„Gut gegen Nordwind“ | Daniel Glattauer

Autor:  Daniel Glattauer
Verlag:  Deuticke Verlag
Genre:  Roman
Seitenzahl:  223
ISBN:  978-3-552-06041-8

Gibt es in einer vom Alltag besetzen Wirklichkeit einen besser geschützt Raum für gelebte Sehnsüchte als den virtuellen?

Bei Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. Aus Höflichkeit antwortet er ihr. Und weil sich Emmi von ihm angezogen fühlt, schreibt sie zurück. Schon bald gesteht Leo: „Ich interessiere mich wahnsinnig für Sie, liebe Emmi! Ich weiß aber auch, wie absurd dieses Interesse ist.“

Meine Meinung

Auch wenn ich auf meinem Blog noch nicht viele Rezensionen zu Daniel Glattauers Büchern hochgeladen habe, so habe ich doch jedes Einzelne von ihnen gelesen … und in den meisten Fällen auch absolut gefeiert! Da nun bald der Kinofilm zu „Gut gegen Nordwind“ startet, möchte ich euch nicht meine Rezension zu diesem Buch vorenthalten …

Alles beginnt mit einem Tippfehler! Eigentlich wollte Emmi nur das Zeitschriften-Abo ihrer Mutter kündigen, doch stattdessen landet ihre Email bei Leo Leike. Es folgt ein lustiger und schlagfertiger Emailwechsel, aus dem sich langsam und stetig mehr entwickelt. Mehr Zuneigung! Mehr Vertrautheit! Mehr Nähe! Mehr Gefühle!
Beide entschließen sich, dem Gegenüber keine Details über ihre Person zu offenbaren sondern für den Anderen eine Phantasiegestalt zu bleiben. Doch schon bald tauschen Emmi und Leo immer intimere Gedanken aus, verbringen Stunden vor dem Bildschirm und überlegen irgendwann, sich doch einmal persönlich zu treffen. Nur eine Frage stellt sich: kann die Realität der Phantasie gegenüber überhaupt standhalten?

„Gut gegen Nordwind“ gehört auf jeden Fall zu den Büchern, die ich immer wieder zur Hand nehme und die mir bei jedem Lesen ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Jedes Mal nehmen mich Emmi und Leo von Beginn an für sich ein. Nicht etwa weil sie makellos sind. Ganz im Gegenteil, sind sie vielschichtig, zögerlich, zweifeln oft an sich selbst und ihrer Umgebung und sind in gewissen Maßen auch oft unaufrichtig. Alles in Allem wirken die Beiden gerade deswegen so glaubwürdig!

Emmi und Leo sind zu Gefühlen fähig, um die ich sie in manchen Lebensphasen oft beneidet habe. Obwohl sie zunächst nur ein lapidares Missverständnis verbindet, fühlen sie sich zueinander hingezogen. Eine Anziehung die aber nicht nur in Worten funktioniert, sondern Eine deren Funke weit über sein Ziel hinausschießt!

Tatsächlich durchzieht das Buch auch eine feine Erotik, die nie aufgesetzt wirkt, aber auch nicht rein vergeistigt bleibt. Vor allem Emmi steckt durch ihre Lebenssituation in einem Zwiespalt, dem sie auch in „Alle sieben Wellen“ nicht entkommen kann!

Ich bin ein Freund wirklich guter Sprache! In der Geschichte stecken Sprachwitz und doppeldeutige Formulierungen … und es macht einfach Spaß! Auch die unerwarteten Wendungen machen das Buch spannend. Zudem gibt es an vielen Kapitelenden mitreißende Cliffhanger.

„Liebe auf die erste E-Mail“
Wem so etwas noch nie passiert ist, der kann sich vielleicht nicht hineindenken, aber ich kann es auf jeden Fall …

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