Deutscher Buchpreis

Der „Deutsche Buchpreis“ ist ein hochdotierter Literaturpreis bei dem sich Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit ihren ausgewählten Titeln bewerben können.
Dieser wurde 2005 vom Börsenverband des Deutschen Buchhandels ins Leben gerufen und zeichnet, zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse, den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus.

Der „Deutsche Buchpreis“ wird mit dem Prix Goncourt oder dem Man Booker Prize verglichen!

Nähere Informationen …

Eine kleine Vorhersage in eigener Sache …
Ich liebe es, die Titel der Buchpreise zu entdecken. Da die Erscheinungstermine der Longlisten meistens in die Sommermonaten fallen und diese bei mir arbeitstechnisch sehr stressreich sind, beginne ich meine Lesereise in der Regel erst in im Herbst und verfolge die Long- und Shortlisten der Buchpreise über das ganze Jahr hinaus. Ich habe für mich so das richtige Maß gefunden!

Der Preisträger
des Deutschen Buchpreis 2018
„Archipel“
von Inger-Maria Mahlke

Wir gratulieren von ganzen Herzen!

Foto © Sascha Erdmann

Die Shortliste 2018 wurde endlich veröffentlicht!

Natürlich habe ich mir schon im August, beim erscheinen der ersten 20 Halbfinalisten, meine Gedanken zu den Büchern gemacht. Auf der Homepage des Deutschen Buchpreises bietet die Organisation seinen Lesern auch vorab einige Hörproben zu den Büchern an, was ich in den letzten Wochen wirklich ausgiebig genutzt habe.

Die Shortlist ist dieses Jahr ganz nach meinem Geschmack und ich denke, ihr werdet hier noch einige Rezensionen vorgestellt bekommen!

María Cecilia Barbetta  |  „Nachtleuchten“

Buenos Aires 1974: Die Autowerkstatt von Ballester ist eine Brutstätte des utopischen Denkens. Eine Mädchenschule praktiziert die Theologie der Befreiung. Die Männer der Autowerkstatt verfolgen atemlos die Nachrichten, und der Friseur gerät außer sich über den Tod des Präsidenten. Sie lauschen den Stimmen der Toten, singen ihre Lieder und feiern das Leben. Doch politische Unruhen, Gewalt und die drohende Militärdiktatur verwandeln das Land in einen zutiefst unheimlichen Ort. Wer überleben will, braucht eine Vision.

Die Autorin zeigt hier einen sehr ansprechender Schreibstil. Im ersten Eindruck wirkt die Geschichte sehr ruhig, die Erzählung aber ausschweifend und flüssig! Also eigentlich alles, dass ich gerne lese!

Maxim Biller  |  „Sechs Koffer“

Ein Familiengeheimnis in den Zeiten des Kalten Krieges: Aus sechs Perspektiven erzählt der Roman von einem mutmaßlichen Verrat. Das Opfer ist der Großvater des Erzählers, der 1960 in der Sowjetunion hingerichtet wurde. Unter Verdacht steht die eigene Verwandtschaft. Eine Erzählung über sowjetische Geheimdienstakten, vergiftete Liebesbeziehungen und die Machenschaften antisemitischer Kultur-Apparatschiks. Vor allem aber über Menschen, die immer wieder ihr gesamtes Leben in einen Koffer packen und damit weiterziehen müssen – Geheimnisse inklusive.

Was Maxim Biller angeht, bin ich leider kein unvoreingenommener Leser. Er wird einigen aus dem „Literarischen Quartett“ bekannt sein und ich habe selten einen so unsympathischen Menschen gesehen, der sich mit liebe selbst reden hört.
Dennoch, die Hörprobe habe ich mir angehört:  Der Schreibstil ist sehr direkt und wirkt auf mich sehr hart. Passend für eine Geschichte aus dem Kalten Krieg.

