„Chroniken von Azuhr: Der träumende Krieger“ | Bernhard Hennen

Autor:  Bernhard Hennen
Verlag:  Fischer Tor Verlag
Genre:  Fantasy
Seitenzahl:  684
Chroniken von Azuhr, Band 3
ISBN:  978-3-596-70489-7

Die Bewohner der Insel Cilia drohen zwischen dem großmächtigen Khanat und dem Reich von Kaiserin Sasmira zerrieben zu werden. Ein Schatten legt sich über die ganze Welt Azuhr.
Vom Nebelwolf der Weißen Königin gehetzt, machen sich Milan, der Erzpriester Nandus Tormeno und die geheimnisvolle Nok auf die Suche nach einem zweiten Roten Kloster, in dem die höchsten Ränge der Erzpriester ausgebildet werden. Gemeinsam stoßen sie auf die Spur eines uralten Komplotts, dessen Ziel es ist, die junge Kaiserin wie auch den mächtigen Khan zu manipulieren. Ein Kampf steht bevor, den der träumende Krieger entscheiden wird – jener Krieger, der für seine Vision von einer besseren Welt alles zu opfern bereit ist.

Meine Meinung

Wer auf wendungsreiche, spannende und gut durchdachte Fantasy steht und auch einen Funken Brutalität wegstecken kann, ist bei Bernhard Hennen und dem dritten Band seiner Chroniken von Azuhr an der absolut richtigen Stelle!

Der große Krieg zwischen Kaiserin Sasmira und dem mächtigen Khanat rückt näher. Mitten unter ihnen befindet sich die Insel Cilia. Milan, sein Vater Nandus und die wunderschöne Kriegerin Nok stellen sich der beschwerlichen Reise zum Roten Kloster, um den Geheimnissen der Erzpriester auf die Schliche zu kommen. Geheimnisse, die Nandus in seiner Ausbildung verwehrt geblieben sind. Gemeinsam kommen sie dabei einem Komplott auf die Spur, das die Welt entscheidend verändern und in eine düstere Zukunft führen wird.

Wie schon zu erwarten, ist auch „Der träumende Krieger“ wieder Fantasy in Reinkultur. Von Band zu Band entwickelt sich Bernhard Hennens Ideenreichtum weiter und man spürt in jeder Zeile sein Herzblut und die Leidenschaft, die der Autor in die Welt und auch in seine Charaktere steckt.
Der ausführliche und in meinen Augen auch bildgewaltige Schreibstil ist nicht nur fesselnd, er macht die Geschichte auch zu einem absoluten Erlebnis. Wir bestreiten ereignisreiche Schlachten und blicken in die Gedanken unserer Protagonisten. Mähren und Sagen gehen hier Hand in Hand!

Als Leser spürt man die Liebe zwischen Milan und Nok ebenso stark, wie den Stolz der Krieger und Soldaten. Gleichermaßen verfängt man sich aber auch in den Intrigen der Mächtigen. Die Entwicklung und der Aufbau der Geschichte ist einfach großartig!

Für mich blieb das Ende der Chronik bis zur letzten Seite im Ungewissen. Ob es nun ein Happy End für Azuhr gibt? … oder ob der träumende Krieger an seinen Herausforderungen scheitern wird? Natürlich bin ich wieder sämtlichen falschen Fährten gefolgt und hab mich durch die eine oder andere Szenerie täuschen lassen, aber genau das macht für mich auch das Leseerlebnis aus. Dieses verwirrende Spiel zwischen Macht und Krieg, Leidenschaft, Zusammenhalt und Hass …
Die Auflösung selbst ist thematisch absolut gelungen und endete für mich märchenhaft, es sollte aber doch erwähnt sein, dass die Chroniken von Azuhr nicht mit einem furiosen Paukenschlag zu Ende gehen. Hier liegt definitiv in der Ruhe der Kraft. Dennoch bleibt nicht alles rosarot, denn wie wir ja schon wissen, haben alle Märchen auch ihre düsteren Seiten …

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