• Frohe Weihnachten!

    Hallo meine Lieben!

    Der kalte Dezember ist da und Weihnachten steht vor der Tür!
    Arbeitstechnisch für mich eine sehr stressige Zeit und auch wenn wir uns wieder in einem Lockdown befinden, möchte ich die besinnliche Vorweihnachtszeit mit meiner Familie genießen!
    Daher werde ich auf „Abenteuerland“ eine kleine Pause einlegen und melde mich am 4. Januar 2021 wieder zurück! Frisch ausgeruht und mit neuen Beiträgen für euch!

    Frohe Weihnachten!
    Und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
  • Kolumne | Entschleunigt durch die Vorweihnachtszeit

    Gestern sind wir endlich in den Dezember gestartet. Zwar arbeitstechnisch für viele die anstrengendste Zeit im Jahr, so auch für mich, aber dennoch freue ich mich jedes Jahr unheimlich auf die Vorweihnachtszeit und den Heiligen Abend.
    Auch wenn ich ehrlich gestehen muss, dass die besinnlichen Tage trotzdem immer ein bisschen zu plötzlich vor der Tür steht und ich mich noch gar nicht so richtig drauf einstellen konnte!

    Meine Frau und ich versuchen den Dezember eigentlich immer mit Ruhe und ohne viel Stress zu erleben! Natürlich ist das auch nicht immer umsetzbar, aber wir tun unser Bestes! Dieses Jahr werden wir unseren Christbaum schon am dritten Adventwochenende aufbauen, damit wir ihn Abends noch ein bisschen länger genießen können und da meine Frau es liebt Plätzchen zu backen und es diese bei uns das ganze Jahr über zum Naschen gibt, fällt auch dieser Stress weg!

    Leider wird dieses Entschleunigen jedes Jahr ein wenig schwieriger …

    Ein ganz besonderes Buch gehört für mich allerdings jedes Jahr zu meiner Vorweihnachtszeit …

    Charles Dickens „Eine Weihnachtsgeschichte“

    Charles Dickens verfasste 1843 die Erzählung „A Christmas Carol“ („ Eine Weihnachtsgeschichte“) in der Absicht, die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Not der Armen in der englischen Gesellschaft zu lenken. Am 19. Dezember 1843 wurde das Werk mit Illustrationen von John Leech veröffentlicht.

    Der herzlose Geschäftemacher Ebenezer Scrooge wandelt sich zu einem gütigen, die Not der Menschen lindernden alten Herren. Der Autor bedient sich hierfür eines grotesken Erzählmittels: Am Heiligen Abend erscheint dem alten Geizhals der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Marley, der zu Lebzeiten noch geiziger als Scrooge war, und prophezeit ihm ein düsteres Ende für den Fall, dass er sein Leben nicht grundlegend ändere. Danach zeigt sich der Geist der vergangenen Weihnacht, der Scrooge in seine Kindheit zurückversetzt, gefolgt vom Geist der gegenwärtigen Weihnacht, der ihn ins Haus seines ärmlich lebenden Schreibers Cratchit und dessen Familie sowie in das Haus seines Neffen geleitet. Der Geist der künftigen Weihnacht schließlich führt ihn zu seinem einsamen Sterbebett und zeigt ihm seinen Grabstein.
    „Die Wege der Menschen deuten ein bestimmtes Ende voraus, auf das sie hinführen, wenn man auf ihnen beharrt. Aber wenn man von den Wegen abweicht, ändert sich auch das Ende“
    , erkennt Scrooge, läutert sich und wird fortan zu einem besseren Menschen.

    Auch wenn man die Geschichte schon tausendmal in allmöglichen Varianten gelesen oder im Fernsehen gesehen hat, bereitet mir die Erzählung doch immer noch ein warmes Gefühl, das ich in meiner Vorweihnachtszeit einfach nicht mehr missen möchte!

  • „Christmasland“ | Joe Hill

    Titel im Original: „NOS4A2“
    Autor: Joe Hill
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sara und Hannes Riffel
    Verlag: Heyne
    Genre: Weihnachten  |  Horror
    Seitenzahl:  793
    ISBN: 978-3-453-26882-1

    Kinder, wollt ihr ewig leben?