Nino Haratischwili  |  „Die Katze und der General“

Alexander Orlow, ein russischer Oligarch und von allen „Der General“ genannt, hat ein neues Leben in Berlin begonnen. Doch die Erinnerungen an seinen Einsatz im Ersten Tschetschenienkrieg lassen ihn nicht los, vor allem jene an die grausamste aller Nächte, nach der von der jungen Tschetschenin Nura nichts blieb als eine große ungesühnte Schuld. Der Zeitpunkt der Abrechnung ist gekommen – der Sühneplan führt über Moskau und Marrakesch bis tief hinein in den Kaukasus.

Hier geht`s zur Rezension …

Inger-Maria Mahlke  |  „Archipel“

Rosa kehrt zurück nach Teneriffa, in das heruntergewirtschaftete Haus der vormals einflussreichen Bernadottes. Rosa sucht. Was, weiß sie nicht genau. Ihr Großvater Julio war Kurier im Bürgerkrieg, war Gefangener der Faschisten, er floh und kam wieder, und heute hütet er die letzte Lebenspforte der Alten von der Insel. Einer, der Privilegien nur als die der anderen kennt. „Archipel“ führt rückwärts durch Julios Jahrhundert, das der Bautes und Bernadottes, der Wieses, der Moores und González’, aber auch derer, die keine Namen haben.

Inger-Maria Mahlke hat einen sehr tollen Schreibstil, aber ob die Geschichte wirklich etwas für mich ist, wird sich erst zeigen. Ich möchte mir das Buch auf jeden Fall in meiner Buchhandlung des Vertrauens nochmal genauer anschauen. Von der Beschreibung her, wäre die Geschichte aber auf jeden Fall ansprechend!

Susanne Röckel  |  „Der Vogelgott“

Die Mitglieder einer wissenschaftlich orientierten Familie werden durch eine zufällige Entdeckung auf einem Kirchenbild in den schwer durchschaubaren Mythos eines Vogelgottes hineingezogen – mit einem Sog, dem sie nicht widerstehen können. Spätestens als sich herausstellt, dass dieser Mythos eben nicht nur ein Mythos ist. Es ist eine sagenumwobene, aber elende Gegend dieser Erde, wo die Verehrer des Vogelgotts leben, die ihm allerdings weniger ergeben als vielmehr ausgeliefert zu sein scheinen.

Vom Klappentext würde mich die Geschichte jetzt nicht mitreißen, aber die Hörprobe war gar nicht so schlecht. Irgendwas hat mich allerdings gestört, ich kanns leider nicht benennen!
Das Buch hat für mich nicht die höchste Dringlichkeit, wird aber weiter im Auge behalten!

Stephan Thome  |  „Gott der Barbaren“

Mitte des 19. Jahrhunderts überzieht eine christliche Aufstandsbewegung China mit Terror und Zerstörung. Ein deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des Reiches helfen will, gerät zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts agieren ein britischer Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchtet.

Auch hier wird wieder eine sehr interessante Kriegs-Thematik angesprochen. Diesmal aus dem alten China! Ein sehr ansprechender und flüssiger Schreibstil. Ich bin schon sehr gespannt!

Longlist  2018

Diese Titel haben es im September nicht auf die Shortliste geschafft, könnten für euch aber trotzdem interessant sein …

Carmen-Francesca Banciu  |  „Lebt wohl, ihr Genossen und Geliebten“

Maria-Maria reist nach Rumänien, um ihren verunglückten Vater zu besuchen und ihn, trotz seiner besitzergreifenden Geliebten, zusammen mit jenen zu betreuen. In seinen Augen hat sie, die Tochter, die reale Utopie der kommunistischen Gesellschaft verraten. Sie wiederum erkennt in ihm ausschließlich den festgefahren Parteirhetoriker, der sich als moralische Instanz aufspielte, anderen Opfer abverlangte, aber selbst ein bigottes Leben führte.

Ein sehr angenehmer Schreibstil, sehr bildlich und literarisch. Sicher ein interessantes Buch, das näher in Augenschein genommen werden sollte. Mit knappen 380 Seiten auch ein sehr überschaubares Werk.

