„Die Muse von Wien“ | Caroline Bernard

Autor:  Caroline Bernard
Verlag:  Aufbau Verlag
Genre:  Zeitgeschichtlicher Roman |  Biographie
Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe, Band 6
Seitenzahl:  472
ISBN:  978-3-7466-3392-3

Klimt war ihre erste Liebe, für Gustav Mahler wird sie zur Muse – Alma Schindler wächst in mitten der Wiener Boheme auf, ist in den Salons der schillernden Metropole zu Hause, verfolgt den Aufstieg der Secession, inspiriert und verführt. Und sie ist Künstlerin, ihre Leidenschaft gehört dem Klavierspiel, vor allem der Komposition. Bis sie Gustav Mahler trifft und sich Hals und Kopf in ihn verliebt. Gustav erwidert ihre Liebe, jedoch zu einem hohen Preis: Für ihn soll sie ihre Kunst aufgeben …

Meine Meinung

In „Die Muse von Wien“ lernen wir zu Beginn die junge Alma Schindler kennen. Ihres Zeichens die Tochter des bekannten Wiener Landschaftsmalers Emil Jacob Schindler (1842-1892) und begleiten sie im Laufe ihres turbulenten Lebens. Durch die Kontakte ihres Stiefvaters bewegt sie sich in den besten und illustren Kreisen Wiens, zu denen bekannte Maler, Literaten und Musiker gehören. Nach einer kurzen Liaison mit Gustav Klimt verliebt sie sich auf den ersten Blick in den zwanzig Jahre älteren Hofoperndirektor Gustav Mahler.

Alma ist eine sehr verwöhnte und eitle Person. Ständig auf der Suche nach Liebe und Selbstverwirklichung, wird sie oft durch ihren eigener Egoismus aus der Bahn geworfen. Sie ist vielleicht nicht gerade die sympathischste Person mit der man gerne auf Urlaub fahren möchte, aber dennoch ein interessanter und leidenschaftlicher Charakter der Wiener Zeitgeschichte.

Nach dem Tod von Almas Vaters heiratete die Mutter Carl Moll, der 1897 einer der Mitbegründer der Wiener Secession war. Die Autorin hat auch diesen Faktor sehr gut aufgenommen. Der Leser lernt sehr viele namenhafte Künstler und Denker aus dieser Zeit kennen und bekommt ein sehr schönes Bild davon, wie die Gesellschaft damals dachte und funktionierte. Insbesondere über die Rolle der Frau an der Seite ihres Mannes, aber auch über die schwierige Lage der Juden in Europa wird wahrheitsgetreu berichtet.

„Die Muse von Wien“ war mein erster Roman von Caroline Bernard. Ich finde, mit diesem Buch hat sie eine sehr gefühlvolle und spannende Biographie vorgelegt, die sich durchaus messen kann. Der Schreibstil ist flüssig und emotional und lässt seinen Leser schnell in eine realistische Darstellung der Jahrhundertwende einzutauchen. Man muss aber direkt dazu sagen, dass wir uns während des gesamten Romans in gehobenen Kreisen aufhalten. Man bekommt hier definitiv nichts von der Armut und der damals herrschende „Klassengesellschaft“ gezeigt.
Dennoch hat die Autorin hat sehr detailliert recherchiert und die Historie wunderbar mit ihrer Handlung verwebt. Die Streifzüge durch Wien und New York sind lebhaft und farbenfroh und bilden die damalige Zeit wunderbar ab.

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