„Das Leben, das wir begraben“ | Allen Eskens

Titel im Original:  „The Life we bury“
Autor:  Allen Eskens
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Claudia Rapp
Verlag:  Festa Verlag
Genre:  Thriller
Seitenzahl:  414
ISBN:  978-3-86552-641-0

Der Student Joe Talbert muss fürs College mit einem völlig Fremden ein Interview führen. Dafür sucht er in einem Pflegeheim nach der passenden Person und trifft auf den krebskranken, im Sterben liegenden Carl Iverson.
Doch Iverson ist kein harmloser alter Mann. Er ist ein verurteilter Mörder. Vor 30 Jahren soll er ein Mädchen missbraucht, umgebracht und in seinem Schuppen verbrannt haben. Nach einigen Gesprächen erkennt Joe, dass etwas an dem grausamen Mordfall nicht stimmt. Es gibt zu viele Widersprüche. Joe überkommt eine regelrechte Besessenheit, die Wahrheit herauszufinden … Doch das könnte seinen eigenen Tod bedeuten!

Meine Meinung

Eigentlich sollte Joe Talbert nur eine Hausarbeit für die Uni schreiben, in der er für jemanden interviewen und aus dem Material eine Biographie verfassen soll. Aus Ideenlosigkeit fragt er kurzerhand im örtlichen Altenheim nach, doch damals ahnt er noch nicht, wie seine Bekanntschaft zu Carl Iverson auch sein Leben verändern wird …
Der verurteilte Mörder soll vor 30 Jahren ein Mädchen vergewaltigt und auf grausamste Weise umgebracht haben. Dennoch stellt sich schnell ein vertrauter Umgang zwischen den beiden Männern ein und Joe beginnt mit Feuereifer zu recherchieren. Er lässt sich alte Gerichtsakten aushändigen, redet mit Carls scheinbar einzigem Freund … und nach und nach bricht auch Carl sein Schweigen und erzählt aus seiner Vergangenheit. Schon bald weiß Joe nicht mehr, was er glauben soll …

„Das Leben, das wir begraben“ hat mich wirklich beeindruckt, auch wenn man recht früh ahnt, wie der Thriller ausgeht. Für mich persönlich tat das der Geschichte aber keinen Abbruch. Allen Eskens Schreibstil ist nicht nur fesselnd, sondern konnte auch etwas in mir bewegen. Ich bin den spannenden Szenen gerne gefolgt und habe mit den Protagonisten mitgefiebert. Die Geschichte wird auf ehrliche Weise erzählt und brachte auch mich dazu, über mein eigenes Leben nachzudenken.

Allen Eskens zeichnet wunderbare Charaktere mit vielen Ecken und Kanten, aber auch glaubhaften Emotionen und dem gewissen Tiefgang, den ich eigentlich in jedem guten Buch suche. Was das betrifft, bin ich absolut auf meine Kosten gekommen, auch wenn es zum Ende des Buches hin, für mich schon etwas zu viel in die McGyver-Richtung gegangen ist. Joe ist definitiv ein sympathischer Charakter mit vielen außergewöhnlichen Fähigkeiten …

Natürlich wird auch der Student immer wieder von seinen privaten Problemen eingeholt. Überwiegend ausgelöst durch seine alkoholkranke und dadurch verantwortungslose Mutter, die mit seinem jüngeren autistischen Bruder absolut überfordert ist. Das Band zwischen den ihnen ist aber stärker als gedacht und so muss Joe einige wichtige Entscheidungen treffen.
Auch Carl Iverson hadert mit sich selbst, allerdings aus völlig anderen Gründen und je mehr der Leser von seiner Geschichte erfährt, desto mehr kann man erahnen, in welcher Zwickmühle er sich bereits seit Jahren befindet.

„Das Leben, das wir begraben“ ist die absolut richtige Mischung aus Gefühl, Adrenalin, Spannung und Vorfreude! Ich habe oft bis tief in die Nacht gelesen und konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen!

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