„Dunkelgrün fast Schwarz“ | Mareike Fallwickl

Autor:  Mareike Fallwickl
Verlag:  Frankfurter Verlagsanstalt
Genre:  Roman
Seitenzahl:  475
ISBN:  978-3-627-00248-0

Moritz, Raffael und Johanna sind immer zu dritt, doch ihre Freundschaft ist Gift. Sechzehn Jahre vergehen, bis das fatale Dreieck erneut zusammenfindet und die Vergangenheit sie einholt – mit unberechenbarer Wucht.

Meine Meinung

„Dunkelgrün fast Schwarz“, das Erstlingswerk von Mareike Fallwickl, ist eines der Bücher, das ich schon seit Monaten gelesen haben wollte. Auf Grund des Klappentextes hatte ich eine eher seichtere Geschichte erwartet. Bekommen habe ich aber einen fesselnden Roman mit einem tollen Plot, einem sprachlich extrem genialen Schreibstil und wahnsinnig interessanten Protagonisten.

Moritz lebt mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester Sophia in einem kleinen Dorf bei Hallein in Österreich. Moritz und Raffael sind seit dem Kindergarten beste Freunde. Er ist sensibel und ein Synästhetiker, der die Menschen um sich mit einer farbigen Aura wahrnimmt. Raffael hingegen ist ungebändigt, gemein, hinterhältig und drangsaliert seine Mitmenschen wo er nur kann. Und ja, auch Moritz ist eines seiner Opfer und doch hält er ihm die Treue! Eine absolut toxische Freundschaft!
Im Alter von 17 Jahren stößt Johanna zu ihnen. Aus der Zweier- wird eine Dreierfreundschaft und man ahnt sehr schnell, dass diese Verbindung auf Dauer nicht gut ausgehen kann.
Die Drei verlieren sich aus den Augen, bis Raffael nach 16 Jahren plötzlich vor Moritz Tür steht. Doch dieser ist noch immer undurchsichtig und sein Motiv mehr als rätselhaft …

Wir lesen hier eine Geschichte über Freundschaft und Abhängigkeit, über Liebe und Einsamkeit, über Enttäuschung und Erlösung. So eindringlich und meisterhaft erzählt, dass die Handlung in mir selbst ebenso gearbeitet hat, wie bei unseren Protagonisten.
Mareike Fallwickl erzählt aus den unterschiedlichsten Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen. Wir begleiten Moritz und Johanna, aber auch Moritz Mutter kommt immer wieder zu Wort. Dabei springen wir regelmäßig vom Jahr 2017, zurück in die Vergangenheit, als die Männer selbst noch Kinder waren. Die Autorin passt dabei ihre Sprache dem jeweiligen Alter und den Lebensphasen an, was mir wahnsinnig gut gefallen hat.

Sie zeichnet spannende Charaktere, gestaltet packende Handlungsstränge und stellt Situationen wunderbar plastisch dar. Dabei verwendet sie einen sehr klugen und klaren Schreibstil, mit einfühlsam gestalteten Szenen, die uns die Charaktere noch einmal näher bringen. Zwischenmenschliche Abgründe, Liebe, Abhängigkeit, Verlust. Was können wir mit Worten auslösen? Und welche Taten ziehen diese Worte mit sich?

Ein fantastisches Buch, dessen Sprache und Erzählfluss für mich eine absolute Sogwirkung entfalten konnte!

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