Susanne Fritz  |  „Wie kommt der Krieg ins Kind“

Ein sehr persönliches Buch über das Schicksal der Mutter und der eigenen Familie. Spurensuche, deutsch-polnische Geschichtsschreibung und Erzählung in einem.
Vierzehn Jahre alt ist die Mutter, als sie 1945 verhaftet und für Jahre ins polnische Arbeitslager Potulice gebracht wird. Der Grund: Sie hatte mit neun ein Formular unterschrieben, das sie in einem von Hitler überfallenen Gebiet als Deutsche auswies.

Da es sich hier um die aufgearbeitete Lebensgeschichte der Mutter von Susanne Fritz in ihrer polnischen Heimat handelt und ich auch den Schreibstil der Autorin sehr zu schätzen weiß, interessiert mich das Buch doch sehr.

Arno Geiger  |  „Unter der Drachenwand“

Unter der Drachenwand ist der Roman eines Jahres: 1944. Der Krieg ist verloren, aber wie fern ist der Frieden? Einen Monat? Ein Jahr? Und was kommt dann? Kann es wirklich noch einmal besser werden?
Unter der Drachenwand zeigt drei junge Leute, die nicht wissen, wie es weitergeht: Veit, seit mehr als fünf Jahren Soldat, ausgelaugt und erschöpft, die Lehrerin Margarete mit fünfunddreißig aus Wien verschickten Mädchen, die Darmstädterin Margot mit ihrem Baby.

Ein toller österreichischer Autor, der mich noch nie im Stich gelassen hat und dessen Geschichten mich immer tief bewegen und mitreißen. Derzeit nicht meine Nummer Eins, das Buch wird aber sicher bald zur Hand genommen.

Franziska Hauser  |  „Die Gewitterschwimmerin“

Die Hirschs waren Verfolgte, Widerstandskämpfer, Opportunisten, Künstler. Ein Jahrhundert deutsche Geschichte hat sie geprägt, und die Hirschs taten nicht wenig, um dem Jahrhundert ihrerseits einen Stempel aufzudrücken.
Oft galt es, die eigene Haut zu retten, dabei nicht empfindlich zu sein. Und empfindlich war Tamara Hirsch zum Glück nie. Stattdessen suchte sie das Abenteuer, die Herausforderung, das Risiko. Sie hat es geschafft, ihren Weg zu gehen, sie hat Menschen verletzt, vor den Kopf gestoßen, sich durchgesetzt, wann sie es für richtig hielt. Sie konnte sich durchschlagen, während die Familie andere zugrunde richtete; eine Schuld, die Tamara nicht verzeihen kann.

Die Beschreibung hört sich toll an, aber die Hörprobe hat mich etwas abgeschreckt. Der Erzählstil wirkt irgendwie … „weinerlich“? … schwer zu beschreiben. Ich werde mal auf einige andere Rezensionen zu diesem Buch warten und dann weitersehen!

Helene Hegemann  |  „Bungalow“

Das Viertel, in dem Charlie aufwächst, ist im Krieg zerbombt und in den Fünfzigern als Demonstrationsobjekt für die Leistungsfähigkeit des Kapitalismus neu aufgebaut worden. Es gehört zum Weltkulturerbe und fühlt sich an wie das Ende der Welt. Während ihre Mutter das letzte Einkaufsgeld vertrinkt, beobachtet Charlie vom Balkon ihrer Betonmietskaserne die benachbarten Bungalows und deren Bewohner: Millionäre, an deren Verhalten sie ablesen kann, dass es mehrere soziale Klassen gibt und sie selbst zu einer der untersten gehört. Dann, kurz nach ihrem zwölften Geburtstag, zieht ein Ehepaar ins Viertel, das sich jeder Kategorie entzieht. Die beiden sind Schauspieler, unberechenbar, chaotisch, luxuriös, schlauer als alle anderen – und von der ersten Begegnung an für Charlie das, was der Rest der Welt als ihre „erste große Liebe“ bezeichnen würde: Spielkameraden und Lover, größter Einfluss und größte Gefährdung.

Das Thema kann mich leider gar nicht überzeugen. Auch die Hörprobe war nicht meins!

