„I Saw a Man“ | Owen Sheers

Titel im Original: „I Saw a Man“
Autor: Owen Sheers
Aus dem Englischen übersetzt von Thomas Mohr
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Genre: Roman
Seitenzahl:  297
ISBN: 978-3-421-04669-7

Es war an einem Samstag im Juni, als sich ihrer aller Leben komplett veränderte: Schlagartig, nur wenige Minuten, nachdem Michael Turner das Haus der Nelsons durch die Hintertür betreten hatte. In der Stille wirkte es, als wäre niemand daheim.

Meine Meinung

Da sich die Meinungen der Leser zu diesem Buch in alle Richtungen spalten, hat mich die Geschichte ganz besonders interessiert. Und Wirklich: Der Klappentext lässt an eine ganz andere Geschichte denken, als man letztendlich von dem Autor bekommt.
„I Saw a Man“ ist ein großartiger Roman über die Auswirkungen schicksalhafter Momente und zeigt den Umgang der betroffenen Personen mit ihren dramatisch veränderten Leben auf authentische Art und Weise.

Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline gerät Michaels Leben komplett aus den Fugen. Das frisch verheiratete Paar hatte gerade erst begonnen, sich eine gemeinsame Zukunft aufzubauen, als die Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan durch tragische Ereignisse ums Leben kommt.
Um sich selbst wieder zu finden, zieht Michael zurück nach London. Schnell schließt er dort Freundschaft mit Josh und Samantha Nelson, die mit den beiden Töchtern direkt nebenan leben und schon bald geht Michael bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus.
Doch an einem Samstagnachmittag im Juni soll sich ihr aller Leben schlagartig verändern. An diesem Nachmittag betritt Michael das Haus der Nelsons durch die offene Hintertür mit einem äußerst unguten Gefühl. Es scheint niemand im Haus zu sein, doch warum stand dann die Hintertür auf? Das sieht den Nelsons gar nicht ähnlich!

Das Buch besticht durch seinen rückblickenden Erzählstil, der den Leser sehr gut in der Geschichte fesseln kann. Er ist mit vielen bildhaften Vergleichen gespickt, bleibt dabei aber flüssig und leicht.
Die Rückblenden sind geschickt eingebaut, so dass man erst allmählich den Menschen hinter Michael Turner kennen lernt. Er erlebt seine Gegenwart und springt dabei gleichzeitig immer wieder zurück in seine Vergangenheit. Durch diese wechselnden Zeiten erfährt der Leser erst nach und nach worum es in dem Buch überhaupt geht. Je mehr man über die gemeinsame Zeit mit seiner Ehefrau erfährt, desto klarer wird wie es zu der aktuellen Situation kommen konnte.

Ich war nicht immer mit Michaels Reaktionen einverstanden, aber er ist ein interessanter und authentischer Charakter mit einer traurigen Vorgeschichte, die ihn zu dem gemacht hat, was er jetzt ist. Auch Josh und Samantha Nelson haben ihre kleinen Schwächen, wodurch sie ebenfalls authentisch wirken.

Owen Sheers behandelt und kritisiert in diesem Buch auch ein sehr aktuelles Thema, dass den Leser direkt dazu verleitet, sich seine eigenen Gedanken dazu zu machen.

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