„Die Wunderübung“ | Daniel Glattauer

Autor: Daniel Glattauer
Verlag: Deuticke Verlag
Genre: Roman | Komödie
Seitenzahl:  111
ISBN: 978-3-552-06239-9

 „Sie sehen ja, wo Verständnis hinführt, wenn nicht beide das gleiche darunter verstehen!“

Eine Frau und ein Mann, beide um die vierzig, haben im Arbeitsraum eines Paartherapeuten Platz genommen. Der Therapeut ihnen gegenüber. Die Stimmung ist geladen – die Komödie kann beginnen!

Meine Meinung

Für mich ist Daniel Glattauer seit „Gut gegen Nordwind“ eine absolute Institution am österreichischen Autorenhimmel. Ich mag ihn unheimlich gern!
„Die Wunderübung“ ist ein dünnes kleines Büchlein, das seinen Leser wieder in den Alltag der Protagonisten mitnimmt und bei mir durch seinen Witz und der glattauertypischen Satire punkten kann.

Die Beziehung von Joana und Valentin ist am Tiefpunkt angelangt und die hilflosen Versuche des Paartherapeuten, die beiden Streithähne in den Griff zu kriegen sind zwar unterhaltsam, aber anscheinend ganz und gar nicht erfolgreich. Joana weiß eigentlich immer schon vorher, was ihr Ehemann sagen will, und sorgt mit ihrem Redeschwall obendrein dafür, dass er oft gar nicht erst zu Wort kommt. Valentin straft sie dafür mit Gefühlskälte und leidenschaftsloser Ignoranz. Er nimmt die Missstände offenbar als gegeben hin und sieht keinen Grund für große Veränderungen. Wodurch sich Joana nur noch mehr provoziert fühlt.
Doch nicht nur Joana und Valentin haben ein Problem, auch der Therapeut selbst scheint in gröberen Schwierigkeiten zu stecken.

Das Buch ist in Form eines Theaterstücks geschrieben und lässt sich durch seine 111 Seiten auch sehr locker an einen gemütlichen Abend wegsuchten. Daniel Glattauer wirft seinen Leser mitten in den Arbeitsraum des Paartherapeuten und wir sind sofort mit von der Partie. Natürlich bekommen wir hier keine hochtrabende schwere Literatur, aber vielleicht ist dieses Buch gerade deshalb ein toller Wegbegleiter. Präzise und Treffliche Formulierungen. Ein toller Humor, der mich sehr oft zum Lachen gebracht hat. Was wünscht man sich mehr?

Solange man nicht selbst von so einer Situation betroffen ist, darf man sich genüsslich zurücklehnen – natürlich etwas schadenfroh – und selbst den bedauernswerten Paartherapeuten ob seiner hilflosen Versuche der Schadensbegrenzung belächeln.
Ist doch alles halb so wild! Etwas anderes hat Daniel Glattauer sicher nicht gewollt …

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