„Der Mann, der nicht mitspielt“ | Christof Weigold

Autor: Christof Weigold
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Genre: Kriminalroman
1. Fall von Hardy Engel
Seitenzahl:  629
ISBN: 978-3-462-05103-2

Hollywood in den Roaring Twenties: Ein wahres Sündenbabel zur Zeit der Stummfilme und der Prohibition. Rätselhafte Todesfälle erschüttern die Stadt. Mittendrin:  Ein deutscher Privatdetektiv.

Die junge Schauspielerin Virginia Rappe stirbt unter mysteriösen Umständen nach einer Party des beliebten Komikers Roscoe „Fatty“ Arbuckle. Der Skandal droht ganz Hollywood in den Abgrund zu ziehen. Hardy Engel ermittelt in rivalisierenden Filmstudios und in der Kolonie der Deutschen rund um Universal-Gründer Carl Laemmle. Als er schließlich die Wahrheit herausfindet, die allzu viele Leute vertuschen wollen, ist nicht nur sein Leben in Gefahr …

Meine Meinung

Mit „Der Mann, der nicht mitspielt“ liefert uns Christof Weigold einen interessanten Kriminalroman, der im Strickmuster denen von Volker Kutscher gleicht. Mit einem lebendigen Setting, dass das Hollywood der frühen 20er Jahren in den Köpfen der Leser wieder aufleben lässt. Kernig, kantig und absolut lesenswert!

Privatdetektiv Hardy Engel, ein gescheiterter deutscher Schauspieler, wird von der bildhübschen Pepper Murphy beauftragt, das verschwundene Starlet Virginia Rappe zu finden. Kurz darauf stirbt Virginia unter mysteriösen Umständen, nachdem sie eine Party des beliebten Komikers »Fatty« Arbuckle besucht hat. Dieser wird beschuldigt, sie brutal vergewaltigt und tödlich verletzt zu haben. Angefacht von den Boulevardzeitungen entwickelt sich der Fall zum größten Skandal der Stummfilmzeit, der ganz Hollywood in den Abgrund zu ziehen droht.

Natürlich kannte ich schon vor diesem Roman den Begriff der „goldenen 20er Jahre“, daher habe ich mich schon sehr auf diese Geschichte gefreut. Der Fall Virginia Rappe begründet sich auf eine wahre Begebenheit und ging in die Skandalgeschichte von Hollywood ein. Noch heute scheint er nicht eindeutig gelöst. Das Buch zieht seinen Leser in einen Sumpf aus Korruption, Skandalen und Drogenrausch, aber auch Alkohol und sexuelle Ausbeutung waren damals wie heute an der Tagesordnung.

Die Geschichte um den deutschen Einwanderer und erfolglosen Schauspieler Hardy Engel, der eher widerwillig in das Metier des Privatdetektivs einsteigt ist mit viel Detailwissen und ganz im Stil der hardboiled Krimis erzählt. Christof Weigold hat eine sehr bildliche und ansprechende Art, seine Geschichte zu erzählen. Er hat seine Vorbilder sehr gut studiert und trifft genau den Ton dieser desillusionierten und hartgesottenen Detektive. Seine Sprache ist schnell, die Dialoge direkt und zynisch. Die Handlung ist komplex ausgearbeitet und die vielen Anspielungen auf reale Ereignisse und Personen der Filmgeschichte machen den Detektivroman auch zu einem Buch für Filmfreunde.

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