    Charlie Manx ist ein sehr sehr böser Mann mit einem sehr sehr bösen Auto. Er entführt Kinder nach „Christmasland“ wo ewige Weihnacht herrschen soll. Die Kinder erwartet dort jedoch etwas Schreckliches, und es gibt keinen Weg zurück.
    Oder doch? Man sollte nie aufhören, an seine Träume zu glauben …

    Meine Meinung

    Weihnachten ist für mich jedes Jahr eine besinnliche und schöne Zeit. Und Horror geht in buchiger Form eigentlich auch immer. Aber Weihnachten mit Horror kombiniert? Das musste ich unbedingt lesen …
    Na dann! Lasst uns doch gemeinsam ins Christmasland reisen!

    Charles Talant Manx ist der Erschaffer des Christmasland! Zusammen mit seinem magischen 1938er Rolls Royce ist er auf der Pirsch nach unschuldigen Kinderseelen, die er mit Hilfe eines Risses in der Realität in seinen weihnachtlich-gruseligen Vergnügungspark entführen kann. Immerwährender Winter, Schneeballschlachten, tausende Lichter und jeden Tag ein wunderbares Weihnachtsfest! Dort können sie für immer als glückliche Kinder weiterleben. Doch natürlich hat die Sache einen Haken, der Preis dafür: Deren reine Seele!
    Nur Victoria McQueen kann Charlie Manx noch aufhalten! Vor vielen Jahren schafft sie das, was keinem anderen Kind vor ihr gelang: Sie entkommt ihm! Doch man sieht sich bekanntlich immer zwei Mal im Leben …

    „Christmasland“ war 2016 mein erstes Buch von Joe Hill, dem Sohn von Stephen King!
    Die Handlung der Geschichte ist doch recht komplex und man merkt in der Grundform starke Ähnlichkeit zu seinem Vater. Die Szenen werden sehr detailliert beschrieben und auch die Charakterzeichnung der Protagonisten braucht seine Zeit. Im Lauf der Geschichte wechseln wir nicht nur zwischen den erzählenden Personen hin und her, auch in den Zeiten an sich wird regelmäßig gesprungen. Den Gruselfaktor konnte Joe Hill wunderbar halten und die Geschichte hatte für mich genau die richtige Kombination aus Realität und Fiktion!

    Bereits in den ersten Seiten merkt man den eigenständigen Schreibstil des Autors, der um einiges direkter ist, als der vom Stephen King. Seine Wortwahl ist äußert präzise und Situationen, Unterhaltungen und Gefühlsstimmungen werden durch nur wenige, aber umso effektivere Worte treffend beschrieben.
    Das ganze Buch über, bleibt die Geschichte sehr rasant und mitreißend. Selbst anspruchsvolle Szenen bei denen das genaue Lesen wichtig für die weitere Handlung ist, wurden für mich nicht zäh, sondern blieben im Grundtempo aufrecht.

    Anders als in so manchen Büchern seines Vaters, konnte mich Joe Hill auch mit dem Showdown voll und ganz überzeugen! Leute, „Christmasland“ hat ein unglaublich gutes und zerstörendes Ende!

    Joe Hill braucht sich auf gar keinen Fall hinter seinem Vater verstecken!

  • „Briefe vom Weihnachtsmann“ | John R. R. Tolkien

    Titel im Original: „Letters from Father Christmas“
    Autor: John R. R. Tolkien
    Aus dem Englischen übersetzt von Anja Hegemann & Hannes Riffel
    Mit Illustrationen von John R. R. Tolkien
    Verlag: Hobbit Presse
    Genre: Weihnachten
    Seitenzahl:  192
    ISBN: 978-3-608-96036-5

    Jedes Jahr im Dezember kam für die Kinder Tolkiens ein Umschlag mit einer Briefmarke vom Nordpol an. Darin waren jeweils ein Brief in seltsam krakeliger Handschrift und eine wunderschöne farbige Zeichnung. Die Briefe vom Weihnachtsmann erzählen phantastische Geschichten vom Leben am Nordpol.

    Meine Meinung

    Dass John R. R. Tolkien, der Erfinder von „Der Herr der Ringe“ und „Der kleine Hobbit“, auch ein liebevoller Vater war, beweist dieses kleine Weihnachtsbuch in allen Einzelheiten!

