„Chroniken von Azuhr: Die weiße Königin“ | Bernhard Hennen

Autor:  Bernhard Hennen
Verlag:  Fischer Tor Verlag
Genre:  Fantasy
Seitenzahl:  623
Chroniken von Azuhr, Band 2
ISBN:  978-3-596-70365-4

Auf der Insel Cilia eskaliert der Konflikt zwischen der Liga der Stadtstaaten und den Herzögen des Schwertwaldes. Die militärische Übermacht der Liga ist erdrückend, und die Hoffnung der Waldbewohner ruht auf einer alten Sage, dass in der Stunde der größten Not die Weiße Königin, die ehemalige Herrscherin des Waldes, zurückkehren wird. Doch wie groß muss die Not werden, bis sich dies erfüllt?
Milan Tormeno versucht, den Wirren des Krieges zu entgehen, denn in seinen Augen kämpft keine von beiden Seiten für eine gerechte Sache. Doch es droht eine weitere Gefahr: Überall auf der Insel erwachen Märengestalten zu neuem Leben.

Meine Meinung

Auch in „Die weiße Königin“ wird die Insel Cilia wieder Schauplatz eines großen Krieges. Gleich mehrere Feldherren versuchen die Rebellen des Schwertwaldes zu vernichten. Allen voran der Erzpriester Nandus, dem von Anfang an klar ist, dass in der entscheidenden Schlacht geweissagt wurde, dass die weiße Königin erscheinen und ihr Volk retten wird. Trotzdem versucht er alles, um den Kampf für sich zu entscheiden …
Währenddessen versucht sein Sohn Milan, die aus dem Ruder laufenden Märengestalten in den Griff zu bekommen und einen Weg zu finden, um seine geliebte Felicia wieder zum Leben zu erwecken. Dabei bekämpft er nicht nur die Mären, er verändert auch die Geschichten und spinnt neue Gestalten. Er beeinflusst die Realität so aktiv, dass selbst lebende Menschen sich charakterlich verändern ohne es zu merken …

Bernhard Hennen schreibt wie gewohnt rasant und kampfeslustig, mit tollen Dialogen und actionreichen Wendungen. Die Kapitel sind angenehm kurz und anhand der Überschrift erkennt man sofort wann und wo man sich befindet.
Wie schon im Vorgängerband erzählen die ersten 100 Seiten eine Rückblende:  Wir erfahren die dramatischen Geschehnisse, die mit der Geburt der Kaiserin Sasmira einhergehen, die in der aktuellen Zeit gerade zum zweiten Mal die Macht an sich gerissen hat. Dies ist besonders wichtig um die Gegenwart besser zu verstehen.

Die Geschichte besticht deutlich durch seine starken Kontraste. Die mittelalterlich angehauchten Handlungsorte schwanken zwischen Asien, Italien und Spanien und kreuzen immer wieder die Wege der Märchen und Mythen. Wir lernen Meerhexen, Gryme, Basilisken, Riesen, und Waldtrolle kennen, die ihr Unwesen in Cilia treiben.

In der Gegenwart entwickeln sich Milan und Nandus deutlich weiter. Was mich sehr überrascht hat, war die Tatsache, dass sie sich ähnlicher sind als zunächst gedacht. Alle Charaktere, bis hin zu den kleinsten Nebendarsteller, sind stark und tiefgründig gestaltet. Brüche in den Persönlichkeiten, Reifungsprozesse, psychologische Abgründe. Der Leser wird dabei auf eine Achterbahn der Gefühle geschickt.

Bernhard Hennen schreibt wunderbar spannende und vielfältige Geschichten, die voll Dramatik und Leben sind. Auch die „Chroniken von Azuhr“ stehen seinen Elfen und Drachenelfen in nichts nach  …

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