„Feuer und Stein“ | Diana Gabaldon

Titel im Original: „Outlander“
Autor: Diana Gabaldon
Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schnell
Verlag: Drömer Knaur
Genre: Historischer Roman
Outlander-Saga, Band 1
Seitenzahl: 1.129
ISBN: 978-3-426-51802-1

Schottland 1946:
Die englische Krankenschwester Claire Randall verbringt mit ihrem Ehemann eine Urlaub in den Highlands. Eines Tages betritt sie neugierig einen alten Steinkreis und wird darin ohnmächtig. Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich im Jahr 1743 – und ist von jetzt auf gleich eine Fremde, ein „Outlander“

Meine Meinung

Als ich „Feuer und Stein“ vor sehr langer Zeit zum ersten Mal zur Hand genommen habe, war ich in eher skeptischer Stimmung. Egal mit wem man über die Bücher gesprochen hat, jeder war total begeistert und man wurde von Lobeshymnen nur so überschwemmt. Heute muss ich ehrlich zugeben: Nicht ohne Grund!
Da ich in den letzten Jahren immer nur sehr sporadisch zu den Büchern gegriffen habe, wollte ich mir 2018 das Ziel setzen, die jetzt neu erschienen Übersetzungen ohne große Unterbrechungen weg zu lesen!

Die Geschichte beginnt in Schottland, im Jahre 1945. Hier verbringt die junge Claire Randall zusammen mit ihrem Mann Frank nach den Schrecken des zweiten Weltkrieges, ihre Flitterwochen. Auf einem ihrer Spaziergänge stößt sie auf einen alten Steinkreis, den „Craigh na Dun“. Als sie näher kommt, vernimmt sie ein tiefes, summendes Geräusch, als würden die Steine für sie singen. Claire weicht instinktiv zurück, doch ihr wird schwindelig und sie rutscht stolpernd den Hügel hinunter. Benommen hört sie das Wiehern von Pferde und den Lärm einer Schlacht. Von der Situation überfordert versteckt sie sich im Wald, wird dort aber plötzlich von einem Fremden im scharlachroten Dragonerrock entdeckt. Panisch ergreift Claire die Flucht und wird von unbekannten Reitern gerettet.
Der junge James Alexander Fraser, wird des Mordes verdächtigt. Er ist charmant, gutaussehend und fällt Claire wegen seines besonnen Auftretens sofort ins Auge. Um den Engländern zu entkommen, zieht sie mit Jamie und seinen Gefährten weiter. Auf der Burg Leoch angekommen, bestätigt sich das bereits vermutete: Sie befindet sich nicht mehr in ihrer Zeit, sondern im Jahre 1743.

Diana Gabaldon hat einen sehr klaren und flüssigen Schreibstil, der durch bildgewaltige Umschreibungen der Landschaft, der Menschen und Pflanzen, aber auch der Kriege zwischen den Schotten und den Engländern besticht.
Gerade ihre Charakterzeichnungen stechen für mich sehr hervor. Die Protagonisten sind mit viel Liebe gestaltet und der Leser bekommt von der Autorin auf jeden Fall das richtige Bild in den Kopf gesetzt. Ich liebe den Stolz und die Kraft der Highlander, aber auch die Unterschiede zwischen den Clans sind toll ausgearbeitet.

„Feuer und Stein“ erzählt uns aber auch die Geschichte des „Bonnie Prince Charlie“. Charles Edward Louis Philip Casimir Stuart – was für ein Name! – war der Sohn des im Exil lebenden englischen Thronprätendenten James Francis Edward. Seine zweifelhafte Berühmtheit erlangte er nach dem Versuch einer Invasion um den schottischen und englischen Thron für die Stuarts zurückzugewinnen.
Die Recherchearbeit ist hervorragend und Diana Gabaldon bereitet die geschichtlichen Fakten sehr spannend für ihre Leser auf.

Für mich endet das Buch leider etwas unglücklich, mit einem abgeschlossenen und doch offenen Ende. Ich würde euch daher raten, auf jeden Fall den zweiten Band schon zu Hause haben!

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