„Der Augensammler“ | Sebastian Fitzek

Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer Knaur
Genre: Thriller
Band 1 der Dilogie
Seitenzahl:  442
ISBN: 978-3-426-19851-3

Er spielt das älteste Spiel der Welt: Verstecken.
Er spielt es mit deinen Kindern.
Er gibt dir 45 Stunden, sie zu finden.
Doch deine Suche wird ewig dauern.

Meine Meinung

Alexander Zorbach war einer der erfolgreichsten Ermittler der Berliner Kriminalpolizei, bis er vor 7 Jahren aus Notwehr eine Kindesentführerin erschossen hat. Dies veränderte sein Leben maßgeblich: Er ist aus dem Polizeidienst ausgeschieden und schreibt seit dem als Enthüllungsjournalisten für eine Klatschgazette. Natürlich hat er auch hierbei dem Polizeifunk nie abgeschworen!
Als vor drei Monaten die Morde des „Augensammlers“ begannen, war er einer der ersten Journalisten, der möglichst wahrheitsgetreu über den Fall berichtete. Der Täter ermordet Mütter und entführt ihre Kinder. Kurze Zeit später bekommen die Väter und somit auch die Kriminalpolizei ein Ultimatum von 45 Stunden um die Kinder zu finden. Danach sterben auch sie …
Auch Alexander Zorbach gerät durch einige mysteriöse Verstrickungen unter die Verdächtigen und wird verbissen von der Polizei gesucht …

Eine hervorragend aufgebaute Story, die von der Seitenzahl und den Kapiteln her rückwärts erzählt wird. Eine wirklich tolle, aber für den Leser auch bedrückende Idee. Obwohl die Handlung stätig nach Vorne drängt, läuft die Zeit für die Kinder systematisch ab.

Wie immer bin ich begeistert von Sebastian Fitzeks Schreibstil und seinen absolut unerwarteten Wendungen! Wie so oft ist die Handlung in „Der Augensammler“ verstörend und fesselnd zugleich. Er lässt uns tief in die menschlichen Abgründe schauen. Gleichzeitig fiebert man mit dem Hauptprotagonisten mit und spürt seine Verzweiflung und natürlich auch den immer tiefer werdenden Hass auf den Täter.

Sebastian Fitzek nimmt sich in seinen Büchern ja oftmals sehr kontroversen Themen an, die von der Leserschaft mal mehr oder mal weniger gut aufgenommen werden. In diesem Buch ist er sehr am Boden geblieben. Wir lesen hier von einem für mich nur schwer vorstellbaren Thema, das eine blinde Physiotherapeutin betrifft, die die Ermittlungen mit ihren Fähigkeiten unterstützen möchte, der Autor verbindet dieses aber sehr gekonnt mit der Geschichte und schwächt dadurch die anfängliche Absurdität auf ein erträgliches Maß ab. Ich persönlich konnte super damit umgehen …

Wir bekommen hier auch sehr viele Informationen über Blindheit und Seebehinderungen, die sehr gut recherchiert und fein dosiert in die Geschichte eingewoben wurden. Der Autor bekam viel Unterstützung von blinden Personen, die die Szenen korrigiert und für anfallende Fragen ein offenes Ohr hatten.

„Der Augensammler“ ist ein grandioser Psychothriller. Raffiniert und spannend erzählt, der aber leider mit einem bitterbösen Cliffhanger endet. Ihr solltet also auf jeden Fall den zweiten Teil „Der Augenjäger“ zur Hand haben …

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