Anja Kampmann  |  „Wie Hoch die Wasser steigen“

Auf einer Ölplattform mitten im Meer verliert der Bohrarbeiter Wenzel Groszak in einer stürmischen Nacht seinen einzigen Freund und seinen letzten Halt. Mit einem alten Pick-up und einer Brieftaube fährt er los, von Italien über die Alpen, in ein erloschenes Ruhrgebiet. Und je näher er seiner großen Liebe Milena kommt, desto offener scheint ihm, ob er noch einmal ankommen wird. Anja Kampmann erzählt von der Rückkehr aus der Fremde, vom Versuch, aus einer bodenlosen Arbeitswelt zurückzufinden ins eigene Leben.

Auch hier leider gar nicht mein Thema!

Angelika Klüssendorf  |  „Jahre Später“

Auf einer Lesung lernt April einen Mann kennen, der ihr zunächst durch seine dreist raumnehmende Art auffällt. Es ist nicht Sympathie, die sie zusammenführt. Es ist eine andere Form der Anziehung: Intensität. Eine schicksalhafte Begegnung. Denn Ludwig, der Chirurg aus Hamburg, wird für April zum Lebensmenschen werden – und April für ihn. Im Guten wie im Schlechten.

Da es sich hier um den letzten Band einer Trilogie handelt werde ich mir dieses Buch erst dann näher ansehen, wenn mich die ersten beiden Geschichten „Das Mädchen“ und „April“ überzeugen konnten.

Gert Loschütz  |  „Ein schönes Paar“

Beim Ausräumen seines Elternhauses stößt der Fotograf Philipp auf einen Gegenstand, der in der Geschichte seiner Eltern eine entscheidende Rolle gespielt hat. Die beiden, Herta und Georg, waren ein schönes Paar. Philipp erinnert sich an ihr junges Liebesglück, ihre Hoffnungen und Gefährdungen, an die überstürzte Flucht seines Vaters aus der DDR in den Westen. Das hätte, da ihm die Mutter und der Junge ein paar Tage später folgten, der Beginn eines erfüllten Lebens sein können, tatsächlich aber trug die Flucht den Keim des Unglücks in sich. Nach und nach geht Philipp das Paradoxe der elterlichen Beziehung auf: Dass es die Liebe war, die ihre Liebe zerstörte. Damit aber ist die Geschichte, die auch sein Leben überschattet hat, nicht vorbei.

Vom Thema her sehr interessant, aber die Hörprobe konnte mich nicht vom Schreibstil überzeugen. Ich denke, ich werde mir auch hier erst mal ein paar Rezensionen durchlesen.

Gianna Molinari  |  „Hier ist noch alles möglich“

Abend für Abend schaut die junge Nachtwächterin auf die Bilder der Überwachungskamera. Nichts regt sich – die Tage der Verpackungsfabrik sind gezählt, die meisten Mitarbeiter bereits gegangen. Als jedoch ein Wolf auf dem Gelände vermutet wird, entstehen Risse in der Gleichförmigkeit. Gibt es ihn tatsächlich? Wie gefährlich ist er? Je genauer die Nachtwächterin der Spur des Wolfes folgt, desto mehr schwinden die Gewissheiten.

Ein sehr harmonischer Schreibstil und auch die Geschichte würde mich sehr reizen.

Adolf Muschg  |  „Heimkehr nach Fukushima“

Der Architekt Paul Neuhaus, frisch verlassen, erhält eine Einladung von seinen alten Freunden Ken-Ichi und Mitsuko. Der Bürgermeister eines Dorfes nahe beim Unglücksmeiler von Fukushima, Mitsukos Onkel, bittet Neuhaus, ihn zu besuchen. Die Gegend ist verstrahlt, die Dörfer sind verlassen, die kontaminierte Erde ist abgetragen. Die Regierung wünscht die Rückbesiedlung, aber die Menschen haben Angst.
Der Bürgermeister will Neuhaus für eine Künstlerkolonie gewinnen – in der verstrahlten Zone –, um neue Hoffnung zu wecken. Neuhaus reist mit Mitsuko an und sie geraten in eine unentrinnbar intensive Nähe zueinander. Ist in der schönen, verseuchten Landschaft Fukushimas eine Zukunft möglich wie auch in der Liebe zwischen Paul und Mitsuko?