    Hier finden wir die Briefe, die Tolkien – stellvertretend für den Weihnachtsmann – an seine Kinder schrieb. Er zeigt einmal mehr sein Talent, fantasievolle Geschichten mit viel Herz und Liebe zu erzählen. Details und Einzelheiten, die die Augen der Leser zum strahlen bringen. Der Nordpol wird als ein gemütlicher und behaglicher Ort des Friedens dargestellt, so wie sich ein Kind den Wohnort des Weihnachtsmanns vorstellt und erträumt. In den 40er Jahren wird aber auch der Zweite Weltkrieg thematisiert … zwar abgeschwächt und nicht im Detail, aber doch für die Kinder greifbar.

    Ich finde es großartig, dass die einzelnen Briefe und Zeichnungen im Original abgedruckt wurden. Genauso wie Tolkien sie geschrieben, gestaltet und gezeichnet hat. Zusätzlich wurde die deutsche Übersetzung abgedruckt, hat der Weihnachtsmann doch wegen der bitterbösen Kälte am Nordpol nicht immer die klarste und schönste Handschrift!

    Ich bin schon lange kein Kind mehr und dennoch total begeistert, da kommt man als Leser aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus! In meinen Augen steht diesem Buch eine viel größere Bekanntheit zu und sollte in jeder Bibliothek zu finden sein!

    Ein großes Dankeschön an die Familie Tolkien, das sie diesen Schatz aufbewahrt haben und den Lesern und Liebhabern ihres Vaters zugänglich gemacht haben!

  • „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ | Walter Moers

    Autor: Walter Moers
    Mit Illustrationen von Walter Moers und Lydia Rode
    Verlag: Penguin Verlag
    Genre: Weihnachten  |  Humor
    Seitenzahl:  104
    ISBN: 978-3-328-60071-8

    Hildegunst von Mythenmetz, der berühmteste Schriftsteller Zamoniens, erzählt von einem kuriosen Ritual namens „Hamoulimepp“, das in seiner Heimat, der legendäre Lindwurmfeste, alljährlich abgehalten wird. Die Ähnlichkeiten dieses Ereignisses zu unserem Weihnachtsfest sind verblüffend. Mythenmetz berichtet von Rostigen Gnomen und Hamoulimeppwurmzwergen, von schwer verdaulichem Essen, Feuerlosem Feuerwerk und vielem mehr.

    Meine Meinung

    Was kann es schöneres geben, als Weihnachten mit Hildegunst von Mythenmetz auf der Lindwurmfeste zu verbringen …

    In diesem Buch finden wir einen Briefwechsel zwischen dem zamonischen Literaturgiganten Hildegunst von Mythenmetz mit dem Privatgelehrten und Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer, in dem der Lindwurm seinem Freund den Brauchtum und die Traditionen des „Hamoulimepp“ näher erklärt. Er spricht über die zweifelhafte Herkunft des Hamouli und des Mepp, über verschiedenste Rituale und Gewohnheiten bis hin zu den wenigen positiven Aspekten, die Hildegunst dieser dreitägigen Feierlichkeit abgewinnen kann.

    Darüber hinaus erfährt man auch viele spannende Informationen über das Leben auf der Lindwurmfeste, welche Vegetation vorherrscht und inwiefern die rostigen Gnome Ähnlichkeiten mit den Hamoulimeppwurmzwergen aufweisen.

    Wenn man näher auf die Schreibweise in diesem Buch eingeht, lesen wir hier eine besser strukturierte Mythenmetz’sche Abschweifung, deren plaudernder Tonfall wieder die unverwechselbare Handschrift und literarischen Eigenheiten der Lindwürmer trägt.
    Mythenmetz‘ Hass und Verachtung gleiten sehr schnell ins Komische ab und das von ihm erzeugte Drama ist ein perfektes Stilmittel, um seine Abneigung gegen (fast) alles, was Hamoulimepp ausmacht zu verdeutlichen.

    Wie immer brilliert Walter Moers nicht nur durch seine gekonnte Übersetzung aus dem Zamonischen, auch die Gestaltung ist wieder mal ein Traum: Der Brief ist in der Optik eines Pergamentbriefes auf schwarzem Grund abgebildet, mit einigen wenigen Fußnoten (die Anmerkungen des Übersetzers enthalten), sowie Bildtafeln, die das von Hildegunst Beschriebene illustrieren und ein Bild zu den Beschreibungen liefern.

    Dieser Briefwechsel ist etwas für jeden, der mit einem Augenzwinkern auf Weihnachten schauen möchte und sich genug für fremde Kulturen interessiert, um auch zamonische Bräuche kennenlernen zu wollen!