Kolumne | Entschleunigt durch die Vorweihnachtszeit

Gestern sind wir endlich in den Dezember gestartet. Zwar arbeitstechnisch für viele die anstrengendste Zeit im Jahr, so auch für mich, aber dennoch freue ich mich jedes Jahr unheimlich auf die Vorweihnachtszeit und den Heiligen Abend.
Auch wenn ich ehrlich gestehen muss, dass die besinnlichen Tage trotzdem immer ein bisschen zu plötzlich vor der Tür steht und ich mich noch gar nicht so richtig drauf einstellen konnte!

Meine Frau und ich versuchen den Dezember eigentlich immer mit Ruhe und ohne viel Stress zu erleben! Natürlich ist das auch nicht immer umsetzbar, aber wir tun unser Bestes! Dieses Jahr werden wir unseren Christbaum schon am dritten Adventwochenende aufbauen, damit wir ihn Abends noch ein bisschen länger genießen können und da meine Frau es liebt Plätzchen zu backen und es diese bei uns das ganze Jahr über zum Naschen gibt, fällt auch dieser Stress weg!

Leider wird dieses Entschleunigen jedes Jahr ein wenig schwieriger …

Ein ganz besonderes Buch gehört für mich allerdings jedes Jahr zu meiner Vorweihnachtszeit …

Charles Dickens „Eine Weihnachtsgeschichte“

Charles Dickens verfasste 1843 die Erzählung „A Christmas Carol“ („ Eine Weihnachtsgeschichte“) in der Absicht, die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Not der Armen in der englischen Gesellschaft zu lenken. Am 19. Dezember 1843 wurde das Werk mit Illustrationen von John Leech veröffentlicht.

Der herzlose Geschäftemacher Ebenezer Scrooge wandelt sich zu einem gütigen, die Not der Menschen lindernden alten Herren. Der Autor bedient sich hierfür eines grotesken Erzählmittels: Am Heiligen Abend erscheint dem alten Geizhals der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Marley, der zu Lebzeiten noch geiziger als Scrooge war, und prophezeit ihm ein düsteres Ende für den Fall, dass er sein Leben nicht grundlegend ändere. Danach zeigt sich der Geist der vergangenen Weihnacht, der Scrooge in seine Kindheit zurückversetzt, gefolgt vom Geist der gegenwärtigen Weihnacht, der ihn ins Haus seines ärmlich lebenden Schreibers Cratchit und dessen Familie sowie in das Haus seines Neffen geleitet. Der Geist der künftigen Weihnacht schließlich führt ihn zu seinem einsamen Sterbebett und zeigt ihm seinen Grabstein.
„Die Wege der Menschen deuten ein bestimmtes Ende voraus, auf das sie hinführen, wenn man auf ihnen beharrt. Aber wenn man von den Wegen abweicht, ändert sich auch das Ende“
, erkennt Scrooge, läutert sich und wird fortan zu einem besseren Menschen.

Auch wenn man die Geschichte schon tausendmal in allmöglichen Varianten gelesen oder im Fernsehen gesehen hat, bereitet mir die Erzählung doch immer noch ein warmes Gefühl, das ich in meiner Vorweihnachtszeit einfach nicht mehr missen möchte!

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