verschlossen, lässt uns aber sehr schnell hinter seine Fassade blicken: Im Grunde seines Herzens ist er doch ein Guter Kerl mit weichem Kern. Carlos Garcia hingegen ist ein junger „Grünschnabel“, den man sofort und ohne zu zögern mag. Mit vollem Eifer tritt er seinen ersten Posten als Detective bei der Mordkommission des LAPD an und bringt frischen Wind in das ungleiche Gespann.

    Die Geschichte ist definitiv nichts für Zartbesaitete, aber ich persönlich fand gerade die grausigen Details und wie diese vom Autor beschrieben wurden toll. Natürlich fragt man sich, wie viel kranke Fantasie ein Mensch haben kann, wenn er so detailliert schreibt, aber wir wollen ja auch nicht darüber streiten, wie es mit unserer Fantasie ausschaut, wenn wir genau Diese ja so toll finden! Ein wenig verrückt geht immer!
    Der Täter agiert bis zum Schluss im Hintergrund, daher ist man nie direkt bei der Tat zugegen und kann bis zum Schluss nach der Identität des Killers forschen!

    Ich bin absolut im Carter-Fieber und habe mir gleich den zweiten Teil geordert!

  • „QualityLand“ | Marc-Uwe Kling

    Autor:  Marc-Uwe Kling
    Verlag: Ullstein
    Genre: Roman  |  Humor
    Seitenzahl: 379
    ISBN: 978-3-550-05015-2

    Willkommen in QualityLand!
    In der Zukunft läuft alles rund: Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt. Das selbstfahrende Auto weiß, wo du hinwillst. Und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er haben will, zugeschickt, ganz ohne sie bestellen zu müssen. Superpraktisch! Kein Mensch ist mehr gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen – denn in QualityLand lautet die Antwort auf alle Fragen: OK!

    Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?

    Meine Meinung

    Mit Marc-Uwe Kling habe ich im Juli wieder einen neuen Autor für mich entdeckt. Mir waren zwar die Känguru-Chroniken ein Begriff, ich hatte sie aber bis dato noch nicht in der Hand. „QualityLand“ war für mich eine bitterböse, aber doch recht plausible Zukunftsperspektive, obwohl ich jetzt den absoluten Begeisterungsrausch, den dieses Buch durch die Medien zieht, nur bedingt verstehen kann.

    In einer nicht allzu fernen Zukunft haben die Algorithmen und ihre Schöpfer die Alleinherrschaft in Zentraleuropa, das nun den Namen QualityLand trägt, übernommen. Die Menschen wurden zum größten Teil durch produktivere Maschinen ersetzt und in ein Level-System gezwungen: Je mehr sie Arbeiten und Leisten, desto höher das Level. Hier lernen wir Peter Arbeitsloser kennen und begleiten ihn durch seinen Alltag. Als Level 10 fristet er ein eher tristes Leben, ist aber dennoch ganz zufrieden. Er kennt halt nichts Anderes! Als er von „The Shop“, dem mittlerweile größten Online-Versandhandel, einen rosafarbenen Delphinvibrator bekommt, ist nun auch für ihn das Maß voll und er beginnt sich aufzulehnen. Unterstützt wird er von einer rebellischen jungen Frau und seinen defekten Maschinen, die er vor der Schrottpresse gerettet hat.

    Man sollte beim Lesen dieses Buches immer die aktuellen Diskussionen über Datensicherung und die neuen Medien im Hinterkopf behalten, dann liest man hier viele Dinge, die dem Leser auch heute schon schrecklich realistisch erscheinen. Starten wir zum Beispiel auf Google eine Suchanfrage oder besuchen Webseiten zu einem bestimmten Thema, können wir uns sicher sein, dass uns in naher Zukunft ein passender Artikel aus dem großen „A“ vorgeschlagen wird.

    Marc-Uwe Kling hat definitiv viel Hintergrundwissen gesammelt und eine sehr gute Recherchearbeit geleistet. Mir gefällt es sehr, wie der Autor Theorien zur digitalen Gesellschaft mit dem gegenwärtigen Alltag verknüpft. So finden wir in „QualityLand“ viele Anspielungen auf die Popkultur oder Zitate, aber auch gute technische Erklärungen, die für den Leser einfach aufbereitet wurden.

    Der Schreibstil war sehr flüssig und leicht zu lesen, aber alles in allem wirkt die Geschichte eher düster, teilweise sogar trocken und trieft vor Sarkasmus. Ich weiß schon: Das gehört zu einer Satire dazu, aber hier ist der Autor für meinen Geschmack doch etwas über das Ziel hinaus geschossen. Für mich hat es total die Spritzigkeit weggenommen und es wurde immer wieder leicht schleppend. Vielleicht trifft es auch einfach nicht meine Art von Humor!
    Nichtsdestotrotz eine klare Leseempfehlung. Mir haben die Geschichte und der Hintergedanke dazu, sehr gut gefallen. Die Charaktere von Peters Maschinen waren jeder für sich einzigartig und lustig gezeichnet und auch Peter Arbeitsloser war ein toller Protagonist.

    Ich denke, um die Weihnachtszeit herum werde ich mir auch mal die Känguru-Chroniken anschauen! Was könnt ihr mir denn empfehlen? Lieber lesen oder als Hörbuch hören?