Der Autor hat einen sehr klaren und sachlichen Schreibstil, der mir bei der Hörprobe wirklich gut gefallen hat. Ich bin mir nur bei dem Thema Fukushima noch nicht so sicher.

Eckhart Nickel  |  „Hysteria“

„Hysteria“ erzählt die Geschichte von Bergheim, der auf einem Biomarkt merkwürdig unnatürliche Himbeeren entdeckt. Auf der Suche nach dem Rätsel ihrer Beschaffenheit und Herkunft gerät er immer tiefer in eine kulinarische Dystopie, in der das Natürliche nur noch als absolutes Kunstprodukt existiert, weil das Künstliche längst alle Natur ersetzt hat. Aber keiner weiß davon. Nur seine Hypersensibilisierung befähigt Bergheim, die unheimliche Veränderung wahrzunehmen und ihr nachzugehen. Alle Fäden laufen im Kulinarischen Institut zusammen, wo er Charlotte wiedertrifft, seine Studienfreundin und ehemalige Geliebte, die nun als Leiterin an der Spitze der Bewegung des „Spurenlosen Lebens“ steht. Allein mit Ansgar, dem dritten im Bunde des ehemaligen Uni-Triumvirats, wird es Bergheim gelingen, etwas dagegen zu tun.

Eine sehr tolle Hörprobe, die schon die Skurrilität in dieser Geschichte durchblicken lässt! Sehr interessant für mich! 

Josef Oberhollenzer  |  „Sültzrather“

Sültzrather handelt von einem Zimmermann aus Aibeln in Südtirol. Nach dem Sturz vom Baugerüst und der folgenden Querschnittslähmung beginnt der Protagonist Vitus Sültzrather zu schreiben. Es ist ein Schreiben gegen das Vergessen: Wie besessen, akribisch genau, vertraut er die Details, die nur er wissen kann, dem Papier an. Doch dann beginnt er das, was er aufgeschrieben hat, wieder zu vernichten, Seite für Seite abkratzend, abschabend, ein Vernichtungsfeldzug, der von seiner Umgebung, seiner Schwester, der Zugehfrau und deren Tochter nicht gestoppt werden kann.

Viele Schachtelsätze und ein eher komplizierter und schleppender Schreibstil. Puuuhhh … warten wir mal auf die Meinung anderer Buchblogger!

Matthias Senkel  |  „Dunkle Zahlen“

Moskau 1985: Die internationale Programmierer-Spartakiade hält die akademischen Eliten des Landes in Atem. Hier messen sich aufstrebende Mathematiker in den Techniken der Zukunft, die nur noch einen Tastendruck entfernt scheint. Doch die kubanische Nationalmannschaft ist kurz vor der Eröffnung des Wettbewerbs spurlos verschwunden – und ihre resolute Übersetzerin Mireya begibt sich auf eine atemlose Suche durch die fremde Hauptstadt, die wie elektrostatisch aufgeladen surrt und flimmert.

Vom Kappentext her leider gar nicht meins und auch die Hörprobe konnte mich nicht überzeugen!

Christina Viragh  |  „Eine dieser nächte“

Es ist eine dieser Nächte, die man durcher­zählen muss. Das zumindest findet Bill, der auf dem Flug von Bangkok nach Zürich neben Emma sitzt. Bill geht ihr gehörig auf die Nerven. Mit Donnerstimme erzählt er aus seinem Leben – und um sein Leben, und nicht nur Emma, sondern auch andere Passagiere sind gezwungen zuzuhören. Trotz ihres Widerstands werden sie aber alle, Emma, Michael, Stefan, Walter und ein Junge, ja, auch die japanische Familie in der hinteren Sitzrei­he, vom Sog der Geschichten erfasst, wobei eigene Geschichten und Phantasien wachgerufen werden. Alle diese Geschichten fügen sich zu einem Rei­gen, bei dem sich ungeahnte Bezüge und Entspre­chungen und ein geheimnisvoller Mittelpunkt her­ ausschälen.

Vom Thema her finde ich dieses Buch sehr ansprechend. Da die Hörprobe etwas schleppend war, möchte ich mir den Schreibstil nochmal genauer anschauen.