„Die Stadt der Träumenden Bücher“ | Walter Moers

Rezensionsexemplar
Vielen Dank an den Verlag!

Autor:  Walter Moers
Mit Illustrationen von Walter Moers & Florian Biege
Verlag:  Knaus Verlag
Genre:  Grafic Novelle
Seitenzahl:  109
ISBN:  978-3-8135-0501-6

Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er ihm ein geheimnisvolles Manuskript. Dieses ist so makellos, dass Hildegunst nicht anders kann, als dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der „Stadt der Träumenden Bücher“ wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern in den Wahnsinn treiben und sogar töten können.

Meine Meinung

Natürlich kann man keinen Roman mit 456 Seiten Satz für Satz in einen Comic pressen, das wäre utopisch! … doch was Walter Moers und Florian Biege hier in dieser Graphic Novel geleistet haben, ist wirklich enorm! Hervorragend umgesetzt, ohne allzu starke Kürzungen!

Der junge Hildegunst von Mythenmetz ist wie alle Großechsen auf der Lindwurmfeste aufgewachsen. Einem Ort, an dem jeder davon träumt, einmal ein großer Schriftsteller zu werden. Nach dem Tot seines Dichterpate Danzelot von Silbendrechsler vermacht ihm dieser ein Manuskript, das im Ausdruck und Stil so einzigartig und vollkommen ist, das es in ihm die stärksten Emotionen hervorruft. Um den Verfasser ausfindig zu machen, beschließt Hildegunst nach Buchhaim, in die Stadt der träumenden Bücher zu reisen, wo an jeder Straßenecke finstere Antiquariate auf Kunden lauern, wo magisch begabte Buchimisten ihr Unwesen treiben und auch sonst zahllose Gefahren auf  ihn warten! Das Abenteuer kann beginnen …

In diesem ersten Band von „Die Stadt der Träumenden Bücher“ kann der Leser auf jeder einzelnen Seite qualitativ hochwertige und künstlerisch anspruchsvolle Grafiken bewundern. Selbst die Schrift wurde eigens für diesen Comic entworfen. Die Umsetzung ist opulent, detailverliebt und auch von der Farbgestaltung her sehr passend zum Inhalt der Geschichte. Es war spannend mit zu verfolgen, wie die beiden Autoren die doch blumige und spaßige Vielfalt in Walter Moers Sprache in Bildform umgesetzt haben!
Ich hatte beim Lesen des Romans zwar nie Probleme mir Hildegunst von Mythenmetz als am Schreibtisch sitzenden Schriftsteller vorzustellen, doch wie er sich bewegt, wie er läuft und rennt, das wurde mir erst in dieser Graphic Novel so richtig bewusst!

Natürlich wäre es ratsam, die zamonischen Werke bereits zu kennen, sonst muss man einfach kleine Abstriche hinnehmen. So bekommen zum Beispiel die Auftritte von Hachmed Ben Kibitzer oder Inazea Anazazi nicht die gewünschte Erklärung bzw. die Wichtigkeit, die sie noch im Roman haben. Maßnahmen, die der Kürzung des Romans geschuldet sind. Auch bildnerische Anspielungen auf nicht weiter erwähnte Charaktere werden so im Verborgenen bleiben …

Vielleicht wäre es taktisch klüger gewesen, das doch sehr ausführliche Glossar, das am Ende des Buches auf den Leser wartet, an den Anfang zu setzen? Dadurch würde der Leser schon mit etwas mehr Detailwissen in die Geschichte einsteigen. Aber würde das nicht auch das Bild und den Aufbau der Graphic Novel zerstören?

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