„Chroniken von Azuhr: Der Verfluchte“ | Bernhard Hennen

Autor: Bernhard Hennen
Verlag: Fischer Tor Verlag
Genre: Fantasy
Seitenzahl:  570
Chroniken von Azuhr, Band 1
ISBN: 978-3-596-70243-5

Der junge Milan Tormeno ist dazu ausersehen, seinem Vater Nandus in das Amt des Erzpriesters zu folgen: Er soll einer jener mächtigen Auserwählten werden, die die Geschicke der Welt Azuhr lenken.
Doch Milan kann nicht akzeptieren, dass sein Schicksal vorherbestimmt ist. Er rebelliert – und verstrickt sich mit der Meisterdiebin Felicia und der geheimnisvollen Konkubine Nok in ein gefährliches Netz von Intrigen.
Gemeinsam geraten sie in den Bann einer alten Prophezeiung – einer Prophezeiung, nach der die Ankunft des »Schwarzen Mondes« in Azuhr ein neues Zeitalter der Magie einläuten wird …

Meine Meinung

Bernhard Hennen ist in meinen Augen einer der ganz großen deutschen Fantasy-Autoren unserer Zeit. Seine Protagonisten, seine Welten und auch die Geschichten an sich sind immer wieder ein Spektakel! So auch der erste Band der „Chroniken von Azuhr“ …

Milan Tormeno kann sich mit seinem vorherbestimmten Schicksal nicht anfreunden. Er soll in die Fußstapfen seines Vaters treten: Ein Tyrann und Schlächter, der die Welt von Azuhr mit strenger Hand und offen für Lügen und Intrigen lenkt. Doch schon früh weiß Milan, dass ein Leben als angesehener Erzpriester nicht seine wahre Bestimmung ist. Er rebelliert gegen sein Schicksal und schon bald führt ihn sein Weg in den Bann einer alten Prophezeiung …

Nach einem etwas holprigen Start nimmt die Handlung rasant Fahrt auf und im weiteren Verlauf wird schnell klar, warum der Beginn der Geschichte so gewählt wurde. Die Entwicklung der Charaktere ist sehr gut herausgearbeitet und auch die italienisch-angehauchten Handlungsorte werden schön beschrieben. Milans Geschichte ist eng mit der seines Vaters verbunden. Die Beiden versuchen stets, sich gegenseitig zu behindern. Beide sind sehr starke Protagonisten, ebenso wie die vielen tollen Nebencharaktere.
Der Autor hat einen schwungvollen, spritzigen und flüssigen Schreibstil. Wie gewohnt schafft er es eine lebhafte und authentische Handlung zu gestalten!

Bernhard Hennen beschreibt „Azuhr“ sehr malerisch. Man findet sich in den einzelnen Ländern schnell zurecht und auch die Atmosphäre, die vor Ort herrscht, wird von ihm sehr gut zum Leser transportiert. Dabei verzichtet er anfangs komplett auf übernatürliche Elemente, welche sich erst im Verlauf der Handlung auf interessante Weise in die Geschichte einschleichen.
Ebenso verzichtet er auf jegliche Klischees, was Elfen, Orks und Zwerge betreffen …

Eine beeindruckende Fähigkeit des Autors ist es, Kritik an der realen Welt, sowie politische, historische und soziale Ereignisse in seine Geschichten einzubauen. Auch in „Die Chroniken von Azuhr“ wirken einige Handlungsorte und Ereignisse wie ein Spiegel unserer Zeit.

Ein weiterer Bonus dieses Buches ist das offensichtliche Verständnis für mittelalterliche Waffen und Rüstungen! Was sich von der ersten Seite an, nicht nur in der Verwendung der korrekten Bezeichnungen zeigt, sondern auch darin, dass der Autor einschätzen kann, wozu Rüstungen und Waffen tatsächlich in der Lage sind!

„Der Verfluchte“ ist eine Geschichte über das Suchen und das Finden der eigenen Prinzipien.
Mal düster, mal heldenhaft … aber durchgehend mitreißend und großartig!

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