„Der Wal und das Ende der Welt“ | John Ironmonger

Titel im Original:  „Not Forgetting the Wale“
Autor:  John Ironmonger
Aus dem Englischen übersetzt von T. Schnettler & M. Poets
Verlag:  Fischer Verlag
Genre:  Roman
Seitenzahl:  473
ISBN:  978-3-10-397427-0

Ein kleiner Ort in Cornwall und eine große Geschichte über die Menschlichkeit!
St. Piran, ein idyllisches Fischerdorf an der englischen Küste, wo die Uhren noch langsam gehen. Ein Wal, dessen Auftauchen das Ende unserer Zivilisation bedeuten könnte. Und ein junger Mann, der weiß, wie alles in der Welt zusammenhängt.

Meine Meinung

Als ich mich mal wieder auf die Suche nach einer ganz besonderen Lektüre machte, fand ich bei einem meiner liebsten Booktuber »Toto liest« eine Empfehlung für John Ironmongers „Der Wal und das Ende der Welt“.

Es ist fast unmöglich, dieses Buch irgendwie einzuordnen. Der Roman vermittelt uns, wie wichtig und absolut essentiell der Zusammenhalt und die Menschlichkeit untereinander in unserem Alltag sind. Wir finden hier eine große Heldengeschichte, eine gute Portion vom Sinn des Lebens und einen wunderschöner Neuanfang. Es geht um den Sinn bzw. Unsinn von Kriegen. Um Ressourcen und Katastrophen. Es geht aber auch um den Glauben und um die Menschen an sich!

Angesiedelt in einem kleinen Fischerdorf in Cornwall wirft John Ironmonger große Fragen auf: Inwieweit lassen sich komplexe Systeme vorausberechnen? Insbesondere das Verhalten der Gesellschaft in einer extremen Krisensituation wie einer Pandemie? Welche Variable muss man mehr berücksichtigen: den Kampf aller gegen alle gemäß Hobbes oder den Underdog Altruismus?
Und was hat das Ganze mit einem gestrandeten Wal zu tun?

Held der Handlung ist Joe Haak, ein 30-jährige Short-Trader aus der Londoner City, der ein Computerprogramm entwickelt hat, das aufgrund vielschichtiger Berechnungen astronomische Gewinne verspricht. Eines Morgens wird Joe nackt am Strand des kleinen Küstenortes St. Piran aufgefunden. Die Dörfler nehmen ihn freundlich auf. Ein Geflecht zwischenmenschlicher Beziehungen entsteht, ähnlich interdependent und verwoben wie die Berechnungen seines einstigen Computerprogrammes.
Und da wäre noch der wenig später angespülte Finnwal, ein Koloss und Leviathan! Joe organisiert eine spontane Rettungsaktion für den Riesen, doch welch tieferes Band verbindet die beiden wirklich?

Trotz der Schwere des Themas ist „Der Wal und das Ende der Welt“ bildgewaltig und leichtfüßig geschrieben. Die Charaktere sind zwar schrullig, aber absolut liebenswert dargestellt und sind sie das nicht, dann fällt zumindest keiner unangenehm aus der Reihe. So unterschiedlich sie auch sind, wenn es darauf ankommt, wachsen sie zu einer Einheit zusammen.
Was unseren Protagonisten Joe Haak angeht, sah ich ihn immer als jungen Hugh Grant vor meinem geistigen Auge. Etwas schnöselhaft, aber dennoch sympathisch. Wie sich bald herausstellen wird, ist er ein wahrer Segen für das Dorf. Und umgekehrt genauso, denn Joe ist auf der Flucht und findet in St. Piran seine neue Heimat und auch seine Bestimmung!

Die Geschichte hat mich von Anfang an berührt, obwohl ich gar nicht genau wusste, auf was ich mich hier einlasse. Der Klappentext ist eher geheimnisvoll, sprach mich aber sofort an. Und ich muss ehrlich gestehen, dass mir bei einigen Szenarien selbst angst und bange wurde. Vor allem, wenn man sich mal überlegt, welche Folgen zum Beispiel ein Stromausfall binnen kurzer Zeit auslösen kann.

So viele Wahrheiten, verpackt in einem wunderschön zu lesenden Roman.

2 thoughts on “„Der Wal und das Ende der Welt“ | John Ironmonger

  • Reply Hizmetçiler Nerede Çekiliyor 21. März 2020 at 9:07

    Ich betrete Ihre website regelmäßig fast jeden Tag. Sie haben einige tolle Artikel. Ich Liebe Ihre Vorschläge. Danke.

    • Reply Birgit Pirker 21. März 2020 at 11:10

      Hallo! Vielen lieben Dank! Das freut mich sehr! 🙂

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